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Der symbolische Interaktionismus nach Mead und die Habitustheorie nach Bourdieu

Wie vollzieht sich Sozialisation nach Mead bzw. Bourdieu und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das pädagogische Handeln im schulischen Kontext?

Título: Der symbolische Interaktionismus nach Mead und die Habitustheorie nach Bourdieu

Trabajo Escrito , 2020 , 18 Páginas , Calificación: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor)

Pedagogía - Sociología pedagógica
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Die Frage nach dem Werden eines Menschen treibt Pädagog*innen und Soziolog*innen seit Jahrhundert um und es entstanden immer wieder Theorien, welche große Auswirkungen auf das pädagogische Handeln der jeweiligen Epoche hatten. Auch das Seminar, in welchem Zusammenhang diese Hausarbeit entstand, widmete sich mit dem Thema ‚Theorien der Sozialisation‘.
Sozialisation wird verstanden als „Persönlichkeitsentwicklung im sozialen und kulturellen Kontext und eine Form der stets spannungsreichen Konstruktion der Biografie und der Behauptung der Identität in der Umwelt im teilweisen Widerspruch zur »ärgerlichen Tatsache der Gesellschaft« (Dahrendorf)“ (Hurrelmann & Bauer 2015, 18).

Um der Verschiedenheit dieser Theorien zur Persönlichkeitsentwicklung produktiv zu begegnen und pädagogische Konsequenzen abzuleiten, fokussiert diese Hausarbeit die beiden bedeutenden Sozialisationstheorien nach Mead und Bourdieu. Dafür werden die beiden Theorien im Folgenden zunächst detailliert dargestellt und erläutert. Darauf aufbauend erfolgt der Vergleich der Theorien im Hinblick auf die Bereiche Individualität, Identität und Perspektivübernahme. Diese Schwerpunktsetzung wurde gewählt, da diese drei Bausteine elementar für die Sozialisationsmodelle erscheinen und da sich wesentliche Unterschiede der Theorien entlang dieser drei Elemente herausarbeiten lassen.

Die Erkenntnisse werden anschließend in pädagogische Handlungslinien überführt, um die verschiedenen Konsequenzen für die schulpraktische Arbeit sichtbar zu machen. Abschließend werden die Ergebnisse in einem Fazit zusammenfasst.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der symbolische Interaktionismus – die Sozialtheorie von George Herbert Mead

2.1 Zeichen, Gesten und Symbole

2.2 Das Selbst und seine strukturellen Bestandteile – I, Self und Me

2.3 Die Rollenübernahme nach Mead: „Taking the role of the other“

2.3.1 Das Play & das Game

3. Die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu

3.1 Das Kapital

3.2 Der soziale Raum

3.3 Der Habitus

3.4 Die sozialen Klassen

4. Vergleich

5. Bedeutung für die schulische Praxis

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit vergleicht die Sozialisationstheorien von George Herbert Mead und Pierre Bourdieu, um deren unterschiedliche Menschenbilder zu beleuchten und daraus Handlungskonsequenzen für den pädagogischen Alltag in Schulen abzuleiten.

  • Symbolischer Interaktionismus nach Mead
  • Habitustheorie nach Bourdieu
  • Konzepte von Identität und Individualität
  • Mechanismen der Perspektivübernahme
  • Schulpraktische Interventionsmöglichkeiten

Auszug aus dem Buch

3.3 Der Habitus

Bourdieu erklärt den Habitus als ein erworbenes System von Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata (vgl. Bourdieu 1976, 165). Der Habitus wird bei jedem Menschen im Laufe der familiären Sozialisation gebildet. Diese Aneignung der Schemata geschieht dabei aber nicht bewusst, sodass sie auch nicht aktiv beeinflusst werden kann. Ganz im Gegenteil, schon vor der Geburt erfolgt im Leib der Mutter die Entwicklung des Habitus. Er wird also allen Menschen bereits in die Wiege gelegt.

Durch den Habitus werden Gewohnheiten des Umfeldes beobachtet und übernommen, sodass das Individuum in bestimmten Situationen ähnlich wie die Menschen in seinem Umfeld handelt und auf diese beobachteten Gewohnheiten unbewusst zurückgreift. Die sozialen Akteure gehen zwar davon aus, dass sie völlig selbstbestimmt handeln, aber niemand kann sich den steuernden Automatismen des Habitus entziehen. So bildet das Individuum einen Handlungs- und Lebensstil aus, der sich in vielen Lebensbereichen ablesen lässt, wie z. B. dem Kunstgeschmack, aber auch religiösen und politischen Einstellungen (vgl. Bourdieu 1993, 180).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Sozialisationstheorien ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Unterschiede zwischen Mead und Bourdieu für die Schule fruchtbar zu machen.

2. Der symbolische Interaktionismus – die Sozialtheorie von George Herbert Mead: Dieses Kapitel expliziert Meads Theorie, wobei der Fokus auf Zeichen, Symbolen, dem Selbst (I, Self, Me) und dem Prozess der Rollenübernahme liegt.

3. Die Sozialtheorie von Pierre Bourdieu: Das Kapitel erläutert Bourdieus zentrale Konzepte des Kapitals, des sozialen Raums, des Habitus und der sozialen Klassen als Strukturen, die das Handeln prägen.

4. Vergleich: Hier werden die Ansätze von Mead und Bourdieu gegenübergestellt, wobei insbesondere die verschiedenen Sichten auf Individualität, Identität und die Fähigkeit zur Perspektivübernahme herausgearbeitet werden.

5. Bedeutung für die schulische Praxis: Dieses Kapitel übersetzt die theoretischen Erkenntnisse in pädagogische Handlungsoptionen, wie etwa Infrastrukturförderung (Bourdieu) oder Rollenspielmethoden (Mead).

6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Unterschiede zusammen und plädiert für einen integrativen Ansatz bei der pädagogischen Arbeit mit Schülern.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Mead, Bourdieu, Symbolischer Interaktionismus, Habitus, Identität, Rollenübernahme, Sozialer Raum, Kapitalformen, Pädagogik, Schulpraxis, Distinktion, Selbst, Sozialverhalten, Perspektivwechsel

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Sozialisation nach den unterschiedlichen Ansätzen von George Herbert Mead und Pierre Bourdieu verläuft und welche Implikationen dies für die pädagogische Arbeit in der Schule hat.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Analyse konzentriert sich auf die Begriffe Identität, Individualität und die Fähigkeit der Perspektivübernahme innerhalb der jeweiligen theoretischen Rahmenwerke.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist ein theoretischer Vergleich, um aufzuzeigen, wie Lehrer ihre Lehrmethoden anpassen können, je nachdem, ob sie den Menschen als aktiven Gestalter (Mead) oder als durch Strukturen geprägtes Wesen (Bourdieu) betrachten.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische vergleichende Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien von Mead und Bourdieu, ihren Vergleich sowie die Ableitung konkreter schulischer Handlungskonzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Sozialisation, Habitus, symbolischer Interaktionismus, Identitätsentwicklung und schulpraktische Anwendung.

Welche Rolle spielen die "Kapitalformen" in Bourdieus Theorie laut dieser Arbeit?

Sie dienen als Grundlage für die Positionierung eines Individuums im sozialen Raum und bestimmen maßgeblich dessen Handlungsspielräume.

Warum hält der Autor Rollenspiele für ein wichtiges Instrument nach Mead?

Weil Rollenspiele laut Mead die Identität bilden und das "reflektierte Ich" stärken, indem sie das Hineinversetzen in andere Perspektiven trainieren.

Wie unterscheidet sich der Blick auf die "Individualität" bei den beiden Autoren?

Mead sieht den Menschen als aktiven Gestalter seiner Umwelt, während Bourdieu das Individuum als durch den sozialen Raum und den Habitus stark begrenzt betrachtet.

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Detalles

Título
Der symbolische Interaktionismus nach Mead und die Habitustheorie nach Bourdieu
Subtítulo
Wie vollzieht sich Sozialisation nach Mead bzw. Bourdieu und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das pädagogische Handeln im schulischen Kontext?
Universidad
University of Cologne  (Humf)
Calificación
1,7
Autor
Anonym (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
18
No. de catálogo
V704363
ISBN (Ebook)
9783346185464
ISBN (Libro)
9783346185471
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bourdieu Sozialisation Mead Vergleich Habitus Habitustheroie symbolischer Interaktionismus
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anonym (Autor), 2020, Der symbolische Interaktionismus nach Mead und die Habitustheorie nach Bourdieu, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704363
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