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Die Verbindung von Heilsgeschichte und Opferlegende - das Kindsblutmotiv im 'Armen Heinrich' von Hartmann von Aue

Title: Die Verbindung von Heilsgeschichte und Opferlegende - das Kindsblutmotiv im 'Armen Heinrich' von Hartmann von Aue

Term Paper , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Nicole Dietrich (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Nach altem Volksglauben wurde dem Blut, dem roten Lebenssaft, eine beson-dere Kraft und heilsame Wirkung zugesprochen. Schon das Alte Testament verweist auf den Sitz des Blutes im Leben und in der Seele (3. Mose 17,11). In der mittelalterlichen Literatur findet man Geschichten, in denen die Heilung des Aussatzes durch ein Bad im Blut von unschuldigen Kindern thematisiert wird. Das Aussatzmotiv und die Heilung durch herzebluot greift Hartmann von Aue in seinem Werk „Der arme Heinrich“ auf.
Meine Arbeit beschreibt in einem kurzen Exkurs, welches furchtbare Los die Erkrankung am Aussatz für einen Menschen zur damaligen Zeit darstellte. Nach einem inhaltlichen Überblick werde ich den „Armen Heinrich“ im Hinblick auf die Ursache der Erkrankung, die Opferbereitschaft des Mädchens, die Ablehnung bzw. die Annahme des Opfers, die Heilung und die Wandlung beleuchten.
Es gibt zwei Grundtypen von mittelalterlichen Aussatzgeschichten: den Barm-herzigkeitstypus , der durch die heilsgeschichtliche „Silvesterlegende“ vertreten wird und die Freundschaftssage, die sich in der Sage von den opferbereiten Freunden „Amis und Amiles“ wiederfindet. Ich werde von beiden Modellen einen inhaltlichen Überblick geben und abschließend die Erzählmodelle in Bezug auf die vier oben genannten Leitgedanken mit dem „Armen Heinrich“ vergleichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aussatz im Mittelalter

3. „Der arme Heinrich“

3.1 Inhalt

3.2 Vier Beobachtungsschwerpunkte

3.2.1 Das Aussatzmotiv

3.2.2 Das Opfer durch die maget

3.2.3 Die Annahme des Opfers durch Heinrich

3.2.3.1 Heinrichs erste Entscheidung

3.2.3.2 Heinrichs zweite Entscheidung

3.2.4 Die Ursache der Heilung

4. Aussatzlegenden

4.1 Die „Silvesterlegende“ in der Legenda aurea

4.1.1 Der Vergleich zum „Armen Heinrich“

4.2 „Amis und Amiles“

4.2.1 Der Vergleich zum „Armen Heinrich“

5. Die Verbindung der Heilsgeschichte und Opferlegende

6. Schlussworte

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verbindung von Heilsgeschichte und Opferlegende in Hartmann von Aues Werk „Der arme Heinrich“. Dabei wird analysiert, wie der Autor das Aussatzmotiv und die Heilung durch das Blut einer Jungfrau nutzt, um eine lehrreiche Erzählung über christlich-menschliches Handeln, Schuld und Erlösung zu formen.

  • Die Darstellung des Aussatzes im Mittelalter als soziales und religiöses Stigma.
  • Die Analyse der zentralen Figuren Heinrich und die namenlose Magd.
  • Der Vergleich mit literarischen Modellen wie der „Silvesterlegende“ und „Amis und Amiles“.
  • Die Rolle der Opferbereitschaft und der inneren Wandlung (Conversio) des Protagonisten.
  • Die Bedeutung von christlichen Symbolen wie dem herzebluot.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Das Aussatzmotiv

Zu Beginn der Erzählung wird Heinrich dem Leser als ein Idealbild eines ritterlich-höfischen Menschen vorgestellt. Er besitzt zahlreiche Tugenden, wie Ehre, Treue, Weisheit und Großzügigkeit, dass er ein Bild eines einzig positiven Mannes widerspiegelt. Er genießt ein hohes Ansehen, ist klug und gebildet und von hoher Abstammung:

„an dem enwas vergezzen / deheiner der tugent, / die ein ritter in sîner jugent / ze vollem lobe haben sol. / (...) / âne alle missewende / stuont sîn êre und sîn leben. / (...)er was ein bluome der jugent, / der weltvreude ein spiegelglas, / stæter triuwe ein adamas, / ein ganziu krône der zuht. / (...) / der milte ein glîchiu wâge: / (...) / er was hövesch unde wîs.“ (Vers 32 bis 74)

Plötzlich befällt ihn die miselsuht (Vers 119). „Die ihn einst geliebt, ja, vergöttert haben, meiden ihn nun voll Abscheu. Aus dem Herren Heinrich ist der ´arme´ Heinrich geworden.“ Mit dem Bild des biblischen Absaloms (Vers 85) zeichnet Hartmann den Fall seines Protagonisten sehr bildhaft. Dem Leser stellt sich die Frage nach dem Ursprung der Krankheit, denn auf den ersten Blick ist im Leben Heinrichs keine Sündhaftigkeit zu erkennen, im Gegenteil, er ist doch ein fehlloser, liebenswerter guter Mensch! Dass die Krankheit von Gott kommt, steht außer Frage.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Thema der Aussatzheilung durch unschuldiges Blut und Vorstellung der zentralen Leitfragen.

2. Aussatz im Mittelalter: Darstellung der Krankheit Lepra als soziales Stigma und biblisch interpretierte Strafe Gottes.

3. „Der arme Heinrich“: Inhaltliche Zusammenfassung und detaillierte Analyse der Figuren sowie der entscheidenden Wandlungsprozesse.

4. Aussatzlegenden: Vergleichende Untersuchung der Erzählmuster aus der „Silvesterlegende“ und der Sage „Amis und Amiles“.

5. Die Verbindung der Heilsgeschichte und Opferlegende: Synthese der zwei Erzählmodelle, durch die Hartmann religiöse Tiefe und christliche Nächstenliebe betont.

6. Schlussworte: Fazit zur Bedeutung des herzebluot-Motivs als christliches Symbol und Wirksamkeit der Erzählung über das Mittelalter hinaus.

Schlüsselwörter

Der arme Heinrich, Hartmann von Aue, Aussatz, Lepra, Mittelalter, Heilsgeschichte, Opferlegende, Kindsblutmotiv, herzebluot, Conversio, Schuld, Erlösung, ritterlich-höfische Literatur, Legenda aurea, Amis und Amiles.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Hartmann von Aues Werk „Der arme Heinrich“ unter dem Aspekt der Verschränkung von heilsgeschichtlichen Motiven mit dem Stoff der Opferlegenden.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Mittelpunkt stehen das mittelalterliche Verständnis von Aussatz, die moralische Wandlung des Ritters Heinrich und die literarische Funktion der Opferbereitschaft der Magd.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie Hartmann durch die Kombination verschiedener Erzähltraditionen den religiös-mystischen Gehalt seines Werkes steigert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine literaturgeschichtliche Analysemethode, die den Text im Kontext mittelalterlicher Sagen und Legenden vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine inhaltliche Exegese des „Armen Heinrich“, eine Untersuchung des Aussatzmotivs sowie einen Vergleich mit der „Silvesterlegende“ und „Amis und Amiles“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Kernbegriffe sind Aussatz, Opferlegende, Erlösung, Schuld, christliche Symbolik und die literarische Adaption durch Hartmann von Aue.

Wie deutet die Autorin Heinrichs Krankheit?

Sie interpretiert die Krankheit nicht als zufälliges Leiden, sondern – gestützt auf Forschungsliteratur – als eine Form der göttlichen Prüfung aufgrund von Hochmut und Selbstgerechtigkeit.

Welche Rolle nimmt das Mädchen in der Erzählung ein?

Das Mädchen wird als eine zentrale Figur analysiert, die nicht nur funktional für die Heilung steht, sondern durch ihre radikale Opferbereitschaft ein christliches Gegenbild zu Heinrichs anfänglicher Weltlust darstellt.

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Details

Title
Die Verbindung von Heilsgeschichte und Opferlegende - das Kindsblutmotiv im 'Armen Heinrich' von Hartmann von Aue
College
Bielefeld University
Grade
1,7
Author
Nicole Dietrich (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V70440
ISBN (eBook)
9783638615990
Language
German
Tags
Verbindung Heilsgeschichte Opferlegende Kindsblutmotiv Armen Heinrich Hartmann
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nicole Dietrich (Author), 2005, Die Verbindung von Heilsgeschichte und Opferlegende - das Kindsblutmotiv im 'Armen Heinrich' von Hartmann von Aue, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70440
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