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Die Vernachlässigung des Erzählens in Schulen. Faktoren des Erzählerwerbs im Kindesalter

Título: Die Vernachlässigung des Erzählens in Schulen. Faktoren des Erzählerwerbs im Kindesalter

Trabajo Escrito , 2020 , 18 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Oliver Eisner (Autor)

Didáctica - Filología alemana
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Diese Arbeit befasst sich mit dem Lernbereich der Mündlichkeit, ferner: mit dem Erzählen und dessen Erwerb im Kindesalter. Ziel hierbei ist zunächst, herauszufinden, welches wichtige Faktoren beim Erzählen und Erzählerwerb sind, und wie sehr dieser Bereich aktuell in curricularen Vorgaben vertreten ist. Darüber hinaus soll kritisch dazu Stellung bezogen werden, wie es momentan um das Erzählen in Schulen steht. Nach Herausarbeiten der Aspekte, die dieser Lernbereich in sich birgt, soll auf diesem Wissen basierend die Erzählkompetenz eines Vorschulkindes analysiert werden.

Das Vorschulalter eignet sich hervorragend, da der mündliche Sprachgebrauch in diesem Alter noch frei von schulischen Einflüssen ist und es daher einen reinen Blick auf die selbst angeeignete, nicht aufgezwungene Erzählkompetenz gewährt. Auch sprechen Kinder in diesem Alter konzeptionell nur mündlich, da sie der Schriftsprache noch nicht mächtig sind. Fachsprachlich ausgedrückt kann man sie in aller Regel höchstens der logographemischen Phase zuordnen. Dies bedeutet, dass sie zwar noch nicht orthographisch korrekt lesen und schreiben können, allerdings sind Kinder in dieser Phase in der Lage, ihre eigenen Namen zu schreiben oder zu lesen, da sie das Abbild, das die Aneinanderreihung von Buchstaben entstehen lässt, wiedererkennen. Ebenso erkennen sie einfache Logos (Embleme), auf denen Markennamen stehen (Coca-Cola). All dies ist allerdings noch nicht institutionell beeinflusst oder gar regelhaft wie bereits in der phonetischen, phonologischen oder im letzten Schritt der orthographischen Phase.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Erzählen

3 Erzählerwerb und Erzählkompetenz

4 Erzählen in Schule

5 Analyse der Erzählkompetenz eines Vorschulkindes

6 Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Bedeutung und den Stellenwert des Erzählens im schulischen Kontext sowie den kindlichen Erwerb von Erzählkompetenz. Das zentrale Ziel ist es, die aktuelle Vernachlässigung des Erzählens im Deutschunterricht kritisch zu beleuchten und anhand einer empirischen Analyse der Erzählkompetenz eines vierjährigen Kindes aufzuzeigen, über welche narrativen Fähigkeiten bereits im Vorschulalter verfügt wird.

  • Bedeutung des Erzählens als Alltagspraktik und Kulturtechnik
  • Entwicklung und Erwerb der Erzählkompetenz im Kindesalter
  • Kritische Reflexion der schulischen Praxis und didaktischer Ansätze
  • Analyse narrativer Strukturen und metasprachlicher Äußerungen
  • Zusammenhang zwischen mündlichem Erzählen und schulischer Kompetenzförderung

Auszug aus dem Buch

3 Erzählerwerb und Erzählkompetenz

„Erzählerwerb ist das Ergebnis eines sozial geprägten Erwerbsprozesses, für den der Dialog, der Unterricht und die eigene Texterfahrung eine wichtige Rolle spielen.“ (Baurmann, Kammler & Müller, 2017, S. 63.) Es wird also davon ausgegangen, dass das Erzählen zunächst durch den Dialog gelernt wird, also dem Wechselwirkungsprozess zwischen Individuum und Umwelt. Wenn Gesprächspartner beispielsweise konkrete Fragen stellen, lernt ein Kind – vorausgesetzt dieser Vorgang wird frequentiert – zunehmend selbstständig zu erzählen.

Ein konkretes Beispiel könnte folgendes sein: Ein lachendes Kind wird gefragt, wieso es lacht, das Kind würde versuchen, den Grund für diesen emotionalen Ausdruck kognitiv zu rekonstruieren und in Worten wiederzugeben. Dies klappt immer besser und detaillierter, je öfter dem Kind die Möglichkeit geboten wird. Des Weiteren erfolgt der Erzählerwerb in Schule oder durch literale (fiktionale) Spracherfahrungen (Buch, Film etc.) (vgl. ebd.). Bereits „[m]it vier bis fünf Jahren weiß jedes normal entwickelte Kind sich in seiner Sprache zu verständigen. Es vermag gemeinte Sachverhalte zu benennen, es kann bitten, es kann danken. Es kann etwas fordern und etwas verweigern. Es versteht zu fragen, und es antwortet. Es kann darstellen, was es erlebt hat. Es lebt in einer Gemeinschaft, in der es gelernt hat, sich ihr verständlich zu machen. Was es anfangs durch Schreien, durch Unmuts- oder Freudeäußerungen, insgesamt durch vorsprachliche Signale zu verstehen geben mußte, kann es nun im allgemeinen sprachlich fassen.“ (Ader & Kress, 1980, S. 24.)

Ein Kind lernt sehr schnell um die Möglichkeiten, die Sprache offenhält. Menge und Qualität des Gesprochenen bauen sich dabei stetig aus. Sprache (also ebenso das Erzählen) wird dabei in ihren Anfängen durch Imitation gelernt (vgl. ebd. f.). Ein Kind „[…] wird in eine Situation hineingeboren, in der [es] vom ersten Tag an das Funktionieren von Sprache beobachtet. Deshalb ist der Spracherwerb von vornherein komplex. Die Beobachtungen sind nicht methodisch vereinfacht: das Kleinkind hört sich von vornherein in voll entfaltete und umfassend funktionierende Gesprächsformen hinein.“ (S. 25.)

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Erzählens als Alltagspraktik ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Stellenwerts des Erzählens in der Schule und im Kindesalter.

2 Erzählen: Dieses Kapitel definiert Erzählen als eigenständiges sprachliches Handlungsfeld und erläutert dessen Funktionen anhand von Kommunikationsmodellen.

3 Erzählerwerb und Erzählkompetenz: Hier werden die sozial geprägten Prozesse des Erzählerwerbs sowie die kognitiven und interaktiven Anforderungen an die Erzählkompetenz von Kindern detailliert beschrieben.

4 Erzählen in Schule: Das Kapitel analysiert kritisch die Gründe für die Vernachlässigung des Erzählens im Deutschunterricht und diskutiert didaktische Anforderungen.

5 Analyse der Erzählkompetenz eines Vorschulkindes: Auf Basis theoretischer Modelle wird die Erlebniserzählung eines vierjährigen Kindes ausgewertet, um dessen bestehende Erzählkompetenzen zu illustrieren.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Erzählunterrichts zusammen und warnt vor der Vernachlässigung der mündlichen Erzählkompetenz zugunsten reiner Schriftsprachförderung.

Schlüsselwörter

Erzählen, Erzählkompetenz, Mündlichkeit, Kindesalter, Deutschdidaktik, Sprachdidaktik, Kommunikationsmodelle, Erzählerwerb, Schulpraxis, Narrative Struktur, Erzählsituation, Sprachgebrauch, Vorschulkind, Interaktion, Schlüsselqualifikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung des mündlichen Erzählens und dessen systematischem Erwerb im Kindesalter sowie der kritischen Analyse seiner Rolle im aktuellen schulischen Deutschunterricht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Felder sind die Sprachdidaktik, der Spracherwerb, die Erzählforschung sowie die Analyse von Kommunikationsmodellen und curricularer Vorgaben für die Primarstufe.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Erzählkompetenz entsteht und warum es ein didaktisches Versäumnis ist, diesen Bereich in der Schule zugunsten der Schriftsprache zu vernachlässigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird ein theoretischer Rahmen aus sprachdidaktischen Modellen erarbeitet, der anschließend in einer qualitativen Analyse auf eine konkrete Videoaufnahme eines Vorschulkindes angewendet wird.

Was ist der inhaltliche Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung des Erzählens, eine Erläuterung der Erwerbsprozesse und eine kritische Auseinandersetzung mit der Unterrichtspraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie Erzählkompetenz, Sprachdidaktik, mündliche Kommunikation und kindliche Sprachentwicklung charakterisiert.

Warum wird speziell die Erzählkompetenz eines Vorschulkindes analysiert?

Das Vorschulalter wurde gewählt, da es einen unverfälschten Blick auf die selbst angeeignete Erzählkompetenz ermöglicht, bevor institutionelle schulische Einflüsse die Sprachentwicklung stark prägen.

Welche Bedeutung hat das Organon-Modell für die Argumentation des Autors?

Das Modell dient dazu, Erzählen als Subkategorie des Sprechens mit seinen drei zentralen Funktionen – Ausdruck, Darstellung und Appell – theoretisch zu fundieren.

Welche Rolle spielt die emotionale Beziehung zwischen dem Kind und der Gesprächspartnerin in der Analyse?

Die emotionale Nähe wird als Voraussetzung für das interaktive Gespräch gewertet, da sie es dem Kind ermöglicht, sich sicher zu fühlen und seine narrativen Fähigkeiten voll zu entfalten.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die schulische Bildung?

Der Autor fordert eine stärkere Gewichtung des mündlichen Erzählens, da es eine wichtige Schlüsselqualifikation darstellt, die durch eine zu frühe Fokussierung auf die Schriftsprache nicht in den Hintergrund geraten darf.

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Detalles

Título
Die Vernachlässigung des Erzählens in Schulen. Faktoren des Erzählerwerbs im Kindesalter
Universidad
University of Vechta
Curso
Fachdidaktische Vertiefung: Lernbereich Mündlichkeit
Calificación
1,0
Autor
Oliver Eisner (Autor)
Año de publicación
2020
Páginas
18
No. de catálogo
V742054
ISBN (Ebook)
9783346178367
ISBN (Libro)
9783346178374
Idioma
Alemán
Etiqueta
Erzählerwerb Erzählkompetenz Erzählen Schulisches Erzählen Mündlichkeit Schriftlichkeit Mündliches Erzählen Fachdidaktik Lernbereich Mündlichkeit Lernbereich Erzählen Vernachlässigung des Erzählens in Schulen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Oliver Eisner (Autor), 2020, Die Vernachlässigung des Erzählens in Schulen. Faktoren des Erzählerwerbs im Kindesalter, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/742054
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