Das langfristige, profitable Überleben eines Unternehmens kann nur dann nachhaltig gesichert werden, wenn man alle Kräfte und Potentiale systematisch und methodisch entwickelt und einsetzt. Dies erfordert fundamentale Kenntnisse über die strategischen Möglichkeiten, Vorgehensweisen sowie adäquate Werkzeuge in der unternehmensweiten Planung.
Die Wirtschaftswissenschaft bietet zahlreiche Methoden, um das Unternehmen so auszurichten, dass die verfügbaren Ressourcen nach Prioritäten und unter Beachtung der Markt- und Wettbewerbssituation bestmöglich den jeweiligen Geschäftseinheiten zugeteilt werden. Die angebotenen theoretischen Modelle werden sowohl unterstützend eingesetzt, um eine homogene Struktur in der Geschäftseinheiten-Landschaft einzurichten, als auch strategische Vorgehensrichtungen, sog. Normstrategien zu entwickeln.
Wenn man sich solcher Instrumente bedient, sollte man die charakteristischen Eigenschaften, Einschränkungen und Grenzen dieser Werkzeuge kennen. Das ist in erster Linie für die Beurteilung der Aussagekraft der jeweiligen Methode wichtig.
In dem begrenzten Rahmen dieser Arbeit werden häufig verwendete Modelle betrachtet, die neben den bekannten Portfolio-Analysen (Marktanteil-Wachstums-Matrix, Marktattraktivität-Wettbewerbsstärken-Portfolio von McKinsey) bestehen. Zu den hier betrachteten Modellen gehören die "Vorteils-Matrix" der Boston Consulting Group (BCG-Vorteils-Matrix), die SPACE-Analyse (Strategic Position and Action Evaluation), das Konzept des "strategischen Spielbretts" sowie die spieltheoretischen Ansätze.
Es werden die wichtigsten Merkmale, die Anwendung sowie die Grenzen der Instrumente erläutert. Alle beschriebenen Werkzeuge haben eine eigene Intension, individuelle Stärken und Schwächen, die bei der Ergebnisbetrachtung beachtet werden sollten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorteils-Matrix der Boston Consulting Group
2.1 Grundkonzeption
2.2 Strategische Positionen
2.2.1 Volumen
2.2.2 Spezialisierung
2.2.3 Fragmentierung
2.2.4 Patt
2.3 Ergebnisableitung
2.4 Beurteilung
3 SPACE-Analyse
3.1 Grundkonzeption
3.2 Einflussfaktoren
3.2.1 Wettbewerbsvorteile:
3.2.2 Finanzkraft:
3.2.3 Umweltstabilität:
3.2.4 Marktattraktivität:
3.3 Strategische Stoßrichtungen
3.3.1 Aggressiv - Prospektor:
3.3.2 Konservativ - Risikostreuer:
3.3.3 Defensiv - Verteidiger:
3.3.4 Wettbewerbsorientiert - Anpasser:
3.4 Praktische Anwendung
3.5 Beurteilung:
4 Strategisches Spielbrett
4.1 Grundkonzeption
4.2 Grundlegende Fragestellungen
4.3 Handlungsoptionen
4.3.1 Breite Marktabdeckung
4.3.2 Konzentration auf eine Nische im Markt
4.3.3 Änderung der Grundlagen des Wettbewerbs
4.3.4 Innovation am Teilmarkt
4.4 „New Games“ in der Praxis – Beispiel Dell
4.5 Beurteilung
5 Spieltheoretische Ansätze
5.1 Grundidee
5.2 Konzeptelemente: PARTS-Modell
5.3 Beurteilung
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit setzt sich zum Ziel, alternative Instrumente der Unternehmensplanung jenseits der klassischen Portfolio-Analysen zu untersuchen, um Entscheidungsträgern ein breiteres Verständnis für strategische Handlungsoptionen und deren Anwendungsgrenzen zu vermitteln.
- Analyse der BCG-Vorteils-Matrix als Instrument zur Visualisierung von Marktpositionen.
- Untersuchung der SPACE-Analyse zur Bestimmung strategischer Grundhaltungen.
- Erläuterung des Strategischen Spielbretts als Modell zur Entwicklung innovativer Handlungsoptionen.
- Darstellung spieltheoretischer Ansätze und deren Relevanz für Wettbewerbssituationen.
- Kritische Bewertung der Stärken und Schwächen der vorgestellten Instrumente.
Auszug aus dem Buch
4.4 „New Games“ in der Praxis – Beispiel Dell
Es gibt zahlreiche Beispiele aus der Unternehmenspraxis (IKEA, Amazon.com, Ebay), die aufzeigen wie innovative Strategien erfolgreich umgesetzt werden. Alle diese Fallbeispiele basieren auf unkonventionellen „Neue Regeln“-Konzepten. Ebenso wie das folgende Konzept - das Geschäftsmodell des PC-Herstellers Dell - das eine „New Game“-Strategie verfolgt.
Durch die Implementierung einer unkonventionellen Geschäftsarchitektur war es Dell möglich viele etablierte Anbieter zu übertrumpfen. Im Gegensatz zu den traditionellen Herstellern in der PC-Industrie verkauft Dell nur direkt und schließt Wiederverkäufer, Einzelhändler und Zwischenhändler bewusst aus. Die Produktion wird bei Dell erst nach einem Auftragseingang ausgelöst (Build-to-Order) und nicht durch Verkaufsprognosen initiiert, wie bei den klassischen Modellen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung systematischer Planung für den Unternehmenserfolg dar und definiert den Fokus der Arbeit auf Modelle jenseits der Standard-Portfolio-Analysen.
2 Vorteils-Matrix der Boston Consulting Group: Das Kapitel erläutert die BCG-Vorteils-Matrix, die auf den Dimensionen Größe und Anzahl der Wettbewerbsvorteile basiert, und bewertet deren Nutzen zur Visualisierung von Marktpositionen.
3 SPACE-Analyse: Hier wird die SPACE-Analyse vorgestellt, welche interne und externe Faktoren kombiniert, um die strategische Grundhaltung eines Unternehmens zu bestimmen.
4 Strategisches Spielbrett: Dieses Kapitel behandelt das Modell des Strategischen Spielbretts, das Unternehmen dabei unterstützt, durch die Kombination von Marktabdeckung und Wettbewerbsregeln innovative Handlungsoptionen zu identifizieren.
5 Spieltheoretische Ansätze: Es werden spieltheoretische Grundideen sowie das PARTS-Modell dargelegt, um Interdependenzen zwischen Marktteilnehmern in der Strategieentwicklung zu erfassen.
6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung betont, dass kein universeller Königsweg existiert und eine Kombination der vorgestellten Instrumente unter Berücksichtigung ihrer individuellen Stärken und Schwächen notwendig ist.
Schlüsselwörter
Unternehmensplanung, Strategisches Management, Portfolio-Analyse, BCG-Vorteils-Matrix, SPACE-Analyse, Strategisches Spielbrett, Spieltheorie, PARTS-Modell, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensstrategie, Marktpositionierung, Business-Modelle, Innovationsmanagement, Strategische Grundhaltung, Unternehmensressourcen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt moderne Instrumente der strategischen Unternehmensplanung, die über die klassische Portfolio-Analyse hinausgehen.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Im Fokus stehen die BCG-Vorteils-Matrix, die SPACE-Analyse, das Strategische Spielbrett von McKinsey sowie spieltheoretische Ansätze.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen und die Grenzen dieser spezifischen Planungsinstrumente aufzuzeigen, damit Entscheidungsträger diese fundierter in der Praxis einsetzen können.
Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?
Es erfolgt eine systematische Analyse und Literaturrecherche zu den verschiedenen theoretischen Modellen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit deren Anwendbarkeit.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Vorstellung der vier Modelle inklusive ihrer Grundkonzeptionen, Anwendungsmöglichkeiten, Praxisbeispielen und einer kritischen Beurteilung.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den wesentlichen Begriffen gehören Strategisches Management, Wettbewerbsvorteile, Marktattraktivität, Spieltheorie und Innovationsmanagement.
Wie unterscheidet sich die BCG-Vorteils-Matrix von klassischen Portfolio-Analysen?
Die Vorteils-Matrix berücksichtigt, dass auch in Märkten mit geringem Wachstum durch Differenzierung hohe Erträge möglich sind, was sie flexibler als reine Marktanteil-Wachstums-Modelle macht.
Was verdeutlicht das Beispiel der Firma Dell im Kontext der „New Games“?
Das Beispiel illustriert, wie durch den Bruch mit traditionellen Wertschöpfungsketten (Direktvertrieb statt Zwischenhandel) ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil durch ein „New Game“-Konzept realisiert wird.
- Quote paper
- Denis Hellwich (Author), 2006, Unternehmensplanung - Instrumente jenseits der Portfolio-Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68549