Die PDS: Ein Symbol für Ost-West-Differenzen im Wahlverhalten?


Hausarbeit, 2005

13 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Wahlverhalten in Ostdeutschland

3. Wählerstruktur der PDS

4. Untersuchungsergebnisse

Literaturverzeichnis

Abbildungs- Tabellenverzeichnis

Abbildung 1: Volkskammerwahl- und Bundestagswahlergebnisse in Ostdeutschland

Abbildung 2: Die Stimmenverteilung 2002 in Ost- West- Perspektive (in Prozent)

Tabelle 1: Politische Wertorientierungen in West- und Ostdeutschland 1994 - 2002 (in %)

Tabelle 2: Wahlentscheidende Themen für die PDS – Wahl

Tabelle 3: Wahrnehmung der Frauenrolle in West- und Ostdeutschland

1. Einleitung

Am 9. November 1989 wurden die Grenzen zwischen Ost- und Westdeutschland geöffnet und sie wurden auch nie wieder verschlossen. Die Mauer fiel und somit auch die Ideologie des kleinen Bruders der UDSSR. Dennoch sind Spuren, die das DDR - Regime in den Köpfen der ostdeutschen Bevölkerung hinterließ, nach über einem Jahrzehnt noch deutlich zu spüren. Die Auswirkungen sind besonders in dem Wahlverhalten der ostdeutschen Bevölkerung zu beobachten, die sich sichtlich von dem bekannten Muster des Wahlverhaltens in westlichen Demokratien und in Westdeutschland unterscheidet. Dahingehend sollen im ersten Teil dieser Arbeit die Gründe der Differenzen im ost- und westdeutschen Wahlverhalten näher beleuchtet werden. Im zweiten Teil soll die Rolle der PDS in Ostdeutschland erörtert werden, um dann die Bedeutung der PDS für das ostdeutsche Wählerverhalten genauer zuordnen zu können. Ist die PDS ein Symbol für die Ost- West- Differenzen im Wahlverhalten? Diese zentrale Fragestellung soll demnach den Roten Faden der Arbeit bilden. Inwiefern die Leitfrage beantwortet werden kann und die signifikanten Unterschiede im Verhalten zwischen ost- und westdeutschen Wählern herausgearbeitet werden können bleibt abzuwarten.

2. Wahlverhalten in Ostdeutschland

Sucht man nach den Gründen der ständigen Umgestaltung der politischen Landschaft, wie es seit der ersten gesamtdeutschen Wahl von 1990 der Fall ist, dann wird schnell deutlich, dass sich das Wahlverhalten in Ostdeutschland auch nach über einem Jahrzehnt der Wiedervereinigung von dem in Westdeutschland vorherrschenden Verhalten des Wählers stark unterscheidet. Zunächst konzentrierten sich die ersten Annahmen der Wahlforschung auf die bestehenden Cleavages, welche überwiegend auf die Zeit der Weimarer Republik zurück zu führen sind. Besonderes die sozialen Konfliktlinien Kirche - Staat und Arbeit - Kapital sollten unterschwellig das DDR -Regime überdauert haben. Auch der besondere Aspekt, dass die DDR Bürger durch persönliche Kontakte zu westdeutschen Verwandten bis zu einen gewissen Grad politisch vorgeprägt waren, sollte einen weiteren Grund liefern für den Ausgang der Wahlergebnisse. Betrachtet man nun den tatsächlichen Ausgang der Wahlen von 1990, 1994 und 1998 in den neuen Bundesländern, dann sind diese Annahmen der Wahlforschung sichtlich wiederlegt.

Abbildung 1: Volkskammerwahl- und Bundestagswahlergebnisse in Ostdeutschland

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*) CDU = Allianz für Deutschland; FDP = BDF+NDPD, B90/ Grüne = Bündnis 90 (2,9 %) Grüne/ Frauen;

Quelle: Statistisches Bundesamt.

Die CDU konnte 1990 entgegengesetzt zu den Erwartungen, dass die Sozialdemokraten aus der nachhaltigen Prägung im Sinne einer „linken“ Politik durch das DDR -Regime und dem hohen Anteil an Arbeitern in Ostdeutschland profitieren könnte (vgl. Arzheimer/ Falter 2002: 27), die Stimmen des ostdeutschen Wählers größtenteils auf sich vereinen. Die Hypothese der „Umkehrung“ (Arzheimer/ Falter 2002: 28) wurde damit bestätigt, aber sollte durch den weiteren Verlauf der folgenden Wahlen durch die Hypothese der „Differenzierung“ (Arzheimer/ Falter 2002: 28) widerlegt werden. Die sozialen Konfliktlinien konnten zwar teilweise im Bezug auf das Cleavage Kirche- Staat das DDR- Regime überdauern, dennoch nimmt auch dieses Cleavage aufgrund der Unbedeutsamkeit in der SED- Diktatur eine untergeordnete Rolle für das Wahlverhalten des Ostdeutschen Bürgers ein (vgl. Arzheimer/ Falter 2002: 31). Das typische Muster des Wählers in Westdeutschland lässt sich daher nicht auf das Verhalten des ostdeutschen Wählers übertragen. „So muss eine Diskussion ostdeutscher Besonderheiten des Wählerverhaltens sowohl die politische und gesellschaftliche Entwicklung der DDR als auch die Erfahrungen der Menschen während der Wende und im sich anschließenden Transformationsprozess adäquat berücksichtigen“ (Eith 2002: 133). Die Frage stellt sich also dahingehend, welche entscheidenden Faktoren für das unterschiedliche Wahlverhalten in Ostdeutschland existieren? Ausgangspunkt bildet hierbei die Unerfahrenheit der Bürger der neuen Bundesländer mit demokratischen Wahlen. Durch die Ausübung der sowjetische Ideologie durch das DDR - Regime fand des weiteren auch ein Wertewandel in Ostdeutschland statt, der sich aber nicht mit dem Wandel in westlichen Demokratien vergleichen lässt. Hauptsächlich beruht dieser Wandel auf der Betonung der Gleichheit und dem Fordern nach sozialer Gerechtigkeit. Nach der kurzen Euphorie der Wiedervereinigung und der nüchternen Erkenntnis eines nicht erfüllbaren wirtschaftlichen Aufschwunges gewann der Wunsch eines „redistributiven Staates“ (Arzheimer/ Falter 2002: 33) wieder an Brisanz.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Die PDS: Ein Symbol für Ost-West-Differenzen im Wahlverhalten?
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Politische Einstellungen und Verhaltensweisen in der BRD
Note
2,7
Autor
Jahr
2005
Seiten
13
Katalognummer
V71023
ISBN (eBook)
9783638630658
ISBN (Buch)
9783638754866
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Symbol, Ost-West-Differenzen, Wahlverhalten, Politische, Einstellungen, Verhaltensweisen
Arbeit zitieren
Conrad Maul (Autor), 2005, Die PDS: Ein Symbol für Ost-West-Differenzen im Wahlverhalten?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71023

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