Früher oder später wird man als Schüler, Student oder im Arbeitsleben mit der Erstellung von einer oder auch mehrerer Forschungsarbeiten konfrontiert. Dies beginnt in aller Regel mit dem Verfassen der Facharbeit im abschließenden Schuljahr und setzt sich fort an der Universität mit Hausarbeiten, Seminararbeiten oder der abschließenden Diplom-, Magister- oder Masterarbeit. Auch nach dem Studium wird die Fähigkeit zum Analysieren von Problemstellungen und deren wissenschaftliche Niederschrift und Präsentation ein immer wiederkehrendes Thema sein. Dies kann als Businessplan, Dissertation, Habilitation oder in direkter Verbindung mit der ausgeübten Tätigkeit erfolgen. In dieser Abhandlung der Thematik der Erstellung einer Forschungsarbeit wird speziell auf die Diplomarbeit eingegangen, da diese von allen Studenten an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät in Nürnberg erstellt werden muss und die entsprechenden Konzepte in verändertem Maße ebenso für alle anderen Forschungsarbeiten Gültigkeit besitzen. So wird in einem ersten Schritt ein typischer Ablauf eines Forschungsprozess dargestellt, wobei in weiteren Unterkaptitel der Arbeit dann auf die einzelnen Teilphasen näher eingegangen wird. Kapitel 2.1 umfasst den Entdeckungszusammenhang einer Forschungsarbeit und beinhaltet neben der Formulierung des Untersuchungsgegenstandes auch die Themenwahl eines solchen Projektes. Als Hauptpunkt dieser Arbeit wird in Kapitel 2.2 auf den Begründungszusammenhang eingegangen, der alle Teilschritte angefangen bei der Theoriebildung bis hin zur Datenauswertung beinhaltet, wobei hier besonderes Augenmerk auf die Phase der Konzeptualisierung und Operationalisierung gelegt wurde. Die Verwertungsphase, sprich die letztendliche Publikation und Präsentation der Forschungsergebnisse ist Bestandteil des Kapitels 2.3, ehe in Kapitel 3 ein abschließendes Resümee gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort: Notwendigkeit einer Forschungsarbeit
2. Aufbau eines Forschungsprojektes
2.1 Entdeckungszusammenhang
2.1.1 Formulierung des Forschungsgegenstandes
2.1.2 Auswahl des Themas
2.2 Begründungszusammenhang
2.2.1 Theoriebildung und Stand der Forschung
2.2.2 Konzeptualisierung, Operationalisierung, Zeitplanung und Untersuchungsplan
2.2.3 Wahl des Forschungsdesigns
2.2.4 Bestimmung der Forschungsobjekte
2.2.5 Datenspezifische Untersuchung
2.2.5.1 Datenerhebung
2.2.5.2 Datenerfassung
2.2.5.3 Datenauswertung
2.3 Verwertungszusammenhang: Publikation der Ergebnisse
3. Abschließendes Resümee: Komplexität und Herausforderung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, einen strukturierten Leitfaden für die Erstellung von Forschungsarbeiten zu bieten, indem der typische Forschungsprozess in seine forschungslogischen Phasen unterteilt und analysiert wird. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie durch methodische Planung und Konzeptualisierung die Qualität wissenschaftlicher Ergebnisse sichergestellt werden kann.
- Phasen des Forschungsprozesses (Entdeckungs-, Begründungs- und Verwertungszusammenhang)
- Methoden der Konzeptualisierung und Operationalisierung
- Wissenschaftliche Gütekriterien (Validität, Reliabilität, Intersubjektivität)
- Auswahlverfahren für Forschungsobjekte und Forschungsdesigns
- Bedeutung der Zeitplanung und Strukturierung wissenschaftlicher Projekte
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Wahl des Forschungsdesigns
Als fünfter Schritt und eng mit der Konzeptualisierung und Operationalisierung zusammenhängend ist die Wahl des Forschungsdesigns, bei der festgelegt wird, „wann, wie, wo und wie oft die empirischen Indikatoren an welchen Objekten erfasst werden“ (SCHNELL ET AL. 1993, S.223). Die letztendliche Entscheidung über die zu wählende Untersuchungsform hängt zum einen davon ab, was genau mit der Analyse erreicht werden soll, zum anderen ist das Forschungsdesign aber auch vom zeitlichen Rahmen und dem zur Verfügung stehenden Budget abhängig. Daneben gilt es zu klären, ob man in einer künstlich geschaffenen Umgebung, einem Labor, untersuchen möchte oder ob man eine so genannte Felduntersuchung durchführt und so den Forschungsobjekten ihr gewohntes Umfeld während der Erhebung überlässt und die Untersuchung nicht standardisiert (vgl. DIEKMANN 1995).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Vorwort: Notwendigkeit einer Forschungsarbeit: Einführung in die Relevanz wissenschaftlicher Arbeitsweisen für Studierende und die Zielsetzung der Arbeit zur Darstellung des Forschungsprozesses.
2. Aufbau eines Forschungsprojektes: Gliederung des Forschungsprozesses in die drei logischen Bereiche Entdeckungs-, Begründungs- und Verwertungszusammenhang.
2.1 Entdeckungszusammenhang: Erläuterung des ursprünglichen Anlasses für ein Forschungsprojekt, der Themenwahl und der Formulierung des Forschungsgegenstandes.
2.2 Begründungszusammenhang: Detaillierte Darstellung der theoretischen und methodischen Schritte, von der Literaturrecherche bis zur Datenauswertung.
2.3 Verwertungszusammenhang: Publikation der Ergebnisse: Darstellung der Notwendigkeit, Ergebnisse und Erkenntnisse wissenschaftlich korrekt zu publizieren und zu präsentieren.
3. Abschließendes Resümee: Komplexität und Herausforderung: Zusammenfassende Betrachtung der Komplexität wissenschaftlicher Forschung und der Wichtigkeit methodischer Sorgfalt.
Schlüsselwörter
Forschungsprozess, Konzeptualisierung, Operationalisierung, Forschungsdesign, Stichprobe, Datenerhebung, Datenauswertung, Wissenschaftliche Methodik, Validität, Reliabilität, Intersubjektivität, Literaturrecherche, Forschungsplanung, Begründungszusammenhang, Diplomarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen systematischen Überblick über den Ablauf eines wissenschaftlichen Forschungsprojektes und unterstützt Studierende bei der Planung und Umsetzung ihrer eigenen Forschungsarbeiten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die forschungslogische Strukturierung, die theoretische Konzeptualisierung, die methodische Operationalisierung sowie die Durchführung und Verwertung empirischer Daten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Lesern eine klare Orientierung über die notwendigen Teilschritte einer Forschungsarbeit zu geben, um so die Qualität und methodische Fundierung der Ergebnisse zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Literaturanalyse, die etablierte forschungslogische Modelle (wie z.B. das SCQA-Modell oder die Einteilung in Entdeckungs- und Begründungszusammenhang) auf den Prozess einer Diplomarbeit anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt ausführlich den Begründungszusammenhang, inklusive Theoriebildung, Erstellung eines Untersuchungsplans, Wahl des Forschungsdesigns und die spezifischen Phasen der Datenerhebung, -erfassung und -auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Forschungsprozess, Operationalisierung, Validität, Reliabilität und Forschungsdesign charakterisiert.
Warum ist die Wahl des Forschungsdesigns so entscheidend?
Das Forschungsdesign legt fest, wie, wann und wo Indikatoren erfasst werden. Es ist entscheidend für die Qualität der Analyse, muss aber gleichzeitig den finanziellen und zeitlichen Rahmen des Projektes berücksichtigen.
Welche Bedeutung haben die Gütekriterien Validität und Reliabilität?
Diese Kriterien sichern die wissenschaftliche Qualität: Validität stellt sicher, dass man das Richtige misst, während Reliabilität die Zuverlässigkeit und Wiederholbarkeit der Messung unter gleichen Bedingungen garantiert.
- Quote paper
- Johannes Weber (Author), Andreas Marquardt (Author), 2006, Moderne Methoden der Wirtschafts- und Sozialgeographie - Forschungsplanung und Konzeptualisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/69926