Artikel 1 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags besagt, „Zweck des Staatsvertrages ist der einheitliche Schutz der Kinder und Jugendlichen vor Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die deren Entwicklung oder Erziehung beeinträchtigen oder gefährden, sowie der Schutz vor solchen Angeboten in elektronischen Informations- und Kommunikationsmedien, die die Menschenwürde oder sonstige durch das Strafgesetzbuch geschützte Rechtsgüter verletzen.“ Um solche Wirkungsrisiken zu minimieren, ist es unabdingbar, Bewertungen von Medienangeboten vorzunehmen. In folgender Arbeit soll nun die Wirkungsproblematik auf Kinder und Jugendliche im fiktionalen Bereich am Beispiel des Spielfilms „Apocalypse Now Redux“ untersucht werden. [...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wirkungsaspekte
3 Der Film
3.1 Filmdaten
3.2 Filminhalt
3.3 Intention
4 Wirkungsproblematik
5 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der Wirkungsproblematik des Spielfilms „Apocalypse Now Redux“ auf Kinder und Jugendliche, um eine fundierte Einschätzung zur angemessenen Altersfreigabe vorzunehmen.
- Rezipientenspezifische Wirkungsfaktoren bei Kindern und Jugendlichen
- Analyse der inhaltlichen und formalen Gestaltungsmittel des Films
- Untersuchung der Gewaltdarstellung und deren medienpädagogische Einordnung
- Identifikation mit Charakteren und deren Einfluss auf die psychische Entwicklung
- Evaluierung der Anforderungen an das kognitive Verständnis der Zielgruppe
Auszug aus dem Buch
Wirkungsproblematik
Im Folgenden wird nun die Wirkungsproblematik des Spielfilms „Apocalypse Now Redux“ untersucht. Dabei werden die „Kriterien für die Aufsicht im Rundfunk und in Telemedien“, in Bezug auf das Wirkungsrisiko Gewalt, schrittweise überprüft.
Im Film „Apocalypse Now Redux“ ist Gewalt das zentrale Thema. Eine Gewaltverherrlichung findet jedoch nicht statt. Allerdings wird der Krieg in hohem Maße mystifiziert und ist an manchen Stellen unrealistisch. Vor allem aber wird der politische Hintergrund des Krieges völlig ausgeblendet und der Film bezieht nie wirklich eindeutig Stellung zum Thema Krieg und die ausgeübte Gewalt. So erfordert der Kontext ein hohes Maß an Wissen und kognitiven Fähigkeiten, was jüngere Zuschauer noch nicht besitzen und deshalb nicht in der Lage sind, die Gewaltszenen sinnvoll einzuordnen.
Der Film kann dem Genre Antikriegsfilm zugeordnet werden und lässt damit eine hohe Erwartung an Gewaltdarstellungen zu. Man könnte deshalb davon ausgehen, dass Wirkungen durch bereits gemachte Erfahrungen mit einem Angebotstypus abgefangen werden können. Allerdings arbeitet der Regisseur häufig mit dramaturgischen Mitteln. So ist der Zuschauer einem regelrechten audiovisuellen Bombardement ausgeliefert – viele Gewaltszenen sind durch Musik besonders in Szene gesetzt und bleiben dadurch oftmals unvergesslich.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die gesetzlichen Rahmenbedingungen des Jugendschutzes ein und benennt den Spielfilm „Apocalypse Now Redux“ als Untersuchungsgegenstand der medienwissenschaftlichen Analyse.
2 Wirkungsaspekte: Das Kapitel erläutert grundlegende rezipientenspezifische und angebotsspezifische Faktoren, die bestimmen, wie Kinder und Jugendliche mediale Gewaltinhalte wahrnehmen und verarbeiten.
3 Der Film: Hier werden die filmtechnischen Daten, der narrative Inhalt sowie die künstlerische Intention von Francis Ford Coppola detailliert dargestellt, um das Verständnis für die anschließende Wirkungsanalyse zu legen.
4 Wirkungsproblematik: Der Hauptteil analysiert kritisch das Gewaltpotenzial und die psychologischen Effekte des Films unter Berücksichtigung der komplexen, oft surrealen Erzählstruktur und deren Einfluss auf jüngere Zuschauer.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und leitet daraus eine fundierte Empfehlung für eine Altersfreigabe ab 16 Jahren ab.
Schlüsselwörter
Medienwirkungsforschung, Apocalypse Now Redux, Jugendmedienschutz, Gewalt, Spielfilm, Rezipient, Altersfreigabe, FSK, Antikriegsfilm, Filmästhetik, Psychologie, Identifikation, mediale Wirkung, Kriegstrauma, Filmanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirkung von gewalthaltigen, fiktionalen Inhalten am Beispiel des Spielfilms „Apocalypse Now Redux“ im Kontext des Jugendschutzes.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Fokus?
Im Zentrum stehen die rezipientenspezifische Wahrnehmung von Gewalt, die Identifikation mit Filmcharakteren und die kognitiven Anforderungen an das junge Publikum.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, welche spezifische Wirkungsproblematik der Film bei Kindern und Jugendlichen auslöst und welche Altersfreigabe vor diesem Hintergrund angemessen ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine medienwirkungsanalytische Untersuchung durchgeführt, die Kriterien für die Aufsicht in Rundfunk und Telemedien auf das konkrete Werk anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Gewaltdarstellung, die Rolle der Musik und Ästhetik sowie die narrative Struktur des Films hinsichtlich ihres Einflusses auf die emotionale und moralische Entwicklung von Kindern.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte umfassen Medienwirkungsforschung, Jugendmedienschutz, Gewaltpotenzial und die medienpädagogische Bewertung von Spielfilmen.
Warum wird der Film als psychologisch fordernd für Jugendliche beschrieben?
Der Film nutzt komplexe, surreale Erzählmuster und thematisiert das Böse auf eine Weise, die ein hohes Abstraktionsvermögen und eine gefestigte Identität erfordert, um Fiktion von Realität zu trennen.
Zu welchem Ergebnis kommt die Autorin bezüglich der Altersfreigabe?
Basierend auf der hohen Belastung durch Gewaltdarstellungen und der komplexen, teils mystifizierenden Darstellung des Krieges empfiehlt die Autorin eine Altersfreigabe ab 16 Jahren.
Welche Rolle spielt die Filmmusik im untersuchten Werk?
Die Musik fungiert als Verstärker der bedrückenden Atmosphäre und unterstützt die dramaturgische Wirkung der Gewaltszenen, was die psychische Belastung für den jungen Zuschauer zusätzlich erhöht.
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- Katrin Pfirrmann (Author), 2006, Wirkungsproblematik im fiktionalen Bereich am Beispiel des Films Apocalypse Now Redux, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67599