Angefangen hat es mit dem deutschen Kabelmarkt Ende der 70-er Jahre als es darum ging, wie weitere Sendeplätze für Fernseh- und Hörfunkprogramme geschaffen werden können. Und damit verbinden auch die meisten hierzulande das Kabelnetz - mit dem Fernsehempfang. Doch seit damals nahm das Kabelnetz eine interessante Entwicklung. Allen voran die Besitzstruktur, die sich von ehemals staatlich zu vollkommen privatisiert geändert hat. Doch welche Möglichkeiten bietet das Kabelnetz über den Fernsehempfang hinaus? Werden die Möglichkeiten des Kabelnetzes in Deutschland überhaupt ausgereizt oder sollte man auch mal den Blick zu unseren Nachbarländern schweifen lassen, um zu sehen wie dort das Kabelnetz genutzt wird? Wer steckt eigentlich hinter dem Kabelnetz und wie ist die Anbieterstruktur? Auf diese und andere Fragen werde ich im Rahmen meiner Seminararbeit Antworten liefern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Kabelmarkt in Deutschland
2.1. Entwicklung in den vergangenen Jahren
2.2. Deutschland im internationalen Vergleich
2.3. Netzstruktur und Netzebenen
2.4. Anbieterstruktur im deutschen Kabelmarkt
2.4.1. Situation der Netzebene 3
2.4.2. Situation der Netzebene 4
3. Konkurrenzsituation und Markteinschätzung
3.1. Satellitenempfang
3.2. Digitales terrestrisches Fernsehen (DVB-T)
4. Neue Kabelbreitbanddienste und ihre Chancen
4.1. Video-on-demand
4.2. Highspeed-Internet
4.3. IP-Telefonie
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Entwicklung und die spezifische Anbieterstruktur des deutschen Kabelmarktes sowie dessen technisches und wirtschaftliches Potenzial im Kontext neuer Breitbanddienste. Ziel ist es, die Herausforderungen für die Netzbetreiber zu analysieren und das Konkurrenzverhältnis zu alternativen Empfangstechnologien wie Satellit und DVB-T zu bewerten.
- Historische Entwicklung des deutschen Kabelnetzes und seiner Eigentümerstrukturen
- Strukturanalyse der vier Netzebenen und der Fragmentierung des Marktes
- Markteinschätzung im Wettbewerb mit Satellitenempfang und DVB-T
- Chancen neuer Dienste wie Video-on-demand, Highspeed-Internet und IP-Telefonie
Auszug aus dem Buch
2.1. Entwicklung in den vergangenen Jahren
Die Ursprünge des Kabelnetzes in Deutschland sind Ende der 70-er Jahre zu finden, als die ersten Kabelpilotprojekte von den Ministerpräsidenten der Bundesländer beschlossen wurden. Die vier Kabelpilotprojekte in den Städten Berlin, Ludwigshafen, München und Dortmund wurden dann Anfang der 80-er Jahre gestartet und über den so genannten Kabelgroschen von monatlich 20 Pfennig (10,23 Cent) finanziert. Auf massiven Protest des mittelständischen Handwerks hin wurde die Absicht der Bundespost, das TV-Kabel bis in jedes Wohnzimmer zu verlegen, vom Postministerium verhindert, und die Kompetenz der Bundespost auf die Netzebene 3 beschränkt. Trotz dieser Vorgabe ergab sich hieraus eine monopolartige Stellung für die Bundespost. Diese verlegte also ab diesem Zeitpunkt die Kabel nur noch bis zu einem Übergabepunkt am Grundstück oder im Keller eines Hauses. Für die weitere Verkabelung waren dann andere Firmen zuständig. Die Deutsche Telekom, als Nachfolgerin der Bundespost, behielt ihr Quasi-Monopol über das Kabelnetz bis Ende der 90-er Jahre, bis die EU-Wettbewerbskommission in Brüssel entschied, dass die ehemaligen staatlichen Telekommunikationsmonopolisten ihre Kabelnetze verkaufen oder zumindest ausgliedern müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung des Kabelnetzes ein und stellt die Kernfragen zur zukünftigen Marktnutzung und Anbieterstruktur.
2. Der Kabelmarkt in Deutschland: Dieses Kapitel beschreibt die Entwicklung, den internationalen Vergleich der Umsätze sowie die komplexe Netzstruktur und Anbieterlandschaft in Deutschland.
3. Konkurrenzsituation und Markteinschätzung: Hier werden konkurrierende Technologien zum Kabelfernsehen, namentlich der Satellitenempfang und das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T), evaluiert.
4. Neue Kabelbreitbanddienste und ihre Chancen: Dieses Kapitel behandelt das Potenzial innovativer Dienste wie Video-on-demand, Highspeed-Internet und IP-Telefonie für die Kabelnetzbetreiber.
5. Fazit: Das Fazit fasst die notwendigen technischen Aufrüstungen für die Zukunftsfähigkeit des Kabelmarktes zusammen und bekräftigt die Bedeutung der Investitionen für Triple-Play-Angebote.
Schlüsselwörter
Kabelmarkt, Deutschland, Breitbandinternet, Video-on-demand, IP-Telefonie, Netzebenen, Deutsche Telekom, Satellitenempfang, DVB-T, Netzaufrüstung, Triple Play, Kabel Deutschland, Wettbewerb, Kabelfernsehen, Infrastruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Funktionsweise, Struktur und Zukunftsperspektiven des deutschen Kabelmarktes im Jahr 2005.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Im Fokus stehen die historische Entwicklung, die spezifische Fragmentierung in Netzebenen, der Wettbewerb mit anderen Empfangswegen und die Chancen neuer Breitbanddienste.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie der Kabelmarkt strukturiert ist, welche Möglichkeiten er über den klassischen Fernsehempfang hinaus bietet und wie er im internationalen sowie technologischen Vergleich besteht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literatur- und Marktanalyse basierend auf Branchenberichten, Unternehmensprofilen und gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der deutschen Marktstruktur, den Vergleich mit Konkurrenztechnologien wie Satellit und DVB-T sowie die Analyse von Triple-Play-Diensten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Kabelmarkt, Breitbanddienste, Netzebenen, Triple Play und Wettbewerbsfähigkeit.
Warum ist der Kabelmarkt in Deutschland so stark fragmentiert?
Dies ist historisch bedingt durch die politische Entscheidung, die Netzebenen zwischen staatlichen Stellen und privaten sowie regionalen Akteuren aufzuteilen, was eine einheitliche Infrastruktur erschwert.
Welche Rolle spielt der Satellitenempfang als Konkurrent?
Der Satellitenempfang gilt als stärkster Konkurrent, da er für Nutzer oft kostengünstiger ist, da keine monatlichen Kabelgebühren anfallen.
Warum wird die technische Aufrüstung im Fazit als entscheidend hervorgehoben?
Ohne Rückkanalfähigkeit und technische Aufrüstung können Kabelnetze keine modernen Dienste wie schnelles Internet oder Telefonie anbieten, was für den langfristigen Markterfolg zwingend erforderlich ist.
- Quote paper
- Dominik Dürr (Author), 2005, Wie funktioniert der Kabelmarkt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67374