Aufgrund meiner zukünftigen Rolle als Berufsschullehrerin möchte ich diese Arbeit dem Thema „Leistungsmessung und -bewertung im Gestaltungsunterricht an der Berufsschule“ widmen. Da ich vor dem Studium eine Ausbildung als Mediengestalterin absolviert habe und wegen meiner Fächerkombination von Deutsch und Drucktechnik davon ausgehe, im Bereich Druck und Medien in der Berufsschule die angehenden Mediengestalter zu unterrichten, soll der Schwerpunkt dieser Arbeit auf die Leistungsfeststellung fokussiert werden, die an der o.g. Berufsgruppe ausgerichtet ist. Zunächst möchte ich mich dem Thema nähern, indem allgemeine pädagogisch-didaktische Vorstellungen dargelegt werden. Darauf aufbauend soll der Leistungsbegriff speziell auf die Berufsschule bezogen diskutiert werden. Dieser Schritt soll dann dazu führen, die Leistungsmessung und -bewertung im Gestaltungsunterricht in den Mittelpunkt der Untersuchung zu stellen. Die Auseinandersetzung mit Literatur rund um die Thematik „Leistung“ dient als theoretische Grundlage für eine empirische Untersuchung, die im zweiten Teil der Arbeit präsentiert wird. Diese Untersuchung wird als Experteninterview durchgeführt.
Ziel der Arbeit ist es schließlich, die gewonnenen Erkenntnisse aus der Beschäftigung mit theoretischen Grundlagen und den praxisbezogenen Äußerungen aus dem Experteninterview in einem möglichen Konzept zur Beurteilung von Gestaltungsaufgaben zu integrieren. Dies kann hier aufgrund des Umfangs dieser Arbeit selbstredend nur im Ansatz geschehen. Mithilfe einer exemplarischen Aufgabenstellung aus dem Bereich der Gestaltung soll dieses Konzept skizziert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Versuch einer Definition des schulischen Leistungsbegriffes
1.2 Die Leistungsbeurteilung – Ein Problem?
1.3 Leistungsbewertung in der Berufsschule im Fach Gestaltung
2. Eine Untersuchung
2.1 Der Leitfaden zur Untersuchung
2.2 Ein Experteninterview mit einem Berufsschullehrer
2.3 Auswertung der empirischen Daten
3. Ein mögliches Konzept zur Leistungsmessung und -bewertung
4. Resümée
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, die Problematik der Leistungsbewertung im Gestaltungsunterricht an Berufsschulen zu analysieren und ein praktisches Konzept für eine schülerorientierte, transparente Leistungsbeurteilung zu entwickeln, das über rein produktorientierte Zensuren hinausgeht.
- Theoretische Grundlagen des pädagogischen Leistungsbegriffs
- Kritische Reflexion von Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Objektivität) in der Leistungsbewertung
- Empirische Untersuchung mittels Experteninterviews zur Praxis der Notengebung
- Transfer von Handlungsorientierung in die Bewertung gestalterischer Entwürfe
- Modellkonzept für eine gemeinsam erarbeitete, prozessorientierte Leistungsbeurteilung
Auszug aus dem Buch
2.2 Ein Experteninterview mit einem Berufsschullehrer
Am 13. Juli 2004 traf ich mich mit einer Berufsschullehrerin des Fachbereichs Druck und Medien. Sie ist seit drei Jahren ausgebildete Lehrerin und hat nach neben ihrem Lehramtsstudium mit den Fächern Drucktechnik und Gestaltungstechnik zusätzlich ein Diplom-Studium im Fach Grafik-Design absolviert.
Es folgt das Interview im Wortlaut:
(1) I: „Guten Tag! Ich möchte mit Ihnen ein kleines Interview führen zum Thema Leistungsmessung und Bewertung im Gestaltungsunterricht. Wie Sie wohl aus eigener Erfahrung bezeugen können, ist die Leistungsmessung und -bewertung für Schüler und Lehrer gleichermaßen häufig problematisch. Schüler fühlen sich mal ungerecht behandelt, weil sie eine in ihren Augen ungerechtfertigte Note erhalten haben, Lehrer kennen vor allem aus mündlichen Prüfungen das Problem, dass manchmal nicht wirklich objektiv beurteilt wird. Wie schon vorab gesagt, möchte ich mit Ihnen über eine besondere Form der Leistungsbewertung sprechen, nämlich die Bewertung gestalterischer Aufgaben (,)
(2) L: „Ah ja.“
(3) I: „Und ich habe mir dazu eine kleine Aufgabe überlegt, anhand derer man vielleicht einige Fragen entwickeln kann, die sich bei so einem Bewertungsprozess ergeben. Also, stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie geben einer Klasse von Mediengestalter-Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres die Aufgabe, ein farbiges Cover in CMYK zu gestalten, und zwar für eine Multimedia-DVD zum Thema ‘Der PC’. Hinsichtlich Bildern, Farbe und Typografie gewähre man den Schülern freie Wahl, nur der Text für Headline und Fließtext auf der Vorderseite sowie für eine Tabelle auf der Rückseite sei vorgegeben. Können Sie sich eine solche Aufgabe für den Unterricht vorstellen?“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Autorin legt die theoretischen Grundlagen des schulischen Leistungsbegriffs dar, diskutiert die Problematik der klassischen Zensurengebung anhand von Gütekriterien und führt in die Besonderheiten des Gestaltungsunterrichts ein.
2. Eine Untersuchung: In diesem Kapitel wird durch ein Experteninterview mit einer Berufsschullehrerin praxisnah erforscht, wie Leistungsbeurteilung im Gestaltungsbereich umgesetzt wird und welche Herausforderungen bei der Beteiligung von Schülern bestehen.
3. Ein mögliches Konzept zur Leistungsmessung und -bewertung: Basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen wird ein konkretes Konzept zur Bewertung von Mediengestaltungsprojekten vorgestellt, das produkt- und prozessorientierte Kriterien miteinander verbindet.
4. Resümée: Die Autorin reflektiert die Ergebnisse der Arbeit und zieht Schlussfolgerungen für ihre eigene zukünftige Tätigkeit als Lehrerin, wobei sie für einen handlungsorientierten und transparenten Bewertungsprozess plädiert.
Schlüsselwörter
Leistungsbewertung, Gestaltungsunterricht, Berufsschule, Mediengestalter, Handlungsorientierung, Prozessorientierung, Produktorientierung, Experteninterview, Notengebung, Gütekriterien, Schülerbeteiligung, Selbstbewertung, Fremdbewertung, Leistungsmessung, pädagogischer Leistungsbegriff.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen der Leistungsbewertung im Gestaltungsunterricht an Berufsschulen und sucht nach Wegen, diese gerechter und transparenter zu gestalten.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind der pädagogische Leistungsbegriff, die Problematik traditioneller Zensuren sowie die Umsetzung von handlungsorientierten Bewertungsprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aus Theorie und Praxis ein Konzept zu entwickeln, das Schülern ermöglicht, aktiv an der Bewertung ihrer gestalterischen Leistungen teilzuhaben.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es wurde eine qualitative Einzelfallanalyse in Form eines Experteninterviews mit einer Berufsschullehrerin durchgeführt.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Reflexion von Validität und Reliabilität bei Noten sowie die Auswertung des Interviews im Kontext der beruflichen Praxis.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind Leistungsbewertung, Handlungsorientierung und die Integration von Schülern in den Beurteilungsprozess.
Warum wird eine prozessorientierte Bewertung favorisiert?
Da gestalterische Ergebnisse in der Regel aus längeren Arbeitsprozessen hervorgehen, bietet eine prozessorientierte Bewertung einen faireren und motivierenden Einblick in die Kompetenzentwicklung des Schülers.
Welche Rolle spielt die Selbstbewertung der Schüler?
Die Selbstbewertung dient dazu, die Urteilsfähigkeit der Schüler zu stärken und den Bewertungsvorgang für sie transparenter und weniger frustrierend zu machen.
- Arbeit zitieren
- Tina Schröder (Autor:in), 2004, Leistungsmessung und -bewertung im Gestaltungsunterricht an der Berufsschule, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66011