Hans Jantzens 1957 erschienene Schrift: „Kunst der Gotik. Klassische Kathedralen Frankreichs. Chartres, Reims, Amiens“ zählt auch heute, fast 50 Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung, immer noch zu den Standardwerken im Bereich der gotischen Kunst. Die knappe Darstellungsweise und die klare Art der Formulierung machen das Buch zu etwas Außerordentlichem: verständlich und zugleich fachlich auf höchstem Niveau. Ausgehend von seinem 1927 gehaltenen Vortrag: „Über den gotischen Kirchenraum“, in dem er den mittlerweile bereits in den Wortschatz der Kunstgeschichte eingegangenen Begriff der „diaphanen Struktur“ für die Hochschiffwand der gotischen Kathedrale prägt, beschäftigt er sich in „Kunst der Gotik“ mit der Entwicklungsgeschichte dieser Epoche. Exemplarisch zeigt er sie an den in Nordfrankreich gelegenen Kathedralen von Chartres, Reims und Amiens auf, die für ihn die Hochgotik in ihrer reinsten Form darstellen. Neben den einzelnen architektonischen Teilen der Kathedrale bespricht er auch ausführlich die Bereiche der Bildhauerei und der Glasmalerei. Ich werde mich nachfolgend ausführlich mit dem Kapitel „Monumentale Glasmalerei“ in Jantzens Buch beschäftigen und seine Ansichten mit den in der übrigen Literatur geäußerten Meinungen vergleichen. In der Gliederung meiner Arbeit halte ich mich dabei an die von Jantzen in seinem Buch vorgegebene Unterteilung. [...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Überblick über die Literatur
- Die Kunst der Glasmalerei
- Hans Jantzens „Monumentale Glasmalerei“
- Lichtraum und Bildwelt
- Die Stifter
- Die Themen
- Die planvolle Ordnung
- Die Farbe
- Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit beschäftigt sich mit Hans Jantzens Kapitel „Monumentale Glasmalerei“ aus seinem Werk „Kunst der Gotik“. Ziel ist es, die Ansichten Jantzens zu den Glasfenstern der Kathedrale von Chartres mit der Literatur zur Glasmalerei zu vergleichen und seine Argumentation in den Kontext der gotischen Kunst einzuordnen.
- Jantzens Analyse der Glasmalerei im Kontext der Architektur und der Bildwelt der gotischen Kathedralen
- Die Rolle der Stifter und ihre Bedeutung für die Gestaltung der Glasfenster
- Die Themen und Inhalte der Glasmalerei, insbesondere in Bezug auf die biblischen Geschichten
- Die planvolle Ordnung und die Verwendung von Farbe in der Glasmalerei
- Ein Vergleich der Ansichten Jantzens mit anderen wichtigen Werken zur gotischen Kunst und zur Glasmalerei
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit stellt Hans Jantzens Werk „Kunst der Gotik“ als ein zentrales Werk zur gotischen Kunst vor und erläutert Jantzens Fokus auf die Kathedralen von Chartres, Reims und Amiens. Die Seminararbeit konzentriert sich auf das Kapitel „Monumentale Glasmalerei“ und dessen Vergleich mit der relevanten Literatur.
- Überblick über die Literatur: Dieser Abschnitt präsentiert einen Überblick über die einschlägige Literatur zur Gotik und zur Glasmalerei. Es werden wichtige Werke von Hans Jantzen, Hans Sedlmayr, Dieter Kimpel und Robert Suckale sowie weitere Werke zur Glasmalerei vorgestellt.
- Die Kunst der Glasmalerei: Dieser Abschnitt bietet eine allgemeine Einführung in die Technik der Glasmalerei und geht auf die Verwendung von Glas, Bleiruten und „Schwarzlot“ ein. Es wird auch auf die Entwicklung der Glasmalerei von ihren Anfängen im 4. Jahrhundert bis zum 14. Jahrhundert eingegangen.
- Hans Jantzens „Monumentale Glasmalerei“: Dieser Abschnitt, der Kern der Seminararbeit, beleuchtet Jantzens Kapitel im Detail. Es werden verschiedene Aspekte behandelt, wie die Interaktion von Licht und Raum, die Bedeutung der Stifter, die Themen und Inhalte der Glasfenster, die planvolle Ordnung und die Rolle der Farbe.
Schlüsselwörter
Gotische Kunst, Glasmalerei, Kathedrale von Chartres, Hans Jantzen, Monumentale Glasmalerei, Lichtraum, Bildwelt, Stifter, Themen, Planvolle Ordnung, Farbe, Diaphane Struktur, Architektur, Geschichte, Technik, Literatur, Vergleich.
Häufig gestellte Fragen
Wer war Hans Jantzen und was ist sein Hauptwerk?
Hans Jantzen war ein Kunsthistoriker; sein 1957 erschienenes Werk „Kunst der Gotik“ gilt als Standardwerk über klassische französische Kathedralen.
Was bedeutet der Begriff "diaphane Struktur"?
Ein von Jantzen geprägter Begriff für die lichtdurchlässige Wandstruktur gotischer Kathedralen, die den Innenraum entstofflicht erscheinen lässt.
Welche Rolle spielt die Glasmalerei in Jantzens Analyse?
Die monumentale Glasmalerei wird als integraler Bestandteil des "Lichtraums" gesehen, der die theologische Bildwelt in die Architektur integriert.
Warum sind die Stifter der Glasfenster wichtig?
Jantzen analysiert die Rolle der Stifter als Auftraggeber, deren soziale Stellung sich oft in der Anordnung und den Themen der Fenster widerspiegelt.
Welche Kathedralen stehen im Fokus des Buchs?
Die Arbeit konzentriert sich exemplarisch auf die Kathedralen von Chartres, Reims und Amiens.
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- Isabel Findeiss (Author), 2002, Monumentale Glasmalerei in Hans Jantzens 'Kunst der Gotik', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/68789