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Samuel P. Huntingtons These vom Kampf der Kulturen und seine Darstellung des Islams

Titre: Samuel P. Huntingtons These vom Kampf der Kulturen und seine Darstellung des Islams

Dossier / Travail de Séminaire , 2006 , 21 Pages , Note: 2,3

Autor:in: Daniela Steinbiß (Auteur)

Politique - Généralités sur la politique internationale
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Samuel Philipps Huntington veröffentlicht 1993 einen Artikel namens „The Clash of Civilizations“ im amerikanischen Politikmagazin Foreign Affairs. In diesem Artikel beschreibt er ein Szenario der Weltpolitik nach dem Ende des Kalten Krieges. Die Machtbalancen in der Welt haben sich verschoben, nachdem der Kommunismus besiegt ist, droht nun die gelbe und islamistische Gefahr für die westlichen Gesellschaften. Er ist ein renommierter Harvardprofessor, der auch eine zeitlang das amerikanische Außenministerium berät. Seine Thesen finden somit in den USA Gehör und bestimmen zum Teil die Außenpolitik. Der damalige Außenminister von Pakistan Sardar Aseff Ahmad Ali kommentiert den Artikel Huntingtons wie folgt:

„And the thesis of the clash of civilization which is propounded by Harvard Professor Huntington is indeed shocking. It is full of racial undertones. It might easily have been written by Adolf Hitler. I find very little difference between Adolf Hitler “Mein Kampf” and Professor Huntington’s thesis of civilizations going to war. He views the world in very myopic and very narrow terms. This is not the way civilizations have evolved or clashed in the past. And why should it happen in the future? He perceives international relations in total racial terms, that the brown man and the yellow man are going to gang up against the white Christian world, against the white man… We are astounded, we are absolutely astounded in this, that the West which stands for values, human values of human equality and justice should now start propagating a thesis which is totally and shamelessly racialist.”1

Huntingtons Thesen haben sehr viel Kritik ausgelöst und werden auch jetzt noch 13 Jahre nach der ersten Veröffentlichung heftig kritisiert. Die aktuellen weltpolitischen Geschehnisse lassen mich manchmal daran glauben, dass Huntingtons Äußerungen zu selbst erfüllenden Prophezeiungen werden. Die Arbeit soll deshalb Huntingtons Thesen noch einmal näher beleuchten und legt dabei vor allem dem Schwerpunkt auf die Darstellung des Islam in seinem Buch „Kampf der Kulturen“. Im Gegenzug nehme ich auch die Thesen von Harald Müller mit in diese Arbeit auf. Er ist einer der bekanntesten deutschen Huntington Kritiker und bietet in seinem Buch „Das Zusammenleben der Kulturen – Ein Gegenentwurf zu Huntington“ handfeste Argumente gegen einen Clash of Civilizations.

1 http://www.jochen-hippler.de/Aufsatze/Clash_of_Civilizations_-_Polem/clash_of_civilizations__polem.html (Stand 18.08.06)

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Samuel P. Huntington

2.1 wichtige biographische Informationen

2.2 aktuelle Veröffentlichungen

3 Die Thesen von Samuel P. Huntington

3.1 Begriffsklärung von Kulturen und Zivilisationen

3.2 Kulturkreise und Kernstaaten

3.3 Kampf des Westens gegen den Rest

4 Huntingtons Islambild

4.1 Die Gewalttätigkeit des Islam

4.2 Das Fehlen des islamischen Kernstaates

4.3 Das Bevölkerungswachstum in den islamischen Ländern

5 Die Versöhnung mit der islamischen Welt

6 Schluss

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Theorie von Samuel P. Huntington über den „Kampf der Kulturen“ auseinander, wobei ein besonderer Fokus auf dessen Darstellung des Islams liegt. Ziel ist es, Huntingtons Thesen vor dem Hintergrund aktueller weltpolitischer Entwicklungen zu hinterfragen und ihnen durch die Perspektive von Harald Müller einen fundierten Gegenentwurf entgegenzusetzen, um Möglichkeiten einer friedlichen Koexistenz zu erörtern.

  • Analyse der Huntingtonschen Kernthesen zum „Clash of Civilizations“.
  • Kritische Untersuchung von Huntingtons Islambild und seiner These der „blutigen Grenzen“.
  • Diskussion über das Fehlen eines islamischen Kernstaates und dessen sicherheitspolitische Implikationen.
  • Evaluation des Bevölkerungswachstums und des islamischen Fundamentalismus als sozio-ökonomische Faktoren.
  • Entwicklung von Perspektiven für eine Aussöhnung zwischen der westlichen und der islamischen Welt.

Auszug aus dem Buch

Die Gewalttätigkeit des Islam

Der Kampf der Kulturen findet nach Huntingtons Konzept in der Weltpolitik auf der Markoebene, also zwischen den Kernstaaten, zwischen dem Westen und den restlichen Kulturkreisen statt.

Auf der Mikroebene der lokalen Politik findet der Kampf der Kulturen, direkt zwischen den Kulturkreisen bzw. zwischen dem islamischen Kulturkreis und den restlichen Kulturkreisen mittels Bruchlinienkonflikten, statt - also an den unmittelbaren Grenzen zwischen den Kulturkreisen.

Huntington unterstellt dem Islam in diesem Zusammenhang, dass er alle Grenzkonflikte blutig austrägt: „Islam has bloody borders“. Er versucht diese These anhand von Beispielen wie Ex- Jugoslawien, dem Golfkrieg und Ost-Timor und zahlreichen anderen Länderbeispielen zu belegen. Dadurch beweist Huntington scheinbar statistisch, dass es bedeutend mehr Konflikte zwischen muslimischen und nicht-muslimischen, als zwischen anderen Gruppen, stattfinden. Harald Müller argumentiert dagegen, dass bei genauer Überprüfung von Huntingtons Aussage auffällt, dass islamische Gruppen für einen interkulturellen Konflikt stets einen nicht-islamischen Gegner brauchen. Aus dieser Perspektive kann man die Statistik neu lesen, wobei nur noch ein drittel der 62 Parteien, die in gewalttätige Konflikte verwickelt waren, muslimischer Herkunft seien.

Und wenn man die Grenzen der Kulturkreise prüft, wird deutlich, dass der islamische Kulturkreis die meisten Außengrenzen zu anderen Kulturkreisen besitzt, mehr als jeder andere Kulturkreis. Huntingtons Statistik sagt nach Harald Müller somit nur aus, dass Staaten „deren Territorium aneinandergrenzen, die größtmögliche Chance haben, in Händel aneinander zu geraten. Die überdurchschnittliche Kampfeslust des Islam entpuppt sich bei gründlicher Überlegung als durchschnittlicher statistischer Erwartungswert.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung des Artikels „The Clash of Civilizations“ von Samuel P. Huntington und Einleitung in die kritische Auseinandersetzung mit dessen Thesen.

2 Samuel P. Huntington: Biographische Einordnung des Autors und Darstellung seines Werdegangs sowie seiner weiteren wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

3 Die Thesen von Samuel P. Huntington: Erläuterung der zentralen Begriffe wie Kulturkreise, Kernstaaten und der Theorie des Kampfes des Westens gegen den Rest der Welt.

4 Huntingtons Islambild: Kritische Untersuchung von Huntingtons Annahmen zur Gewaltbereitschaft, zur fehlenden Führung im Islam und zum demographischen Druck.

5 Die Versöhnung mit der islamischen Welt: Darstellung von Lösungsansätzen und Gegenargumenten durch den Kritiker Harald Müller sowie Vorschläge für einen konstruktiven Dialog.

6 Schluss: Zusammenfassende persönliche Bilanz der Autorin zur Thematik und zum Scheitern der Huntington-These als objektive politische Analyse.

Schlüsselwörter

Samuel P. Huntington, Kampf der Kulturen, Islam, Zivilisation, Kulturkreise, Kernstaaten, Bruchlinienkonflikt, Harald Müller, Fundamentalismus, Weltpolitik, Golfkrieg, Demographie, Terrorismus, Dialog, Aussöhnung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht kritisch die umstrittene These von Samuel P. Huntington über einen bevorstehenden Kampf der Kulturen und analysiert dabei insbesondere dessen negative Darstellung des Islam.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Analyse?

Zentrale Themen sind die theoretische Definition von Kulturkreisen, die Rolle von Kernstaaten, die sozio-ökonomische Lage in islamischen Ländern sowie die Möglichkeiten eines interkulturellen Dialogs.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel besteht darin, Huntingtons Thesen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen, die einseitige Darstellung des Islams zu entlarven und durch Argumente von Harald Müller zu ergänzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Literaturanalyse, um Huntingtons Thesen zu dekonstruieren und in den Kontext aktueller politischer Ereignisse und Kritiken zu setzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Huntingtons Begriffsdefinitionen, seine Einschätzung der „blutigen Grenzen“ des Islams, die demographische Entwicklung sowie die Rolle von politisch-religiösem Fundamentalismus detailliert analysiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „Kampf der Kulturen“, „Clash of Civilizations“, „Kernstaaten“, „Islamismus“ und „interkultureller Dialog“ geprägt.

Wie bewertet die Autorin die Rolle des „Kernstaates“ in Huntingtons Theorie?

Die Autorin stellt fest, dass Huntington keinen Kernstaat für den Islam benennen kann, was nach seiner eigenen Theorie zu Instabilität führt; sie hinterfragt jedoch, ob dieser Mangel tatsächlich die Ursache für Gewalt ist.

Warum wird die „demographische Beule“ als Sicherheitsrisiko diskutiert?

Huntington argumentiert, dass eine wachsende, arbeitslose junge Generation in islamischen Ländern anfällig für Fundamentalismus und Terrorismus ist, wogegen die Autorin die Bedeutung sozialer Leistungen der Islamisten stellt.

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Résumé des informations

Titre
Samuel P. Huntingtons These vom Kampf der Kulturen und seine Darstellung des Islams
Université
Otto-von-Guericke-University Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Cours
Proseminar: „Das deutsche “Islam”-Bild: Vorstellungen und Konzeptionen“
Note
2,3
Auteur
Daniela Steinbiß (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
21
N° de catalogue
V66443
ISBN (ebook)
9783638590389
ISBN (Livre)
9783640101603
Langue
allemand
mots-clé
Samuel Huntingtons These Kampf Kulturen Darstellung Islams Proseminar Vorstellungen Konzeptionen“
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniela Steinbiß (Auteur), 2006, Samuel P. Huntingtons These vom Kampf der Kulturen und seine Darstellung des Islams, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66443
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Extrait de  21  pages
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