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Das Narziss-Motiv in Friedrich Schlegels "Lucinde"

Title: Das Narziss-Motiv in Friedrich Schlegels "Lucinde"

Term Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefanie Manig (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Hausarbeit befasst sich mit Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“ und dem darin enthaltenen Narziss-Motiv.
Wie ist die Konzeption der Selbstliebe in Schlegels Roman angelegt, bzw. wie narzisstisch wird Julius, der männliche Protagonist des Werkes, von ihm dargestellt? Inwieweit schließt Selbstliebe alle andere Liebe in sich ein und ist sie nicht eher der Ausdruck eines hemmungslosen Egoismus, der mit Liebe zu anderen Menschen nicht viel zu tun hat? Kann ein Narziss überhaupt „richtig“ lieben?
Um dem Narzissmus an sich näher zu kommen, soll im ersten Teil der Arbeit die antike Fassung Ovids eingeführt und im zweiten Teil ein Vergleich zwischen der Vorlage des römischen Dichters und Schlegels Verarbeitung vorgenommen werden. Im dritten Teil der Hausarbeit werden verschiedene Textstellen aus dem Roman daraufhin untersucht, ob und inwieweit Julius narzisstisch ist und welche Rolle Lucinde dabei spielt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Narziss-Motiv in F. Schlegels Roman „Lucinde“

2.1. Die Narziss-Geschichte in Ovids „Metamorphosen“

2.2. Ovid und Schlegel - ein Vergleich

2.3. Der Narzissmus der Figur „Julius“

3. Schlusswort

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Bedeutung des Narziss-Motivs in Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“, wobei insbesondere die Frage im Zentrum steht, inwieweit Selbstliebe nicht als negativer Egoismus, sondern als notwendige Voraussetzung für eine vollendete, reife Liebesbeziehung verstanden werden kann.

  • Analyse des antiken Narziss-Mythos bei Ovid als literarische Vorlage.
  • Vergleichende Untersuchung der Narziss-Thematik zwischen Ovid und Schlegel.
  • Interpretation der Figur „Julius“ im Kontext des Narzissmus.
  • Erforschung der Bedeutung von Selbstliebe als Stufe zur vollendeten Gegenliebe.
  • Untersuchung der Rolle der Figur „Lucinde“ als Medium der Selbsterkenntnis.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Narziss-Geschichte in Ovids Metamorphosen

Schon bevor Publius Ovidus Naso seine „Metamorphosen“ aufschrieb und im dritten Buch die Geschichte des Narziss verarbeitete, gab es Fresken, Statuen, Schmuckstücke und andere Abbildungen des schönen Jünglings sowohl in Griechenland als auch im Römischen Reich. Die Blume Narzisse war ebenso bekannt und wurde in verschiedenen, mündlich überlieferten Mythen auch mit Narziss in Verbindung gebracht. Ovid nahm also Teile des Gehörten und Gesehenen auf, dichtete ein paar Passagen dazu (z.B. den Echo – Abschnitt) und fügte sie in seine „Metamorphosen“ ein.

Seither sind sämtliche Vorläufer dieser Sage vergessen und Ovids Version bildet die Grundlage für alle nachfolgenden literarischen Bezüge und Verarbeitungen. Seine „Metamorphosen“ wurden zum eigentlichen Mythos, zur Urgeschichte und zur Anregung für alle Künstler, die sich durch die verschiedensten Epochen mit der Narziss–Thematik befassten. Dabei erfuhr die Geschichte allerhand Stilisierungen, Beschränkungen auf ein Motiv (z.B. die Wasserszene) und Deutungsversuche. Geblieben ist trotzdem bis heute die Präsenz von Ovids Originalerzählung: Demnach sind die Nymphe Liriope und ihr Vater, der Flussgott Cephisos, die Eltern von Narcissus.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Fragestellung ein, ob Selbstliebe als Ausdruck von Egoismus oder als Grundlage für eine echte Liebesbeziehung bei Friedrich Schlegel fungiert.

2. Das Narziss-Motiv in F. Schlegels Roman „Lucinde“: Dieses Kapitel analysiert das Narziss-Motiv, indem es zunächst die antike Vorlage bei Ovid beleuchtet und anschließend auf Schlegels spezifische, modernere Verarbeitung eingeht.

2.1. Die Narziss-Geschichte in Ovids „Metamorphosen“: Dieses Unterkapitel gibt eine detaillierte Zusammenfassung der antiken Sage nach Ovid, die als Ausgangspunkt für alle späteren Adaptionen dient.

2.2. Ovid und Schlegel - ein Vergleich: Hier wird untersucht, wie Schlegel das antike Motiv in seinem Roman aufgreift, ironisiert und für seine eigene Liebeskonzeption funktionalisiert.

2.3. Der Narzissmus der Figur „Julius“: Dieses Kapitel widmet sich der Interpretation des Protagonisten Julius, dessen Suche nach Identität und Liebe durch den Spiegel des Narzissmus beleuchtet wird.

3. Schlusswort: Das Schlusswort fasst die Ergebnisse zusammen und ordnet Schlegels Liebeskonzept in den weiteren Kontext der Romantik ein.

Schlüsselwörter

Narziss-Motiv, Friedrich Schlegel, Lucinde, Selbstliebe, Ovid, Metamorphosen, Narzissmus, Julius, Identität, Gegenliebe, romantische Literatur, Selbsterkenntnis, Spiegelmotiv, Eros, Liebeskonzeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Narziss-Motiv in Friedrich Schlegels Roman „Lucinde“ und analysiert dessen Funktion in der Liebeskonzeption des Autors.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung des Narziss-Mythos von der Antike bis zur Romantik, die Begriffe der Selbstliebe und des Narzissmus sowie die Identitätssuche des Protagonisten.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist zu klären, ob Schlegel Selbstliebe als negativ wertet oder ob er sie als notwendige Bedingung für eine vollendete Gegenliebe begreift.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine textnahe literaturwissenschaftliche Analyse an, die Vergleiche mit der antiken Vorlage (Ovid) und philosophische Bezüge (u.a. Aristoteles) einbezieht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die antike Narziss-Sage, vergleicht diese mit Schlegels Roman und untersucht die narzisstischen Züge des Protagonisten Julius sowie die Rolle von Lucinde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Narzissmus, Selbstliebe, Lucinde, Identität, Spiegelmotiv und vollkommene Liebe.

Welche Rolle spielt der „Spiegel“ im Roman?

Der Spiegel fungiert als zentrales Symbol für die Selbsterkenntnis des Helden, ohne die er nicht in der Lage wäre, sich selbst und somit auch das „Du“ (Lucinde) zu erkennen.

Warum wird im Schlusswort ein Ausblick gegeben?

Der Ausblick dient dazu, das Narziss-Motiv über den Roman hinaus in Schlegels Gesamtwerk und in den zeitgenössischen Kontext der Romantik einzuordnen.

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Details

Title
Das Narziss-Motiv in Friedrich Schlegels "Lucinde"
College
University of Göttingen  (Seminar für Deutsche Philologie)
Course
Proseminar Romantische Liebe und die Kategorie Geschlecht
Grade
1,3
Author
Stefanie Manig (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V69882
ISBN (eBook)
9783638622769
ISBN (Book)
9783638844550
Language
German
Tags
Narziss-Motiv Friedrich Schlegels Lucinde Proseminar Romantische Liebe Kategorie Geschlecht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefanie Manig (Author), 2004, Das Narziss-Motiv in Friedrich Schlegels "Lucinde", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69882
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