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Rituale im Schulalltag bei Beeinträchtigungen im Lernen und Verhalten

Praktikumsbericht für das Lehramt an Förderschulen

Title: Rituale im Schulalltag bei Beeinträchtigungen im Lernen und Verhalten

Internship Report , 2004 , 41 Pages

Autor:in: Katharina Strunck (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Mein Praktikum absolvierte ich im Förderzentrum****. Das Förderzentrum besteht seit 1995, davor handelte es sich um eine Lernbehindertenschule. In dieser Einrichtung werden 271 Schüler des Grundschulbereiches, des Regelschulbereiches und des Lernförderbereiches unterrichtet. Im Grundschulbereich lernen 47 Kinder der Klassenstufe eins bis vier. In den Grundschulbereich gehen Kinder mit Förderschwerpunkt im Lernen, sowie im Verhalten. Die meisten Kinder benötigen jedoch Förderung in beiden Bereichen. Das gezielte Eingehen auf jedes Kind, in kleinen Klassen, ermöglicht ein aktiveres Lernen und soll die Kinder auf ihre weitere Schullaufbahn vorbereiten. Der Bereich der Lernförderung umfasst die Klassenstufen drei bis neun. Zu diesem Bereich gehören 127 Schüler, damit bilden die 77 Jungen und 50 Mädchen den Großteil der Schülerschaft des Förderzentrums. In diesem Bereich steht der Förderschwerpunkt Lernen im Vordergrund. Allerdings gilt es auch hier die Förderung im Verhalten nicht außer Acht zu lassen, da sehr viele Kinder auch hier Schwierigkeiten haben. Der Regelschulteil des Förderzentrums umfasst die Klassenstufen fünf bis neun, hier werden 97 Schüler unterrichtet. In diesem Bereich ist der Schwerpunkt auf die Förderung des Verhaltens gerichtet. Wie schon oben erwähnt, lässt sich auch hier der Bereich der Lernförderung nicht scharf abtrennen. Am Ende der neunten Klasse ist es den Schülern möglich den Hauptschulabschluss und den qualifizierten Hauptschulabschluss zu erwerben. Beim Förderzentrum Nord handelt es sich um eine Ganztagsschule. Die Schüler sind im Durchschnitt bis 14:30 in der Schule. Sie haben zwar die Möglichkeit in der Schulmensa Mittag zu essen, aber Freizeitangebote wie zum Beispiel ein Bastelclub oder eine Theatergruppe fehlen. Damit ist die Zeit in der Schule reine Unterrichts- beziehungsweise Pausenzeit. Die Schule liegt auf einem sehr großen Gelände, direkt neben dem Nordpark. Sie ist in zwei Gebäude unterteilt. Im großen Hauptgebäude werden die Schüler des Regelschulbereiches und die älteren Schüler des Lernförderbereiches ab Klasse sieben unterrichtet. Der Flachbau, in dem die Schüler der Grundschule und die unteren Klassen der Lernförderung untergebracht sind, befindet sich etwa 300 Meter hinter dem Hauptgebäude. Die Schule verfügt über einen großen Schulhof, mit einigen Grünflächen, die sich um und zwischen den beiden Gebäuden befinden. Für die jüngeren Schüler gibt es ein großes Abenteuerklettergerüst in einem Sandkasten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorstellung der Praktikumsschule

2. Vorstellung der Praktikumsklasse

3. Stundenplan der Praktikumsklasse

4. Sitzordnung der Praktikumsklasse

5. Rituale: Hilfe und Orientierung im Schulalltag

5.1 Einführung

5.2 Was sind Rituale - Überblick über die aktuelle Literatur

5.3 Wirkung und Aufgabe schulischer Rituale

5.4 Der Umgang mit schulischen Ritualen

5.5 Die drei Phasen ritueller Prozesse nach TURNER

5.6 Über die Stimmigkeit schulischer Rituale

5.7 Das Gefahrenpotenzial von Ritualen – Gegenargumente

5.8 Rituale in der Praxis

6. Rituale in der Förderschule

7. Rituale in der Praktikumsklasse und -schule

8. Eigener Stundenentwurf

8.1 Vorüberlegungen

8.2 Der Montag- Morgen- Kreis in der Praktikumsklasse

8.3 Geplante Inhalte des Montag - Morgen - Kreis

8.4 Verlaufsplan

8.5 Auswertung und Reflexion

9. Abschlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Ritualen als strukturierende Orientierungshilfen im schulischen Alltag einer Förderschulklasse. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rituale zur Konfliktminderung beitragen, soziale Kompetenzen fördern und Schülern mit Lern- und Verhaltensauffälligkeiten Sicherheit sowie emotionale Geborgenheit vermitteln.

  • Theoretische Fundierung und Definition von Ritualen in der Schule
  • Die Funktion von Ritualen zur Strukturierung und Konfliktreduzierung
  • Herausforderungen und Gefahrenpotenziale ritueller Praxis
  • Besonderheiten von Ritualen bei Kindern mit Erziehungsschwierigkeiten
  • Praktische Erprobung und Reflexion eines Morgenkreis-Rituals

Auszug aus dem Buch

5.2 Was sind Rituale – Überblick über die aktuelle Literatur

Unser Leben heute unterscheidet sich stark von dem der früheren Generationen. Es ist schneller geworden, es ist voll von Reizen und leidet an einem Mangel an Orientierung. Besonders Kinder unterliegen diesem Trend zur Reizüberflutung, man liest von nervösen, unkonzentrierten, verhaltensauffälligen und hyperaktiven Kindern. Eltern sind unsicher geworden, welche die richtige Erziehungsmethode ist, und überlassen es bereitwillig der Institution Schule sich um den Erwerb sozialer Kompetenzen zu kümmern. Gerade die ersten Lebensjahre, in denen die Familie die größte Rolle spielt, sind für die Persönlichkeitsentwicklung wichtig. Viele Familien können dies jedoch nicht leisten, und so muss die Schule oft kompensatorisch nachliefern, was Eltern versäumt haben ihren Kindern mitzugeben (vgl. Jackel, 1999, S. 9-10). Die Schule hat also den Anspruch, den Kindern Orientierungshilfen für die Bewältigung ihres Alltags zu bieten. Solche Orientierungshilfen bezeichnet Birgit JACKEL als Rituale (vgl. Jackel, 1999, S. 10). Rituale scheinen also heute eine immer größere Rolle zu spielen, auch in den Schulen haben sie schon verstärkt Einzug gehalten. Man findet in zahlreichen Grund- und Sonderschulen Morgenkreise, Schulfeste oder Ähnliches. Das Thema ist präsent und trotzdem finden sich, wie Astrid KAISER feststellt, kaum Bücher zu dieser Thematik. Auch das Internet reagiert auf Anfragen nur mit Ergebnissen über alte Kulte und Riten (vgl. Kaiser, 2001, S. 1). Einige Pädagogen haben sich in den letzten Jahren, dennoch zu diesem Thema geäußert.

Eine ganz allgemeine Definition von Ritualen stammt von WIMMER/ SCHÄFER. Rituale sind demnach eine „besondere, sozial gestaltete, situative und aktionale Ausdruckform von Kultur.“ (Wimmer/Schäfer in: Kaiser, 2001, S. 3). JACKEL meint das allen Ritualen eins gemein ist: „dass sie feststehende Handlungssequenzen sind, die nach ganz bestimmten Regeln ablaufen und lange Zeit in dieser Form Gültigkeit haben, d.h. die als tradiert und überraschungsarm eingestuft sind.“ (Jackel, 1999, S. 14).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorstellung der Praktikumsschule: Beschreibung der strukturellen Gegebenheiten und der Schülerschaft des Förderzentrums.

2. Vorstellung der Praktikumsklasse: Einblick in die Zusammensetzung der dritten Klasse und die spezifischen Förderbedarfe der Schüler.

3. Stundenplan der Praktikumsklasse: Übersicht über die zeitliche Strukturierung des Schulalltags.

4. Sitzordnung der Praktikumsklasse: Grafische Darstellung der räumlichen Anordnung im Klassenraum.

5. Rituale: Hilfe und Orientierung im Schulalltag: Theoretische Auseinandersetzung mit Definitionen, Wirkungsweisen und der kritischen Reflexion von schulischen Ritualen.

6. Rituale in der Förderschule: Analyse des speziellen Bedarfs an Ritualen bei Schülern mit Verhaltensstörungen und sozialen Problemen.

7. Rituale in der Praktikumsklasse und -schule: Dokumentation und Beschreibung konkret beobachteter Rituale wie Morgenkreis und gemeinsames Frühstück.

8. Eigener Stundenentwurf: Planung, Durchführung und Reflexion einer Unterrichtssequenz zum Thema „Rechts-Links-Erkennung“ im Rahmen des Morgenkreises.

9. Abschlussbemerkung: Persönliche Reflektion des Autors über den Praktikumsverlauf und den Lerneffekt.

Schlüsselwörter

Rituale, Förderschule, Unterrichtsstrukturierung, soziales Miteinander, Verhaltensauffälligkeiten, Morgenkreis, Lernförderung, Konfliktprävention, soziale Kompetenz, Schullalltag, Erziehungsschwierigkeiten, pädagogische Praxis, Handlungssicherheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in diesem Praktikumsbericht grundsätzlich?

Der Bericht dokumentiert ein Praktikum an einem Förderzentrum und widmet sich schwerpunktmäßig der Funktion und Bedeutung von Ritualen zur Strukturierung des Unterrichts und zur Unterstützung von Schülern mit Lern- und Verhaltensbesonderheiten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die theoretische Definition pädagogischer Rituale, deren Nutzen bei Verhaltensstörungen sowie deren praktische Anwendung im Grundschulalltag einer Förderschule.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Rituale Sicherheit schaffen, Orientierung geben und als gemeinschaftsbildendes Instrument die soziale Kompetenz von Schülern stärken können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zur Ritualpädagogik sowie auf einer teilnehmenden Beobachtung im Rahmen eines vierwöchigen Praktikums inklusive eines selbst gestalteten Stundenentwurfs.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (z.B. nach Turner oder Kaiser) mit den im Praktikum beobachteten Ritualen verknüpft und kritisch in den Kontext der Förderschulpädagogik eingeordnet.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Rituale, Förderschule, Sozialverhalten, Lernförderung und Unterrichtsstrukturierung charakterisiert.

Warum spielt der Montag-Morgen-Kreis eine solch zentrale Rolle in diesem Bericht?

Der Morgenkreis dient als wesentlicher Übergang von der familiären Situation in den Schulalltag und ist ein Schlüsselritual, das den Schülern durch Wiederholung und feste Abläufe Stabilität und emotionale Sicherheit bietet.

Wie geht die Autorin mit dem Spannungsfeld zwischen Ritualen und Disziplinierung um?

Die Autorin reflektiert kritisch, dass Rituale keinesfalls als bloßes Disziplinierungsmittel oder "Druckmittel" missbraucht werden dürfen, sondern dass ihre "Stimmigkeit" darin liegt, Autonomie zu fördern und nicht durch Konkurrenzdenken zu ersticken.

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Details

Title
Rituale im Schulalltag bei Beeinträchtigungen im Lernen und Verhalten
Subtitle
Praktikumsbericht für das Lehramt an Förderschulen
College
University of Erfurt
Author
Katharina Strunck (Author)
Publication Year
2004
Pages
41
Catalog Number
V71337
ISBN (eBook)
9783638631631
Language
German
Tags
Beeinträchtigung Lernen Verhalten Schwerpunkt Rituale Orientierung Hilfe Schulalltag Praktikumsbericht Lehramt Förderschulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Strunck (Author), 2004, Rituale im Schulalltag bei Beeinträchtigungen im Lernen und Verhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71337
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