Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Romance Studies - Spanish Studies

Der Einfluss des Guaraní auf den hispanoamerikanischen Wortschatz

Title: Der Einfluss des Guaraní auf den hispanoamerikanischen Wortschatz

Term Paper , 2005 , 20 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Sandra Wilberding (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die nachfolgende Ausarbeitung zum Thema „Der Einfluss des Guaraní auf den hispanoamerikanischen Wortschatz“ stellt einen Aspekt der Geschichte des spanischen Wortschatzes dar, der im Rahmen der Sprachwissenschaft und in Bezug auf das Spanische Hispanoamerikas von Bedeutung ist. Hinsichtlich des Gegenstandes geht es um den Einfluss einer mestizisierten indigenen Sprache auf das Spanisch in bestimmten Regionen Hispanoamerika: Das Guaraní, eine der weit verbreiteten Sprachen innerhalb der Familie der über 30 Tupí-Guaraní-Sprachen, die noch heute zahlreich in entsprechenden Gegenden Hispanoamerikas von normalen Staatsbürgern gesprochen wird. Hierbei muss insbesondere die besondere Situation Paraguays berücksichtigt werden, ein zweisprachiges Land, in dem fast die gesamte Bevölkerung neben dem Spanischen Guaraní spricht. Folglich lassen sich wechselseitige Einflüsse der beiden Sprachen beobachten. Aufgrund des Seminarthemas, das sich auf die Geschichte des spanischen Wortschatzes bezieht, soll in der nachfolgenden Arbeit lediglich der Einfluss des Guaraní auf das jeweils regionale hispanoamerikanische Spanisch dargestellt werden. Vorab soll jedoch zunächst auf die Herkunft, Zuordnung und Verbreitung des Guaraní eingegangen und daraufhin der geschichtliche Hintergrund erläutert werden, um die Situation Guaraní-sprachiger Regionen nachzuvollziehen. Es folgen dann schließlich phonetische, phonologische, morphologische und lexikalische Einflüsse des Guaraní auf das regionale Spanisch. Im Hinblick auf die aktuelle Forschungslage sei das pluridimensionale Projekt „Atlas Lingüístico Guaraní-Románico“ (ALGR) unter der Leitung von Herrn Prof. Dietrich/ Münster und Herrn Prof Thun/ Kiel zu erwähnen. „Ziel des Projekts ist die Erstellung einer empirischen Grundlage für die Beschreibung der sprachlichen Verhältnisse im Gebiet des kolonialen Paraguay, das heute Paraguay und angrenzende Zonen in Argentinien und Brasilien (früher bis nach Uruguay hinein) umfasst“ 1 . Aufgrund dieser aktuellen Ergebnisse werden sich ein Großteil der Quellenangaben der nachfolgenden Arbeit auf Bibliographien von Prof. Dietrich beziehen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Herkunft, Zuordnung und Verbreitung des Guaraní

1. Herkunft und Zuordnung des Guaraní

2. Verbreitung des Guaraní und aktuelle sprachliche Situation in Paraguay

III. Geschichtlicher Hintergrund

1. Etappen der Eroberung Hispanoamerikas

2. Anfänge der Missionierung und Herausbildung der lenguas generales/ línguas gerais

IV. Einflüsse des Guaraní auf das regionale Spanisch

1. Phonetik und Phonologie

1.1. Schwächung bzw. Aufhebung der Opposition /r/ und /r/

1.2. Bewahrung der Oppostion // - /j/

1.3. Verlust der Allophonie bei den stimmhaften Okklusiven

1.4. Ersatz von [b] durch [v] oder [mb]

1.5. Ersatz von /tʃ/ durch /ʃ/

1.6. Ersatz von [mp], [nt], [k] durch [mb], [nd], [g]

1.7. Glottisverschluss im Hiat dem zweiten, betonten Vokal vorausgehend

2. Morphologie

2.1. Direkte Einflüsse

2.1.1. Diminutivsuffix -í; Augmentativsuffix –guasu

2.1.2. Interrogativsuffixe –pa und –piko

2.1.3. Ersatz des Elativ-Suffix –ísimo durch das Guaraní-Suffix –ete/ -te

2.1.4. Suffix –kue als perfektischen Zustand nach Handlungsende

2.1.5. Verlust des destinativ-futurisches Suffix

2.2. Indirekte Einflüsse

2.2.1. Nicht-Existenz eines grammatischen Genus und einer Numerusopposition

2.2.2. Pronominalsyntax: „leísmo“ gegenüber dem „loísmo“

2.2.3. Vernachlässigung nicht finaler Konjunktivkonstruktionen

2.2.4. Verbvalenz: zahlreiche Lehnübersetzungen nach der Guaraní- Syntax

3. Lexikalische Einflüsse

BEISPIELE AUS DER TIERWELT

BEISPIELE AUS DER UMGANGSSPRACHE

V. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den linguistischen Einfluss der indigenen Sprache Guaraní auf das spanische Sprachsystem in Hispanoamerika, mit besonderem Fokus auf die bilinguale Situation in Paraguay. Ziel ist es, die historische Entwicklung dieser Sprachkontakte nachzuvollziehen und die konkreten phonetischen, morphologischen und lexikalischen Auswirkungen auf das regionale Spanisch aufzuzeigen.

  • Historische Entwicklung der Missionierung und der „Jesuitenreduktionen“.
  • Phonetische und phonologische Veränderungen durch den Sprachkontakt.
  • Morphologische Besonderheiten und Suffixbildungen im Guaraní-beeinflussten Spanisch.
  • Syntaxanalysen, insbesondere in Bezug auf Lehnübersetzungen und Pronominalgebrauch.
  • Lexikalische Entlehnungen aus den Bereichen Fauna, Flora und Umgangssprache.

Auszug aus dem Buch

1. Phonetik und Phonologie

Das Nicht-Vorhandensein der Opposition zwischen dem einfachen und dem starken Vibranten repräsentiert einen Einfluss des Guaraní auf das regionale Spanisch in Paraguay und Argentinien. Das Phonem /r/ wird intervokalisch überwiegend [r] ausgesprochen, während /r/ retroflex, assibiliert oder als [r] und nur sehr selten als [r] realisiert wird. Durch das einmalige Anschlagen der Zungenspitze an den Gaumen ist auch die Unterscheidung von [d] bzw. [n] sehr gering.

Beispiel: <caro> [karo] lieb, teuer versus <carro> [karo] Karre, Wagen.

Durch die Bewahrung der eigentlichen Opposition // - /j/ existiert kein Yeísmo, obwohl das Guaraní nicht über das Phonem // verfügt. Das Phonem /j/ wird zudem überall als [dj] realisiert.

Beispiel: <llamar> [a’mar]; <se cayó> [se ka’djo].

Im Spanischen der Iberischen Halbinsel werden die stimmhaften Okklusive /b,d,g/ intervokalisch als stimmhafte Frikative [β,δ,γ] realisiert. Im Guaraní hingegen wird auch intervokalisch [d] gesprochen, während /b/ und /g/ nicht existieren und stattdessen ausschließlich die entsprechenden Frikative verwendet werden.

Beispiele: <nada> [′nada]; <grande> [′γrande]; <bueno> [′βweno].

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung definiert das Thema als Untersuchung des Guaraní-Einflusses auf das regionale Spanisch und begründet die methodische Konzentration auf historische sowie aktuelle sprachliche Gegebenheiten.

II. Herkunft, Zuordnung und Verbreitung des Guaraní: Dieses Kapitel erläutert die Zugehörigkeit zur Tupí-Guaraní-Sprachfamilie und skizziert die besondere Verbreitung und Identitätsfunktion des Paraguay-Guaraní.

III. Geschichtlicher Hintergrund: Es werden die Etappen der Eroberung sowie die Rolle der jesuitischen Missionierung für die Herausbildung der sogenannten „lenguas generales“ beschrieben.

IV. Einflüsse des Guaraní auf das regionale Spanisch: Der Hauptteil analysiert detailliert phonetische, morphologische und syntaktische Veränderungen sowie lexikalische Entlehnungen aus Flora, Fauna und Toponymie.

V. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Zweisprachigkeit in Paraguay das Ergebnis einer historischen Entwicklung ist, bei der sich das Guaraní trotz des Kontakts zum Spanischen als prägender Interstrat erhalten konnte.

Schlüsselwörter

Guaraní, Spanisch, Sprachkontakt, Paraguay, Tupí-Guaraní, Jesuitenreduktionen, Morphologie, Phonetik, Interstrat, Lehnübersetzung, Zweisprachigkeit, Lexik, Sprachgeschichte, Hispanoamerika, Indianische Sprachen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert den historischen und gegenwärtigen Einfluss der indigenen Sprache Guaraní auf das Spanisch, wie es in bestimmten Regionen Hispanoamerikas, insbesondere in Paraguay, gesprochen wird.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder umfassen die Geschichte der Sprachkontakte durch die Jesuitenmission, die phonetischen und morphologischen Einflüsse auf das Spanische sowie den Wortschatztransfer in Bereichen wie Fauna, Flora und Umgangssprache.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den Kontakt zweier Sprachen eine eigene regionale Variante des Spanischen gebildet hat, die durch das Guaraní maßgeblich geprägt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin stützt sich auf eine linguistische Analyse historischer Quellen und die aktuelle Forschungslage, insbesondere auf die Ergebnisse des „Atlas Lingüístico Guaraní-Románico“ (ALGR).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete sprachliche Phänomene untersucht: angefangen bei Lautveränderungen (Phonetik/Phonologie) über grammatikalische Anpassungen (Morphologie/Syntax) bis hin zu direkten Wortentlehnungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Guaraní, Sprachkontakt, Interstrat, Jesuitenreduktionen und die Zweisprachigkeit Paraguays.

Warum spielt das „Paraguay-Guaraní“ eine so besondere Rolle im Text?

Das Paraguay-Guaraní ist deshalb besonders, weil es im Gegensatz zu anderen indigenen Sprachen nicht nur in abgegrenzten Stammesgruppen, sondern von der breiten Bevölkerung als nationale Identitätssprache gesprochen wird.

Wie erklärt die Autorin den Begriff „Interstrat“ in diesem Kontext?

„Interstrat“ bezeichnet die über einen langen Zeitraum bestehende gegenseitige Beeinflussung von Guaraní und Spanisch, die zu einer spezifischen sprachlichen Vermischung in den betroffenen Regionen geführt hat.

Excerpt out of 20 pages  - scroll top

Details

Title
Der Einfluss des Guaraní auf den hispanoamerikanischen Wortschatz
College
University of Münster  (Romanisches Seminar)
Course
Geschichte des spanischen Wortschatzes
Grade
2,0
Author
Sandra Wilberding (Author)
Publication Year
2005
Pages
20
Catalog Number
V69297
ISBN (eBook)
9783638623858
Language
German
Tags
Einfluss Guaraní Wortschatz Geschichte Wortschatzes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sandra Wilberding (Author), 2005, Der Einfluss des Guaraní auf den hispanoamerikanischen Wortschatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69297
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  20  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint