Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Social Work

Case Management in der Suchthilfe (Identifikation)

Title: Case Management in der Suchthilfe (Identifikation)

Essay , 2005 , 12 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Diplom-Sozialpädagogin (FH) Nina Braun (Author)

Social Work
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Seit einigen Jahren wird Case Management, nachdem es in den USA schon Ende der 70erJahre entwickelt wurde, in Deutschland vermehrt angewendet. Auch im Bereich der Suchtkranken- und Drogenhilfe. Case Management wird meist bei komplexen Problemlagen und Handlungsbedarf von mehreren Personen, Einrichtungen und/oder Diensten angewendet. Die Aufgabe des Case Managers ist hierbei die Steuerung und Koordination der verschiedenen Maßnahmen über einen längeren Zeitraum hinweg. Je nach Programm variiert die Intensität in welcher der Case Manager selbst mit dem Klienten arbeitet bzw. ihn an andere Stellen vermittelt.
Case Management hat immer die Aufgabe, Desintegration und Diskontinuität zu vermeiden. Es soll sichergestellt werden, dass die Klienten zu allen nötigen Leistungen Zugang bekommen und dass Leistungserbringer aufeinander abgestimmt anstatt kurzfristig und episodenhaft handeln. Auch durch Medikalisierung (im vielen Bereichen entsprechend Psychologisierung oder Pädagogisierung) und Ökonomisierung ist Case Management beeinflusst. Während ersterem entgegengesteuert werden soll, hat letzteres, durch Innovationsdruck, die Verbreitung von Case Management eher gefördert. Gerade bei der Arbeit mit hochbelasteten Klientengruppen – dazu zählen beispielsweise Suchtkranke mit einer weiteren psychischen Erkrankung oder chronisch Mehrfachabhängige – hat sich Case Management, wie Studien belegen, bewährt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

3. Identifikation als Phase des Case-Management-Regelkreises

4. Fallbeispiel: Anwendung der Identifikationsphase

5. Diskussion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Phase der Identifikation innerhalb des Case-Management-Regelkreises am Beispiel der Suchthilfe. Das primäre Ziel ist es, den theoretischen Prozess der Identifikation von Klienten (Outreach, Access, Intake) praxisnah anhand eines Modellprojekts für substanzabhängige Menschen mit zusätzlichen psychischen Erkrankungen zu veranschaulichen und dabei die Bedeutung professioneller Kooperation hervorzuheben.

  • Grundlagen des Case Managements in der Suchthilfe
  • Die drei Funktionen der Identifikationsphase nach Wolf Rainer Wendt
  • Methodische Vorgehensweise zur Klientengewinnung (Screening und Aufnahme)
  • Aufbau von Kooperationsnetzwerken im Sozial- und Gesundheitswesen
  • Herausforderungen und Erfolgsfaktoren bei der Implementierung von Case Management

Auszug aus dem Buch

Die Phase der Identifikation

Zur Identifikation muss zunächst die Zielgruppe bestimmt werden. Der Zugang zum jeweiligen Programm kann auf unterschiedliche Weise erfolgen: durch Zu- und Überweisung anderer Einrichtungen (z.B. Krankenhäuser, niedergelassene Ärzte, sozialpsychiatrische Dienste) oder durch aufsuchende Arbeit. Letztere ist besonders geeignet für Klientel, das aus eigener Initiative keine Hilfe aufsucht (z.B. bei psychischen Erkrankungen, geringer Krankheits- bzw. Problemeinsicht) und dennoch dringend Hilfs- und Unterstützungsleistungen des Sozial- und Gesundheitswesens bedürfen (vgl. Ewers 2000b, S. 72ff). Programme mit aufsuchender Arbeit werden teilweise auch „Outreach-Programme“ genannt (vgl. ebd. S. 73), wobei Wendt unter dem Begriff Outreach auch die Erreichbarkeit des Angebotes für das potenzielle Klientel versteht (vgl. Wendt 2001, S. 102, 104). Er unterteilt die Phase der Identifikation des Klientels in drei Funktionen: 1) Outreach 2) Access und 3) Intake (vgl. ebd. S. 102).

Outreach meint bei Wendt, wer mit der Dienstleistung erreicht werden soll. Dies umfasst notwendigerweise eine genaue Zielgruppendefinition unter anderem inklusive der Festlegung der Leistungsberechtigung (unter Umständen schon gesetzlich oder durch den Leistungsträger erfolgt) und des Einzugsgebietes (vgl. ebd. S. 104).

Unter Access versteht Wendt die Möglichkeit(en) des Klientels Zugang zu dem Case-Management-Programm zu finden. Das ist beispielsweise abhängig von rechtlichen Beschränkungen, der infrastrukturellen Lage, den Öffnungszeiten, eventuellen sozialen oder kulturellen Hemmungen Hilfe in Anspruch zu nehmen und vor allem davon, ob der Kontakt auch durch aufsuchende Arbeit oder ausschließlich durch Zu- und Überweisungen erfolgt (vgl. ebd. S. 104). Besonders in Bereichen der klassischen Sozialarbeit (z.B. Wohnungslosen oder Suchtkrankenhilfe) hat sich aufsuchende Arbeit bewährt (vgl. Ewers 2000b, S. 73f.). Jedoch unerheblich welche Form hier gewählt wird, ist Öffentlichkeitsarbeit immer ein wichtiger Bestandteil.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema Case Management im Kontext der Suchthilfe sowie Darlegung der Relevanz für komplexe Problemlagen.

2. Theoretischer Rahmen: Erläuterung der Entstehungsgeschichte des Case Managements und Darstellung der zentralen Aufgaben des Case Managers zur Vermeidung von Desintegration.

3. Identifikation als Phase des Case-Management-Regelkreises: Detaillierte theoretische Betrachtung der Phasen Outreach, Access und Intake sowie der Bedeutung von Aufnahmekriterien.

4. Fallbeispiel: Anwendung der Identifikationsphase: Konkrete Projektbeschreibung zur Unterstützung von Menschen mit Suchterkrankung und psychischen Begleiterkrankungen inklusive der Definition von Ausschlusskriterien.

5. Diskussion und Ausblick: Abschließende Betrachtung der Vorteile von Case Management hinsichtlich der Versorgungseffizienz sowie kritische Reflexion potenzieller Implementierungsprobleme.

Schlüsselwörter

Case Management, Suchthilfe, Identifikation, Outreach, Access, Intake, Sozialarbeit, Kooperation, Versorgungsplanung, Gesundheitswesen, Adhärenz, Zielgruppendefinition, Suchtkrankenhilfe, Psychische Erkrankung, Sozialraumorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung von Case Management im Bereich der Suchthilfe, wobei ein besonderer Fokus auf der Phase der Identifikation von Klienten liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die theoretischen Grundlagen des Case Managements, die Phasen des Regelkreises, die methodische Klientengewinnung sowie die praktische Kooperationsarbeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die theoretische und praxisbezogene Darstellung, wie durch eine strukturierte Identifikationsphase die Versorgung von hochbelasteten Klienten effizient gestaltet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der modellhaften Anwendung theoretischer Konzepte auf ein (imaginäres) Praxisprojekt in der Suchthilfe.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Identifikationskriterien nach Wendt und deren konkrete Umsetzung an einem Fallbeispiel für eine spezifische Klientengruppe.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Case Management, Outreach, Access, Intake, Suchthilfe und Versorgungskoordination geprägt.

Warum ist die Identifikation von Klienten im Case Management so komplex?

Die Komplexität ergibt sich aus der Notwendigkeit, schwer erreichbare Zielgruppen wie chronisch Suchtkranke mit psychischen Begleiterkrankungen durch eine Mischung aus aufsuchender Arbeit und institutionellen Überweisungen korrekt zu identifizieren.

Welche Rolle spielt die Kooperation mit anderen Einrichtungen?

Kooperationen sind essentiell, um den Zugang (Access) zum Programm zu sichern und eine nahtlose Versorgungskette zwischen Suchtberatung, medizinischer Behandlung und anderen sozialen Diensten zu gewährleisten.

Was ist das "Intake" im Case-Management-Regelkreis?

Das Intake ist der letzte Schritt der Identifikationsphase, in dem die endgültige Aufnahme des Klienten erfolgt, die Motivation geklärt wird und der Beziehungsaufbau zwischen Case Manager und Klient beginnt.

Excerpt out of 12 pages  - scroll top

Details

Title
Case Management in der Suchthilfe (Identifikation)
College
Munich University of Applied Sciences  (Fachbereich Soziale Arbeit)
Course
Case Management
Grade
1,0
Author
Diplom-Sozialpädagogin (FH) Nina Braun (Author)
Publication Year
2005
Pages
12
Catalog Number
V68187
ISBN (eBook)
9783638608930
Language
German
Tags
Case Management Suchthilfe Case Management
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Sozialpädagogin (FH) Nina Braun (Author), 2005, Case Management in der Suchthilfe (Identifikation), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68187
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  12  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint