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Lesestrategien und Vorwissen – Ein empirischer Vergleich zum Textverständnis bei Neuntklässlern

Title: Lesestrategien und Vorwissen – Ein empirischer Vergleich zum Textverständnis bei Neuntklässlern

Examination Thesis , 2007 , 100 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nils Prinz (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Summary Excerpt Details

Die Veröffentlichung der ersten PISA-Ergebnisse im Dezember 2001 stieß in der Öffentlichkeit auf großes Interesse und dokumentierte das bestenfalls mittelmäßige Abschneiden deutscher Schüler im internationalen Vergleich. PISA 2000 erfasste im Millenniumsjahr speziell die ‚Lesekompetenz’ 15jähriger Schüler in den Mitgliedstaaten der OECD3 mit dem Zweck, die Leistungsfähigkeit ihrer Bildungssysteme vergleichend in Augenschein zu nehmen.
Zum Erstaunen vieler lag Deutschland relativ deutlich unter dem Mittelwert aller OECDLänder.
Beinahe 23% der untersuchten Neuntklässler erreichten auf einer fünfstufigen
(Lese-)Kompetenzskala höchstens die unterste Stufe. Im oberen Leistungsbereich entsprachen deutsche Schüler zwar dem internationalen Standard, lieferten aber in keinem Bereich überdurchschnittliche Ergebnisse. Besondere Schwächen fanden sich beim Reflektieren und Bewerten von Texten, immerhin eine angenommene Domäne des Literaturunterrichts hierzulande.
Die Deutschdidaktiker diskutierten die Frage, welche Voraussetzungen für einen erfolgreichen Leseprozess gegeben sein müssen, selbstverständlich lange vor der Veröffentlichung dieser Ergebnisse, doch erst die Diskussionen um die „PISA-Katastrophe“ machten plötzlich einen richtungsweisenden Paradigmenwechsel möglich: die sog. „Empirische Wende der Bildungspolitik“.
Zentral ist bei dieser (Richtungs-)Weisung die (Neu-)Orientierung am Ertrag
der Schule – an ihrem ‚output’ – und die Evaluierung des Lernzuwachses der Schüler.
Über die Notwendigkeit einer Evaluierung des Lernzuwachses sind sich mittlerweile Bildungspolitiker, maßgebliche Vertreter der Schulpraxis, Elternverbände und nicht zuletzt auch die Bildungsforschung einig.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Gang der Untersuchung

1.2 Zielsetzung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Mentale Verarbeitung

2.1.1 Kognition

2.1.1.1 Das Drei-Speicher-Modell

2.1.1.2 Horizontale und vertikale Informationsverarbeitung

2.1.2 Wissen

2.1.2.1 Anwärmphasen und ihre Bedeutung für das Leseverstehen

2.1.2.2 Wissensebenen

2.2 Verstehen

2.2.1 Lesen und Textverstehen

2.2.1.1 Schwierigkeitsbereiche literarischer Texte

2.2.1.2 Metakognition und ihre Bedeutung für das Lesen

2.2.2 Emotionen und ihre Bedeutung für die Lesemotivation

2.2.2.1 Bedeutung von Motivation für das Leseverstehen

2.2.2.2 Exkurs I: Allgemeine Leseinteressen jugendlicher Leser

3 Literaturdidaktik und Leseforschung

3.1 Exkurs II: Literaturdidaktische Positionen seit 1945

3.1.1 Erziehender Literaturunterricht

3.1.2 Einfluss der Werkinterpretation

3.1.3 Sachstrukturell orientierte Literaturdidaktik

3.1.4 Kritische Literaturdidaktik

3.1.5 Rezeptionsorientierung

3.1.6 Produktionsorientierte Literaturdidaktik

3.2 Die Empirische Wende

3.2.1 PISA

3.2.2 DESI

3.2.2.1 Strukturelle Unterschiede von PISA und DESI

3.2.2.2 Bildungsstandards im Vergleich zu den Lehrplänen

3.2.3 Allgemeines zu (DESI-)Kompetenzen

3.3 Leseprozessmodell und Lesekompetenzenförderung nach DESI

3.3.1 Das Leseprozessmodell

3.3.1.1 Vorwissen

3.3.1.2 Lokale Informationsentnahme

3.3.1.3 Inferenzen bilden

3.3.1.4 Fokussieren um lokale Kohärenz herzustellen

3.3.1.5 Wissen

3.3.1.6 Globale Kohärenz

3.3.1.7 Mentales Modell

3.3.1.8 Vergleich zweier Texte

3.3.1.9 Zusammenfassung

3.3.2 Das Leseprozessmodell als Instrumentarium

3.3.3 Exkurs III: (Fachdidaktische Kontroverse über den) Zweck von Lesestrategietrainings im Deutschunterricht

3.4 Fragestellung

4 Ablauf und Methode der Untersuchung

4.1 Zielgruppe

4.2 Untersuchungsdesign und Analyseverfahren

5 Analyse

5.1 Zur Kurzgeschichte „Der Feind“

5.2 Analyse: Transkript I

5.3 Analyse: Transkript II

5.4 Analyse: Transkript III

5.5 Zusammengefasste Ergebnisse der Unterrichtsanalysen

6 Gesamtergebnisse

6.1 Wirksamkeit von Lesestrategien und Vorwissen

6.2 Zwischenfazit zur Lehrerrolle

7 Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Lesestrategien und Vorwissen auf das Textverständnis von Neuntklässlern. Anhand von qualitativen Unterrichtsanalysen wird geprüft, ob sich durch den gezielten Einsatz von Lesekompetenzmodellen (DESI) und eine strukturierte Vorwissensaktivierung das Verständnis komplexer literarischer Texte im schulischen Kontext verbessern lässt.

  • Bedeutung von Lesestrategien und Vorwissen für den Leseprozess
  • Kognitionspsychologische Grundlagen und Modelle der Textverarbeitung
  • Entwicklung literaturdidaktischer Positionen und die "Empirische Wende"
  • Empirische Untersuchung anhand von Unterrichtstranskriptionen
  • Analyse und Optimierung der Lehrerrolle im Literaturunterricht

Auszug aus dem Buch

2.1.1.1 Das Drei-Speicher-Modell

Das Drei-Speicher-Modell sieht drei unterschiedliche Speicher vor. Das sensorische Register empfängt die einkommenden Reize und hält sie für sehr kurze Zeit weitestgehend originalgetreu im Speicher. Nach Filterungsprozessen gelangt ein Teil der sensorischen Informationen in das Kurzzeitgedächtnis. Hier werden die einzelnen Informationen zu kleineren Einheiten weiterverarbeitet und sind für längere Zeit verfügbar - falls sie als relevant eingeschätzt werden. Die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses, definiert über die Gedächtnisspanne, umfasst in aller Regel sieben (plus minus zwei) Einheiten, die zeitgleich im Arbeitsspeicher gehalten und miteinander verknüpft werden können.

Das Kurzzeit- bzw. Arbeitsgedächtnis spielt eine wichtige Rolle für das Lesen und Verstehen, denn es ist sowohl für die Verarbeitung als auch für die Speicherung von Informationen zuständig und im Gegensatz zum sensorischen Register in hohem Maße selektiv. Die strukturelle Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses ist durch die Gedächtniskapazität (sieben plus minus zwei) begrenzt, die prozessuale lässt sich hingegen ausbauen, beispielsweise durch eine Förderung mittels Lesestrategien.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung kontextualisiert die Problematik des Leseverständnisses im Lichte der PISA-Ergebnisse und führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert kognitionspsychologische Grundlagen der mentalen Verarbeitung und definiert Verstehensprozesse als aktive Leser-Text-Interaktion.

3 Literaturdidaktik und Leseforschung: Hier werden die historische Entwicklung der Literaturdidaktik und die moderne Leseforschung (insbesondere PISA und DESI) als Grundlage für die Untersuchung kritisch beleuchtet.

4 Ablauf und Methode der Untersuchung: Dieses Kapitel beschreibt das Design der empirisch-qualitativen Untersuchung, die Zielgruppe und die methodische Herangehensweise an die Unterrichtsanalyse.

5 Analyse: Der Hauptteil präsentiert die detaillierte Auswertung von drei Unterrichtstranskripten, die den Einsatz von Lesestrategien und Vorwissen in der Praxis vergleicht.

6 Gesamtergebnisse: Dieses Kapitel fasst die Erkenntnisse aus den Analysen zusammen und diskutiert die Wirksamkeit von Lesestrategien sowie die Rolle der Lehrkraft.

7 Schlussbetrachtung: Das abschließende Kapitel resümiert die Bedeutung des Leseprozessmodells für eine evidenzbasierte Unterrichtspraxis und die zukünftige Förderung der Lesekompetenz.

Schlüsselwörter

Lesekompetenz, Vorwissen, Lesestrategien, Textverständnis, DESI, PISA, Mentales Modell, Unterrichtsqualität, Kognitionspsychologie, Literaturdidaktik, Leseforschung, Lesemotivation, Unterrichtsanalyse, Textverarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwieweit Neuntklässler von Lesestrategien und aktiviertem Vorwissen profitieren, um literarische Texte besser zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf kognitiven Leseprozessen, der praktischen Anwendung von Lesestrategien im Unterricht und der Evaluation von Unterrichtsgesprächen anhand des DESI-Leseprozessmodells.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Hauptziel ist die Verifizierung der Grundannahme, dass hinreichendes Vorwissen in Kombination mit adäquaten Lesestrategien die Lesekompetenz bei Schülern signifikant fördert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um ein empirisch-qualitatives Experiment, bei dem Unterrichtsgespräche dreier Parallelklassen mittels qualitativer Analyse von Transkripten untersucht werden.

Was behandelt der Hauptteil des Dokuments?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Unterrichtsgespräche zu Remarques Kurzgeschichte "Der Feind" in drei verschiedenen Klassen, um die unterschiedlichen Niveaus des Textverständnisses abzubilden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zu den zentralen Begriffen zählen Lesekompetenz, Mentales Modell, Vorwissen, DESI, Lesestrategien und Unterrichtsqualität.

Warum ist das "Drei-Speicher-Modell" für diese Arbeit wichtig?

Es dient als theoretisches Fundament, um zu erklären, wie Informationen im Gehirn verarbeitet werden und warum Lesestrategien bei der Entlastung des Arbeitsgedächtnisses helfen.

Was ist das zentrale Ergebnis bezüglich der Rolle der Lehrkraft?

Die Analyse zeigt, dass die Moderationskompetenz der Lehrkraft und die Kenntnis des Leseprozessmodells entscheidend dafür sind, ob Schüler zu tieferen Verstehensebenen gelangen können.

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Details

Title
Lesestrategien und Vorwissen – Ein empirischer Vergleich zum Textverständnis bei Neuntklässlern
College
University of Hamburg  (Fachbereich Erziehungswissenschaften )
Grade
1,0
Author
Nils Prinz (Author)
Publication Year
2007
Pages
100
Catalog Number
V67958
ISBN (eBook)
9783638027168
ISBN (Book)
9783656808480
Language
German
Tags
Lesestrategien Vorwissen Vergleich Textverständnis Neuntklässlern
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Prinz (Author), 2007, Lesestrategien und Vorwissen – Ein empirischer Vergleich zum Textverständnis bei Neuntklässlern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/67958
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