Das bewegte Bild hat sich aufgrund der steigenden Bandbreite des Web als mögliche Alternative zum stationären Fernsehen etablieren können. Auch mit mobilen Endgeräten ist der Empfang von mobilem Fernsehen, bedingt durch leistungsfähigere Prozessoren und eine stetige Erhöhung der Bandbreite mittlerweile möglich. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Mobile-TV und welches Verfahren kann sich in Deutschland flächendeckend durchsetzen? Der Leser erhält einen umfassenden Überblick über nationale und internationale Techniken, die der Verbreitung von Handy-Fernsehen dienen. Dazu zählt auch ein Vergleich der verwendeten Encoding-Verfahren. Neben der Technik beschäftigt sich die Arbeit mit grundlegenden gestalterischen Fragen. Wie muss das neue Medium beschaffen sein, um sich in einer multimedialen Welt durchsetzen zu können? Es werden Ergebnisse von Meinungsforschungen und Umfragen nach Handy-TV-Pilotversuchen dazu benutzt, Schlussfolgerungen für die Gestalt dieses Mediums zu gewinnen. Im Rahmen der Arbeit entwickelt der Autor eine Anwendung in Flash Lite 2.0, die basierend auf der Streaming-Technologie, den Empfang von mobilem Fernsehen ermöglicht. Betrachtet werden hier u.a. die Unterschiede der Versionen des Flash Lite Player und deren Verbreitung auf den mobilen Geräten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die Übertragung
2.1 Verteilungsmechanismen
2.2 Übertragung auf die Endgeräte
2.2.1 Download
2.2.2 Streaming
2.2.3 MBMS
2.2.4 Videoübertragung per Videocall
2.2.5 DMB
2.2.6 DVB-H
2.2.7 Internationale Broadcast-Techniken
2.2.7.1 MediaFLO (USA)
2.2.7.2 ISDB-T (Japan)
2.2.7.3 T-MMB, StiMi, DMB-T/H (China)
2.2.8 Die Mobile-TV-Standards in Deutschland
3. Videodatenreduktion
3.1 Notwendigkeit der Datenreduktion
3.2 Encoding und Containerformate
3.3 Arten der Videodatenreduktion
3.4 Der MPEG-1-Codec
3.5 Dateiformate für geringe Bandbreiten
3.5.1 H.263
3.5.2 MPEG-4
3.5.3 H.264
3.5.4 Vergleich der mobilen Codecs H.263 und MPEG-4
4. Akzeptanzfaktoren für Mobile-TV
4.1 Technische Einschränkungen der mobilen Endgeräte
4.1.1 Bilddarstellung
4.1.2 Tonqualität
4.1.3 Systemreaktionszeiten
4.1.4 Endgeräte-Interface
4.1.5 Akkulaufzeit
4.1.6 Dateigröße und Speicherkapazität der Endgeräte
4.2 Nutzungskontext
4.3 Die Zielgruppe
4.4 Nutzungszeitpunkt und -dauer
4.5 Kosten
4.6 Bevorzugte Genres
4.7 Verfügbares Mobile-TV- Angebot
4.7.1 Inhaltliche Aufbereitung
4.7.2 Aktuelle Nutzerzahlen
4.8 Ausblick und Tendenzen
5. Flash Lite
5.1 Die Entwicklung von Flash zu Flash Lite
5.2 Verbreitung des Flash Lite Players
5.3 Der Funktionsumfang von Flash Lite
5.4 Die Entwicklungsumgebung für Flash Lite bei Adobe Flash 8
5.4.1 Die Veröffentlichungseinstellungen
5.4.2 Die Geräteeinstellungen
5.4.3 Der Geräteemulator
5.5 Entwicklung eines Mobile-TV-Viewers
5.5.1 Vorgaben und Screenshots
5.5.2 Vorgehensweise
5.5.3 Das Backend
5.5.4 Das Frontend
5.5.5 Das Containerformat XML
5.5.6 Der erste Prototyp
5.5.7 Der zweite Prototyp
5.5.8 Probleme und Einschränkungen von Flash Lite 2.0
5.5.9 Mögliche technische Verbesserungen des Prototypen
5.5.10 Bewertung des Projekts
5.6 Der Mobile-TV-Client von T-Mobile
6. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, eine fundierte Einführung in das mobile Fernsehen zu geben, wobei sowohl die zugrunde liegenden Übertragungstechniken als auch die veränderten Nutzungsgewohnheiten analysiert werden. Dabei wird untersucht, unter welchen Voraussetzungen sich der Erfolg von Mobile-TV im asiatischen Raum auf den deutschen Markt übertragen lässt und wie die Akzeptanzfaktoren für diese Technologie beschaffen sein müssen.
- Analyse nationaler und internationaler Übertragungsstandards für mobiles Fernsehen.
- Untersuchung technischer Grundlagen der Videodatenreduktion und relevanter Codecs.
- Identifikation kritischer Erfolgsfaktoren für die Akzeptanz bei Nutzern.
- Praktische Implementierung eines "Mobile-TV-Clients" mittels Flash Lite.
- Bewertung von Möglichkeiten und Grenzen proprietärer Software im mobilen Kontext.
Auszug aus dem Buch
3.1 Notwendigkeit der Datenreduktion
Das Aufzeichnen eines digitalen Videosignals erfordert eine erhebliche Menge an Speicherplatz. Beispielhaft soll hier die Berechnung für eine Sekunde Bildmaterial in der Größe 720 x 576 Pixel bei einer Farbtiefe von 24 Bit (RGB: 8 Bit pro Farbe) erfolgen.
Anhand dieser Datenrate für nur eine Sekunde Videomaterial wird bereits deutlich, dass eine Reduktion der Datenmenge zwingend erforderlich ist – einerseits, um die Daten ökonomisch zu speichern und andererseits um auch über gegebene Kanäle übertragen zu können. Tabelle 2 zeigt die Datenraten der wichtigsten Übertragungskanäle. Natürlich würde man kein PAL-Signal mit dieser Auflösung an ein mobiles Gerät mit kleinem Display senden, aber auch ein in der Auflösung reduziertes Signal würde die Kapazität der meisten Kanäle – besonders die der Funk-Kanäle – übersteigen.
Die einfachsten Formen der Videodatenreduktion sind die Verringerung der Auflösung und die Reduktion der Bildwechselfrequenz.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Übertragungskanäle für audiovisuelle Medien sowie die steigende Bedeutung mobiler Endgeräte für den Konsum von Videoinhalten.
2. Die Übertragung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Verteilungsmechanismen wie Unicast und Broadcast und stellt verschiedene mobile Übertragungsstandards vor, darunter DMB, DVB-H und MBMS.
3. Videodatenreduktion: Der Abschnitt behandelt die technische Notwendigkeit der Videokompression, beschreibt gängige Codecs wie MPEG-1, H.263 und H.264 sowie die Rolle von Containerformaten.
4. Akzeptanzfaktoren für Mobile-TV: Dieses Kapitel analysiert die technischen Anforderungen an Endgeräte, den Nutzungskontext, die Zielgruppen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, die über den Erfolg von mobilem Fernsehen entscheiden.
5. Flash Lite: Der praktische Teil beschreibt die Entwicklung eines Mobile-TV-Clients auf Basis von Adobe Flash Lite, analysiert dessen Funktionsumfang und diskutiert die Herausforderungen bei der Implementierung.
6. Schlusswort: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der verschiedenen Standards und der Einschätzung, dass Mobilität und Interaktivität die zentralen Mehrwerte für die Zukunft von Mobile-TV bilden.
Schlüsselwörter
Mobile-TV, Handyfernsehen, Streaming, DVB-H, DMB, Videokompression, H.264, Flash Lite, UMTS, Mobilfunk, Nutzerakzeptanz, Content Provider, Breitband, Endgeräte, Interaktivität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit befasst sich mit den technischen Grundlagen und gestalterischen Konzepten für Videoanwendungen auf mobilen Endgeräten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen Übertragungstechniken, Verfahren zur Videodatenreduktion, Akzeptanzfaktoren für Mobile-TV sowie die praktische Umsetzung einer Applikation mittels Adobe Flash Lite.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, dem Leser eine Einführung in die Thematik des mobilen Fernsehens zu geben, insbesondere unter der Fragestellung, welche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verbreitung auf dem deutschen Markt gegeben sein müssen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu technischen Standards und Marktanalysen sowie einem praktischen Teil, in dem ein Prototyp entwickelt und dessen Realisierbarkeit evaluiert wird.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nationale und internationale Broadcast-Techniken verglichen, die Notwendigkeit der Datenkompression erläutert sowie Anforderungen an die Akzeptanz, wie Bilddarstellung, Kosten und Nutzungskontext, detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Mobile-TV, Videokompression, Streaming, DVB-H, DMB und Flash Lite geprägt.
Wie unterscheidet sich der Nutzungskontext von Mobile-TV vom klassischen Fernsehen?
Mobile-TV wird oft in zeitlichen Lücken (z.B. Pendeln, Pausen) genutzt, während das stationäre Fernsehen meist in entspannter, häuslicher Atmosphäre zur Primetime erfolgt.
Welche besonderen technischen Herausforderungen ergeben sich bei Flash Lite?
Flash Lite ist auf geringe Ressourcen optimiert, was jedoch Einschränkungen bei der Lautstärkeregelung von Videos, der Maskierung von Bildbereichen und der Dateigröße zur Folge hat.
Warum ist das Geschäftsmodell für DVB-H in Deutschland noch ungewiss?
Es fehlen bislang verbindliche Einigungen bei der Frequenzvergabe sowie eine Entscheidung über die Form des Betreiberkonsortiums, was die Marktstartpläne verzögert.
- Quote paper
- Andy Herzberg (Author), 2007, Videoanwendungen für Mobile Endgeräte - Technische Grundlagen und Gestalterische Konzept, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69577