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Heroingestützte Behandlung

Titre: Heroingestützte Behandlung

Mémoire (de fin d'études) , 2002 , 91 Pages , Note: 1,8

Autor:in: Marcus Spliesgart (Auteur)

Travail Social
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Diplomarbeit ist von mir in zwei Bestandteile gegliedert. Der erste Bestandteil umfasst dabei die Kapitel eins bis sieben.
Im ersten Kapitel der Arbeit wird ausführlich ein Überblick über Drogenbegrifflichkeiten gegeben, dem sich im zweiten Kapitel ein Abriß der Droge Heroin im speziellen anschließt.
Das dritte Kapitel ist der politischen Dimension der Drogenproblematik gewidmet. Daran angeknüpft, folgen im vierten Teil unterschiedliche Ansätze in der Drogenarbeit. Die ersten fünf Teile stellen von ihrer Konzeption her den inhaltlichen Zubringer für den nachfolgenden Teil dar.

Den Kernpunkt der Diplomarbeit eröffnet das sechste Kapitel, im Zentrum, mit der Beschreibung der Heroingestützen Behandlung, kurz HeGeBe. Ein internationaler Rundblick soll dem aufmerksamen Leser die Situation auch über deutsche Grenzen hinaus zugänglich machen. Dieser Teil weist abschließend auf mögliche Problemfelder bezüglich der Heroingestützen Behandlung hin und schließt mit einer persönlichen Zusammenfassung.

Im siebten Kapitel sollen bewusst in einem eigenen Teil die ethischen und moralischen Fragestellungen diskutiert werden. Der Überblick in allen sieben Teilen wird in Form einer Literaturrecherche geleistet, durch welche sich mir ein reichhaltiges und unterschiedliches Literaturangebot erschloss.

Meinungen, Thesen und Entwicklungen sollen ausschließlich anhand der Fachliteratur aufgezeigt werden. Ziel ist eine komplexe und zusammenhängende Darstellung des Umfeldes um den Kernpunkt, ohne allerdings den Anspruch einer Vollkommenheit zu erheben. So können durch die begrenzte Zeitschiene, die bei einer Diplomarbeit zur Verfügung steht, nicht alle Teilbereiche des Drogenkomplexes berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wird auf die Beschreibungen des speziellen Themas Sucht und Abhängigkeit, unter seinen familienpsychologischen, gesellschaftlichen und juristischen Aspekten, abgesehen.
Der zweite Bestandteil wird im achten Kapitel aufgegriffen. Hier werden dem Leser Aussagen und Stellungnahmen von ehemaligen Heroinkonsumenten geboten. Diese werden im Rahmen der aufgegliederten Interviewauswertung von mir ausgewertet und interpretiert. Die Aussagen und Meinungen ehemals Betroffener sprechen für sich selbst und erweitern den ersten Teil durch ihren direkten Bezug zum Thema.
[...]

Extrait


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Allgemeine Einführung in Begriffe und Definitionen

1.1 Drogen/Betäubungsmittel

1.1.1. Legale Drogen

1.1.2. Illegale Drogen

1.2. Betäubungsmittel

1.3. Drogenabhängigkeit / Sucht

1.4. Schädlicher Gebrauch

2. Überleitung zu Heroin im speziellen

2.1. Historische Anmerkungen zum Arzneimittel Heroin

2.2. Zur Wirkungsweise der Opioide - Allgemeine Wirkungsweise

2.3. Besondere Bedingungen der Heroinabhängigkeit

2.3.1. Wirkungen des Heroin - eine Beschreibung

2.3.2. Nebenwirkungen

2.3.3. Zu den Entzugserscheinungen bei Heroinabhängigkeit

2.3.4. Zur Toleranzentwicklung bei Opioidabhängigkeit

3. Überblick in die politische Dimension der Drogenproblematik

3.1. Politik

3.2. Staat

3.3. Drogenpolitik

3.4. Drogenpolitische Hauptstrategien

3.4.1. der „liberal approach“

3.4.2. der „social approach“

3.4.3. der „legal approach“

4. Konzeptionelle und Handlungsorientierte Drogenarbeit

4.1. Menschenbilder in der Drogenarbeit

4.1.1. Bild der Konsumenten als Kranke

4.1.2. Bild der Drogenkonsumenten als eigenverantwortliche Subjekte

4.2. Die Ansätze in der Drogenarbeit

4.2.1. Der klassische Abstinenzansatz

4.2.2. Der akzeptierende Ansatz

5. Die Substitutionsbehandlung

5.1. Die Methadonbehandlung in Deutschland

5.1.1. Methadonbehandlungsmethoden

5.1.2. Ziele

5.2. Gegenargumentation zu Methadon

6. HeGeBe

6.1.Internationaler Rundblick

6.2. Historischer Abriss zur Entstehung des bundesdeutschen Modellprojekts

6.3. Beschreibung des bundesdeutschen Modellprojekts

6.3.1. Problemhintergrund

6.3.2. Zielsetzung

6.3.3. Zielgruppen

6.3.4. Die zentralen Zugangsbedingungen

6.3.5. Hypothesen

6.3.6. Untersuchungsgruppen

6.3.7. Ärztliche Behandlung

6.3.8. Psychosoziale Begleittherapien

6.3.9. Studienablauf und -dauer

6.4. Allgemeine Schwierigkeiten bei der Heroinverschreibung

6.4.1. Zeitliche Schwierigkeiten

6.4.2. Persönliche Schwierigkeiten

6.4.3. Sachliche Schwierigkeiten

6.5. Zusammenfassung

7. Ethische Probleme bei Heroinverschreibung

7.1. Staatsideen

7.1.1 Liberale Staatsidee

7.1.2. Soziale Wohlfahrtsstaatidee

7.1.3. Liberale Sozialstaatsidee

7.2. Autonomie und Selbstbestimmung / Recht auf Rausch

7.3. Diskussion der ethischen Problemstellung

7.4. Persönliche Gedanken

8. Stellungnahmen ehemaliger Heroinkonsumenten zur staatlichen Heroinvergabe

8.1. Gedanken zu Beginn

8.2. Erhebungsinstrument – das Interview

8.2.1. Gliederung

8.2.2. Durchführung

8.2.3. Interviewleitfaden für die Befragung von ehemaligen Heroinkonsumenten

8.3. Interviewauswertung:

8.3.1. Auswertung: Allgemeine Angaben

8.3.2. Auswertung: Einstieg und Verlauf der Drogenkarriere

8.3.3. Auswertung: Ausstieg aus der Abhängigkeit

8.3.4. Auswertung: Stellung zur staatlichen Heroinvergabe

8.3.5. Auswertung: hypothetische Frageerweiterung

8.4. Zusammenfassung

9. Schluss und Ausblick

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der heroingestützten Behandlung (HeGeBe) und setzt sich kritisch mit deren Wirksamkeit und ethischen Implikationen auseinander. Das primäre Ziel ist es, den wissenschaftlichen Diskurs um die kontrollierte Heroinabgabe durch eine Literaturrecherche zu strukturieren und durch qualitative Interviews mit ehemaligen Konsumenten um eine bisher oft vernachlässigte Betroffenenperspektive zu ergänzen.

  • Grundlagen der Drogenbegrifflichkeiten und Suchtdefinitionen.
  • Politische Dimensionen und Strategien der Drogenbekämpfung (Liberaler, Sozialer und Legaler Ansatz).
  • Detaillierte Analyse des bundesdeutschen Modellprojekts zur Heroinvergabe.
  • Ethische und moralische Fragestellungen im Kontext staatlicher Drogenpolitik.
  • Erhebung und Auswertung von Erfahrungen ehemaliger Heroinkonsumenten.

Auszug aus dem Buch

2.3.1. Wirkungen des Heroin - eine Beschreibung

Je nach der persönlichen Verfassung, der Dosierung und Erfahrung verursacht der Heroinmissbrauch den typischern Heroinrausch, ein Glücksgefühl und ein Entrücktsein aus dem Alltag. Die Wirkung der Einzeldosis ist nicht immer dieselbe, sondern von den Umständen und der Persönlichkeit abhängig. Das Heroin `fährt` nach der Injektion sofort ein und löst beim Abhängigen in diesem Moment einen richtiggehnden „Flash“, „High“ oder „Kick“ aus, was eine Hochstimmung, ein Glücksgefühl und eine höchste euphorische Erlebnisfülle bewirkt. Werden Heroinabhängige nach Wesen und Inhalt des Heroinrausches gefragt, pflegen viele zu antworten, „im Grunde sei das Rauscherlebnis mit nichts zu vergleichen, es sei einmalig. Aber wenn es einen Vergleich gäbe, dann der mit einem Orgasmus, nur dass er viel kürzer sei als ein Heroinrausch und nicht so intensiv ausgeprägt.“

Diese akuten Erscheinungen klingen innerhalb von Minuten wieder ab. Hierauf folgt ein Zustand der Beruhigung, der aber nur etwa 2 Stunden andauert. Bei sehr stark Heroinabhängigen wird häufig mit dem Drogenkonsum nur mehr ein Abklingen des „Opiathungers“ oder der „Gier“ erreicht, ohne dass der Abhängige die vorher beschriebene Hochstimmung erlebt. Um weiterhin in diesen Genuss zu kommen, muss der Abhängige das Heroin zusammen mit anderen Stoffen konsumieren. Aus diesem Grunde mixt er dann sogenannte Cocktails (Drogengemische).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die Motivation des Autors, sich mit der heroingestützten Behandlung auseinanderzusetzen, und erläutert die Gliederung sowie methodische Vorgehensweise der Arbeit.

1. Allgemeine Einführung in Begriffe und Definitionen: Hier werden grundlegende Begriffe wie Drogen, Betäubungsmittel und Sucht definiert, um eine wissenschaftliche Basis für die weitere Betrachtung zu schaffen.

2. Überleitung zu Heroin im speziellen: Dieses Kapitel fokussiert auf die Geschichte und pharmakologische Wirkungsweise von Heroin sowie die spezifischen Bedingungen der Heroinabhängigkeit.

3. Überblick in die politische Dimension der Drogenproblematik: Der Autor beleuchtet die Rolle von Politik und Staat in der Drogenproblematik und differenziert zwischen den drei Drogenpolitik-Hauptstrategien.

4. Konzeptionelle und Handlungsorientierte Drogenarbeit: Hier werden die ethischen Menschenbilder in der Drogenarbeit und der Gegensatz zwischen Abstinenz- und akzeptierendem Ansatz dargestellt.

5. Die Substitutionsbehandlung: Das Kapitel erläutert die Methoden der Methadonbehandlung in Deutschland sowie die Zielsetzungen und vorliegende Gegenargumente.

6. HeGeBe: Dies ist der Kernpunkt der Arbeit, der das bundesdeutsche Modellprojekt zur Heroinverschreibung detailliert beschreibt und internationale Vergleiche zieht.

7. Ethische Probleme bei Heroinverschreibung: Eine Diskussion der moralischen Fragestellungen im Kontext staatlicher Staatsideen und des Rechts auf Rausch.

8. Stellungnahmen ehemaliger Heroinkonsumenten zur staatlichen Heroinvergabe: Der Autor präsentiert eine qualitative Interviewauswertung mit ehemaligen Betroffenen zu ihren Erfahrungen und Ansichten.

9. Schluss und Ausblick: Der Autor fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und wagt einen Ausblick auf die zukünftige Ausrichtung der Suchthilfe.

Schlüsselwörter

Heroin, Heroinvergabe, Drogenabhängigkeit, Sucht, Substitution, Drogenpolitik, akzeptierende Drogenarbeit, Abstinenzansatz, Modellprojekt, Drogenhilfe, Interviewauswertung, ethische Problemstellung, Rausch, Prävention, Behandlungsmethoden.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit untersucht das Konzept der staatlichen Heroinvergabe im Rahmen der deutschen Drogenhilfe, hinterfragt deren Wirksamkeit und betrachtet die ethischen und praktischen Aspekte dieser Behandlungsmethode.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen bei den wissenschaftlichen Grundlagen von Drogensucht, den politischen Ansätzen der Drogenkontrolle, dem deutschen Modellprojekt (HeGeBe) sowie der ethischen Diskussion über staatliche Verantwortung und individuelles Selbstbestimmungsrecht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist eine wissenschaftliche Darstellung der heroingestützten Behandlung sowie die Bereicherung des Fachdiskurses durch eine qualitative Befragung ehemaliger Heroinkonsumenten, um deren Sicht auf die staatliche Heroinvergabe zu dokumentieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der theoretische Teil stützt sich auf eine umfangreiche Literaturrecherche. Der empirische Teil besteht aus einer qualitativen Auswertung strukturierter Interviews mit drei ehemaligen Drogenabhängigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Begrifflichkeiten und Drogenpolitik, eine detaillierte Beschreibung des HeGeBe-Modellprojekts, eine ethische Analyse sowie die Auswertung der Experteninterviews.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Heroinvergabe, Sucht, Substitution, Drogenpolitik, ethische Problemstellung und die Perspektive ehemals Abhängiger.

Welche Bedeutung hat das HeGeBe-Modellprojekt in der Arbeit?

Das Modellprojekt ist das Kernstück der Arbeit. Es wird auf seine wissenschaftliche, politische und organisatorische Entstehung hin untersucht, um den therapeutischen Wert im Vergleich zur Methadon-Substitution zu bewerten.

Was sagen die ehemals Abhängigen über die staatliche Heroinvergabe?

Die befragten Ex-User stehen der staatlichen Heroinvergabe mehrheitlich ablehnend gegenüber, da sie diese nicht als Weg aus der Sucht sehen. Sie äußern jedoch Verständnis für die Vergabe bei schwerstkranken Patienten (z.B. AIDS-Patienten), bei denen keine Heilungschance mehr besteht.

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Résumé des informations

Titre
Heroingestützte Behandlung
Université
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)  (BA Sozialwesen)
Note
1,8
Auteur
Marcus Spliesgart (Auteur)
Année de publication
2002
Pages
91
N° de catalogue
V6936
ISBN (ebook)
9783638143844
Langue
allemand
mots-clé
HeGeBe Drogenhilfe
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Marcus Spliesgart (Auteur), 2002, Heroingestützte Behandlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/6936
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Extrait de  91  pages
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