Das Thema dieser Hausarbeit, das auf Grund der Aktualität gewählt wurde, ist der demographische Wandel Deutschlands. Es wird behandelt inwieweit jener und insbesondere der postindustrielle, demographische Wandel die moderne Gesellschaft beeinflusst, welche Herausforderungen er an diese stellt und wie diese Herausforderungen begegnet werden können.
Unter Demographie versteht man die Gesamtheit der Bevölkerungsstruktur und dessen Entwicklung. Inwiefern die Demographie Deutschlands einem Wandel unterzogen wird, soll in Kapitel 2 behandelt werden. Dazu werden grundlegende Begriffe erläutert und die bisherige Entwicklung der deutschen Bevölkerung skizziert sowie die Bevölkerungsprozesse erklärt, welche diese Entwicklung beeinflussen. Außerdem sollen auf die Ursachen bestehender Entwicklungen eingegangen werden und die deutsche Entwicklung wird hinsichtlich seiner Demographie in die Theorie des ersten und zweiten Demographischen Überganges eingeordnet, um am Ende des Abschnittes einen Ausblick in das Jahr 2050 zu gewähren.
In Abschnitt 3.1 wird die Bevölkerungsentwicklung bezüglich ihrer Auswirkungen auf die Politik, die Wirtschaft und die Gesellschaft beurteilt. Aus dieser Beurteilung heraus werden Probleme deutlich, die einen Handlungsbedarf erfordern.
In Abschnitt 3.2 werden dann mögliche Optionen an dem Beispiel der Alterssicherung dargestellt, um dem aufgeworfenen Handlungsbedarf gerecht zu werden und in Abschnitt 3.3 abschließend zu den Folgerungen auf die Probleme zur Umsetzung aufgezeigter Lösungsmöglichkeiten eingegangen.
In der Schlussbetrachtung wird schließlich zu den Herausforderungen des Demographischen Wandels und der Umsetzbarkeit von Reformvorhaben Stellung bezogen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Demographische Entwicklung
2.1 Begrifflichkeiten
2.2 Bisherige Entwicklung
2.2.1 Entwicklung der Sterbeziffer
2.2.2 Geburten
2.2.2.1 Entwicklung der Geburtenziffer
2.2.2.2 Ursachen des Geburtenrückganges in der postindustriellen Gesellschaft
2.2.3 Entwicklung der Außenwanderungen
2.3 Demographische Übergänge
2.4 Ausblick
3 Konsequenzen des demographischen Wandels
3.1 Beurteilung der Entwicklungen
3.1.1 Weltpolitik
3.1.2 Erwerbsstruktur
3.1.3 Sozialversicherungssystem
3.1.4 Pflegesystem
3.2 Handlungsmöglichkeiten beim Sozialversicherungssystem am Beispiel der Alterssicherung
3.2.1 Lösungsansätze
3.2.2 Erwerbsstruktur
3.2.3 Geburtenförderung als Ausweg?
3.2.4 Einwanderer bieten keine Lösung
3.3 Umsetzungsprobleme
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den postindustriellen demographischen Wandel in Deutschland, analysiert dessen sozioökonomische Auswirkungen und bewertet verschiedene politische Handlungsoptionen zur Sicherung des Sozialstaats sowie zur Anpassung der Erwerbsstrukturen.
- Historische und theoretische Grundlagen der Bevölkerungsentwicklung
- Ursachen für Geburtenrückgang und alternde Gesellschaft
- Konsequenzen für Weltpolitik, Arbeitsmarkt und Sozialversicherung
- Strategien zur Renten- und Alterssicherung
- Herausforderungen und Hemmnisse bei der Umsetzung von Reformvorhaben
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Erwerbsstruktur
Durch den in der vorigen Abbildung dargestellten Wandel der Alterstruktur wird der Anteil der Alten an den Erwerbstätigen immer höher. Dies bedeutet, dass es ein Überangebot an erfahrungsreichen und einen Mangel an „frisch“ ausgebildeten Kräften geben wird. Daraus resultiert die Gefahr einer von Alten dominierte Erwerbsstruktur, die gegenüber neuen Produktionstechniken weniger aufgeschlossen ist, weshalb man Innovationen als Antrieb missen wird. Andererseits besteht ebenso die Gefahr, dass dieses Argument zu einem Vorurteil gegenüber ältere Arbeitnehmer verkommt, die sich gerade durch ihre Erfahrung fachlich auszeichnen, denn Produktivität und Kreativität sind nicht vom Alter abhängig, sondern von dem Verhältnis der Motivation und Fachexpertise zu den gestellten Anforderungen im Erwerbsleben (vgl. Kaufmann, F.-X. 2005, S. 87 f).
„Man weiß um ihre Nützlichkeit und Leistungsfähigkeit, behandelt sie größtenteils aber weiterhin wie während der Hochphase des Frühverrentungstrends, zieht jüngere Mitarbeiter vor, gliedert weiterhin ältere Arbeitnehmer vorzeitig aus, investiert kaum in Weiterbildungen für Ältere, gestaltet Arbeitsbedingungen und Arbeitsorganisation kaum nach den Bedürfnissen der Beschäftigten“ (Clemens, W. 2001, S. 13).
Eine weitere Belastung der Erwerbsstruktur wird sein, dass die absolute Zahl der Erwerbsfähigen im mittleren Alter zurückgehen wird, dass Deutschland ohne Zuwanderung von 2010 bis 2050 20 Millionen Arbeitskräfte verlieren würde. Im sekundären Sektor wird dies zwar durch eine voraussichtliche Steigerung der Produktivität vorerst kompensierbar sein, aber könnte der Arbeitskräftemangel vor allem im Bereich der qualifizierten Dienstleistungen, wie Forschung, schmerzlich spürbar werden, weil der tertiäre Sektor als relativ technisierungsresistent gilt. Das Arbeitsplatzangebot für Niedrigqualifizierte wird gemäß der aktuellen Entwicklung weiter sinken. Deutschland wird also einen Überschuss an Niedrigqualifizierten und einen Mangel an Hochqualifizierten haben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung umreißt das Thema des demographischen Wandels in Deutschland, definiert den Aufbau der Arbeit und stellt die methodische Einordnung in die Theorie des demographischen Übergangs vor.
2 Demographische Entwicklung: Dieses Kapitel erläutert grundlegende Begriffe und skizziert die historische Bevölkerungsentwicklung in Deutschland unter Berücksichtigung von Sterbe-, Geburten- und Wanderungsbewegungen bis hin zu einer Prognose für das Jahr 2050.
3 Konsequenzen des demographischen Wandels: Hier werden die Auswirkungen des Wandels auf Politik, Wirtschaft und das Sozialversicherungssystem analysiert und Lösungsstrategien für die Alterssicherung sowie die damit verbundenen Umsetzungsprobleme diskutiert.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Antwort auf den demographischen Wandel jenseits ökonomischer Instrumente auch eine gesellschaftliche Neupositionierung zur Familie und zum Alter erfordert.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Bevölkerungsentwicklung, Sozialversicherungssystem, Alterssicherung, Erwerbsstruktur, Geburtenrückgang, Generationenvertrag, Alterung der Gesellschaft, Fachkräftemangel, Familienpolitik, Zuwanderung, Reformvorhaben, postindustrielle Gesellschaft, Humanressourcen, Renteneintrittsalter.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit den Herausforderungen, die der demographische Wandel in der postindustriellen deutschen Gesellschaft mit sich bringt, und analysiert die daraus resultierenden Handlungsbedarfe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Bevölkerungsentwicklung, die Auswirkungen auf die Wirtschaft und das Sozialversicherungssystem sowie die Debatte um notwendige Reformen in der Alterssicherung und Arbeitsmarktpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den demographischen Wandel als komplexen Prozess darzustellen und Möglichkeiten zu identifizieren, wie Staat und Gesellschaft auf die damit verbundenen ökonomischen und sozialen Herausforderungen reagieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und dem Vergleich historischer sowie aktueller demographischer Daten unter Einbeziehung modernisierungstheoretischer Modelle wie dem des demographischen Übergangs.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert erstens die Folgen der Bevölkerungsentwicklung für Politik und Wirtschaft und zweitens mögliche Handlungsoptionen am Beispiel der Alterssicherung, ergänzt um die Schwierigkeiten bei deren praktischer Umsetzung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie demographischer Wandel, Generationenvertrag, Erwerbsstruktur, Alterssicherung und Fachkräftemangel charakterisiert.
Inwiefern beeinflusst die Bevölkerungszahl die Weltpolitik?
Der Autor argumentiert, dass ein linearer Zusammenhang zwischen Bevölkerungszahl und internationalem Einfluss besteht, weshalb ein starker Bevölkerungsrückgang Deutschlands dessen Rolle als mittlere Macht schwächen könnte.
Warum bieten Einwanderer laut der Arbeit keine ausreichende Lösung?
Die Arbeit führt an, dass Zuwanderung den Altenquotienten nur vorübergehend senkt, da auch Zugewanderte altern und nach Erreichen des Ruhestandes selbst zu einer Erhöhung des Quotienten beitragen.
Welche Rolle spielt die Bildungspolitik bei der Bewältigung des Wandels?
Aufgrund des drohenden Mangels an Hochqualifizierten wird ein starker Anstieg des Qualifikationsniveaus sowie stetige Aus- und Weiterbildung für alle Altersgruppen als essenziell erachtet, um die ökonomische Leistungsfähigkeit zu erhalten.
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- Daniel Lennartz (Author), 2007, Herausforderungen des demographischen Wandels in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72986