Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)

Ein Ort bewegter Heimkehr - Versuch einer topologischen Interpretation über Hegels Dialektik

Title: Ein Ort bewegter Heimkehr - Versuch einer topologischen Interpretation über Hegels Dialektik

Seminar Paper , 2001 , 19 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Störend in Hegels Kreise werfen möchte ich mich, ohne ihn zuvorderst töten zu müssen. Den Momenten seiner Bewegungen, seinen kreisenden Gedanken soll versucht werden nachzudenken. Jeder meiner Gedanken über Hegels Satz-Teile, die je schon Ganzes für sich sind, erscheinen natürlich auch als eine Wiederholung. Aber jeder Anfang ist eben immer schon seine Wiederholung, um mit einem Worte Derridas meinen Versuch zu entschuldigen. Um Hegels Dialektik soll es im folgenden kreisend gehen. Meine Gedanken konzentrieren sich dabei auf die Beschreibungen seines bewegten Unterwegs-seins hin zu einem arche-telos eines zu-sich-selbst-kommenden Weltgeist und der Bedingung seiner Möglichkeit ― einer vollendeten Philosophie als Wissenschaft. Im ersten Teil sollen hernach das sich selbst denkende Bewußtsein beobachtet werden in seinem dialektischen Kreisen und vor allem die Bedeutung der Begriffe Moment und topologischer Ort als Konsequenz der vielen geometrischen Metaphern in Hegels Werk. Der zweite Teil ist inspiriert durch eine Bemerkung Hegels über das Verhältnis von Teilen der Philosophie zu deren Ganzem als „ein in sich selbst schließender Kreis […]; das Ganze stellt sich daher als ein Kreis von Kreisen dar, deren jeder ein notwendiges Moment ist.” (Hegel, 1979, Bd. 8, 60.) Jene Momente vergleicht Hegel an vielen Stellen mit einer Pendelbewegung. Diese Pendelschläge werde ich innerhalb der Topologie eines Phasendiagramms nach Henri Poincarés Arbeit von 1890 untersuchen. In einem solchen Phasenzustandsdiagramm beschreibt ein Pendel eine Ellipse. Danach wird die Annahme eines Kreisringes oder Torus als Hüllkurve zwingend anstelle der üblichen euklidisch-geometrischen Anschauung der dialektischen Bewegung als nach oben gerichtete Spirale.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitende Vorrede

Bewegtes Werden

Nicht ∞ Orte

Endliches Heimkehren

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, Hegels Dialektik durch eine topologische Interpretation neu zu erschließen, wobei die Metapher der "Heimkehr" im Zentrum der Untersuchung steht. Dabei wird die philosophische Bewegung als ein strukturelles Prinzip betrachtet, das über klassische euklidische Vorstellungen hinausgeht und Verbindungen zur Topologie sowie zur Poetik herstellt.

  • Analyse von Hegels dialektischer Kreisbewegung und deren geometrische Metaphorik
  • Untersuchung von Pendelbewegungen im Kontext von Poincarés Phasenraum
  • Topologische Deutung des "Weltgeistes" als torusförmiges Modell
  • Bezugnahme auf die Poesie Hölderlins als Gegenentwurf zur rein logischen Systematik
  • Interdisziplinäre Reflexion zwischen Philosophie, Mathematik und Literatur

Auszug aus dem Buch

Einleitende Vorrede

Störend in Hegels Kreise werfen möchte ich mich, ohne ihn zuvorderst töten zu müssen. Den Momenten seiner Bewegungen, seinen kreisenden Gedanken soll versucht werden nachzudenken. Jeder meiner Gedanken über Hegels Satz-Teile, die je schon Ganzes für sich sind, erscheinen natürlich auch als eine Wiederholung. Aber jeder Anfang ist eben immer schon seine Wiederholung, um mit einem Worte Derridas meinen Versuch zu entschuldigen. Um Hegels Dialektik soll es im folgenden kreisend gehen. Meine Gedanken konzentrieren sich dabei auf die Beschreibungen seines bewegten Unterwegsseins hin zu einem arche-telos eines zu-sich-selbst-kommenden Weltgeist und der Bedingung seiner Möglichkeit ― einer vollendeten Philosophie als Wissenschaft.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitende Vorrede: Der Autor führt in die methodische Herangehensweise ein, Hegels Dialektik als kreisende Bewegung zu begreifen, die sich topologischen Modellen nähert.

Bewegtes Werden: In diesem Kapitel wird Hegels Dialektik als eine grundlegende Strukturbefindlichkeit analysiert, die durch das "Aufheben" von Gegensätzen in einer kontinuierlichen Kreisbewegung gekennzeichnet ist.

Nicht ∞ Orte: Der Fokus liegt hier auf der Anwendung Poincaréscher Phasenraum-Konzepte, um Hegels "Kreis von Kreisen" mathematisch als Torus-Struktur zu interpretieren.

Endliches Heimkehren: Abschließend wird die Verbindung zwischen Hegels Metaphorik, Hölderlins Poesie und Heideggers Seinsdenken untersucht, um den "Nicht-Ort" der Heimkehr zu verorten.

Schlüsselwörter

Hegel, Dialektik, Topologie, Heimkehr, Weltgeist, Phasenraum, Torus, Poesie, Hölderlin, Sein, Werden, Philosophie, Strukturprinzip, Identitätszwang, Spuren

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Hegels Philosophie unter einer topologischen Perspektive und versucht, die Bewegung des Weltgeistes durch geometrische Modelle wie den Torus zu veranschaulichen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Dialektik Hegels, die mathematische Topologie, das Verhältnis von Philosophie und Poesie sowie die Seinsfrage.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, die dialektische Bewegung Hegels nicht als stufenförmigen Aufstieg, sondern als topologische Struktur begreifbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine interpretative Methode angewandt, die philosophische Texte mit physikalisch-mathematischen Modellen (Phasendiagramme, Topologie) verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Begriffe "Moment" und "Ort" in Hegels Werk, vergleicht Pendelbewegungen mit dialektischen Prozessen und diskutiert die Rolle der Kunst als Ausweg aus dem Identitätszwang.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist maßgeblich durch Begriffe wie Dialektik, Torus, Weltgeist, Heimkehr und Phasenraum geprägt.

Welche Rolle spielt Poincaré in der Argumentation des Autors?

Henri Poincaré liefert das mathematische Instrumentarium des Phasenraums, das dem Autor erlaubt, die dialektische Bewegung als einen in sich geschlossenen, aber dynamischen Torus zu modellieren.

Wie wird Hölderlins Poesie in Bezug auf Hegel eingeordnet?

Hölderlins Poesie wird als eine Kraft verstanden, die dort ansetzt, wo die reine philosophische Systematik an ihre Grenzen stößt und das "Nicht-Gesagte" artikuliert.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Ein Ort bewegter Heimkehr - Versuch einer topologischen Interpretation über Hegels Dialektik
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
2,0
Author
Dr. des. Robert Dennhardt (Author)
Publication Year
2001
Pages
19
Catalog Number
V68382
ISBN (eBook)
9783638594523
ISBN (Book)
9783638754248
Language
German
Tags
Heimkehr Versuch Interpretation Hegels Dialektik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 2001, Ein Ort bewegter Heimkehr - Versuch einer topologischen Interpretation über Hegels Dialektik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68382
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint