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Der Friede von Konstanz 1183 unter besonderer Berücksichtigung der Vorverhandlungen von Piacenza

Title: Der Friede von Konstanz 1183 unter besonderer Berücksichtigung der Vorverhandlungen von Piacenza

Seminar Paper , 2002 , 18 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Ines Hoepfel (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Egal, ob man der Meinung ist, dass Kaiser Friedrich I. Barbarossa im Friedensvertrag von Konstanz 1183 mehr für seine Seite herausschlagen konnte, oder, ob man meint, dass der Lombardenbund Vorteile erworben hat, in jedem Fall muss man die diplomatische Leistung bewundern, die sich in den Vorverhandlungen von Piacenza bis hin zum endgültigen Konstanzer Vertrag zeigten.
Im Folgenden sollen anhand von drei Quellen diese Verhandlungen jenseits von Kategorien von Sieg oder Niederlage nachvollzogen und im Vergleich bewertet werden.


I. Die Vorgeschichte des Friedens von Konstanz


14 oberitalienische Städte, nämlich Venedig, Verona, Mailand, Cremona, Vicenza, Padua, Treviso, Ferrara, Brescia, Bergamo, Piacenza, Lodi, Parma und Mantua, schlossen sich am 1. Dezember 1167 zum Lombardenbund zusammen . Erklärtes Ziel war es, dem Kaiser künftig nicht mehr zu leisten, als zwischen dem Tod Heinrichs V. und dem Regierungsantritt Friedrichs I. üblich war . Der Bund richtete sich auf diese Weise gegen die Regalienpolitik Barbarossas seit dem Hoftag von Roncaglia 1162 . Die Städte konnten mit der Unterstützung durch Venedig und dem byzantinischen Kaiser rechnen, noch bedeutsamer war die enge Beziehung zum Papsttum Alexanders III., wie auch zum normannisch-sizilianischen König, dem Lehnsmann und Verbündeten von Papst Alexander III. .
Der Ausbruch der Malaria 1167 im kaiserlichen Heer vor Rom trug wesentlich dazu bei, dass der Kaiser im Kampf gegen den Lombardenbund erfolglos blieb und 1168 im Frühjahr fluchtartig Oberitalien verlassen musste. Unmittelbar danach gründete der Bund die Stadt Alessandria zu Ehren von Alexander III. .
Gegen diese Stadt richtete sich der 5. Italienzug Barbarossas 1174. Alessandria widerstand der Belagerung des kaiserlichen Heeres, drei Tage nach Abbruch derselben standen sich die Heere des Kaisers und des Bundes am 16. April 1175 bei Montebello gegenüber . Statt der Schlacht kam am Abend ein Unterhändlervertrag zwischen den Parteien zustande. Am folgenden Tag schlossen sich die Unterwerfung und die Aufnahme der Bundesstädte in den kaiserlichen Frieden an, Alessandria blieb aus dem Friedensschluss ausgeschlossen, der Stadt wurde ein bis Mitte Juni befristeter Waffenstillstand eingeräumt. Die Friedensbedingungen sollten von einer Schiedskommission ausgehandelt werden . Man rechnete fest mit einem guten Ausgang, aber das Schiedsverfahren scheiterte nach längeren Verhandlungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Die Vorgeschichte des Friedens von Konstanz

II. Die Vorverhandlungen von Piacenza (MGH DD FI. 843)

1. Allgemeines

2. Auswertung und Vergleich mit dem Vertrag von Konstanz

III. Der Vorvertrag von Piacenza (MGH DD FI. 844)

1. Allgemeines

2. Inhalt und Vergleich mit den Vorverhandlungen von Piacenza

IV. Der Vertrag von Konstanz (MGH DD FI. 848)

1. Allgemeines

2. Auswertung und Vergleich mit dem Vorvertrag von Piacenza

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den diplomatischen Prozess, der im Jahr 1183 zum Frieden von Konstanz zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und dem Lombardenbund führte, wobei der Fokus auf der Analyse der Vorverhandlungen in Piacenza liegt, um die Entwicklung der Vertragsbedingungen jenseits einfacher Sieg-oder-Niederlage-Kategorien zu bewerten.

  • Diplomatische Verhandlungsführung zwischen Kaiser und Lombardenbund
  • Analyse der Quellen: Vorverhandlungen, Vorvertrag und Friedensvertrag von Konstanz
  • Die Rolle Alessandrias im Verhandlungsprozess
  • Rechtsstatus der Bundesstädte und kaiserliche Regalienpolitik
  • Vergleichende Untersuchung der Vertragstexte (MGH DD FI. 843, 844, 848)

Auszug aus dem Buch

II. Die Vorverhandlungen von Piacenza (MGH DD FI. 843)

Von Julius Ficker wird diese Quelle als „Responsum ex parte imperatoris ad petitionem societatis“ bezeichnet, von Walter Lenel als „petitio imperatoris a rectoribus castigata“. Die Quelle ist in einer formlosen Art der Aufzeichnung ein Dokument eines frühen Stadiums der Friedensverhandlungen von Piacenza, dessen Fortsetzung der Friedensvertrag von Piacenza und letztlich der Konstanzer Vertrag ist. In diesem Vertragsentwurf sind die „Vorschläge des Kaisers und die Gegenforderungen der Rektoren der Liga“ dargelegt. Der „Rohentwurf“, der noch „einen unfertigen Charakter trägt“ ist eine „Überarbeitung einer Stellungnahme des Kaisers durch die Rektoren des Lombardenbundes“.

Dabei sollten die Unterhändler des Kaisers von einer kaiserlichen Willenserklärung ausgehen, die sie den Vertretern des Bundes vorzulegen und entsprechend zu ergänzen hatten, wobei sie autorisiert waren, Gegenvorschläge anzunehmen und Zusagen abzugeben. Zunächst ist vom Kaiser in der dritten Person die Rede, dazwischen wechselt es zur Wir-Form und wieder zurück zur objektiven Fassung: Auch das ist ein Zeichen für den unfertigen Charakter des Entwurfs.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Friedensverhandlungen und die Zielsetzung der quellenbasierten Analyse.

I. Die Vorgeschichte des Friedens von Konstanz: Darstellung der Gründung des Lombardenbundes und der konfliktreichen Auseinandersetzungen mit Barbarossa bis zum Waffenstillstand von Venedig.

II. Die Vorverhandlungen von Piacenza (MGH DD FI. 843): Untersuchung des frühen Vertragsentwurfs und der ersten Annäherungen zwischen den kaiserlichen Gesandten und den Rektoren des Bundes.

III. Der Vorvertrag von Piacenza (MGH DD FI. 844): Analyse der verbindlichen Vertragsbedingungen, die im April 1183 feierlich beschworen wurden.

IV. Der Vertrag von Konstanz (MGH DD FI. 848): Detailreiche Gegenüberstellung der endgültigen Friedensurkunde mit den vorangegangenen Vorverträgen unter Berücksichtigung diplomatischer Formeln.

Schluss: Einordnung des Friedens von Konstanz als historischer Kompromiss jenseits von Sieg oder Niederlage.

Schlüsselwörter

Frieden von Konstanz, Friedrich I. Barbarossa, Lombardenbund, Piacenza, Regalienpolitik, Vorverhandlungen, Vorvertrag, Diplomatie, Alessandria, Reichsrecht, Konsulatsverfassung, Schiedsverfahren, Mittelalterliche Geschichte, Urkundenanalyse, Vertragsentwurf

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert den diplomatischen Prozess des Friedens von Konstanz (1183) zwischen Kaiser Friedrich I. Barbarossa und dem Lombardenbund.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die Entwicklung der Friedensbedingungen von den ersten Vorverhandlungen in Piacenza bis zur endgültigen Ratifizierung sowie die politische Auseinandersetzung um städtische Selbstverwaltung und kaiserliche Regalien.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Verhandlungsweg anhand der drei überlieferten Quellen (MGH DD FI. 843, 844, 848) objektiv nachzuvollziehen und den Charakter des Friedens als diplomatischen Kompromiss aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine quellenkritische Analyse und einen rechts- sowie verfassungsgeschichtlichen Vergleich der vorliegenden Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Vorverhandlungen (Rohentwurf), des verbindlichen Vorvertrags von Piacenza und schließlich der finalen Konstanzer Friedensurkunde.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Lombardenbund, Friede von Konstanz, Barbarossa, Regalienpolitik und diplomatische Quellenanalyse beschreiben.

Warum war der Ort Konstanz für den Friedensschluss entscheidend?

Konstanz bot eine gute räumliche Lage zu den deutschen Bistumsstädten und galt bereits durch frühere Friedensabschlüsse als bewährter Tagungsort.

Welche Rolle spielte die Stadt Alessandria im Verhandlungsprozess?

Die Stellung Alessandrias war einer der strittigsten Punkte; der Kaiser setzte durch, dass sie aus dem Bund ausgeklammert und als kaiserliche Neugründung unter dem Namen Caesarea formal neu etabliert wurde.

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Details

Title
Der Friede von Konstanz 1183 unter besonderer Berücksichtigung der Vorverhandlungen von Piacenza
College
University of Bayreuth
Grade
2,0
Author
Ines Hoepfel (Author)
Publication Year
2002
Pages
18
Catalog Number
V73704
ISBN (eBook)
9783638744508
Language
German
Tags
Friede Konstanz Berücksichtigung Vorverhandlungen Piacenza
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ines Hoepfel (Author), 2002, Der Friede von Konstanz 1183 unter besonderer Berücksichtigung der Vorverhandlungen von Piacenza, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/73704
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