Analyse eines Lehrer-Schüler-Verhaltens auf Basis der Kommunikationstheorie von Friedemann Schulz von Thun


Hausarbeit, 2006
16 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was ist Kommunikation?

3. Die Kommunikationstheorie nach Schulz von Thun
3.1 Die Senderseite
3.1.1 Die vier Seiten einer Nachricht
3.1.1.1 Der Sachinhalt
3.1.1.2 Die Selbstoffenbarung
3.1.1.3 Die Beziehung
3.1.1.4 Der Appell
3.1.2 Explizite und implizite Botschaften
3.1.3 Kongruente und inkongruente Nachrichten
3.2 Die Empfängerseite
3.2.1 Mit vier Ohren empfangen
3.2.1.1 Das Sach-Ohr
3.2.1.2 Das Selbstoffenbarungs-Ohr
3.2.1.3 Das Beziehungs-Ohr
3.2.1.4 Das Appell-Ohr
3.2.2 Die konstruierte Nachricht des Empfängers

4. Fallbeispiel

5. Analyse des Beispiels mit der Theorie von Schulz von Thun

6. Resümee

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Während des Seminars „Kommunikation und Interaktion in beruflichen Lehr- Lernprozessen“ haben wir uns eingehend mit Kommunikationsstörungen und deren Folgen sowie der Analyse der Probleme mit Hilfe von verschiedenen Kommunikationsmodellen beschäftigt. Angeregt durch die diversen Beispiele und die dadurch hervorgerufenen Erinnerungen an mein Schulpraktikum an einer berufsbildenden Schule im Februar dieses Jahres sowie an meine eigene Zeit als Berufsschüler und den dadurch wieder belebten Ereignissen habe ich mich deshalb entschlossen, ein Fallbeispiel aus dem Bereich der Lehrer-Schüler-Kommunikation zu erörtern und dieses mit der Theorie von Friedemann Schulz von Thun zu analysieren, um so zu einer möglichen Lösung der Kommunikationsstörung zu gelangen.

Die Fragen, die sich für mich bei der Problemstellung ergeben haben, lauten:

Wie lassen sich Kommunikationsprobleme an berufsbildenden Schulen, durch die es zu einer Behinderung in der Wissens- und Kompetenzvermittlung kommt, mithilfe der Kommunikationswissenschaft vermeiden?

Welches Wissen von Kommunikationstheorien sollten vor allen Dingen Lehrer aufweisen können, damit sie den richtigen Umgang mit ihren Schülern pflegen und so die berufliche Entwicklung dieser fördern können?

Ist es nicht auch sinnvoll, dass die Schüler theoretische Kenntnisse über den Ablauf von Kommunikation besitzen, um in schwierigen Situationen zwischen Lehrern und Schülern, aber auch untereinander, richtig reagieren zu können?

Lässt sich das Modell von Friedemann Schulz von Thun sinnvoll für den Unterricht an einer berufsbildenden Schule umsetzen?

Zur Klärung dieser Fragen werde ich im folgenden Kapitel darstellen, was Kommunikation eigentlich bedeutet und beinhaltet.

In Kapitel 3 werde ich das Theoriemodell von Friedemann Schulz von Thun skizzieren, in dem darauf folgenden Kapitel möchte ich mein Fallbeispiel einer Kommunikationsstörung vorstellen, welches ich mir aus verschiedenen Begebenheiten während meines Schulpraktikums und meiner eigenen Berufsschulzeit zusammengesetzt habe. In Kapitel 5 werde ich dann das Theoriemodell von Schulz von Thun an meinem Fallbeispiel anwenden um aufzuzeigen, wo während des Lehrer-Schüler-Gespräches Fehler gemacht wurden und wie diese hätten vermieden werden können. Im abschließenden Resümee möchte ich die Ergebnisse noch einmal aufgreifen und aufzeigen, ob sich meine anfänglichen Fragestellungen geklärt haben.

2. Was ist Kommunikation?

Bei der Frage, was Kommunikation ist, glaubt man schnell zu wissen, worum es dabei geht. Doch ganz so einfach ist es nicht. Eine Kommunikation besteht grundsätzlich aus mehreren Teilen. Der Begriff Kommunikation leitet sich vom lateinischen Wort „communicare“ ab, was übersetzt „etwas gemeinsam machen“, oder „einander miteilen“ bedeutet.

Der Brockhaus definiert Kommunikation als:

» Austausch, Verständigung, der Prozeß [sic] der Übermittlung und Vermittlung von Information durch Ausdruck und Wahrnehmung (Transaktion) von Zeichen aller Art, systematisch einzuordnen auf einer biophys. Ebene (körperl. Berührungen und Affekte wie Lachen und Weinen), einer motor. (Körperhaltung, Mimik, Gestik), einer lautl. (Geräusch und Sprache) und einer technischen Ebene (Medien). Bestimmte kommunikative Fähigkeiten, z. B. auf der biophys. Zeichenebene, sind angeboren, andere werden erlernt. Sie sind nicht nur lebens- und sozialgeschichtl. Veränderungen unterworfen, sondern auch kulturell unterschiedlich. Intrapersonale K.-Vorgänge (in ein und derselben Person) sind Denken und Fühlen. Interpersonale K., auch Interaktion genannt, geschieht in ihrer einfachsten Form zw. zwei Personen …«

Nach Meyers Konversationslexikon gibt es drei Hauptformen der Kommunikation:

1. intrapersonal als Austausch innerhalb eines Individuums; 2. interpersonal als Austausch zwischen wenigstens 2 Individuen; 3. mediengebunden als Austausch zwischen einer Gruppe von Kommunikatoren (z. B. Journalisten) und der Gruppe von Rezipienten (z. B. Zeitungsleser). Eine Kommunikation verläuft über mindestens drei Stationen: Verschlüsselung (Enkodierung), Übermittlung (Signalisierung) und Entschlüsselung (Dekodierung, Interpretation).

Nach Watzlawick ist es unmöglich, nicht zu kommunizieren.[1] Jeder Mensch sendet laufend Signale aus, und sei es nur durch Gestik, Mimik oder Körperhaltung, auch diese Signale haben einen kommunikativen Charakter.

3. Die Kommunikationstheorie nach Schulz von Thun

Auch bei dieser Theorie gibt es einen Sender, der seine Mitteilung in erkennbare Zeichen enkodiert, also die Nachricht, die er übermitteln will. Dem Empfänger obliegt es, diese verschlüsselte Botschaft zu dekodieren und so für sich verständlich zu machen. Im Normalfall stimmen gesendete und empfangene Nachricht weitgehend überein, sodass man behaupten kann, dass die Kommunikation funktioniert hat. Häufig gibt es eine Rückmeldung von dem Empfänger zum Sender, die dem Sender die Möglichkeit gibt nachzuvollziehen, wie seine Nachricht bei seinem Gegenüber angekommen ist. Gleichzeitig erfährt der Empfänger durch seine Rückmeldung, ob er den Inhalt der gesendeten Nachricht richtig verstanden hat. Solch eine Rückmeldung bezeichnet man auch als Feedback.[2]

Der generelle Ablauf einer Kommunikation vom Sender zum Empfänger ist in der nachstehenden Abbildung zu erkennen. In diesem Schaubild sind auch die vier Seiten einer Nachricht ersichtlich, die ich im nächsten Kapitel ausführlicher erläutern möchte.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Die vier Seiten einer Nachricht[3]

3.1 Die Senderseite

Intention des Senders ist es, bestimmte Informationen an den Empfänger zu übermitteln. Hierbei kann es zu Missverständnissen beim De- und Enkodieren kommen, da jede Nachricht eine Fülle von Informationen übermittelt, die sich nach Schulz von Thun in vier unterschiedliche Seiten einteilen lässt.

3.1.1 Die vier Seiten einer Nachricht

Zur Erläuterung möchte ich hierzu das Beispiel einer Kommunikation zwischen einem Ehepaar über ein zu hart gekochtes Ei schildern. Der Mann sagt zu seiner Frau: „Marta, das Ei ist hart“.

3.1.1.1 Der Sachinhalt

Durch den Sachinhalt der Nachricht erfährt der Empfänger die Sachinformation, also in diesem Fall, dass das Ei hart ist. Damit der Empfänger den Sachinhalt richtig deuten kann, muss sich der Sender um die Verständlichkeit seiner Information bemühen; er sollte sich also auf die sprachliche Ebene seines Gegenübers einstellen. So ist es z. B. in einem Gespräch unzweckmäßig Fremdwörter zu benutzen, die das Gegenüber nicht versteht. Der Sachinhalt ist jedoch nur ein Teil vom dem, was der Sender dem Empfänger übermitteln will. Im zweiten Aspekt geht es um das, was der Sender von sich selbst preisgibt.[4]

[...]


[1] Vgl. Watzlawick, Paul, Beavin, Janet H., Jackson, Don D., Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien., Bern Göttingen Toronto Seattle 2000, 50.

[2] Vgl. Schulz von Thun, Friedemann, Miteinander reden I, Reinbeck bei Hamburg 2000, 25.

[3] Vgl. a. a. O., 30.

[4] Vgl. a. a. O., 26.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Analyse eines Lehrer-Schüler-Verhaltens auf Basis der Kommunikationstheorie von Friedemann Schulz von Thun
Hochschule
Universität Osnabrück
Veranstaltung
Kommunikation und Interaktion in beruflichen Lehr- Lernprozessen
Note
1,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
16
Katalognummer
V66764
ISBN (eBook)
9783638599566
ISBN (Buch)
9783638799522
Dateigröße
439 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Analyse, Lehrer-Schüler-Verhaltens, Basis, Kommunikationstheorie, Friedemann, Schulz, Thun, Kommunikation, Interaktion, Lehr-, Lernprozessen
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. Klaus Wewer (Autor), 2006, Analyse eines Lehrer-Schüler-Verhaltens auf Basis der Kommunikationstheorie von Friedemann Schulz von Thun, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/66764

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