Der exemplarische Ansatz


Hausarbeit (Hauptseminar), 2000

9 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Der "alte" Begriff des Exemplarischen

3. Das "pseudo – exemplarische" Verfahren

4. Der "neue" Begriff des Exemplarischen

5. Literatur

Die Entwicklung von Erdkundeunterricht + Geographie-Didaktik in der Nachkriegszeit

1. Einführung

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich das Schulfach Geographie deutlich gewandelt. Siegermächte förderten die traditionellen länderkundlichen Inhalte, die nicht durch die Geopolitik des Dritten Reichs berührt worden waren. Das Problem der länderkundlichen Datenfülle rief bis zum Ende der 60er Jahre eine Reihe von Konzepten hervor, die eine Reduktion auf der Basis von Plausibilität begründen ließen.

Das exemplarisches Prinzip der Auswahl von Ländern oder Regionen zur Stoffkonzentration ist eines dieser Konzepte in der Geographie. Das exemplarische Vorgehen hat dabei besondere Beachtung gefunden und ist im Erdkundeunterricht eingegangen. Mit der Zeit erhielt es Veränderungen. Um 1960 erreichte die Diskussion um diesen Ansatz einen Höhepunkt (Schultze 1971, S. 15).

2. Der "alte" Begriff des Exemplarischen

„Das Exemplum ist in seiner "alten" Form innerhalb des länderkundlichen Durchgangs ein Land oder eine Landschaft, die einen "Typ" darstellt, der für andere gleichartige Beispiele steht“ (Haubrich et al 1984, S. 42).

Mittels des exemplarischen Ansatz, kann der Lehrer „...ähnliche, aber räumlich getrennte Erscheinungen über die Erde hin vergleichend betrachten und so gedanklich zusammenfassen“ (Schultze 1959 in Schultze 1971, S. 91).

Diese Methode läßt sich am Beispiel der Mittelmeerländer in der Unterstufe gut erklären.

Bei der Behandlung dieses Themas stellt man als Lehrkörper zunächst ein Land, wie etwa Italien heraus und erarbeitet anhand dessen z.B. „...die Eigenarten des mediterranen Klimas, der Mittelmeervegetation, der Anbauverhältnisse und der Lebensweise der Mittelmeeranwohner“ (Knübel 1957 in Schultze 1971, S. 89).

Damit dient Italien als Beispiel für alle Mittelmeerländer.

Weitere Beispiele lassen sich problemlos finden.

Die Sahara kann als Beispiel für die tropischen Wüsten dargestellt werden.

Das Britische Weltreich als Beispiel für eine Kolonialmacht angeführt werden (Knübel 1957 in Schultze 1971, S. 89).

Ebenso kann das Rheingebiet stellvertretend „... als Beispiel einer Flußerosions- und Aufschüttungslandschaft...“ behandelt werden (Knübel 1957 in Schultze 1971, S. 89).

Auch kann bei diesem Vorgehen „...Nordostdeutschland als Beispiel einer Moränenlandschaft gewählt...“ werden (Knübel 1957 in Schultze 1971, S. 89).

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Gebiete, die exemplarisch behandelt werden können.

Hans Knübel führt an, daß die Geographie ein bevorzugtes Gebiet für das exemplarische Vorgehen ist, weil „...alle Landschaften, Städte, Gebirge, Küsten, Länder und Staaten sowohl Individualitäten wie auch zugleich Typen sind“ (Knübel 1957 in Schultze 1971, S. 89). Denn auch wenn die geographischen Erscheinungen sich ähneln, stimmen sie in mancher Hinsicht überein. Diese Aussage unterstreicht er durch das Beispiel der Stadt Köln:

Die Stadt Köln hat den einmaligen und unverkennbaren Dom, den Heumarkt und den Neumarkt, den Kölner Ring, die Rheinbrücken und die Messegebäude. Daraus ist abzuleiten, daß Köln eine einmalige Stadt ist - es gibt nur ein Köln.

Dennoch kann die Stadt Köln stellvertretend für mehrere Stadttypen angeführt werden.

Durch bewußt gesetzt Akzente können Parallelen zu anderen Städten gezogen werden:

Köln ist eine Domstadt. Durch diese Eigenschaft sind Parallelen zu den Domstädten Regensburg, Ulm, Straßburg und Freiburg möglich. Im Anschluß daran kann der Lehrkörper die Schülern instruieren zu untersuchen, was das für Städte sind, die solche Dome und Kirchen geschaffen haben.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Der exemplarische Ansatz
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Geographisches Institut)
Veranstaltung
Didaktik der Geographie
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
9
Katalognummer
V7314
ISBN (eBook)
9783638146166
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Didaktik, exemplarisches Prinzip
Arbeit zitieren
Ariane Struck (Autor), 2000, Der exemplarische Ansatz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7314

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