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Die "Zukunftsfähigkeit" der Landerziehungsheim-Pädagogik

Titre: Die "Zukunftsfähigkeit" der Landerziehungsheim-Pädagogik

Dossier / Travail , 2004 , 21 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Michala Garbe (Auteur)

Pédagogie - Pédagogie pour écoles
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Der Ruf nach Reformen in der Bildungspolitik ist in Deutschland selten so stark gewesen wie in den letzten Jahren. Kaum eine Zeitung, die noch keinen Artikel zur „Bildungsmisere“ in Deutschland veröffentlicht hat, kaum ein Weg der noch nicht vorgeschlagen wurde, um die deutschen Schulen in ihrem „Sturzflug“ aufzuhalten. Dennoch befindet sich Deutschland nicht zum ersten Mal in einer Situation des bildungspolitischen Rückstandes im Vergleich zu anderen europäischen Staaten, in der die in den Schulen vermittelten Werte und Inhalte nicht mehr den Anforderungen der Zeit entsprechen. Auch zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte sich das Bildungssystem als überholt und erneuerungsbedürftig erwiesen. Damals tauchte von vielen Seiten die Forderung nach einer ganzheitlichen Pädagogik auf, die vor allem das Kind in seiner Individualität wahrnehmen und achten sollte, Körper und Seele gleichermaßen. Viele Reformbewegungen haben ihre Wurzeln in dieser Zeit und zeichnen sich trotz ihre Heterogenität durch das gemeinsame Verständnis der Funktion von Schule aus: dort sollten nach Johann Heinrich Pestalozzi „Kopf, Herz und Hand“ dem jeweiligen Alter und Vermögen der Schüler gemäß entwickelt werden.
Namen aus der Reformbewegung, wie etwa Maria Montessori, Rudolf Steiner, Hermann Lietz, etc. scheinen einer anderen Zeit anzugehören. Oder können wird doch auch 100 Jahre später noch von ihren pädagogischen Ideen und Konzepten profitieren und daraus Nutzen für die Schule von heute ziehen? Welche Reformen hat die deutsche Bildung zu Beginn der 21. Jahrhunderts nötig, um den internationalen und nationalen Ansprüchen wieder gerecht zu werden? Nach den Veröffentlichungen der PISA- Studie werden meist pauschal negative Urteile über deutsche Schüler und Schulen abgegeben, die sich an einem Schulsystem, wie dem der Finnen orientieren müssten, um auch deutsche Kinder und Jugendliche zu verständigen und kompetenten Bürgern zu erziehen. PISA-E, die äquivalente Studie innerhalb der Republik, zeigte jedoch ganz deutlich, dass in kaum einem anderen Land so starke Leistungsunterschiede zwischen den Schulen bestehen. Wäre es da nicht das Naheliegendste, sich an erfolgreichen Lehrmethoden in deutschen Schulen zu orientieren, anstatt skandinavischen Vorbildern nachzueifern, denen sich vor einem kulturellen Hintergrund, in dem u.a. die Lesetradition eine weit wichtigere Position einnimmt, andere pädagogische Möglichkeiten bieten?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Schule in Deutschland: Richtung suchend – Richtung weisend?

2. Bildungslandschaft um 1900

2.1. Aufbruchstimmung

2.2. „Entdeckung“ der Psyche des Kindes

2.3. Erwartungen an eine „neue Schule“

2.4. Landerziehungsheimbewegung

2.4.1. Hermann Lietz – Leben und Weltsicht

2.4.2. Die Anfänge

2.4.3. Name und Programm

3. Bildungslandschaft um 2000 im Kontext der PISA - Studie

3.1. PISA 2000, 2003 und PISA-E

3.2. Befunde aus PISA

3.3. Erwartungen an Schule heute

3.3.1. Öffentliche Meinungen

3.3.2. Ganztagsschulen

4. Die Zukunftsfähigkeit der LEH- Pädagogik

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Zukunftsfähigkeit der Landerziehungsheim-Pädagogik im Kontext aktueller bildungspolitischer Debatten, die durch die PISA-Studien ausgelöst wurden. Ziel ist es, die reformpädagogischen Ansätze von Hermann Lietz auf ihre mögliche Vorbildfunktion für das staatliche deutsche Schulsystem hin zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der Landerziehungsheimbewegung
  • Analyse der PISA-Ergebnisse und Defizite im deutschen Schulsystem
  • Ganzheitliche Erziehung nach dem Prinzip „Kopf, Herz und Hand“
  • Reformbedarf und Konzepte für die moderne Ganztagsschule
  • Selbstverantwortung und Persönlichkeitsbildung in der Schule

Auszug aus dem Buch

2.4.1. Hermann Lietz – Leben und Weltsicht

Am 28. April 1868 wurde Hermann Lietz in Dumgenewitz auf Rügen geboren. Er wuchs in einer Großbauernfamilie auf der Insel auf und beschreibt seine Kindheit als einzigartig. Die unmittelbare Erfahrbarkeit von Natur und Umwelt empfand er als stark positiv prägend und Zeit seines Lebens vertrat er die Meinung, dass es jedem Kind gewährleistet sein sollte, in einer ländlichen Umgebung aufzuwachsen.

Ganz im Gegensatz dazu steht seine Gymnasialzeit, die er 1887-1888 in Greifswald und Stralsund verbrachte. Lebenslang behielt er diese Zeit in schlechtester Erinnerung: den Drill und die Demütigungen der Lehrer, seine Mitschüler als verwahrlost und roh und das von ihm geforderte Lernen als lebensfern und ermüdend.

Erst mit dem Studium der Theologie, Philosophie, Geschichte und Germanistik in Halle und ab 1891 in Jena kann er seinen Groll gegen schulische Systeme überwinden, da ihm diesmal genügend Freiraum für das Lernen und sein studentisches Leben gewährt werden. Schon im dritten Jahr schloss H. Lietz sein Theologiestudium in Halle ab, wenige Zeit später folgten das Doktoranden- und das Oberlehrerexamen in Jena. In Anlehnung an Schriften früherer reformerischer Denker, u.a. an Johann Wolfgang von Goethes: „Wanderjahre“, Jean-Jacques Rousseaus: „Emile“ und besonders an Johann Gottlieb Fichtes „Reden an die deutsche Nation“ entwarf er in den darauffolgenden Jahren ein immer konkreteres Bild seines zukünftigen Schulkonzepts, dem die Ansicht zu Grunde lag, dass die in Deutschland notwendige gesellschaftliche Veränderung nur durch eine Erneuerung der Jugend möglich sein könne.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Schule in Deutschland: Richtung suchend – Richtung weisend?: Der Einleitungsteil thematisiert die deutsche Bildungsmisere nach PISA und führt in die Notwendigkeit einer pädagogischen Reform ein.

2. Bildungslandschaft um 1900: Dieses Kapitel erläutert den historischen Kontext der Reformpädagogik und die Gründung der Landerziehungsheime durch Hermann Lietz.

3. Bildungslandschaft um 2000 im Kontext der PISA - Studie: Hier werden die Ergebnisse der PISA-Studien analysiert und die daraus resultierenden Anforderungen an moderne Schulen sowie Ganztagskonzepte diskutiert.

4. Die Zukunftsfähigkeit der LEH- Pädagogik: Das abschließende Kapitel reflektiert, wie die Prinzipien der Landerziehungsheime zur Verbesserung der Qualität staatlicher Schulen beitragen können.

Schlüsselwörter

Landerziehungsheim, Reformpädagogik, Hermann Lietz, PISA-Studie, Bildungsmisere, Ganzheitliche Erziehung, Ganztagsschule, Kopf Herz und Hand, Schulreform, Persönlichkeitsbildung, Selbstverantwortung, Internatsschule, Erziehungswissenschaft, Schulleistung, Identitätsfindung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert die pädagogischen Ansätze der historischen Landerziehungsheimbewegung und prüft deren Relevanz und Übertragbarkeit auf das moderne, krisenbehaftete deutsche Schulwesen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Reformpädagogik um 1900, die Ergebnisse und Kritik der PISA-Studien sowie das Potenzial ganztägiger Bildungskonzepte.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den Nutzen der Landerziehungsheim-Pädagogik für eine zukunftsfähige Gestaltung staatlicher Schulen zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Konzepte mit aktuellen bildungspolitischen Daten und Studien in Beziehung setzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Darstellung der Bewegung um Hermann Lietz und die Auseinandersetzung mit der heutigen Schulsituation sowie der Definition von Ganztagsschulen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere die ganzheitliche Bildung „Kopf, Herz und Hand“, Selbstverantwortung, individuelle Förderung und die Abkehr vom reinen Frontalunterricht.

Inwiefern beeinflusste Hermann Lietz die heutige Schulentwicklung?

Lietz prägte das Modell der Internatsfamilie und die Verknüpfung von Lernen und Leben, was als Vorbild für moderne Ansätze einer vertrauensvollen Lehrer-Schüler-Beziehung dienen kann.

Wie bewertet die Autorin das Konzept der Ganztagsschule im Vergleich zu den LEH?

Die Autorin warnt davor, die Ganztagsschule nur als zeitliche Ausdehnung des Unterrichts zu verstehen, und plädiert stattdessen für eine tiefgreifende pädagogische Umgestaltung im Sinne der Landerziehungsheime.

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Résumé des informations

Titre
Die "Zukunftsfähigkeit" der Landerziehungsheim-Pädagogik
Université
http://www.uni-jena.de/  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Cours
„Landerziehungsheime: Ganztagsschulen und mehr“
Note
1,0
Auteur
Michala Garbe (Auteur)
Année de publication
2004
Pages
21
N° de catalogue
V74106
ISBN (ebook)
9783638685382
ISBN (Livre)
9783638816403
Langue
allemand
mots-clé
Zukunftsfähigkeit Landerziehungsheim-Pädagogik Ganztagsschulen
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Michala Garbe (Auteur), 2004, Die "Zukunftsfähigkeit" der Landerziehungsheim-Pädagogik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74106
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Extrait de  21  pages
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