Ob privat oder in der beruflichen Sphäre - hinter nahezu jedem, uns täglich begegnenden Sachverhalt verbirgt sich regelmäßig ein Wert. Nicht selten unterscheidet sich dabei die Bewertung eines Gutes oder einer Ware intersubjektiv. Je seltener ein Produkt ist, desto mehr Wert wird ihm beigemessen; oft also bestimmt die Seltenheit den Wert eines Produktes wesentlich mit. Man mag dabei bspw. an das Gemälde der Mona Lisa denken, welches zwar objektiv gesehen tatsächlich einen bestimmten Wert hat, für den einzelnen aber - also subjektiv durchaus wertlos sein kann. Darüber hinaus bestimmt m.E. die Dringlichkeit des Bedarfs deren Wert: dem Bettler wird ein Kanten Brot naturgemäß mehr wert sein als dem Vorstandsvorsitzenden eines namhaften Unternehmens.
Im Rahmen dieser Arbeit soll die subjektive Werttheorie aus volkswirtschaftlicher Sicht näher beleuchtet werden. Dazu werden zunächst die Begrifflichkeiten abgegrenzt, um eine grobe Orientierung der Thematik zu gewährleisten (Kapitel 2). Anschließend wird auf den Entstehungshintergrund der subjektiven Werttheorie einzugehen sein, wobei zunächst die Theorien angesprochen werden, die dieser vorausgegangen sind (Kapitel 3). Das folgende Kapitel behandelt dann die Zielsetzung der subjektiven Werttheorie (Kapitel 4), bevor die Thematik abschließend gewürdigt wird (Kapitel 5). Der Aufsatz endet sodann mit einem kurzen Fazit (Kapitel 6).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsabgrenzungen
2.1. Subjektivität
2.2. Wert
3. Zur Entstehung der subjektiven Werttheorie
3.1. Vorgeschichte
3.2. Entstehung der subjektiven Werttheorie
4. Zielsetzung der subjektiven Werttheorie
5. Kritik an der subjektiven Werttheorie
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die subjektive Werttheorie aus einer volkswirtschaftlichen Perspektive, um deren Entstehungsgeschichte, theoretische Zielsetzung und kritische Aspekte fundiert darzulegen. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie und warum das Individuum als Ausgangspunkt wirtschaftlicher Wertbildung in den Fokus theoretischer Erklärungsmodelle rückte.
- Historische Herleitung der Werttheorie von der Klassik zur subjektiven Sichtweise
- Differenzierung zwischen objektiven Wertmaßstäben und subjektiver Nutzwerttheorie
- Analyse der Grenznutzenschule unter Berücksichtigung ihrer Hauptvertreter
- Kritische Würdigung der subjektivistischen Ansätze und ihrer empirischen Anwendbarkeit
Auszug aus dem Buch
3.1. Vorgeschichte
Die Literatur bietet auf die Frage, was das denn eigentlich ist, die Wertlehre bspw. folgende Antwort: „Die Wertlehre…ist die Lehre von den wertbegründenden Umständen, von den produktiven Kräften“4. Nun existieren in der Vergangenheit jedoch zahlreiche Lehren von der Wertbildung. Die wohl bekannteste unter ihnen ist die Arbeitswertlehre, die als „ein wichtiges Mittel für die Entwicklung der ökonomischen Theorie“ angesehen wird5 und wonach sich der Wert einer Ware oder eines Gutes regelmäßig aus der dafür aufgewendeten Arbeit ableitet, d.h. je mehr Arbeit ein Produkt beansprucht hat, desto höher ist auch dessen Wert6. Allen Lehren vom Wert gemein scheint jedoch die Tatsache, dass in der Produktion und dem Tausch von Waren eine hinreichende Bedingung für die Existenz von Werten überhaupt gesehen wird7.
Bereits Vorklassiker wie John Locke (1632-1704) bzw. William Petty (1623-1687) leiteten aus der Wert bildenden Arbeit die Grundlage des Eigentums bzw. der Preis und Einkommensbildung ab8. Die Wert schaffende Kraft der Arbeit besteht bei Locke insbesondere in der „Hervorbringung von nutzbaren Dingen“9. Darüber hinaus taucht wohl bereits bei ihm der Begriff des Bedürfnisses auf, das er als ein Unbehagen beschreibt, welches aus dem Mangel eines Gutes hervorgeht10 und auf den im Verlauf der Arbeit noch einzugehen sein wird. Allerdings zählt nach h.M. Petty zum eigentlichen Begründer der Lehre von der Wertschöpfung durch die produktive Arbeit und zugleich auch als Vorläufer der klassischen Werttheorie11.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung von Wert aus wirtschaftlicher Sicht ein und erläutert den Aufbau der Untersuchung zur subjektiven Werttheorie.
2. Begriffsabgrenzungen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Subjektivität und Wert definiert, um eine theoretische Grundlage für die folgende Analyse zu schaffen.
3. Zur Entstehung der subjektiven Werttheorie: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext, von der klassischen Arbeitswertlehre bis hin zur Entstehung der Grenznutzenschule.
4. Zielsetzung der subjektiven Werttheorie: Hier wird das primäre Ziel der Theorie analysiert, menschliches Verhalten und Preise aus individuellen Bedürfnissen heraus zu erklären.
5. Kritik an der subjektiven Werttheorie: Dieser Abschnitt setzt sich kritisch mit den methodischen und theoretischen Schwachstellen der subjektivistischen Wertlehre auseinander.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die unvergängliche Bedeutung der subjektiven Werttheorie für das Verständnis wirtschaftlicher Prozesse.
Schlüsselwörter
Subjektive Werttheorie, Grenznutzen, Arbeitswertlehre, Klassische Nationalökonomie, Nutzen, Preisbildung, Bedürfnis, Wirtschaftssubjekt, Gebrauchswert, Tauschwert, Werttheorie, Menger, Gossen, Ökonomie, Wertschätzung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung, den Zielen und der kritischen Reflexion der subjektiven Werttheorie innerhalb der Volkswirtschaftslehre.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Übergang von objektiven Wertvorstellungen der Klassik hin zur subjektiven Grenznutzenlehre sowie der Rolle des individuellen Nutzens für die Preisbildung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Ziel ist es, den Paradigmenwechsel in der Werttheorie nachzuvollziehen und zu hinterfragen, wie sich die Abkehr von rein quantitativen, arbeitsbasierten Werten hin zu individuellen, psychologisch fundierten Werten vollzog.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, theoretische Analyse ökonomischer Lehrmeinungen und ihrer historischen Entwicklung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung, die historische Herleitung, die Zielsetzung der neuen Theorie sowie eine eingehende Kritik an den Ansätzen der Grenznutzenschule.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Begriffen zählen Subjektive Werttheorie, Grenznutzen, Bedürfnis, Wertschätzung und der Vergleich zwischen klassischer und subjektivistischer Ökonomie.
Warum spielt die Unterscheidung zwischen dem Gemälde der Mona Lisa und einem Kanten Brot eine Rolle für den Autor?
Das Beispiel verdeutlicht den Unterschied zwischen einem objektiven Wert und dem subjektiven Empfinden von Knappheit und Nutzen, um die zentrale These der subjektiven Werttheorie greifbar zu machen.
Inwiefern spielt der menschliche Egoismus laut Fazit eine Rolle für das wirtschaftliche Handeln?
Der Autor argumentiert, dass der Egoismus die grundlegende Triebkraft ökonomischen Handelns darstellt und dass die Trennung zwischen subjektiven und objektiven Werten oft nur als Spezialfall dieses Prinzips zu verstehen ist.
- Quote paper
- Dipl.-Kfm. Alexander Hesse (Author), 2006, Subjektive Werttheorie - Entstehung, Zielsetzung, Kritik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69395