Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Möglichkeiten der Einflussnahme auf logistische Kosten im Unternehmen“. Das Thema hat, wenn man einen Kostenvergleich als prozentualer Anteil vom Umsatz innerhalb Europas anstellt, insbesondere in Deutschland eine sehr hohe Relevanz. So liegen hierzulande die logistischen Kosten je nach Branche zwischen 10 und 25 Prozent des Umsatzes und damit weit über dem europäischen Durchschnitt . Andere Statistiken nennen Zahlen für logistische Kosten im Unternehmen von bis zu 25 Prozent der Gesamtkosten .
Um einen logischen Aufbau der Arbeit zu gewährleisten, wird zunächst eine Systematisierung und Definition von logistischen Kosten vorgenommen. Anschließend wird dargestellt, weshalb eine übergeordnete Strategie notwendig ist, um logistische Kosten nachhaltig zu beeinflussen. Danach werden entsprechende Strategien vorgestellt. Im Endteil dieses Aufsatzes werden als Auswertung der zuvor dargestellten Strategien generelle Kostenbeeinflussungsmöglichkeiten abgeleitet, worauf eine abschließende Gesamtbetrachtung folgt.
Der Aufsatz ist so gegliedert, dass bestimmte Konzepte im Rahmen bestimmter Logistikarten dargestellt werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass diese Konzepte nur in dieser einen Logistikart anwendbar sind. So sind bspw. die Ideen zur Kostenbeeinflussung im Zusammenhang mit der Behandlung von Lägern überwiegend in den Teilen Produktions- und Distributionslogistik erklärt, lassen sich jedoch ohne weiteres auf andere Logistikarten, wie Beschaffungs- oder Entsorgungslogistik, in denen ebenfalls mit Lägern umzugehen ist, anwenden.
Auch ist die Unterteilung der Logistikarten lediglich zur einfacheren Veranschaulichung der Sachverhalte gedacht. In der Praxis hingegen lassen sich die verschiedenen Logistikarten und ihre Bestandteile gar nicht so genau abgrenzen sondern gehen „fließend“ ineinander über. Anhang 1 veranschaulicht diese Aussage in grafischer Form.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung / Aufbau der Arbeit
2. Logistische Kosten im Unternehmen
2.1. Problem der Abgrenzung der exakten logistischen Kosten
2.2. Systematisierung von Logistikkosten
2.3. Aufkommen von Logistikkosten (Logistikarten)
3. Notwendigkeit eines Logistikkonzeptes
4. Strategien zur Einflussnahme auf logistische Kosten
4.1. Beschaffungslogistik
4.1.1. ABC- und XYZ- Analyse
4.1.2. Gestaltung der Beschaffungsstruktur
4.1.3. Make-or-buy-Entscheidungen
4.1.4. Transportkonzepte
4.1.5. Wahl der richtigen Beschaffungsform
4.1.6. Wahl der optimalen Beschaffungsmengen und -termine
4.1.7. Standardisierung
4.2. Produktionslogistik
4.2.1. Flussgerechte Ablauf- und Aufbauorganisation
4.2.2. Reduzierung von Durchlaufzeiten
4.2.3. Verringerung der Bestände
4.2.4. Just-in-time-Konzept
4.2.5. Verbesserung von Information und EDV in PPS-Systemen
4.3. Distributionslogistik
4.3.1. Distributionsstruktur
4.3.2. Eigenlager vs. Fremdlager
4.3.3. Transportsysteme
4.3.4. Effiziente Tourenplanung
5. Widersprüchlichkeit partieller Kostenbeeinflussung
6. Abgeleitete, generelle Strategien zur Kostenbeeinflussung
7. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, systematische Ansätze und Strategien zur Identifikation und Beeinflussung von Logistikkosten im Unternehmen aufzuzeigen. Dabei wird die Forschungsfrage adressiert, wie logistische Kosten in den Bereichen Beschaffung, Produktion und Distribution nachhaltig gesenkt werden können, ohne die Logistikleistung negativ zu beeinträchtigen.
- Systematisierung und Definition logistischer Kosten im Unternehmen
- Notwendigkeit einer ganzheitlichen Logistikstrategie (Total-System-Konzept)
- Methoden der Kostenbeeinflussung in Beschaffung, Produktion und Distribution
- Analyse von Zielkonflikten bei der Kostenoptimierung
- Ableitung genereller Kostenbeeinflussungsstrategien (z.B. Konsolidierung, Standardisierung)
Auszug aus dem Buch
4.1. Beschaffungslogistik
Die Aufgaben der Beschaffungslogistik sind weit gefächert. Wesentlichste Aufgabe ist die Verfügbarkeit von Materialien, Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in der erforderlichen Qualität und Menge zum richtigen Zeitpunkt und dem bestmöglichen Preis-/ Leistungsverhältnis bereitzustellen. Dies setzt die Entwicklung einer Beschaffungsstrategie unter Berücksichtigung aller genannter Größen voraus. Um die Beschaffungskosten zu optimieren sind weitreichende Analysen und eine aktive Beschaffungsmarktforschung notwendig. Wichtig ist u.a. die Beteiligung der Beschaffungslogistik bei make- or buy – Analysen. Große Bedeutung haben darüber hinaus die Auswahl der richtigen Lieferanten und die Verhandlung eines wirtschaftlichen Einkaufspreises.23
Eine globale Betrachtung zur Optimierung der beschaffungslogistischen Kosten muss demnach Merkmale wie die Abrufmenge, den Sicherheitsbestand in Lagern, die Verteilung der Transportkosten, die geographische Materialflussoptimierung oder Qualitäts- und Wareneingangskontrolle sowie Qualitätsfolgekosten berücksichtigen24.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung / Aufbau der Arbeit: Die Einleitung erläutert die Relevanz logistischer Kosten in Deutschland und skizziert den Aufbau der Untersuchung sowie die methodische Vorgehensweise.
2. Logistische Kosten im Unternehmen: Dieses Kapitel definiert Logistikkosten aus Controlling-Perspektive und bietet eine Systematisierung in verschiedene Kategorien.
3. Notwendigkeit eines Logistikkonzeptes: Hier wird die Bedeutung einer ganzheitlichen, systemorientierten Betrachtung hervorgehoben, um die Zersplitterung von Logistikaufgaben zu vermeiden.
4. Strategien zur Einflussnahme auf logistische Kosten: Der Hauptteil analysiert detailliert spezifische Einflussmöglichkeiten innerhalb der Bereiche Beschaffung, Produktion und Distribution.
5. Widersprüchlichkeit partieller Kostenbeeinflussung: Dieses Kapitel thematisiert die Zielkonflikte (Trade-offs) bei der Kostenoptimierung und plädiert für das Total-Cost-Concept.
6. Abgeleitete, generelle Strategien zur Kostenbeeinflussung: Abschließend werden allgemeingültige Prinzipien wie Kostenreduktion, Kapitalreduktion und Differenzierung komprimiert zusammengefasst.
7. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit eines aktiven Logistikcontrollings sowie der Anpassung an zukünftige Trends.
Schlüsselwörter
Logistikkosten, Beschaffungslogistik, Produktionslogistik, Distributionslogistik, Kostenmanagement, Logistikkonzept, Total-System-Konzept, Bestandssenkung, Supply Chain, Just-in-time, Kostenoptimierung, Outsourcing, Make-or-buy, PPS-Systeme, Logistikcontrolling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Seminararbeit untersucht Möglichkeiten zur Identifikation und gezielten Beeinflussung von logistischen Kosten innerhalb eines Unternehmens.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die drei logistischen Hauptbereiche Beschaffungslogistik, Produktionslogistik und Distributionslogistik ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Strategien zur nachhaltigen Senkung logistischer Kosten unter Berücksichtigung einer ganzheitlichen Unternehmenssicht (Total-System-Konzept) aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine literaturbasierte Analyse betriebswirtschaftlicher Konzepte zur Kostenbeeinflussung und Systematisierung logistischer Prozesse.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in operative Strategien für die drei Logistikarten, wie z.B. ABC-Analysen, Make-or-buy-Entscheidungen und Just-in-time-Konzepte.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Logistikkosten, Kostenmanagement, Gesamtkostenkonzept, Bestandssenkung und Logistikcontrolling.
Warum ist eine ganzheitliche Betrachtung laut Autor notwendig?
Ohne eine solche Betrachtung droht eine Zersplitterung von Logistikaufgaben, bei der sich Kosten unbemerkt ausweiten können, anstatt gesamthaft optimiert zu werden.
Wie werden Zielkonflikte bei der Kostenbeeinflussung bewertet?
Der Autor betont, dass eine einseitige Kostensenkung oft die Logistikleistung mindert und daher trade-offs (Zielkonflikte) durch ein Gesamtkostenkonzept (Total-Cost-Concept) ausbalanciert werden müssen.
- Quote paper
- Steffen Kolod (Author), 2004, Möglichkeiten der Einflussnahme auf logistische Kosten im Unternehmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75398