Dieser Ausspruch des Sportsoziologen Bette steht eigentlich nicht in direktem Zusammenhang mit dem Körpererfahrungsmodell. Dennoch weißt es uns einen guten Weg - zurück zu unserem Körper. Dieser Gedanke ist für die Schulpädagogik in anderer Form von Funke mit seinem Buch „Sportunterricht als Körpererfahrung“ entwickelt worden und steht bis heute in der Diskussion.
Mit dieser Arbeit soll versucht werden dem didaktischen Konzept Funkes noch einmal genauer nachzugehen und es in den Gesamtrahmen der didaktischen Konzepte für den Schulsport einzuordnen. Dabei muss die Vorstellung der anderen Konzepte allerdings etwas zurücktreten, so dass ich in einem einführenden Kapitel kurz die anderen Konzepte vorstelle (Kapitel 2), um mich dann im Hauptteil der Arbeit dem Körpererfahrungskonzept selbst zu widmen (Kapitel 3).
Auch ein Vergleich der Konzepte erfolgt nicht direkt sondern nur indirekt, wenn ich der Frage nachgehe, was den nun eigentlich vom Körpererfahrungskonzept in der Schule angekommen ist (Unterkapitel 3.3) Zum Abschluss werde ich dann noch versuchen, einen Überblick meiner Ergebnisse zu geben und einen kleinen bescheidenen Ausblick wagen (Kapitel 4).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Sportdidaktische Konzepte für den Schulsport
2.1 Das Sportartenprogramm
2.2 Das Konzept Handlungsfähigkeit im Sport
2.3 das Entpädagogisierungskonzept
3 das Körpererfahrungskonzept
3.1 Stärken und Schwächen
3.2 Umsetzung des Körpererfahrungskonzeptes im Schulalltag
4 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Körpererfahrungskonzept nach Jürgen Funke kritisch zu analysieren und es in den breiteren Kontext sportdidaktischer Strömungen im Schulsport einzuordnen. Dabei steht insbesondere die Frage im Fokus, warum dieses theoretisch bedeutsame Konzept in der schulischen Praxis bislang nur geringe Verbreitung gefunden hat.
- Vergleich verschiedener sportdidaktischer Konzepte (u.a. Sportartenprogramm, Handlungsfähigkeit).
- Theoretische Fundierung und Zielsetzung des Körpererfahrungskonzepts.
- Kritische Reflexion der Stärken und Schwächen des Konzepts.
- Analyse der Verbreitung und Umsetzung im aktuellen Schulalltag.
- Diskussion der Bedeutung von Körpererfahrung gegenüber leistungsorientierten Modellen.
Auszug aus dem Buch
3.1 das didaktische Konzept
Der Hauptvertreter dieser didaktischen Richtung ist, wie bereits mehrfach erwähnt, Jürgen Funke. Neben ihm gilt es aber auch noch Jürgen Bielefeld anzuführen, demzufolge die Lernziele des Körpererfahrungskonzeptes in der Fähigkeit bestehen, „sich und seinen Körper zunehmend besser wahrzunehmen, diese Informationen verstandes- und erlebnismäßig verarbeiten und situationsangemessen handelnd einsetzen zu können.“8 Der Sportunterricht wird in diesem Model als ein Gegengewicht zum meist wettkampforientierten außerschulischen Sport gesehen. Dabei ist wichtig, dass Körpererfahrung nicht gleichgesetzt wird, mit Selbsterfahrung und auch nicht gleichgesetzt ist mit Bewegungserfahrung. Die Selbsterfahrung umfasst ebenso mehr als nur die Körpererfahrung, so wie diese mehr beinhaltet, als nur die Bewegungserfahrung. Im einzelnen unterscheidet Funke vier Formen der Körpererfahrung im Sportunterricht:
Erfahrung des Körpers die Aufmerksamkeit soll nach innen gerichtet werden und somit Prozesse, die sonst eher unbeachtet ablaufen bewusst werden, wie z.B. Atmen, Laufen, Anspannung oder Entspannung.
Erfahrung mit dem Körper Der Körper soll hier zum Mittler der Welt werden indem man beispielsweise Wasser als Element bewusst erfährt, indem man es trinkt, darin schwimmt, oder sich damit wäscht.
Erfahrung des Körpers im Spiegel der anderen auch durch den Vergleich mit anderen erfährt man etwas über sich selbst. Dies ist laut Funke vor allem auch sozial zu verstehen.
Erfahrung in der Darstellung des Körpers und der Interpretation der Körpersprache der anderen
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Körpererfahrung in der Schulpädagogik ein und umreißt den Aufbau sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2 Sportdidaktische Konzepte für den Schulsport: Hier werden verschiedene theoretische Strömungen der Sportdidaktik vorgestellt, um einen Überblick über den Gesamtrahmen zu geben.
2.1 Das Sportartenprogramm: Dieses Kapitel erläutert das auf motorische Fertigkeiten und konditionelle Fähigkeiten fokussierte Sportartenkonzept nach Wolfgang Söll.
2.2 Das Konzept Handlungsfähigkeit im Sport: Die Darstellung konzentriert sich auf Dietrich Kurz' Ansatz, der sportliches Handeln als sinngeleiteten Prozess begreift und reflektiert.
2.3 das Entpädagogisierungskonzept: Dieses Kapitel behandelt Meinhart Volkamers Ansatz, der die unmittelbare Sinnhaftigkeit des Sports betont und eine Abkehr von Benotungszwängen fordert.
3 das Körpererfahrungskonzept: Hier wird das Hauptkonzept der Arbeit detailliert vorgestellt und seine Bedeutung für die persönliche Entwicklung Heranwachsender erläutert.
3.1 Stärken und Schwächen: Das Kapitel reflektiert kritisch die ideologische Besetzung und die praktischen Herausforderungen des Körpererfahrungskonzepts im schulischen Kontext.
3.2 Umsetzung des Körpererfahrungskonzeptes im Schulalltag: Diese Analyse untersucht, warum das Konzept trotz pädagogischer Relevanz in der Schulpraxis nur schwer Fuß fassen konnte.
4 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der verschiedenen Konzepte und betont die Bedeutung einer bewussten Körpererfahrung für den Schulalltag.
Schlüsselwörter
Körpererfahrung, Sportdidaktik, Schulsport, Sportartenprogramm, Handlungsfähigkeit, Entpädagogisierung, Jürgen Funke, Bewegungserfahrung, Sportpädagogik, Körperwahrnehmung, Unterrichtskonzept, Sportunterricht, Ideologie, Leistungsprinzip, Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht das "Körpererfahrungskonzept" als einen didaktischen Ansatz im Sportunterricht und stellt es in den Kontext anderer bekannter sportpädagogischer Konzepte.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die sportdidaktische Theoriebildung, die Analyse spezifischer Vermittlungsansätze sowie die kritische Reflexion von deren praktischer Relevanz und Verbreitung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine didaktische Analyse, die klärt, welchen Stellenwert das Körpererfahrungskonzept innerhalb der Sportpädagogik einnimmt und welche Hindernisse einer breiten schulischen Umsetzung entgegenstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte, fachdidaktische Analyse, die bestehende Modelle und empirische Befunde (wie Umfrageergebnisse) vergleicht und bewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Vorstellung des Körpererfahrungskonzepts, beleuchtet dessen Stärken und Schwächen und analysiert die Implementierung im gegenwärtigen Schulalltag.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Körpererfahrung, Sportdidaktik, Sportartenprogramm, Handlungsfähigkeit und Schulsport.
Warum konnte sich das Körpererfahrungskonzept laut Autor nicht flächendeckend durchsetzen?
Der Autor führt dies auf ein tradiertes, leistungsorientiertes Sportverständnis in der Gesellschaft, die ideologische Vorbelastung des Konzepts und einen als zu weit gefassten Sportbegriff zurück.
Welche Rolle spielt die Lehrerausbildung bei der Umsetzung des Konzepts?
Die Lehrerausbildung wird als kritischer Faktor identifiziert, da sie nach Ansicht des Autors weiterhin stark am leistungsorientierten Sportartenmodell festhält.
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- Matthias Trumpfheller (Author), 2004, Das Körpererfahrungskonzept - Eine didaktische Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72767