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Linkspartei.PDS - Auffangbecken des Populismus?

Title: Linkspartei.PDS - Auffangbecken des Populismus?

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Enrico Lorenz (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Die Wahlergebnisse der Linkspartei.PDS 1 bei der Bundestagswahl 2005 geben Anlass, die Frage zu stellen, inwieweit die Linkspartei durch populistische Politik bzw. durch Populismus aus ihrem Parteiverständnis heraus, den im Ergebnis enormen Zuwachs an Stimmen erreicht hat. Im Vergleich zur Bundestagswahl 2002 2 wurde das Ergebnis mehr als verdoppelt 3 und somit stellt sich die Frage, ob dieser enorme Anstieg lediglich auf eine Protesthaltung bei enttäuschten Wählern zurückzuführen ist, oder ob im Wahlkampf 2005 eine aktive Politik seitens der Linkspartei unternommen wurde, um unzufriedene Wähler an sich zu binden. Nach der Bundestagswahl 2002, die für die Linkspartei sicherlich nicht zufrieden stellend verlief 4 , waren die politische Kaste und die Journalisten der Bundesrepublik eifrig dabei, einen Abgesang auf die Linkspartei anzustimmen und ihr den politischen Tod in kürzester Zeit zu prophezeien. Um so mehr verwundert eben dieser Achtungserfolg im Jahr 2005, der dazu führte, dass die Linkspartei offen des Populismus bezichtigt wurde. Dieser Vorwurf scheint die einzige vernünftige Erklärung zu liefern, um die Ergebnisse der Linkspartei zu erklären. Aber ist dem wirklich so? Ist die Linkspartei eine populistische Partei? Bedient sie sich populistischer Methoden? Dies zu untersuchen ist die Aufgabe dieser Arbeit. In ihr wird der Verfasser prüfen, inwieweit der Populismusvorwurf gerechtfertigt ist. Ein Grundproblem wird sein, eine fassbare und hilfreiche Definition des Begriffs „Populismus“ zu geben, da sich hier die Politikwissenschaft zum aktuellen Zeitpunkt uneins ist, was denn Populismus eigentlich sei.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Populismus

3. Die Bundestagswahl 2002 und die bundesdeutsche politische Landschaft bis zur Bundestagswahl 2005

4. Linkspartei.PDS – populistisch?

5. Ergebnisse

Zielsetzung und Thematik der Arbeit

Diese Arbeit untersucht den Wahlerfolg der Linkspartei bei der Bundestagswahl 2005 und prüft kritisch, ob dieser auf eine bewusste populistische Strategie der Partei zurückzuführen ist. Hierbei wird ein theoretisches Gerüst des Populismus entwickelt, um die Programmatik und das Auftreten der Linkspartei wissenschaftlich einzuordnen.

  • Analyse von Populismus als struktureller Politikstil und Kommunikationsform.
  • Untersuchung der politischen Rahmenbedingungen zwischen 2002 und 2005.
  • Auswertung von Reden, Wahlprogrammen und Wahlstrategien der Linkspartei.
  • Bewertung der Rolle charismatischer Führungspersönlichkeiten wie Gysi und Lafontaine.
  • Einordnung des Wahlergebnisses 2005 vor dem Hintergrund sozialer Modernisierungsprozesse.

Auszug aus dem Buch

2. Populismus

Wie eben schon beschrieben, ist eine klare aktuelle Definition des Populismus äußerst schwierig anzugeben. Auch mit einem Alltagsverständnis des Populismus als einer „Politik, die durch übertriebene Darstellungen der politischen Lage, die Volksmassen zu beeinflussen sucht“6, wird man dem Komplex Populismus nicht gerecht. Allerdings finden sich schon hier zwei wichtige Hinweise, die zu einer Definition von Populismus führen. Dies ist zum einen die übertriebene Darstellung der Lage, eine Zuspitzung von, man möchte meinen, alltäglichen Problemen zu vermeintlichen Krisen, zum anderen ist die Beeinflussung der Volksmassen eines der wichtigsten Grundelemente, auf die sich Populismus stützen kann.

Auch lexikalisch ist eine umfassende Definition des Populismusbegriffs kaum zu finden. Dieter Nohlen bezeichnet Populismus bspw. zuerst als mehrdeutigen Begriff, ohne diese Feststellung auszubuchstabieren. So gibt er zwei Lesarten des Populismus an, eine negative und eine positive. In der negativen Lesart ist der Populismus ein Appell an die Instinkte der Wähler, er propagiert einfache Lösungen, redet dem Volk nach dem Mund, bedient sich demagogischer Parolen und lässt verantwortungsethische Gesichtspunkte weitgehend außer acht. Positiv gelesen, hält Nohlen dem Populismus eine direkte Kommunikation und ein Verständnis für die Sorgen des kleinen Mannes zugute.7

Somit lassen sich zu diesem Zeitpunkt folgende Merkmale des Populismus festhalten: eine zugespitzte Darstellung der politischen Lage, eine Beeinflussung der Volksmassen, ein Appell an die Instinkte (hier wohl auch Vorurteile, Ängste, Ressentiments), eine direkte Kommunikation, ein Rekurs auf die Sorgen des „kleinen Mannes“ und eine Vernachlässigung der programmatischen Verantwortung.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert den überraschenden Stimmenzuwachs der Linkspartei 2005 und formuliert die Forschungsfrage, ob dieser Erfolg auf populistische Strategien zurückzuführen ist.

2. Populismus: Dieses Kapitel erarbeitet ein theoretisches Analysemodell des Populismus anhand formaler struktureller Merkmale, da eine ideologische Definition als wenig hilfreich erachtet wird.

3. Die Bundestagswahl 2002 und die bundesdeutsche politische Landschaft bis zur Bundestagswahl 2005: Hier wird der Nährboden für Populismus in Deutschland untersucht, insbesondere die Entfremdung der Stammwählerschaft von der SPD nach den Reformprozessen der Agenda 2010.

4. Linkspartei.PDS – populistisch?: In diesem Hauptteil wird das Wirken der Linkspartei anhand von Programmpunkten und Reden ihrer Führungskräfte auf die zuvor definierten Populismusmerkmale hin überprüft.

5. Ergebnisse: Das abschließende Kapitel fasst die Analyse zusammen und bestätigt, dass die Linkspartei durch den Einsatz populistischer Stilelemente erfolgreich neue Wählergruppen erschließen konnte.

Schlüsselwörter

Linkspartei, PDS, Populismus, Bundestagswahl 2005, Oskar Lafontaine, Gregor Gysi, Establishment, Politikstil, Modernisierung, Sozialpolitik, Wahlerfolg, Politische Kommunikation, Parteienlandschaft, Stimmenzuwachs, Protestwähler.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert, ob der Wahlerfolg der Linkspartei bei der Bundestagswahl 2005 durch die gezielte Nutzung populistischer Politikstile und Strategien erklärt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Populismusbegriffs, die Analyse der politischen Stimmung in Deutschland zwischen 2002 und 2005 sowie die programmatische Ausrichtung der Linkspartei.

Welches primäre Ziel verfolgt der Verfasser?

Das Ziel ist es, den Populismusvorwurf gegen die Linkspartei wissenschaftlich zu prüfen und zu bewerten, ob die Partei als "Auffangbecken des Populismus" bezeichnet werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Der Verfasser nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse, bei der ein auf strukturellen Merkmalen basierendes Modell des Populismus auf Wahlpublikationen und Reden der Parteiführung angewandt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Populismusbegriffs, eine Darstellung der gesellschaftlichen Bedingungen zur Zeit der Agenda 2010 und eine direkte Gegenüberstellung von populistischen Mustern und dem Handeln der Linkspartei.

Welche Begriffe charakterisieren diese Arbeit maßgeblich?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Populismus, Linkspartei, Etablierte Parteien, Wir-Gruppe, Politikstil und Modernisierungsverlierer.

Welche Rolle spielen Gregor Gysi und Oskar Lafontaine in der Analyse?

Sie werden als charismatische Führungspersönlichkeiten analysiert, wobei Lafontaine primär den populistisch-konfrontativen Kurs und Gysi die sachlich-intellektuelle Argumentationslinie repräsentiert.

Warum wurde gerade die Bundestagswahl 2005 für diese Untersuchung gewählt?

Die Wahl 2005 markiert den Durchbruch der Linkspartei in der Bundespolitik, der auf einem spezifischen "populistischen Moment" in einer von Reformunsicherheiten geprägten Gesellschaft basierte.

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Details

Title
Linkspartei.PDS - Auffangbecken des Populismus?
College
University of Göttingen  (Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Course
'Die Bundesrepublikanischen Wahlen 2005: Wahlkampf und Ergebnis'
Grade
1,0
Author
Enrico Lorenz (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V68524
ISBN (eBook)
9783638610698
Language
German
Tags
Linkspartei Auffangbecken Populismus Bundesrepublikanischen Wahlen Wahlkampf Ergebnis“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Enrico Lorenz (Author), 2006, Linkspartei.PDS - Auffangbecken des Populismus?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68524
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