Das Aufgabenfeld des Lehrers/der Lehrerin im Rahmen seiner/ihrer Berufsrolle lässt sich in verschiedene Kategorien einteilen: Lehren, Erziehen, Beurteilen, Beraten und Innovieren.
Während im Rahmen der Lehramtsausbildung die ersten vier Kategorien behandelt werden können, so prägt das Innovieren das gesamte Berufsleben. Beraten war lange Zeit kein eigenständiger Tätigkeitsaspekt, sondern wurde nur als ein integrierter Bestandteil der pädagogischen Aufgabe des Lehrers gesehen. Im Laufe der zunehmenden Differenzierung und der damit verbundenen Komplexität unseres Schulwesens, sowie durch das Ansteigen psychosozialer Konflikte im Schulalltag, rückte der Aspekt des Beratens stärker in das Interesse von Schule und Gesellschaft.
Auch in der Lehrerausbildung wurde nun der Aspekt des Beratens stärker aufgegriffen: Die Lehrer werden besser und umfassender über in diesem Zusammenhang auftretende Anforderungen aufgeklärt und geschult.
Zusätzlich begann der Ausbau institutionalisierter Beratung (Beratungsdienste
mit Schulpsychologen, Beratungslehrern, Bildungs- und Berufsberatern und Sozialpädagogen). Diese Beratungsdienste beschäftigten sich jedoch zuerst vorwiegend mit klinischer, am problematischen Einzelfall orientierter Beratung. Erst später erweiterten sich die Beratungskonzeptionen auf alle am Unterrichts- und Erziehungsprozess beteiligten Personengruppen.
Beraten und Helfen gehört zu den täglichen Aufgaben jedes Lehrers. Unterrichten, Erziehen und Beurteilen können ohne Beratung nicht sinnvoll realisiert werden.
Deshalb ist es unverzichtbar, Beraten und Helfen als pädagogisches Handeln des Lehrers zu akzentuieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition: Beraten –Helfen
3. Der Lehrer/ die Lehrerin als Berater
4. Aufgabenfelder der Beratung
5. Der Einzelfall als Konfliktfall
6. Struktur von Problemgesprächen
7. Vorbereitung des Lehrers auf das Elterngespräch
8. Literaturangaben
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung der Beratungsfunktion von Lehrkräften im schulischen Alltag. Dabei wird analysiert, wie Lehrer durch professionelle Beratung und gezielte Elterngespräche zu einer positiven Lernentwicklung beitragen und mit Konfliktsituationen konstruktiv umgehen können.
- Die Rolle des Lehrers als Berater im schulischen Kontext
- Differenzierung der Aufgabenfelder in der Beratung
- Analyse und Strukturierung von Problemgesprächen
- Vorbereitung auf Elterngespräche bei Lern- und Verhaltensauffälligkeiten
Auszug aus dem Buch
6. Die Struktur von Problemgesprächen
Gespräche zwischen Lehrern, Schülern und Eltern sind für die schulische Laufbahn des Kindes wichtig und hilfreich. Hier können:
− Eltern Informationen über die Schule bzw. die schulische Situation ihres Kindes erhalten
− Lehrer Informationen über die häusliche Situation des Kindes erhalten
− Barrieren und Ängste der Eltern abgebaut werden
− gemeinsam nach Lösungen für Schulprobleme gesucht werden.
Diese Gespräche sind leicht, solange keine schwerwiegenden Probleme zu besprechen sind. Sobald allerdings Probleme oder Konflikte entstehen, führt dies zu sogenannten Problemgesprächen, die mit sehr viel Sorgfalt geführt werden müssen. Hierbei könnte einerseits der Lehrer den Eltern eine "schlechte Nachricht" übermitteln oder aber eine Gesprächsperson Kritik an der anderen üben. Häufig liegt allerdings die Ursache darin, dass ein Problemgespräch in einen Konflikt eskaliert, nicht an der Sache selber oder am bösen Willen eines Gesprächspartners, sondern an der Art der Gesprächsführung. Grundlegende Voraussetzung für ein erfolgreiches Beratungsgespräch sind die Gesprächsbereitschaft, das Verständnis füreinander und die Zusammenarbeit auf beiden Seiten.
Um dies zu gewährleisten, kann man ein Beratungsgespräch in verschiedene Phasen einteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die historische Entwicklung des Beratungsaspekts als integralen Bestandteil der pädagogischen Aufgabe des Lehrers im heutigen Schulalltag.
2. Definition: Beraten –Helfen: Definiert den Beratungsbegriff als Dialog zwischen Lehrer und Ratsuchendem zur gemeinsamen Lösung von Problemen durch Selbstaufklärung.
3. Der Lehrer/ die Lehrerin als Berater: Erläutert den engen Zusammenhang zwischen Erziehung und Beratung mit dem Ziel der Förderung kognitiver Lernprozesse.
4. Aufgabenfelder der Beratung: Klassifiziert die verschiedenen Instanzen und Ebenen der Beratung, von der Einzelfallhilfe bis hin zur Schulpsychologie.
5. Der Einzelfall als Konfliktfall: Untersucht Konfliktsituationen innerhalb des didaktischen Dreiecks und grenzt die Kernkonflikte und deren Ursachenbereiche ein.
6. Struktur von Problemgesprächen: Erörtert die Notwendigkeit einer professionellen Gesprächsführung bei schwierigen Themen und betont die Bedeutung gegenseitiger Kooperationsbereitschaft.
7. Vorbereitung des Lehrers auf das Elterngespräch: Gibt praktische Hinweise zur Terminabsprache, Materialbereitstellung und persönlichen Einstimmung des Pädagogen auf das Elterngespräch.
8. Literaturangaben: Listet die verwendeten Quellen und weiterführende Fachliteratur zur pädagogischen Beratung auf.
Schlüsselwörter
Lehrerberatung, Erziehungsberatung, Elterngespräch, Lernprozess, Konfliktmanagement, Schullaufbahnberatung, pädagogisches Handeln, Einzelfallhilfe, Schulpsychologie, Gesprächsführung, Lernschwierigkeiten, Verhaltensauffälligkeiten
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die Rolle von Lehrkräften als Berater und beleuchtet die pädagogischen Anforderungen, die mit Beratungsaufgaben im Schulalltag einhergehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Definition der Lehrerberatung, die Abgrenzung von Aufgabenfeldern, die Analyse von Konfliktfeldern und die methodische Vorbereitung auf Elterngespräche.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Lehrer für die Komplexität der Beratungsrolle zu sensibilisieren und Strategien für eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Eltern und Schülern aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung mit pädagogischen Beratungsgrundlagen unter Einbeziehung relevanter Fachliteratur und schulischer Organisationsmodelle.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsbestimmungen, die Einordnung von Konflikten im "didaktischen Dreieck" sowie praktische Anleitungen zur Strukturierung und Vorbereitung von Elterngesprächen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Erziehungsberatung, Schullaufbahnberatung, Gesprächsführung und Konfliktmanagement charakterisiert.
Wie unterscheidet die Autorin zwischen verschiedenen Beratungsebenen?
Die Autorin stellt ein Modell dar, das Beratungskompetenzen hierarchisch ordnet, weist jedoch explizit darauf hin, dass diese Grenzen in der Praxis flexibel sein müssen und sich Aufgabenbereiche überlappen.
Welchen Stellenwert nimmt die Vorbereitung auf das Elterngespräch ein?
Die Vorbereitung wird als essenziell erachtet, um bei Verhaltensauffälligkeiten oder Lernproblemen nicht nur die Sachthemen sachgerecht zu vermitteln, sondern auch eine vertrauensvolle Basis zwischen Eltern und Lehrern zu schaffen.
- Quote paper
- Yvonne Laas (Author), 2001, Lehrer und Lehrerinnen als Berater, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7361