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Warum hat sich die Europäische Union – entgegen eigener Erwartungen und Pläne – militärisch auf dem Balkan engagiert?

Title: Warum hat sich die Europäische Union – entgegen eigener Erwartungen und Pläne – militärisch auf dem Balkan engagiert?

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: 2,20

Autor:in: Michael A. Braun (Author)

Politics - Topic: European Union
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Wenn die Europäische Union (EU) seit den 1990ern außenpolitisch tätig wurde, so reagierte sie meist nur. Ereignisse wie die Balkankriege, eine durch Terror veränderte Welt und Auswirkungen der Globalisierung wurden nicht aktiv beeinflusst. Deshalb ist Europa vielfältig gefordert und muss, um Einfluss zu entfalten, mit einer Stimme sprechen. Wie folgend gezeigt wird, verwundert es nicht, warum hat sich die EU – entgegen eigener Erwartungen – auf dem Balkan engagiert hat. Spannend ist jedoch, wieso militärisch.

Die Balkan-Region stellte alle internationalen Akteure vor eine weitere Herausforderung – zusätzlich zum Ende des Ostblocks und des Golfkriegs. Im Verlauf des Konflikts nahmen die EU und ihre Mitglieder verschiedenste Rollen ein. So war man anfangs für Eindämmung und Konfliktbearbeitung; hinterließ jedoch den Anschein von Ineffizienz, Unentschlossenheit und des gänzlichen Scheiterns mangels Einigkeit und Motivation.

Unter dem Eindruck dieser ’Schmach’ war die Geburtsstunde der Europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik (ESVP) ein Lichtblick. Mit einem Mal einigte eine Krise die sonst oft uneinigen EU-Mitglieder und zeigte die Notwendigkeit für ein gemeinsames Vorgehen auf. Auch bettet die aktuelle Lage die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) in einen Prozess des Wandels und gewinnt an Bedeutung, da viele „entfernte“ Krisen auf Europa zurückwirken. Dies ließ die Einsicht wachsen, dass frühzeitiges Handeln im eigenen Interesse ist. Deshalb sind die zaghaften Militäroperationen der EU Testmarken für ihre ESVP.

Die These dieser Arbeit ist, dass das Engagement der EU eine logische Konsequenz der GASP und der EU-Integrationsentwicklungen seit Beginn der 1990er ist. Die Arbeit versucht diese Darstellung nachzuweisen und wird sie in einem Fazit nochmals erläutern. Dazu werden zuerst kurz die Konzepte der Zivil-/ bzw. Militärmacht umrissen. Anschließend werden Meilensteine der Entwicklung der GASP/ESVP seit 1990 beschrieben und es wird auf die EU-NATO (North Atlantic Treaty Organisation) Kooperation eingegangen. Einer überblicksartigen Beschreibung der Operation Althea und ihrer Vorläufer folgt ein perspektivischer Ausblick für GASP und ESVP.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung

2 Zivilmacht- oder Miltärmachtkonzept?

3 ESVP und GASP

3.1 Das Wiedererwachen von 1990 bis 1997

3.2 Meilensteine der Jahre 1998 bis 2000

3.3 Entwicklungen ab dem Jahr 2001

4 EU-NATO- Kooperation

5 Die EU als Militärakteur auf dem Balkan

5.1 Operation Althea / EUFOR

5.2 SFOR / IFOR

6 Perspektiven für GASP und ESVP

7 Fazit und Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Gründe für das militärische Engagement der Europäischen Union auf dem Balkan, welches im Widerspruch zu ihren ursprünglichen Plänen und Erwartungen stand. Ziel ist es zu analysieren, wie sich die EU von einer reinen Zivilmacht zu einem sicherheitspolitischen Akteur wandelte und inwieweit dieses Vorgehen als logische Konsequenz der Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) zu verstehen ist.

  • Analyse des Wandels der EU vom Zivilmacht- zum Militärakteur
  • Darstellung der Entwicklung der GASP und ESVP seit den 1990er Jahren
  • Bewertung der EU-NATO-Kooperation und des "Berlin plus"-Konzepts
  • Untersuchung der Hintergründe der Operation Althea/EUFOR
  • Diskussion zukünftiger Perspektiven für die europäische Sicherheitsarchitektur

Auszug aus dem Buch

Die EU als Militärakteur auf dem Balkan

Erste Erfahrungen mit der Leitung militärischer Einsätze sammelte die EU erfolgreich mit ’Concordia’ in Mazedonien und ’Artemis’ im Kongo. Am bisher größten EU-Militärmandat, der Operation Althea, wird nun exemplarisch deutlich, warum man sich – entgegen eigener Erwartungen und Pläne – militärisch auf dem Balkan engagiert. Man hatte keine andere Wahl …

Nach ersten Diskussionen Ende 2003 fiel auf dem Istanbuler EU-Gipfel im Juni 2004 die politische Entscheidung der NATO, SFOR zu beenden. Zum 02. Dezember 2004 hat die EU dann die militärische Verantwortung für die Folgemission in BiH übernommen. Dazu fungiert der stellvertretende Oberbefehlshaber der Alliierten Streitkräfte in Europa als Kommandeur und das Supreme Headquarters Allied Powers Europe (SHAPE) als Hauptquartier. Hierhin wurden Vertreter von EU-Mitgliedsstaaten entsandt, um dann via Neapel bis nach Sarajevo Operationen anweisen und durchführen zu können. Auch die personelle Führung liegt auf Basis von Berlin plus bei SHAPE im belgischen Mons. Die NATO ist zudem für die Verfolgung von Kriegsverbrechern verantwortlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Gegenstand und Gang der Untersuchung: Einleitung in die Forschungsfrage und Begründung der Relevanz des militärischen Engagements der EU im Kontext der Balkan-Konflikte.

2 Zivilmacht- oder Miltärmachtkonzept?: Untersuchung des traditionellen Selbstbildes der EU als Zivilmacht und die Frage, inwieweit militärisches Handeln einen Paradigmenwechsel darstellt.

3 ESVP und GASP: Chronologische Analyse der Entwicklung der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik sowie der ESVP von 1990 bis 2001.

4 EU-NATO- Kooperation: Darstellung der strategischen Partnerschaft und der formalen Zusammenarbeit zwischen EU und NATO, insbesondere durch das "Berlin plus"-Abkommen.

5 Die EU als Militärakteur auf dem Balkan: Konkrete Fallbeispiele der EU-Militäroperationen, insbesondere Althea/EUFOR, als Wendepunkt des EU-Engagements.

6 Perspektiven für GASP und ESVP: Ausblick auf die zukünftige Entwicklung, die notwendige Festlegung eines Leitbildes und die Rolle der EU als globaler Akteur.

7 Fazit und Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse und Bestätigung, dass das militärische Engagement eine logische Konsequenz der EU-Integrationsentwicklung ist.

Schlüsselwörter

Europäische Union, ESVP, GASP, Balkan, Militäreinsatz, Zivilmacht, Friedensmacht, NATO, Sicherheitspolitik, Krisenbewältigung, Operation Althea, EUFOR, Integration, Außenpolitik, Westbalkan.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sicherheitspolitische Wandlung der EU von einer zivilen Organisation hin zu einem Akteur, der militärische Mittel auf dem Balkan einsetzt.

Welches ist das zentrale Ziel der Untersuchung?

Es wird der Frage nachgegangen, wieso die EU entgegen ihrer ursprünglichen Erwartungen und der eigenen Tradition als "Zivilmacht" militärisch auf dem Balkan intervenierte.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Der Fokus liegt auf der Entwicklung der GASP/ESVP, der Kooperation mit der NATO und der spezifischen Analyse des EU-Engagements in Bosnien-Herzegowina.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche Analyse der sicherheitspolitischen Konzepte sowie eine chronologische Auswertung historischer Entwicklungsschritte der EU-Strukturen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Abgrenzung der Machtbegriffe, die historische Aufarbeitung der EU-Integration und die praktische Untersuchung der EU-Militärmissionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören ESVP, Zivilmacht, EUFOR, GASP und die strategische Partnerschaft zwischen EU und NATO.

Warum ist die Operation Althea für die EU so bedeutend?

Sie gilt als das bisher größte EU-Militärmandat und festigt den Anspruch der EU, eine tragende Verantwortung für die Sicherheit auf dem Westbalkan zu übernehmen.

Welche Rolle spielen die USA in diesem Kontext?

Die USA fungieren als sicherheitspolitischer Partner, deren Rückzug aus der SFOR-Mission den Anstoß für die Übernahme der Verantwortung durch die EU gab.

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Details

Title
Warum hat sich die Europäische Union – entgegen eigener Erwartungen und Pläne – militärisch auf dem Balkan engagiert?
College
Free University of Berlin  (Otto-Suhr-Institut)
Course
Möglichkeiten und Grenzen einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der EU
Grade
2,20
Author
Michael A. Braun (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V69560
ISBN (eBook)
9783638621892
ISBN (Book)
9783640184019
Language
German
Tags
Warum Europäische Union Erwartungen Pläne Balkan Möglichkeiten Grenzen Außen- Sicherheitspolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael A. Braun (Author), 2005, Warum hat sich die Europäische Union – entgegen eigener Erwartungen und Pläne – militärisch auf dem Balkan engagiert?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69560
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