Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Repräsentation von Frauen an öffentlichen Bildungseinrichtungen. Verschiedene Ideen, Theorien und Annahmen aus der Parlamentsforschung dienen dieser Arbeit als Grundlage, um die Hierarchiediskriminierung von Frauen in öffentlichen Bildungseinrichtungen exemplarisch an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg zu testen.
Aus der grundlegenden Annahme der sinkenden Repräsentation von Frauen in steigenden Karriere- und Repräsentationsformen, wird ein Hierarchiediskriminierungs-Indikator entwickelt. Mit der Hilfe einer Regressionsanalyse beschreibt und vergleicht der Indikator die HD in verschiedenen Universitäten, Fakultäten oder Institutionen.
Die Arbeit beantwortet dabei folgende Leitfrage: Wie stark ist die Hierarchiediskriminierung in wissenschaftlichen Berufen an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg?
Vornehmlich aus der Literatur der Parlamentsforschung werden Hypothesen und Annahmen über die Hierarchiediskriminierung von Frauen im akademischen und wissenschaftlichen Raum entwickelt.
Es werden folgende Hypothesen in dieser Arbeit getestet:
1. Die Repräsentation von Frauen in Hochschulen kann als lineares Muster verstanden werden.
2. Bei steigendem wissenschaftlichem Rang sinkt die Repräsentation von Frauen an der Universität Bamberg
3. In allen Fakultäten, die sich mit traditionellen Frauenthemen beschäftigen, ist die generelle Frauenquote höher als in anderen Fakultäten.
4. In allen Fakultäten, die eine hohe Frauenquote bei ihren Mitarbeitern haben, sinkt die Frauenquote geringfügiger im Verlauf der Hierarchieränge als bei anderen Fakultäten.
5. Je weniger Arbeitsplätze es innerhalb eines Hierarchierangs gibt, desto geringer ist auch dessen Frauenquote.
Inhaltsverzeichnis
Exposé
Einleitung
Literaturüberblick
Repräsentation von Frauen in politischen Parlamenten
Definitionen und Grundbegriffe
Grundliteratur und Kernaussagen
Repräsentation von Frauen in akademischen Berufen
Theorie
Lineare Muster und Effekte
Annahmen und Mechanismen
Hypothesenentwicklung
Hierarchien an öffentlichen Hochschulen
Abhängige und unabhängige Variablen
Methode und Daten
Daten und Strukturierung
Mathematische Methoden
Analyse
Analyse der ersten Hypothese
Analyse der zweiten Hypothese
Analyse der dritten Hypothese
Analyse der vierten Hypothese
Analyse der fünften Hypothese
Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Hierarchiediskriminierung von Frauen an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, indem sie auf Basis der Parlamentsforschung ein Modell zur Analyse von Frauenanteilen entlang akademischer Karrierepfade entwickelt und testet, um das Ausmaß der Benachteiligung in verschiedenen Hierarchierängen und Fakultäten zu quantifizieren.
- Deskriptive Analyse der Frauenrepräsentation an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg.
- Entwicklung und Anwendung eines Hierarchiediskriminierungs-Indikators mittels Regressionsanalyse.
- Vergleich von Karriereverläufen innerhalb verschiedener Fakultäten (HuWi, SoWi, GuK, WIAI).
- Testung von fünf Hypothesen zum Zusammenhang von Hierarchierang, Fachkultur und Frauenquote.
- Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der aktuellen geschlechtersoziologischen Hochschulforschung.
Auszug aus dem Buch
Hierarchien an öffentlichen Hochschulen
Um die Diskriminierung von Frauen innerhalb einer Institution zu messen, müssen die vorhandenen Arbeitsstellen in eine klare Hierarchie geordnet werden (Tolley 2011, S. 574). Innerhalb dieser Hausarbeit wird zur Bildung einer Hierarchie ein idealtypischer Karriereverlauf nachgestellt (Lind und Löther, S. 251).
Jede Form der Politik ist charakterisiert in einer Form der Hierarchie. Diese Hierarchie wird meist durch vorhandene Ressourcen, Einfluss, Prestige oder Entscheidungsspielraum strukturiert (Tolley 2011, S. 574).
In der Wissenschaft gibt es eine klare offiziell strukturierte Hierarchie, die durch Aufstiegsbedingungen institutionell festgelegt ist. Die Studiendauer ist im Durchschnitt sechs Jahren lang. Die Habilitationsdauer liegt durchschnittlich bei sechs Jahren. Der Übergang von der Habilitation in die Professur dauert meistens zwei Jahre. Die angenommene Promotionsdauer ist vier Jahre. Im Durchschnitt sind Professoren bei Ihrer Ernennung 41,1 Jahre alt (Lind und Löther, S. 251). Eine Professur ist ebenfalls unterteilt in C1 bis C4 Professuren.
Insgesamt wird also von einer idealtypischen Qualifikationsdauer zwischen Studienbeginn und Berufung auf eine Professur von 18 Jahren ausgegangen (Lind und Löther, S. 251). Im Zusatz zu den genannten Daten hat das CEWS innerhalb einer retroperspektiven Verlaufsanalyse (Lind und Löther, S. 249) einen idealtypischen Karriereverlauf hergeleitet (Lind und Löther, S. 250). Dieser entwickelte Karriereverkauf wird in dieser Arbeit als Basis für die hierarchische Strukturierung und Sortierung genommen. Aus diesen Strukturen können folgende Hierarchieränge entwickelt werden:
Zusammenfassung der Kapitel
Exposé: Das Kapitel erläutert die Forschungsintention, die Leitfrage sowie die fünf Hypothesen zur Hierarchiediskriminierung an der Universität Bamberg.
Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Unterrepräsentation von Frauen im Wissenschaftsbetrieb ein und stellt die methodische Vorgehensweise mittels Regressionsanalyse dar.
Literaturüberblick: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über relevante Theorien aus der Parlamentsforschung und den aktuellen Forschungsstand zu Frauen in akademischen Berufen.
Theorie: Hier werden die Mechanismen der Hierarchiediskriminierung diskutiert und die theoretische Grundlage für die Hypothesenbildung erarbeitet.
Methode und Daten: Das Kapitel beschreibt die Herkunft der verwendeten Datensätze der CEWS-Datenbank sowie die mathematische Anwendung der linearen Regressionsanalyse.
Analyse: In diesem Hauptteil werden die fünf Hypothesen basierend auf den erhobenen Daten der Universität Bamberg systematisch getestet und ausgewertet.
Zusammenfassung: Das Fazit fasst die empirischen Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen der deskriptiven Analyse und gibt Ausblicke für zukünftige Forschungsansätze.
Schlüsselwörter
Hierarchiediskriminierung, Frauenquote, Otto-Friedrich-Universität Bamberg, Regressionsanalyse, akademische Karriere, Parlamentsforschung, Hierarchierang, Gender Studies, Gleichstellung, Wissenschaftsbetrieb, Karriereverlauf, Frauenrepräsentation, Fakultätsvergleich, Hochschulpolitik, Bestimmtheitsmaß.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die geschlechterspezifische Hierarchiediskriminierung an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg durch eine deskriptive Analyse der Frauenanteile in verschiedenen akademischen Hierarchierängen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Repräsentation von Frauen in der Wissenschaft, der Einfluss von Fachkulturen auf Karrierechancen und der Vergleich von Hierarchierängen mittels statistischer Methoden.
Was ist die zentrale Forschungsfrage?
Die Leitfrage lautet: Wie stark ist die Hierarchiediskriminierung in wissenschaftlichen Berufen an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Studie nutzt primär lineare Regressionsanalysen sowie Zusammenhangsanalysen von Datensätzen der CEWS und Jahresberichten der Universität.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Testung von fünf Hypothesen, die Zusammenhänge zwischen Hierarchierang, Frauenanteil bei Studierenden/Angestellten und dem Grad der Diskriminierung untersuchen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hierarchiediskriminierung, Frauenquote, akademische Karriere, Regressionsanalyse und Hochschulpolitik.
Welche Rolle spielt die Parlamentsforschung für die Untersuchung?
Die Parlamentsforschung dient als theoretisches Fundament, um Mechanismen der Unterrepräsentation auf den akademischen Kontext zu übertragen und Hypothesen zur "Hierarchiediskriminierung" zu entwickeln.
Zu welchem Ergebnis kommt die Analyse der zweiten Hypothese?
Die Analyse bestätigt vollständig, dass an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg ein negativ linearer Zusammenhang zwischen dem wissenschaftlichen Hierarchierang und der Frauenquote existiert.
Wie korrelieren der Studentinnenanteil und die Frauenquote der Angestellten?
Die Untersuchung zeigt einen positiven linearen Zusammenhang: Fakultäten mit einem hohen Anteil an Studentinnen weisen tendenziell auch eine höhere Frauenquote unter den Angestellten auf.
Was schlägt der Autor für zukünftige Forschung vor?
Es wird empfohlen, über die rein deskriptive Analyse hinaus höhere Messebenen zu untersuchen und zeitliche Entwicklungen der Hierarchiediskriminierung durch Längsschnittanalysen stärker zu berücksichtigen.
- Citation du texte
- Ben Kohz (Auteur), 2017, Hierarchiediskriminierung von Frauen an öffentlichen Bildungseinrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704240