Verdrängung

Ein kurzer Überblick zu den psychoanalytischen Grundlagen


Referat (Ausarbeitung), 2006

11 Seiten, Note: max. Punktzahl


Leseprobe

Inhalt

Die Verdrängung

1. Das topographische Modell

2. Das Drei-Instanzen-Modell

3. Die Triebtheorie

4. Der Konflikt

5. Die Verdrängung
5.1. Einführung
5.2. Verdrängung in der frühen Kindheit
5.4. Die Verdrängung als Trieb
5.5. Die Aufhebung der Verdrängung

6. Fragen

7. Literatur

Die Verdrängung

Die Verdrängung stellt einen dynamischen Prozess dar, der im psychoanalytischen Modell des psychischen Apparates anzusiedeln ist. Bevor dieser Einzelaspekt zur Darstellung kommt, soll das psychoanalytische Modell noch einmal in Erinnerung gerufen werden. Dieses gliedert sich in zwei Teile:

1. Das topographische Modell

klassifiziert psychische Inhalte in Abhängigkeit ihres Bewusstheitsgrads und fasst sie zu Systemen zusammen, die untereinander durch einen Zensor geregelt werden:

Das System Bewusstsein (Bw) umfasst alle dem Bewusstsein zugänglichen seelischen Inhalte und lässt sich als eine Ich-Funktion verstehen. Das heisst, mittels den kognitiven Prozessen Denken, Erinnern, Planen, Schlussfolgern und Urteilen werden in diesem System innere (im psychophysischen Bereich) und äussere (in der Umwelt) Reizkonfigurationen zugunsten optimaler Anpassung, Integration und Bedürfnisregulierung verarbeitet. Dem Bw schliesst sich das Vorbewusste (Vbw) an, hier lagern all jene psychischen Inhalte, die zwar momentan nicht bewusst sind, die jedoch willentlich und unwillentlich jederzeit abrufbar sind (Erlerntes und Erfahrungen, die nur in bestimmten Situationen zum Einsatz kommen: z. B. das Steuern eines Autos). Bw und Vbw sind wiederum aus dem Unbewussten (Ubw) gediehen, welches den Raum aller nicht zugänglichen psychischen Inhalte umfasst. Im Ubw siedeln sowohl das Urverdrängte (Freud 1915b, S. 250f), also der Teil des Ubw, der nie bewusst war (d.h. archaische und vorsprachliche Inhalte) als auch verdrängte verfemte Emotionen und Vorstellungen, die teils bewusst, teils nie bewusst waren, und die aus der bewussten Erinnerung eliminiert wurden. Dieses Wegdrücken unerwünschter Bewusstseinsinhalte lässt auf einen Konflikt zwischen den Instanzen schliessen:

2. Das Drei-Instanzen-Modell

gliedert die menschliche Psyche in drei Teile, die ineinander wirken und in Konflikt geraten können. Der Kernbestandteil dieses Modells ist das Ich, es entspricht dem massgeblichen Steuerungs-, Regulations- und Kontrollorgan der Persönlichkeit, ein starkes und autonomes Ich gewährleistet eine relativ symptomfreie Verarbeitung von Triebimpulsen und Affekten unter Berücksichtigung des Realitätsprinzips (vs. Lustprinzip). Das Ich entwickelt sich via Körper, Sinne, Emotionen und Intellekt ab der Zeugung weit über die Adoleszenz hinaus (Individuierung via Einbettung-Positionierung-Kontrolle) mit dem Ziel, ein Teil einer Gemeinschaft zu werden. Das Ich vermittelt auch zwischen den Instanzen Es und Über-Ich. Das Es gilt als das Energiereservoir der Persönlichkeit, in ihm sind die angeborenen Triebe und die Grundaffekte beheimatet, hier dominiert das Lustprinzip und das primärprozesshafte und sensumotorisch (Dornes 2003, S.49) geformte Denken. Das Es wird teilweise mit dem Ubw gleichgesetzt, andere begreifen das Ubw als einen Teil des Es. Inhalte aus dem Es sind nur über Deutungsarbeit zugänglich (siehe Traumdeutung). Dem Über-Ich werden die Funktionen des Gewissens und der Selbstbeobachtung zugeschrieben, das Über-Ich kann ich-unterstützend und orientierungsvermittelnd wirken, aber auch verbietend, richtend und zensurierend, es entwickelt sich bewusst und unbewusst aus familiären und kulturellen Geboten und Verboten, Wert- und Idealvorstellungen.

Freud verwendet für das Drei-Instanzen-Modell die Metapher vom Reiter (Ich) auf dem Rücken eines Pferdes (Es) unter der Aufsicht des Reitlehrers (Über-Ich).

Beim Integrationsversuch verschiedener Anforderungen/Triebe können die drei Instanzen aber auch widersprüchliche Tendenzen innerhalb einer Instanz miteinander in Konflikt geraten. Um diesen Konflikt näher zu betrachten, ist ein Blick auf Freuds Triebtheorie erforderlich:

[...]

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Verdrängung
Untertitel
Ein kurzer Überblick zu den psychoanalytischen Grundlagen
Hochschule
Universität Zürich  (Kinische Psychologie I)
Veranstaltung
Verdrängung
Note
max. Punktzahl
Autor
Jahr
2006
Seiten
11
Katalognummer
V70990
ISBN (eBook)
9783638626941
ISBN (Buch)
9783656561569
Dateigröße
388 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Verdrängung: Die populärste Abwehrstrategie
Schlagworte
Verdrängung
Arbeit zitieren
Franziska Amsel Muheim (Autor:in), 2006, Verdrängung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70990

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