Traditionelle Steuerungskonzepte, wie bspw. das Du-Pont- oder das ZVEI-Kennzahlensystem, die hauptsächlich auf bilanz- und rechnungswesenorientierten Zahlen und Daten aufbauen, geraten immer mehr in die Kritik. 1 Gründe für diese Ablehnung sind vor allem in der Nichtberücksichtigung von nichtmonetären Kennzahlen zu sehen. Weitere Kritikpunkte an den traditionellen Konzepten sind u.a. die starke Vergangenheitsorientierung und Kurzfristigkeit, die geringe Anbindung an die strategische Planung sowie die fehlende Kunden-orientierung und falsche Anreizbezugspunkte. 2 Zudem führt die sich stark veränderte Wettbewerbsstruktur dazu, dass neue Erfolgsfaktoren, die bisher kaum oder überhaupt nicht beachtet wurden, immer mehr an Bedeutung gewinnen. 3 Aufgrund dieser Entwicklungen und der Kritik an den traditionellen Kennzahlensystemen ist in den 90er Jahren ein neuer Ansatz entstanden, der Performance Measurement Ansatz. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit diesem Ansatz des Performance Measurements. Zunächst werden im ersten Kapitel die wesentlichen Impulsgeber für diesen neuen Ansatz kurz umrissen. Danach folgt im zweiten Kapitel die Erklärung des Begriffes des Performance Measurements (PM) sowie wesentlicher Begriffe, die in diesem Zusammenhang bedeutend sind. Auf Anreizsysteme, die häufig in Verbindung mit PM auftauchen, wird in dieser Arbeit nicht eingegangen. Im Anschluss an die begrifflichen Erläuterungen erfolgt die Darstellung der Umsetzung von PM Systemen. Im dritten Kapitel dieser Arbeit wird ein Überblick über einige Konzepte des PM sowie über deren Einsatz und Verbreitung gegeben. Anschließend erfolgt im vierten Kapitel die Vorstellung eines der bekanntesten Konzepte des PM, der Balanced Scorecard. Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Schlussbemerkung. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitende Bemerkung
2 Performance Measurement
2.1 Impulsgeber für neue Konzepte
2.2 Der Begriff Performance Measurement
2.3 Umsetzung von Performance Measurement
2.3.1 Aufbau
2.3.2 Ableiten der Messobjekte
2.3.3 Prozess des Measurements
2.3.4 Nutzung und Visualisierung der Messergebnisse
3 Performance Measurement Konzepte
3.1 Überblick
3.2 Verbreitung und Einsatz
4. Balanced Scorecard
4.1 Grundlagen der Balanced Scorecard
4.2 Die Perspektiven
4.3 Verknüpfung der Perspektiven
4.4 Festlegung der Messgrößen, Zielwerte und Maßnahmen
4.5 Ausgewähltes Beispiel
4.6 Zusammenfassung
5 Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Ansatz des Performance Measurements als Reaktion auf die Kritik an traditionellen, rechnungswesenorientierten Steuerungskonzepten. Ziel ist es, die konzeptionellen Grundlagen des Performance Measurements darzustellen, verschiedene Methoden und deren Verbreitung in der Praxis zu analysieren sowie die Anwendung der Balanced Scorecard als prominentes Instrument zur strategischen Unternehmenssteuerung detailliert zu erläutern.
- Kritik an traditionellen Kennzahlensystemen
- Begriffliche Definition und Prozess der Leistungsmessung
- Überblick über moderne Performance Measurement Konzepte
- Einsatz und Verbreitung von Performance Measurement Systemen
- Die Balanced Scorecard als Instrument zur strategischen Steuerung
Auszug aus dem Buch
2.2 Der Begriff Performance Measurement
Wörtlich übersetzt bedeutet der Begriff Performance Measurement Leistungsmessung. Doch PM bedeutet viel mehr als die reine Messung einer Leistung.
Im Allgemeinen versteht man unter diesen Systemen den Aufbau und Einsatz von verschiedenen Kennzahlen, die mehrdimensional ausgerichtet sein sollen. Mehrdimensional ausgerichtet sind Kennzahlen immer dann, wenn neben der Berücksichtigung von Kosten und Zeit auch nicht-monetäre Größen wie Qualität, Innovationsfähigkeit und Kundenzufriedenheit betrachtet werden. Erst durch die Aufnahme dieser moderneren Indikatoren können Effektivität und Effizienz von Geschäftsprozessen richtig beurteilt werden.
Effektivität („doing the right things“) bedeutet, dass die Ziele, unter Mitberücksichtigung der Wettbewerbsfähigkeit, so festgelegt werden, dass das Unternehmen langfristig gute Gewinne erzielt und somit nachhaltig am Markt bestehen kann. Demgegenüber versteht man unter dem Begriff der Effizienz („doing the things right“) den Versuch, einen angestrebten Output mit dem geringsten Mitteleinsatz umzusetzen. Hier geht es folglich um die Erfassung von Input-Output-Relationen.
Zu den wichtigsten Aufgaben im Rahmen des PM zählen die Auswahl von geeigneten Leistungsparametern und Messgrößen, um die Leistungen und Prozesse erfassen bzw. messen zu können, sowie deren Visualisierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitende Bemerkung: Die Einleitung beleuchtet die Defizite traditioneller Kennzahlensysteme und führt in den Performance Measurement Ansatz als zeitgemäße Alternative ein.
2 Performance Measurement: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Performance Measurements und beschreibt die methodische Umsetzung, inklusive der Definition von Messobjekten und deren Visualisierung.
3 Performance Measurement Konzepte: Es erfolgt ein Überblick über eine breite Palette an Performance Measurement Konzepten sowie eine Analyse ihres Einsatzes und ihrer Verbreitung in der Unternehmenspraxis.
4. Balanced Scorecard: Das Kapitel widmet sich der Balanced Scorecard als führendem Instrument, erläutert dessen vier Perspektiven und verdeutlicht die methodische Vorgehensweise an einem praxisnahen Beispiel.
5 Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Einordnung, dass Performance Measurement Systeme die Strategieumsetzung signifikant unterstützen können, sofern sie individuell angepasst werden.
Schlüsselwörter
Performance Measurement, Balanced Scorecard, Strategisches Controlling, Kennzahlensysteme, Leistungsmessung, Effektivität, Effizienz, Unternehmenssteuerung, Frühindikatoren, Finanzperspektive, Kundenperspektive, Interne Prozessperspektive, Lern- und Entwicklungsperspektive, Strategieumsetzung, Messgrößen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung von Performance Measurement Systemen als Antwort auf die Schwächen traditioneller, rein monetärer Kennzahlensysteme.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Leistungsmessung, ein Überblick über verschiedene PM-Konzepte und die detaillierte Vorstellung der Balanced Scorecard.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für Performance Measurement zu vermitteln und aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Strategie durch messbare Zielvorgaben besser steuern können.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und Studien zur Praxisanwendung von Performance Measurement Systemen.
Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung des PM-Begriffs, den Prozess der Messung, einen Überblick über diverse Konzepte und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Balanced Scorecard.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Performance Measurement, Balanced Scorecard, Strategische Steuerung und nicht-monetäre Leistungstreiber geprägt.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Effektivität und Effizienz?
Die Arbeit definiert Effektivität als „doing the right things“ (strategische Zielerreichung) und Effizienz als „doing the things right“ (optimierter Mitteleinsatz).
Welches Praxisbeispiel wird zur Veranschaulichung der Balanced Scorecard verwendet?
Zur Veranschaulichung wird die Umsetzung einer Balanced Scorecard bei einem fiktiven Küchenmaschinenhersteller herangezogen, um die Anwendung der vier Perspektiven zu demonstrieren.
- Quote paper
- Stefanie Fehrenbacher (Author), 2006, Begriff und Konzeption des Performance Measurements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/65760