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Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch

Titre: Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch

Dossier / Travail de Séminaire , 2002 , 72 Pages

Autor:in: Isabel Ebber (Auteur)

Pédagogie - Théorie de la science, Anthropologie
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Die Arbeit „Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch“ kann auch als Aufarbeitung der zahlreichen Aufsatzpublikationen gehäuft in den Jahren 1983 und 1984 verstanden werden, erschienen in den Publikationsorganen „Diskussion Deutsch“ und „Muttersprache“. Neben der Herauskristallisierung der Essenz der sprachwissenschaftlich- sprachkritischen Analysen zum nationalsozialistischen Sprachgebrauch, erfolgt eine Prüfung dieser Forschungsergebnisse auf ihre Belegkraft für Formen „verschleierter Gewalt“ im Sprachgebrauch. Diese Prüfung versucht den diskursanalytischen Zugang, dass heißt die anwendungsbezogene Untersuchung von Bedeutung und Wirkung des Sprachgebrauchs im sozialgeschichtlichen Kontext.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

(I.) Zum Geleit.

(II.) Ein Rückblick auf die Entwicklung der Forschung.

(II.1.) Forschungsfragen und bibliographische Publikationen.

(II.2.) Wurzeln, Stränge und Entwicklungen der Forschungsdiskussion.

(II.3.) Resümee und Ausblick.

(III.) Zur Einbettung des Begriffs der „verschleierten Gewalt“ in den faschistischen Diskurs.

(III.1.) Zum Verständnis des Begriffs nach Hedda Herwig und Pierre Bourdieu.

(III.2.) Die Begrüßungsformel „Heil Hitler“ im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt.

(III.3.) Die Rolle der Frau im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt.

(IV.) Formen verschleierter Gewalt im faschistischen Diskurs.

(IV.1.) Adjektivische Verknüpfungen und Wortzusammensetzungen.

(IV.2.) Der unmenschliche Akkusativ.

(IV.3.) Der pathetisch-dramatisierende, militärische, antisemitische, derb-vulgäre, antiintellektuelle Sprachstil.

(IV.4.) Sprichwörter, Redewendungen und „Witze“.

(IV.5.) Die romantische Naturmetaphorik.

(IV.6.) Der Mahnaufruf.

(IV.7.) Das faschistische Massenlied.

(IV.8.) Die Jugendliteratur.

(IV.9.) Die Kriegsberichterstattung.

(IV.10.) Militärische Begriffe und Soldatenjargon.

(IV.11.) Der Judenpogrom.

(V.) Die Kontinuität des faschistischen Diskurses.

(VI.) Resümee und Ausblick.

(VII.) Anhang 1. Verschleierte Gewalt im faschistischen Diskurs als Unterrichtsthema der Sekundarstufe im Fach Deutsch.

(VII.) Anhang 2. Definitionen und bibliographische Angaben.

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den nationalsozialistischen Sprachgebrauch hinsichtlich seiner diskursiven Funktion zur Ausübung „verschleierter Gewalt“. Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Sprache zur Prägung, Unterwerfung und Ausbeutung von Individuen sowie zur emotionalen Vereinnahmung im nationalsozialistischen Gesellschaftssystem instrumentalisiert wurde, und dabei eine Kontinuität dieser Muster in heutige Diskurse zu untersuchen.

  • Analyse sprachwissenschaftlich-sprachkritischer Ansätze zum Nationalsozialismus.
  • Diskursanalytische Untersuchung von Mechanismen der verschleierten Gewalt (z.B. Höflichkeitsrituale, Euphemismen, Metaphorik).
  • Erforschung der Rolle von Medien, Literatur und Alltagssprache bei der Verbreitung faschistischer Ideologie.
  • Diskussion der Kontinuität faschistischer Sprachmuster in gegenwärtigen rechtsextremen und gesellschaftlichen Diskursen.
  • Entwicklung didaktischer Ansätze zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Thema in der Sekundarstufe.

Auszug aus dem Buch

Die Begrüßungsformel „Heil Hitler“ im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt.

Im folgenden wird aufgezeigt, wie der Nationalsozialismus den Gruß als Höflichkeitsregel ideologisch anpasst, welche Folgen dies für den Grußprozess, das Subjekt und den gesellschaftlichen Diskurs hat. Dabei wird der Schwerpunkt auf die Begründung dieses ja unverschleiert ideologischen Grußes als Form verschleierter Gewalt gelegt.

Zunächst festzuhalten ist, dass der Propagandaapparat über einen Austausch des „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Guten Abend“ durch das obligatorische „Heil Hitler“ eine Veränderung der Grußbedeutung erreicht. Über die Einbindung eines Dritten oder anders ausgedrückt, einer weiteren im Grußprozess selbst nicht vorhandenen Person, nämlich des in der Grußformel manifestierten „Führers“, wird zum einen der Gegenseitigkeitscharakter des Grüßens außer Kraft gesetzt. Die über die Grußformel erwirkte Präsenz des Führers ist zum anderen mit einer Botschaft verknüpft. Transportiert wird mit dem Gruß nicht der respektbekundende Wunsch, dem zu Grüßenden möge ein „Guter Morgen, Tag oder Abend“ widerfahren, sondern die Ideologie des Führer- und Erlöserprinzips. Auch wenn das in der regulären Grußformel manifestierte gegenseitige Wunschprinzip nicht mit jedem Gruß bewusst ausgetauscht wird, weil es unreflektiert als übernommene Regel der Diskursordnung mechanisch ausgesprochen wird, so ist über das Prinzip des gegenseitigen Gönnens doch ein persönliches zwischenmenschliches Verhältnis angesprochen. Diese soziale Bedeutung des „Guten Morgen-Tag-Abend-Grußes“ wird durch die Ersetzung mit der „Heil-Hitler-Formel“, verdrängt. Fazit ziehend fixierbar ist damit eine Funktionalisierung des Grußes für die Einmischung der Nationalsozialisten in das Privatleben bei auflösender Wirkung sozialer und persönlicher Bindungskraft für die systemstabilisierende, gesellschaftliche Verankerung des Führer- und Erlöserprinzips.

Zusammenfassung der Kapitel

(I.) Zum Geleit.: Die Einleitung erläutert die fachliche Aufarbeitung sprachwissenschaftlicher Analysen zum Nationalsozialismus und führt den zentralen Begriff der „verschleierten Gewalt“ ein.

(II.) Ein Rückblick auf die Entwicklung der Forschung.: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die forschungsgeschichtliche Entwicklung, von frühen Ansätzen wie Klemperer und Sternberger bis hin zur modernen Diskursanalyse.

(III.) Zur Einbettung des Begriffs der „verschleierten Gewalt“ in den faschistischen Diskurs.: Hier werden theoretische Grundlagen (Herwig, Bourdieu) erörtert und die Anwendung des Begriffs auf konkrete Beispiele wie die „Heil Hitler“-Formel und die Frauenrolle illustriert.

(IV.) Formen verschleierter Gewalt im faschistischen Diskurs.: Dieser Hauptteil analysiert detailliert verschiedene rhetorische Mittel, wie adjektivische Verknüpfungen, den „unmenschlichen Akkusativ“, Naturmetaphorik oder antisemitische „Witze“, als Instrumente der Gewaltverschleierung.

(V.) Die Kontinuität des faschistischen Diskurses.: Das Kapitel untersucht, inwiefern faschistische Sprachmuster und ihre verschleiernden Effekte über 1945 hinaus in der deutschen Sprache und heutigen Diskursen fortbestehen.

(VI.) Resümee und Ausblick.: Die Arbeit schließt mit einer pessimistischen Einschätzung zur aktuellen Relevanz des Themas und unterstreicht die Notwendigkeit qualifizierter schulischer Präventionsarbeit.

(VII.) Anhang 1.: Dieser Teil erarbeitet methodische Vorschläge für einen handlungsorientierten Deutschunterricht, um Schülern eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema zu ermöglichen.

(VII.) Anhang 2.: Dokumentiert Definitionen zentraler Begriffe sowie bibliographische Angaben zu den verwendeten theoretischen Referenzpunkten.

(VIII.) Literaturverzeichnis.: Listet die für die Arbeit herangezogenen wissenschaftlichen Publikationen und Quellen auf.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, Sprache, verschleierte Gewalt, Diskursanalyse, LTI, Klemperer, Euphemismen, Propaganda, Ideologie, Sprachkritik, Antisemitismus, Macht, Alltagssprache, Volksgemeinschaft, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie im nationalsozialistischen Sprachgebrauch Gewalt durch sprachliche Strategien „verschleiert“ wurde, um das Individuum zu prägen und ideologisch zu instrumentalisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die sprachwissenschaftliche Untersuchung des NS-Diskurses, die Analyse von Euphemismen, Metaphern und Ritualen sowie die Frage nach der Kontinuität dieser Muster in heutige politische Diskurse.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Mechanismen aufzudecken, durch die Sprache dazu diente, menschenverachtende Praktiken zu legitimieren und aus dem Bewusstsein der Bevölkerung auszublenden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird vorwiegend ein diskursanalytischer Ansatz gewählt, der Sprache nicht als isoliertes System betrachtet, sondern im gesellschaftshistorischen Kontext untersucht, insbesondere unter Rückgriff auf die Arbeiten von Victor Klemperer und zeitgenössische Sprachwissenschaftler.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Formen der Sprachlenkung, darunter adjektivische Verknüpfungen, den „unmenschlichen Akkusativ“, antisemitische Metaphorik, das faschistische Massenlied und die Funktionalisierung von Höflichkeitsregeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Nationalsozialismus, verschleierte Gewalt, LTI, Diskursanalyse, Propaganda, Ideologie, Sprachkritik und gesellschaftliche Kontinuität.

Warum wird die „Heil Hitler“-Formel als verschleierte Gewalt analysiert?

Obwohl sie ideologisch explizit ist, wird sie als „verschleierte Gewalt“ analysiert, weil sie durch ihre ritualisierte Anwendung den privaten Bereich unterwandert, das Subjekt entindividualisiert und den Gegenseitigkeitscharakter zwischenmenschlicher Begrüßung durch ein diktatorisches Erlöserprinzip ersetzt.

Welche didaktische Rolle spielt die Analyse dieses Sprachgebrauchs?

Die Analyse dient dazu, in der Schule durch handlungsorientierte Methoden ein tieferes Verständnis für Manipulationsmechanismen zu schaffen, um die Schüler gegen gegenwärtige suggestive Rhetorik zu sensibilisieren und eine produktive, gegenwartsbezogene Auseinandersetzung zu ermöglichen.

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Résumé des informations

Titre
Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch
Université
University of Duisburg-Essen  (Pädagogik)
Cours
Hauptstufenseminar: Sanft und verschleiert ist die Gewalt ... (Bourdieu)
Auteur
Isabel Ebber (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
72
N° de catalogue
V6767
ISBN (ebook)
9783638142663
ISBN (Livre)
9783638726481
Langue
allemand
mots-clé
Prägung Diskursprägung Verschleierungsfunktion verschleierte Gewalt Tarnbegriffe faschistischer Diskurs Diskursanalyse Anerkennung Sprache nationalsozialistischer Sprachgebrauch Soziolingu
Sécurité des produits
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Citation du texte
Isabel Ebber (Auteur), 2002, Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6767
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