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Jüdin und Frau – Identitätsgeschichten in Ruth Klügers "Weiter leben - eine Jugend"

Title: Jüdin und Frau – Identitätsgeschichten in Ruth Klügers "Weiter leben - eine Jugend"

Term Paper , 2001 , 23 Pages , Grade: 2,5

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die jüdische Geschichte ist geprägt durch Vertreibung und Vernichtung. Die Auswirkungen sind auch heute noch allgegenwärtig. Nicht nur für die Holocaust-Überlebenden selbst, auch für ihre Kinder und alle nachfolgenden Generationen.
Neuveröffentlichungen von Texten, in denen Erfahrungen von Shoah-Überlebenden niedergelegt sind, werden immer seltener. 1992 erscheinen zwei deutschsprachige Nachzügler dieser Literatur, in denen dieses Ereignis dargestellt wird und die Aufschluss über die jüdische Sicht der Ereignisse geben.
"Weiter leben - Eine Jugend" ist eines dieser Bücher. Es ist der Titel der 1992 erschienenen Autobiographie der Literaturwissenschaftlerin Ruth Klüger. Das Buch fand in der Literatur große Beachtung. In ihren Erinnerungen schildert Klüger ihre jüdische Kindheit und Jugend in Österreich und Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus, die Bedingungen ihres Überlebens und die (Un)möglichkeit des Weiterlebens.
Klüger wird vorgeworfen, das Buch aus einer sehr feministischen Sicht geschrieben zu haben und dadurch oft bewusst das männliche Geschlecht in engem Zusammenhang mit dem Verbrechen der damaligen Zeit zu stellen.
Diese Arbeit verdeutlicht die feministische Sicht des Buches, die Entwicklung Klügers in Bezug zu den Männern und ihren Standpunkt den "Deutschen" gegenüber. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der sie prägende äußere Einfluss und auch ihr religiöser Bezug.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Biographisches

C. Entwicklung des Verhältnisses Jüdin und Frau bei Ruth Klüger

D. Die KZs aus feministischer Sicht

E. Wie ist der Einfluss der Familie und Freunde auf die Entwicklung und die Identität?

1. Die Mutter

2. Der Vater

3. Die Familie

4. Die Freunde

5. Die Religion

F. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Identitätskonstruktion von Ruth Klüger in ihrer Autobiographie „weiter leben – eine Jugend“ vor dem Hintergrund einer spezifisch feministischen Perspektive. Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen, wie sich Klügers Bezug zum Judentum und zum männlichen Geschlecht im Spannungsfeld zwischen biografischer Prägung, Holocaust-Erfahrung und Identitätsbildung entwickelt und verändert.

  • Feministische Analyse der Holocaust-Erinnerungen
  • Konfliktlinien in der Mutter-Tochter-Beziehung
  • Auseinandersetzung mit patriarchalen Strukturen im Judentum
  • Konfrontation mit der männlich geprägten deutschen Nachkriegsgesellschaft
  • Die Rolle der Sprache als Medium der Identitätsrekonstruktion

Auszug aus dem Buch

C. Entwicklung des Verhältnisses Jüdin und Frau bei Ruth Klüger

Im Verlauf des Buches erkennt man schnell, dass sich Ruth früh mit der Frage auseinandersetzt, ob sie als Jüdin oder Deutsche bezeichnet werden will. Als die Deutschen in Österreich einmarschieren, ist Ruth sieben Jahre alt. Schon damals beginnt sie, darauf zu bestehen, dass es ihren eigentlichen Name Susi nicht mehr gibt, und alle sie in Zukunft nur noch Ruth nennen dürfen. Denn das sei der biblische Name der Stammmutter Davids. „Sie findet diese Identität also nicht in der Assimilation, sondern in einer aufgezwungenen Differenz, nimmt ihr Anderssein an.“ Sie gibt sich damit zufrieden, dass sie eben eine Jüdin ist, obwohl sie sie es nicht will. Aber dann soll sie auch wie eine Jüdin genannt werden, eben Ruth und nicht mehr die deutsche Susi.

Ruth Klüger schreibt:

„Und nun, als mein ungefestigter Glaube an Österreich ins Schwanken geriet, wurde ich jüdisch in Abwehr. Bevor ich 7 war, also schon in den ersten Monaten nach dem Anschluss, legte ich meinen bisherigen Rufnamen ab. Vor Hitler war ich für alle Welt die Susi, dann habe ich auf den anderen Namen bestanden, den ich ja auch hatte, warum hatte ich ihn denn sonst, wenn ich ihn nicht benutzen durfte? Einen jüdischen Namen wollte ich, den Umständen angemessen [...] und so habe ich mir den richtigen Namen ertrotzt [...]“ (S. 40).

Sie definiert sich als Jüdin und gehört in Theresienstadt bald zu den begeisterten Zionistinnen. Sie erklärt, dass sie auch dort den Ursprung ihrer jüdischen Identität sieht, denn auf Seite 103 erzählt sie, dass sie in Theresienstadt zum ersten Mal erfuhr, was dieses Volk sein konnte, zu dem sie sich „zählen durfte, musste, wollte.“

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die literarische Bedeutung von Ruth Klügers Autobiographie und stellt die Forschungsfrage nach der feministischen Sichtweise im Text sowie Klügers Identitätsentwicklung in Bezug auf Geschlecht und Judentum.

B. Biographisches: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg von Ruth Klüger von ihrer Kindheit in Wien über die Deportation und Lagerhaft bis hin zum Neuanfang in den USA und der akademischen Laufbahn nach.

C. Entwicklung des Verhältnisses Jüdin und Frau bei Ruth Klüger: Es wird analysiert, wie Klüger ihre jüdische Identität – zunächst in Abwehrhaltung gegen eine aufgezwungene Differenz – konstruiert und reflektiert.

D. Die KZs aus feministischer Sicht: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie Klüger die Shoah aus einer bewusst weiblichen Perspektive interpretiert und dabei patriarchale Strukturen und die doppelte Diskriminierung von Jüdinnen kritisiert.

E. Wie ist der Einfluss der Familie und Freunde auf die Entwicklung und die Identität?: Eine detaillierte Untersuchung der prägenden Beziehungen zur Mutter, zum Vater, zur weiteren Familie, zu Freunden und die kritische Auseinandersetzung mit der religiösen Ausgrenzung der Frau.

F. Resümee: Die Zusammenfassung führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht, wie Klüger Diskriminierung als Frau und Jüdin verknüpft, um eine eigenständige, intellektuell unabhängige Identität zu behaupten.

Schlüsselwörter

Ruth Klüger, weiter leben, Identität, Feminismus, Shoah, Judentum, Holocaust, Erinnerungskultur, Mutter-Tochter-Beziehung, Antisemitismus, Geschlechterrollen, Autobiographie, Österreich, Assimilation, Identitätskonstruktion

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert Ruth Klügers Autobiographie „weiter leben – eine Jugend“ mit einem Fokus auf die Identitätsentwicklung der Autorin als Jüdin und Frau sowie ihre feministische Reflexion der Lagererfahrungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Felder umfassen die jüdische Identität im Widerstreit, die feministische Sicht auf die Shoah, den Einfluss von Familie und Freunden sowie die Auseinandersetzung mit Männlichkeitsbildern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Klüger die männlich dominierte Erinnerungskultur kritisiert und wie sie durch die eigene Sprache und Reflexion eine Identität jenseits der zugewiesenen Opferrolle konstruiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine textanalytische Herangehensweise, die das Werk durch Zitate und literaturwissenschaftliche Sekundärquellen interpretiert und in den Kontext des Auschwitz-Diskurses einbettet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die biografischen Grundlagen, die Analyse der jüdischen Identitätsfindung, die spezifisch feministische Perspektive auf die KZs sowie eine Untersuchung der familiären und sozialen Einflüsse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Identität, Feminismus, Shoah, Geschlechterrollen, Assimilation und Erinnerungskultur.

Warum spielt die Mutter-Tochter-Beziehung eine so große Rolle im Text?

Sie dient Klüger als Leitmotiv, um über die Unterordnung der Frau im Judentum und die schwierige Suche nach Unabhängigkeit zu reflektieren, wobei sie die Mutter sowohl als Antagonistin als auch als Teil ihrer eigenen Prägung sieht.

Wie positioniert sich Klüger in Bezug auf das Judentum?

Klüger positioniert sich als „Jüdin in Abwehr“. Sie lehnt die patriarchalen Strukturen und den Ausschluss der Frau aus religiösen Ritualen (wie dem Kaddisch) ab, bekennt sich jedoch zur jüdischen Identität.

Inwiefern spielt der „Goj“ Christoph eine Rolle für Klügers Identitätsbild?

Die Beziehung zu Christoph (Martin Walser) fungiert als Exempel für den Unterschied zwischen dem Holocaust-Überlebenden und dem deutschen Soldaten, wobei Klüger dessen Desinteresse als diskriminierendes Verständnis von Geschlechterrollen entlarvt.

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Details

Title
Jüdin und Frau – Identitätsgeschichten in Ruth Klügers "Weiter leben - eine Jugend"
College
University of Cologne
Grade
2,5
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2001
Pages
23
Catalog Number
V67731
ISBN (eBook)
9783638604826
ISBN (Book)
9783638672306
Language
German
Tags
Jüdin Frau Identitätsgeschichten Ruth Klügers Weiter Jugend
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2001, Jüdin und Frau – Identitätsgeschichten in Ruth Klügers "Weiter leben - eine Jugend", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67731
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