Leiharbeit ist ein geeignetes Instrument Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt zu bringen. Deshalb empfahl die Hartz Kommission in ihrem Bericht aus dem Jahre 2002 eine Ausdehnung dieses Sektors mit Hilfe der Personal-Service-Agenturen (PSA). In dieser Arbeit werden Erfahrungen aus Nachbarländern und Deutschen Pilotprojekten zusammengefasst und analysiert welche Vorteile Leiharbeit dem Deutschen Arbeitsmarkt bringen könnte. Basierend auf dem Hartz Bericht wird das Konzept der Personal Service Agenturen vorgestellt. Auf den eigentlichen Vorschlägen für PSA’s aufbauend wird kritisch analysiert wie dieses Konzept durch die Bundesregierung umgesetzt wurde. Leiharbeit ist ein probates Mittel zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen sowie der Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. Jedoch muss in Betracht gezogen werden, dass Leiharbeit ein beschränktes Potential hat Arbeitsplätze zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
2. Leiharbeit in Deutschland – eine Bestandsaufnahme
2.1 Der Markt der privaten Leiharbeit
2.2 Wiedereingliederungsorientierte Leiharbeit – Erste Versuche
2.3 Zwischenfazit- Ist Leiharbeit ein sinnvoller Ansatz?
3. Das Konzept der Personal Service Agenturen
3.1 Die Grundidee des Konzeptes
3.2 Die Ausgestaltung der PSA
3.3 Kritikpunkte am Hartz Konzept der PSA
4. Umsetzung des Hartz Konzeptes
4.1 Die Veränderung der Hartz Vorschläge im Gesetz
4.2 Erste Tarifvereinbarungen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential von Personal Service Agenturen (PSA) als Instrument zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Im Fokus steht die Frage, inwieweit die durch die Hartz-Kommission vorgeschlagene Ausdehnung der Leiharbeit einen effektiven Beitrag zur Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt leisten kann und welche kritischen Aspekte bei der gesetzlichen Umsetzung zu beachten sind.
- Analyse des aktuellen Marktes für private Leiharbeit in Deutschland
- Evaluation von Pilotprojekten zur wiedereingliederungsorientierten Leiharbeit
- Darstellung des Konzepts und der Zielsetzung der Personal Service Agenturen
- Kritische Würdigung der gesetzlichen Umsetzung und tarifvertraglicher Rahmenbedingungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Grundidee des Konzeptes
Im Kapitel 8 des Hartz Papiers wird der Aufbau von Personal Service Agenturen (PSA) als „Herzstück des Abbaus der Arbeitslosigkeit“ beschrieben und es werden Implementierungsvorschläge unterbreitet, die im Kapitel 3.2 näher beleuchtet werden.
Die Grundidee einer integrationsorientierten Arbeitnehmerüberlassung ist identisch mit der der in Kapitel 2.2 erwähnten Projekte, sie werden sogar hinsichtlich ihrer Wiedereingliederungsquoten lobend im Hartz Papier (S.154) erwähnt. Aber wesentlicher Unterschied zu vergangenen Projekten ist vor allem, dass die PSA aus dem Status Experiment hinaustreten soll und flächendeckend (in jedem Arbeitsamtbezirk mindestens eine PSA) eingeführt werden soll. Im Hartz Papier wird nicht nur die Einführung der PSA gefordert, sondern auch Änderungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz werden vom Gesetzgeber verlangt, um eine Aktivierung des gesamten Leiharbeitmarktes zu erreichen. Ziel der Hartz Reformen sollte es sein die Arbeitslosigkeit bis zum Jahr 2005 zu halbieren, der Ausweitung der Leiharbeit (inklusive der PSA) sollte allein einen Beitrag von 780000 Arbeitslosen die aus der Statistik verschwinden zukommen. Da der Hauptteil dieser Zahl auf die Personal Service Agenturen entfallen soll, zeigt dies den markanten dimensionalen Unterschied zu anderen Projekten.
Beim Studium des Kapitels 8 fällt vor allem die Gestaltungsfreiheit bei der Umsetzung der Vorschläge auf, je nach Situation in der jeweiligen Region sind verschiedene mögliche Lösungen angegeben, worauf im Einzelnen später noch eingegangen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
2. Leiharbeit in Deutschland – eine Bestandsaufnahme: Dieses Kapitel liefert eine statistische Bestandsaufnahme des Leiharbeitsmarktes und analysiert anhand von Pilotprojekten, ob eine wiedereingliederungsorientierte Leiharbeit erfolgreich Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt integrieren kann.
3. Das Konzept der Personal Service Agenturen: Hier wird die Grundidee der PSA als Instrument der Hartz-Kommission sowie deren angedachte Ausgestaltung und die damit verbundene Kritik, insbesondere hinsichtlich der Lohnpolitik, detailliert erörtert.
4. Umsetzung des Hartz Konzeptes: Dieses Kapitel behandelt die tatsächlichen gesetzlichen Anpassungen im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz sowie die Rolle der ersten Tarifvereinbarungen bei der Ausgestaltung der Leiharbeit.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet das Potenzial der PSA trotz offener Fragen zu Mitnahme- und Verdrängungseffekten als einen Schritt in die richtige Richtung zur Senkung der Arbeitslosigkeit.
Schlüsselwörter
Personal Service Agenturen, PSA, Hartz Kommission, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Wiedereingliederung, Arbeitsmarktpolitik, Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, AüG, Tarifverträge, Equal Pay, Qualifizierung, Arbeitsvermittlung, Beschäftigungseffekte, Flexibilisierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einführung von Personal Service Agenturen als Instrument der Hartz-Reformen, um Arbeitslosigkeit in Deutschland zu senken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Leiharbeitsmarkt, die Konzepte der integrationsorientierten Arbeitnehmerüberlassung, die gesetzliche Umsetzung der Hartz-Vorschläge sowie die Rolle von Tarifverträgen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Nutzen und das Potential der Personal Service Agenturen bei der Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt kritisch zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Fachliteratur, Statistiken, dem Bericht der Hartz-Kommission sowie der Auswertung praktischer Erfahrungen aus Pilotprojekten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der Ist-Zustand der Leiharbeit, das PSA-Konzept, Kritikpunkte an der Umsetzung und die tatsächlichen tarifvertraglichen Regelungen detailliert erarbeitet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Personal Service Agenturen, Leiharbeit, Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarktpolitik und Wiedereingliederung geprägt.
Warum wird die Lohnpolitik der PSA kritisch gesehen?
Es besteht die Sorge, dass eine sogenannte Billigstrategie bei PSA-Leiharbeitern einen allgemeinen Abwärtsdruck auf die Löhne ausübt und Stammbeschäftigte durch günstigere Leiharbeiter ersetzt werden könnten.
Welche Rolle spielen Pilotprojekte wie START oder bfZ?
Diese Projekte dienten als Vorbilder für die PSA, da sie bereits zeigten, dass eine wiedereingliederungsorientierte Leiharbeit erfolgreich schwer vermittelbare Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt integrieren kann.
- Quote paper
- Robert Finger (Author), 2003, Die Möglichkeit des Abbaus der Arbeitslosigkeit in Deutschland durch die Einführung von Personal Service Agenturen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/74906