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Über das ZeitDenken. Aristoteles' Physik der Metaphysik

Title: Über das ZeitDenken. Aristoteles' Physik der Metaphysik

Seminar Paper , 2000 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Dr. des. Robert Dennhardt (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Während einer einführenden Lektüre zur Philosophie Aristoteles’ in Störigs Kleiner Weltgeschichte der Philosophie überfiel mich eine Ahnung, und in zahlenmystischer Paranoia machte ich mich in kabbalistischer Manier ans Zählen der Worte Gott und Zeit. Vorher vergewisserte ich mich natürlich bei einem Altphilologen, ob denn χρόνος und ϑεός Sememe, das heißt vor allem in der Übersetzung lexikalische Atome seien. Er bejahte und ich erhielt nach langem Zählen folgendes Ergebnis: In Aristoteles’ Physikvorlesungen zählte ich 1037 Mal χρόνος nur ein einziges Mal ϑεός, in seinen Metaphysikvorlesungen dann siebzehn Mal χρόνος und einundsechzig Mal ϑεός. Ich nahm etwas nervös meinen Taschenrechner zur Hand und erhielt 17 mal 61 ist gleich 1037! Ein Chiasmus, mich gruselte es ob der Zahlenmystik ein wenig. Das erwähnte eine Mal ϑεός in den Physikvorlesungen beschrieb Gott als Teil einer Trinität: „Dreierlei nämlich gibt es: das, was sich bewegt, z.B. ein Mensch oder Gott; und wann, nämlich die Zeit; und drittens das worin.“ (Aristoteles 1829, Buch VII, Kapitel 8, 222.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Aristoteles

Physik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das aristotelische Zeitverständnis in seinen physikalischen und metaphysischen Schriften, um die philosophische Entwicklung des Zeitbegriffs von der Antike bis in die Moderne zu beleuchten. Sie geht der Forschungsfrage nach, wie Aristoteles Zeit als eine durch Bewegung messbare Größe definiert und in welchem Verhältnis sie zur menschlichen Wahrnehmung und ewigen Prinzipien steht.

  • Die Interpretation von Zeit als Anzahl von Phasen zwischen Jetztpunkten.
  • Die Differenzierung zwischen metaphysischer Ewigkeit und physikalischer Zeitlichkeit.
  • Die Rolle der Seele bei der Wahrnehmung und Messung von Zeit.
  • Der Übergang von zyklischen Zeitkonzepten hin zum christlich-teleologischen Zeitpfeil.
  • Der Vergleich aristotelischer Konzepte mit modernen physikalischen und philosophischen Ansätzen.

Auszug aus dem Buch

Physik

Entstanden um 347 v. Chr., Erstdruck in lateinischer Übersetzung in Löwen um etwa 1475, Erstdruck des griechischen Originals in Venedig 1479. Den heutigen Werkausgaben liegt die Paginierung der von Bekker herausgegebenen Werkausgabe der Berliner Akademie von 1831 bis 1870 zugrunde. Was Aristoteles unter diesem Titel vorträgt, ist zwar meist eher Metaphysik denn Physik, insgesamt wohl aber theoretische Physik. Ein Grundgedanke läßt sich jedenfalls durchweg vernehmen, der für die spätere Naturerklärung folgenreich sein wird: Die Beobachtung der Natur läßt uns überall eine wunderbare Zweckmäßigkeit (ϑελος) erkennen. Als explizit teleologische Naturerklärung läge demnach der eigentliche Grund aller Dinge, vom Größten bis zum Kleinsten, in den Endursachen ihrer Je-Zweckbestimmung.

Ein Denken über das Wesen der Zeit versucht Aristoteles in seinen ‘Physikvorlesungen’ im Buch IV, Kapitel 10 bis 14. Als Ausgangsanalogie für das begriffliche Handhaben der Zeit betreffenden Themen betrachtet Aristoteles die Bewegung von, wie oben angedeutet, tatsächlich-physischen Gegenständen als gleichartig mit prozessierenden Jetzt ― Punkten (αρτι) in der Zeit und beginnt mit den sich hartnäckig stellenden Probleme der Teil-Ganzes Beziehung von Jetzt und Zeit. Denn als Punkte, die schwerlich eine kohärente Linie bilden können, stellt sie die Frage, wie solche Jetztpunkte überhaupt sein können, wenn sie nicht-existierende Teile der Zeit sind (109). Die exakt gleiche Frage, ob sich ein Gegenstand als ein Jetzt durch die Zeit bewegt oder gleich einer Jetzt-Punktekette Ereignisse nacheinander seiend ereignet, stellt sich J. M. E. McTaggart etwa 2200 Jahre später noch einmal. Da also die Bestimmung von Zeit-Momenten keinen Fortgang brachte, versucht Aristoteles sich über das Bewußtmachen der Struktur der Veränderung dem Wesen und der Natur der Zeit zu nähern: „[…] wenn wir ein Zeitbewußtsein dann haben,

Zusammenfassung der Kapitel

Aristoteles: Dieses Kapitel bietet einen biographischen Abriss des Lebens von Aristoteles und beschreibt die Entstehung einer eigenen zahlenmystischen Herangehensweise an seine zentralen Begriffe Gott und Zeit, aus denen sich spezifische philosophische Thesen ableiten lassen.

Physik: Dieses Kapitel analysiert Aristoteles' Verständnis von Zeit in seinen Physikvorlesungen, insbesondere das Konzept des Jetztpunkts als Gliederungsprinzip und die Bestimmung der Zeit als Anzahl von Bewegungsphasen.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Zeit, Physik, Metaphysik, Bewegung, Jetztpunkt, Teleologie, Eudämonie, Philosophie, Zeitpfeil, Kontinuum, Seele, Phasen, Struktur, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung des Zeitbegriffs bei Aristoteles unter Berücksichtigung seiner physikalischen und metaphysischen Schriften.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den Schwerpunkten zählen die Struktur von Zeit und Bewegung, die Rolle der menschlichen Wahrnehmung bei der Zeitmessung sowie die historische Entwicklung von Zeitkonzepten von der Antike bis zur Moderne.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Aristoteles' Definition von Zeit als messbare Größe innerhalb seiner Naturphilosophie präzise herauszuarbeiten und ihre Bedeutung für das Verständnis von Veränderung und Ewigkeit zu klären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine philosophisch-analytische Methode, kombiniert mit einer historischen Kontextualisierung der aristotelischen Texte und einem Vergleich mit späteren philosophischen und wissenschaftlichen Ansätzen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse der 'Physikvorlesungen' des Aristoteles, insbesondere dem Verhältnis von Jetztpunkten, Bewegung und der psychischen Komponente bei der Zeitwahrnehmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Aristoteles, Zeit, Physik, Metaphysik, Bewegung, Teleologie, Zeitpfeil und Kontinuum.

Welche Bedeutung hat der 'Jetztpunkt' für Aristoteles?

Der Jetztpunkt dient bei Aristoteles als Einselement, das zur Gliederung der Zeit genutzt wird, wobei die Zeit selbst als eine Anzahl aufeinanderfolgender Phasen zwischen solchen Jetztpunkten verstanden wird.

Warum spielt die Seele eine entscheidende Rolle in Aristoteles' Zeitverständnis?

Aristoteles erörtert, dass Zeit nur durch ein wahrnehmendes Bewusstsein konstituiert wird; ohne eine Seele, die Zeitpunkte als unterschieden erlebt und zählt, gäbe es keine Zeit als solche.

Inwiefern beeinflusste Aristoteles das spätere Verständnis des Zeitpfeils?

Durch den Übergang von zyklischen Zeitvorstellungen zu einer teleologischen Betrachtung in der nachfolgenden Philosophie wurde die Grundlage für die Idee einer in die Zukunft gerichteten, geradlinigen Zeit gelegt.

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Details

Title
Über das ZeitDenken. Aristoteles' Physik der Metaphysik
College
Humboldt-University of Berlin
Grade
1,0
Author
Dr. des. Robert Dennhardt (Author)
Publication Year
2000
Pages
15
Catalog Number
V68398
ISBN (eBook)
9783638609951
ISBN (Book)
9783638754286
Language
German
Tags
ZeitDenken Aristoteles Physik Metaphysik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dr. des. Robert Dennhardt (Author), 2000, Über das ZeitDenken. Aristoteles' Physik der Metaphysik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68398
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