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Lessing contra Gottsched - Ein Literaturstreit anhand der Poetik des Aristoteles

Title: Lessing contra Gottsched - Ein Literaturstreit anhand der Poetik des Aristoteles

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Matthias Engelhardt (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Arbeit will dem Literaturstreit zwischen Gottsched und Lessing auf den Grund gehen, will ihr unterschiedliches Verständnis von Aristoteles nachzeichnen und aufzeigen, in wie weit sich Gottsched vom Theater des französischen Klassizismus beeinflussen ließ, während Lessing das theatrale Maß aller Dinge in den Werken des Engländers und auf den ersten Blick antiaristotelisch eingestellten William Shakespeare (1564-1616) sah.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 Kulturhistorischer Hintergrund

3 Gottscheds „Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen“

3.1 „Von der Dichtkunst“ von Aristoteles

3.1.1 Aristoteles: mimêsis und mythos

3.1.2 Aristoteles und catharsis durch eleos und phobos

3.1.3 Die Dramaturgie des Aristoteles

3.2 Gottscheds annektiertes Kulturerbe

3.2.1 Gottscheds Bezugnahme auf Aristoteles

3.2.2 Das Theater des französischen Klassizismus

3.2.3 Leistung von und Reaktionen auf Gottscheds Poetik

4 Lessings „Briefe“ und „Hamburgische Dramaturgie“

4.1 Lessings Reaktion auf „Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen“

4.2 Lessings Poetik

4.2.1 Lessings Loslösung von der Ständeklausel

4.2.2 Lessings Neuinterpretation der Katharsistheorie

5 ABSCHLUSS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Literaturstreit zwischen Johann Christoph Gottsched und Gotthold Ephraim Lessing, indem sie deren gegensätzliche Interpretationen der aristotelischen Poetik analysiert und den Einfluss des französischen Klassizismus sowie die daraus resultierenden theoretischen Weiterentwicklungen beleuchtet.

  • Vergleich der Theaterreformen von Gottsched und Lessing.
  • Analyse des aristotelischen Einflusses auf die deutsche Aufklärung.
  • Untersuchung der Rezeption des französischen Klassizismus.
  • Diskussion der zentralen Begriffe Mimesis, Katharsis und der drei Einheiten.
  • Bewertung von Lessings Neuinterpretation der dramaturgischen Gesetze.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Aristoteles: mimêsis und mythos

„Ich verstehe hier unter Mythos die Zusammensetzung der Handlungen“18, die in der Tragödie nachgeahmt werden. Wichtig ist hierbei laut Aristoteles, dass die Tragödie „nicht die Nachahmung von Menschen, sondern von Handlungen und Lebensweisen, von Glück und Unglück“19 ist, weswegen „ohne Handlung gar keine Tragödie entstehen [könne], dagegen wohl ohne Charaktere20“. Wichtige Bestandteile des mythos sind „die Peripetien und die Wiedererkennungen“21. So bezeichnet die Peripetie den „Umschlag der Handlung in ihr Gegenteil“22, Wiedererkennung (oder auch Entdeckung) den „Umschlag aus Unwissenheit in Erkenntnis, zur Freundschaft oder Feindschaft“23. Doch Aristoteles führt nicht nur Stilmittel auf, er gibt auch Hinweise zu deren Handhabung: „Am schönsten ist eine Entdeckung, wenn sie mit der Peripetie zusammenfällt.“24 Als Paradebeispiel nennt Aristoteles „König Ödipus“ von Sophokles (495-406 v. Chr.).

Was genau versteht nun Aristoteles unter Nachahmung? Er entdeckt, dass sie die Größe ist, die die Kunst an die Wirklichkeit bindet. Mit dieser Erkenntnis begehrt er gegen seinen Lehrer Platon auf, der der Kunst gerade diese Qualität absprach.25 (Aristoteles rehabilitiert damit die Kunst, der Platon ablehnend gegenüber gestanden hatte,26 und erhebt „die Kunst- bzw. Dichtungstheorie zu einer ‚wissenschaftlichen’ Disziplin“27 – somit ist er als der Gründervater der Literatur- und Theaterwissenschaft zu nennen.28) Natürlich ist Aristoteles klar, dass die Kunst keine deckungsgleiche Abbildung der Realität ist. Diese Eigenschaft spricht er der Geschichtsschreibung zu, die er geringer als die Dichtung schätzt: Während der Geschichtsschreiber berichtet, „was geschehen ist“, wendet sich der Dichter dem zu, „was geschehen könnte und was möglich wäre.“29 Hier ist „Fiktion [gemeint], d.h. die produktive, freie Gestaltung mögl. Wirklichkeit.“30 Das Prinzip der Wahrscheinlichkeit

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung des Aristoteles und die spezifische Problemstellung des Literaturstreits zwischen Gottsched und Lessing im 18. Jahrhundert.

2 Kulturhistorischer Hintergrund: Darstellung der kulturellen und politischen Situation Deutschlands im frühen 18. Jahrhundert und der desolate Zustand des Theaters.

3 Gottscheds „Versuch einer Critischen Dichtkunst vor die Deutschen“: Analyse von Gottscheds Reformbestrebungen auf Basis der aristotelischen Poetik und des französischen Klassizismus.

4 Lessings „Briefe“ und „Hamburgische Dramaturgie“: Untersuchung von Lessings polemischer Auseinandersetzung mit Gottsched und der Entwicklung seiner eigenen Poetik.

5 ABSCHLUSS: Kritische Würdigung der Bedeutung beider Theoretiker für den Fortschritt und die Entwicklung des deutschen Dramas.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Gottsched, Lessing, Theaterreform, Poetik, Mimesis, Katharsis, Tragödie, Aufklärung, französischer Klassizismus, Hamburgische Dramaturgie, Literaturstreit, Wahrscheinlichkeit, Ständeklausel, Dramaturgie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den historischen Literaturstreit zwischen Johann Christoph Gottsched und Gotthold Ephraim Lessing, die beide das deutsche Theater auf Basis der Poetik des Aristoteles reformieren wollten, dabei aber zu grundlegend unterschiedlichen Ergebnissen gelangten.

Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentrale Themen sind die theoretische Auseinandersetzung mit den aristotelischen Begriffen wie Mimesis und Katharsis, der Einfluss des französischen Klassizismus auf Gottsched sowie Lessings progressives Gegenmodell.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das unterschiedliche Verständnis von Aristoteles bei Gottsched und Lessing nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie diese Kontroverse die Entwicklung des deutschen Theaters prägte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primäre Quellen der antiken und aufklärerischen Poetik mit zeitgenössischer Forschungsliteratur abgleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Gottscheds Regelwerk, die Analyse des Einflusses des französischen Klassizismus und die detaillierte Betrachtung von Lessings „Hamburgischer Dramaturgie“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Aristoteles, Katharsis, Mimesis, Theaterreform und die Auseinandersetzung zwischen Gottsched und Lessing definiert.

Warum lehnte Lessing Gottscheds Theaterreform ab?

Lessing sah in Gottscheds Versuch, das französische Theater zu imitieren, eine Inkompatibilität mit der deutschen Mentalität und lehnte die starre Regelhörigkeit ab, die der pädagogischen Wirkung entgegenstand.

Wie interpretierte Lessing die Katharsis neu?

Im Gegensatz zu Aristoteles’ medizinischem Verständnis sah Lessing die Tragödie als Instrument zur moralischen Erziehung, bei dem Mitleid als Fähigkeit zur gesellschaftlichen Entwicklung geschult wird.

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Details

Title
Lessing contra Gottsched - Ein Literaturstreit anhand der Poetik des Aristoteles
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Hauptseminar „Klassizismus als ethisch-ästhetisches Programm“
Grade
1,0
Author
Matthias Engelhardt (Author)
Publication Year
2007
Pages
28
Catalog Number
V75590
ISBN (eBook)
9783638796392
ISBN (Book)
9783656744177
Language
German
Tags
Lessing Gottsched Literaturstreit Poetik Aristoteles Hauptseminar Programm“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Engelhardt (Author), 2007, Lessing contra Gottsched - Ein Literaturstreit anhand der Poetik des Aristoteles, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75590
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