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Leistung und Leistungsvergleich am Beispiel schulischer Leichtathletik

Title: Leistung und Leistungsvergleich am Beispiel schulischer Leichtathletik

Examination Thesis , 2006 , 57 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Heide Kiel (Author)

Didactics - Sport, Sport Pedagogy
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Als ehemalige Wettkampfsportlerin der Leichtathletik ist es mir ein besonderes Anliegen, meinen zukünftigen Schülerinnen und Schülern „meine“ Sportart, die Leichtathletik, zu vermitteln. Rückblickend auf meinen sportlichen Werdegang ist mir vor allem der besondere Reiz der Teilnahme an Leistungsvergleichen in Erinnerung geblieben. Das Ziel meiner Teilnahme war stets eine neue persönliche Bestleistung aufzustellen und damit eine bessere Leistung zu erbringen als meine Konkurrentinnen. Während meiner Schulpraktika musste ich jedoch feststellen, dass meine Begeisterung für die Sportart Leichtathletik und insbesondere für den Leistungsvergleich nicht von allen Schülerinnen und Schülern geteilt wurde. Durch diese Erfahrungen wurde mir bewusst, dass es offensichtlich Diskrepanzen zwischen dem Leistungsverständnis in der Wettkampfsportart Leichtathletik und dem im schulischen Leichtathletikunterricht gibt. Dadurch stellten sich mir folgende Fragen:
Worin unterscheidet sich das Leistungsverständnis der Wettkampfsportart Leichtathletik von dem der schulischen Leichtathletik und wie kann bzw. sollte ich dieses in der Schule umsetzen? Darf Leistung in der Schule überhaupt gefordert werden? Wie sollten Leistungsvergleiche in der schulischen Leichtathletik aussehen? Um die genannten Fragen ausreichend diskutieren zu können, wird zunächst geklärt, was unter dem Begriff Leistung zu verstehen ist. Zu Beginn der Arbeit wird deshalb ein Blick auf die Herkunft und Bedeutung des Wortes Leistung geworfen. Im weiteren Verlauf des Kapitels 2 „Begriffsdefinition Leistung“ wird herausgearbeitet, welche Unterschiede es zwischen dem Leistungsverständnis des außerschulischen Sports und dem des Schulsports gibt. Bereits zu diesem Zeitpunkt lassen sich Probleme für die Sportlehrkraft sowie für die Schülerinnen und Schüler erahnen. Um die Schwierigkeiten zu verdeutlichen, wird im anschließenden Kapitel 3 „Stellenwert von Leistung in der Leichtathletik“ zunächst anhand der Sportart Leichtathletik aufgezeigt, wie der außerschulische Leistungsbegriff im Sport ent-standen ist und inwiefern dieser auf die schulische Leichtathletik übertragbar ist. Aus den bisherigen Abschnitten lässt sich eindeutig ein Spannungsverhältnis ablesen, z.B. unter dem Aspekt der freiwilligen sportlichen Betätigung außerhalb der Schule und der verpflichtenden Teilnahme am Sportunterricht. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Problematisierung des Themas

2. Begriffsdefinition Leistung

2.1. Etymologisierte Betrachtung

2.2. Leistungsverständnis im Sport

2.3. Leistungsbegriff im Schulsport

2.4. Fazit

3. Stellenwert von Leistung in der Leichtathletik

3.1. Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Leichtathletik

3.2. Leistung in der Leichtathletik

3.3. Zur Leistung in der schulische Leichtathletik

4. Leistung in der Schule von heute

4.1. Erzieherische Funktion von Leistung

4.2. Physiologische Begründung für eine Leistungsforderung

4.3. Voraussetzungen für einen Leistungsvollzug

4.4. Analyse des Leistungsaspekts in den gesetzlichen Vorgaben des Schulsports

4.4.1. Grundsätze und Bestimmungen des Schulsports

4.4.2. Rahmenrichtlinien für die schulische Leichtathletik

5. Leistungsvergleich in der Leichtathletik

5.1. Zum Leistungsvergleich in der Leichtathletik

5.2. Der Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik

5.3. Besonderheiten des Leistungsvergleichs in der schulischen Leichtathletik

6. Empfehlungen für eine schülergerechte Erfahrbarkeit von Leistung und Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik

6.1. Ansprüche an den schulischen Leichtathletikunterricht

6.2. Zur Rolle der Sportlehrkraft in der schulische Leichathletik

6.3. Leichtathletik stufenspezifisch unterrichten

6.4. Unterrichtsbeispiele für leichtathletische Leistungsvergleiche

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen dem Leistungsbegriff in der wettkampforientierten Leichtathletik und den pädagogischen Anforderungen im schulischen Sportunterricht, um Ansätze für eine schülergerechte Leistungsvermittlung zu entwickeln.

  • Differenzierung zwischen produktorientierten und prozessorientierten Leistungsbegriffen
  • Bedeutung von Leistungserziehung im Schulsport unter Berücksichtigung physiologischer und erzieherischer Aspekte
  • Analyse der gesetzlichen Vorgaben für den niedersächsischen Sportunterricht
  • Methodische Gestaltung von Leistungsvergleichen unter Berücksichtigung unterschiedlicher Bezugsnormen
  • Strategien für einen stufenspezifischen und schülermotivierenden Leichtathletikunterricht

Auszug aus dem Buch

2. Begriffsdefinition Leistung

Bereits mehrfach wurde das Wort Leistung etymologisch betrachtet und es besteht eine weitgehende Übereinstimmung hinsichtlich der Ableitung des Begriffs. Dennoch entstanden verschiedene Interpretationen. Von der Herkunft des Wortes Leistung allein kann nicht direkt auf eine allgemeine Bedeutung geschlossen werden, ist die Aussage von Gaude und Teschner (1971) sowie von Ziegenspeck (1973). Die genannten Autoren verweisen auf die „semantische Mehrdeutigkeit“ (Gaude & Teschner 1971, 1; Ziegenspeck 1973, 13) des Wortes, dessen Ursprung sowohl in dem gotischen „laistjan“ (= folgen, nachfolgen) als auch in der indogermanischen Wurzel „lis“ (= gehen) und in dem gotischen „lais“ (= ich weiß) zu suchen ist.

Baumann deutet den Begriff Leistung aus etymologischer Sicht demnach als Ausführung einer Tätigkeit bzw. Handlung, wobei er den Begriff zum Zeitpunkt seiner Textverfassung im Jahr 1981 als Resultat und Erfolg von Arbeit definiert. Baumanns Aussage unterstreicht den Wandel der Bedeutung des Wortes Leistung im Laufe der Geschichte. Dies wird in der Untersuchung zum pädagogischen Problem der Leistung von Furck (1972), der von einem „Bedeutungswandel“ (Furck 1972, 19) des Begriffs Leistung spricht, bestätigt.

In der Literatur werden derzeit zwei verschiedene Grundauffassungen des Leistungsbegriffs diskutiert. Unterschieden wird zwischen dem produktorientierten bzw. statischen und dem prozessorientierten bzw. dynamischen Leistungsbegriff. Tillmann und Vollstädt (1999) beschreiben dieses als „doppeltes Leistungsverständnis“ (Tillmann & Vollstädt 1999, 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Problematisierung des Themas: Die Autorin legt ihre Motivation dar, Diskrepanzen zwischen dem Leistungsverständnis im Sportverein und im Schulsport zu untersuchen.

2. Begriffsdefinition Leistung: Es wird zwischen produktorientierter und prozessorientierter Leistung unterschieden, wobei für die Schule die Prozessorientierung als zentral identifiziert wird.

3. Stellenwert von Leistung in der Leichtathletik: Das Kapitel beleuchtet den historischen Hintergrund der Sportart und betont die starke Wettkampforientierung als Kernmerkmal.

4. Leistung in der Schule von heute: Die Leistungsforderung im Sportunterricht wird durch erzieherische und physiologische Funktionen legitimiert und anhand gesetzlicher Vorgaben in Niedersachsen analysiert.

5. Leistungsvergleich in der Leichtathletik: Verschiedene Bezugsnormen (wettkampforientiert, sozial, individuell, normorientiert, sachorientiert) werden auf ihre Übertragbarkeit in den Schulsport geprüft.

6. Empfehlungen für eine schülergerechte Erfahrbarkeit von Leistung und Leistungsvergleich in der schulischen Leichtathletik: Die Autorin leitet konkrete Regeln für die Unterrichtspraxis ab, um Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern und Motivation zu sichern.

7. Zusammenfassung: Die Arbeit fasst die wichtigsten Ergebnisse zur Notwendigkeit eines pädagogisch gefilterten Leistungsbegriffs im schulischen Leichtathletikunterricht zusammen.

Schlüsselwörter

Leistung, Leistungsvergleich, Schulsport, Leichtathletik, Prozessorientierung, Produktorientierung, Bezugsnorm, Sportpädagogik, Motivationsförderung, Leistungsbewertung, Sportunterricht, Niedersachsen, Gymnasiale Schulform, Individuelle Förderung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie das Thema Leistung und Leistungsvergleich im Sportunterricht der Schule – konkret am Beispiel der Leichtathletik – pädagogisch sinnvoll und motivierend umgesetzt werden kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Begriffsdefinition von Leistung, die Rolle der Sportlehrkraft, die Analyse gesetzlicher Rahmenrichtlinien und die Anwendung verschiedener Bezugsnormen im Leichtathletikunterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, einen Weg zu finden, wie Schülerinnen und Schüler positive Leistungserfahrungen in einer Sportart sammeln können, die traditionell stark durch objektive Leistungsmessung und Wettkampf geprägt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf der Analyse sportpädagogischer Literatur und fachdidaktischer Konzepte basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung (Leistungsbegriffe), die Analyse der schulischen Bedingungen, den Vergleich verschiedener Bezugsnormen und die Formulierung praktischer Empfehlungen für den Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Leistung, Schulsport, Leichtathletik, Prozessorientierung, Bezugsnormen, individuelle Förderung und Motivation.

Warum wird im Schulsport ein anderer Leistungsbegriff als im Vereinssport gefordert?

Im Vereinssport steht oft das objektive Resultat (Produkt) im Vordergrund, während die Schule einen Erziehungsauftrag hat, der die individuelle Persönlichkeitsentwicklung, Chancengleichheit und den Umgang mit Misserfolgen priorisiert.

Welche Bedeutung hat die individuelle Bezugsnorm laut der Arbeit?

Sie ist entscheidend, um auch leistungsschwächeren Schülerinnen und Schülern durch den Vergleich mit ihrem eigenen Fortschritt motivierende Erfolgserlebnisse zu ermöglichen, anstatt sie nur am Leistungsniveau der Klassenkameraden zu messen.

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Details

Title
Leistung und Leistungsvergleich am Beispiel schulischer Leichtathletik
College
University of Hannover
Grade
2,0
Author
Heide Kiel (Author)
Publication Year
2006
Pages
57
Catalog Number
V70303
ISBN (eBook)
9783638615549
Language
German
Tags
Leistung Leistungsvergleich Beispiel Leichtathletik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Heide Kiel (Author), 2006, Leistung und Leistungsvergleich am Beispiel schulischer Leichtathletik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70303
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