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„Wer bis zum Grunde heilen will, …“ Integration, Akzeptanz und Ausgleich

Title: „Wer bis zum Grunde heilen will, …“ Integration, Akzeptanz und Ausgleich

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Roland Quiatkowski (Author)

Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
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Summary Excerpt Details

„… der heilt zu Tod.“
Fußend auf dem grundsätzlichen Problem der Ordnung, nämlich dass Ordnungen nicht ohne ein letztes Element Unordnung bestehen können, entstand ein Bild wie es obiges Zitat des Pater Foelix perfekt auszudrücken vermag. Es stellt ein prinzipielles Problem jeder Macht dar. Denn es bedeutet, mindestens den letzten Grund für den Verlust eigener Autorität nicht aufheben zu können. So dass nach der Herstellung einer „perfekten“, nicht zu durchbrechenden Ordnung ein kompletter Stillstand dieses Systems die Folge wäre. Die mögliche Bedeutung eines solchen Stillstandes abzuschätzen, hieße aufzuzeigen, wie bewegungslos das System überhaupt sein kann. Mindestens wäre eine solche Macht auf geradezu philosophische Art und Weise langweilig für den letzten Menschen, der sie verwaltet.
Der Annahme, die Aktivitäten der „geordneten“ Umwelt abschätzen zu können, steht jedoch der Ausschluss zweier indiskutabler Voraussetzungen voran. Zum einen, inwiefern man überhaupt in der Lage sein kann, den Stillstand eines Systems festzustellen, in dem man sich selbst befindet und zum anderen, ob eine solche Ordnung in irgendeiner Weise im Rahmen des Möglichen läge.
...
betrachtenden Gegenstand der Hausarbeit. Nämlich der Frage, welches das geeignete Mittel ist, die Stagnation einer allzu perfekten Ordnung zu verhindern. Und das gerade, weil die Zersetzung der Ordnung nur von zwei möglichen Seiten ausgehen kann: Der Ordnung selbst in ihrer extremsten Ausprägung (ein Stillstand der Ordnung) und der Einführung nicht zu händelnder „Unwägbarkeiten.“
Eine solche Einführung einer Neuerung, die vom System vorher noch nicht betrachtet wurde, also auch nicht berechenbar gewesen sein konnte, wird im Folgenden als Integration bezeichnet. Integration von „Unwägbarkeiten“, die zukünftig vom auf „Perfektion“ zusteuernden System in die (Problem-) Prognosen miteinbezogen werden müssen.
...
drei großen Problemen. Es kann nämlich eine bestandssichernde Unordnung im abgeschlossenen, „ordentlichen“ System nicht existieren, da es ja ordentlich ist. Und damit kann auch kein von außen geschlossenes System bestehen. Weiterhin führt die permanente Einführung von Neuerungen zu einer Verminderung der Wahrscheinlichkeit der Einführung von Neuerungen. Und endlich kann mit Abnahme der Integrationswahrscheinlichkeit von einer Vergrößerung der Berechenbarkeit von zukünftigen Ereignissen, die das System nicht kennen sollte, ausgegangen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Problemdefinition

2.1 Spontaneität wird geplant

2.2 Eine grundsätzliche Dichotomie?

2.2.1 Gute Ordnung, schlechte Ordnung?

2.3 Wohin also?

3. Übertrag

4. Konsequenzen für die Praxis

4.1 Territorialstaat vs. Massenintegration

4.2 Einfachheit als Erfolgsprinzip?

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das grundlegende Spannungsfeld zwischen der Stabilität eines ordnungspolitischen Systems und der notwendigen Integration externer Einflüsse, um eine systemische Stagnation zu vermeiden. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie Integration als Mechanismus fungieren kann, um die Vorhersehbarkeitssicherheit innerhalb eines geschlossenen Systems zu wahren, ohne dabei durch eine "perfekte" Ordnung in einen dauerhaften Stillstand zu geraten.

  • Das Spannungsfeld zwischen Ordnung und notwendiger Unordnung
  • Die Rolle der Integration zur Steigerung der Vorhersehbarkeitssicherheit
  • Die Dichotomie von gewollten und ungewollten Ordnungszuständen
  • Staatliche Systeme und die Problematik von "nicht anerkannten" Akteuren
  • Der Zusammenhang zwischen territorialer Abgrenzung und Integrationsfähigkeit

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„… der heilt zu Tod.“

Fußend auf dem grundsätzlichen Problem der Ordnung, nämlich dass Ordnungen nicht ohne ein letztes Element Unordnung bestehen können, entstand ein Bild wie es obiges Zitat des Pater Foelix perfekt auszudrücken vermag. Es stellt ein prinzipielles Problem jeder Macht dar. Denn es bedeutet, mindestens den letzten Grund für den Verlust eigener Autorität nicht aufheben zu können. So dass nach der Herstellung einer „perfekten“, nicht zu durchbrechenden Ordnung ein kompletter Stillstand dieses Systems die Folge wäre. Die mögliche Bedeutung eines solchen Stillstandes abzuschätzen, hieße aufzuzeigen, wie bewegungslos das System überhaupt sein kann. Mindestens wäre eine solche Macht auf geradezu philosophische Art und Weise langweilig für den letzten Menschen, der sie verwaltet.

Der Annahme, die Aktivitäten der „geordneten“ Umwelt abschätzen zu können, steht jedoch der Ausschluss zweier indiskutabler Voraussetzungen voran. Zum einen, inwiefern man überhaupt in der Lage sein kann, den Stillstand eines Systems festzustellen, in dem man sich selbst befindet und zum anderen, ob eine solche Ordnung in irgendeiner Weise im Rahmen des Möglichen läge.

Damit aber ein System zum Stillstand kommen könnte, und das betrifft eine umfassende Anzahl von möglichen Systemen, ist ein wichtiges Merkmal erforderlich. Das System müsste dafür abgeschlossen sein. Abgeschlossene Systeme sind nach innen aber in jedem Fall ordentlich, denn alle Bestandteile des als abgeschlossenen definierten Systems sind bekannt. Wird mit diesen Voraussetzungen ein berechenbares, soll heißen ein absolut vorhersehbares System als „ordentlich“ definiert, ist jede eventuelle Neuerung von außen in das System eingebracht. Denn käme sie aus dem System, hätte sie vorhergesehen sein müssen und hätte, der Ordnung entsprechend, kein Problem darstellen können. Diese Neuerungen werden im Folgenden als „Unwägbarkeiten“, also als unbekannte Faktoren, die neu auf das System wirken, bezeichnet.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert das theoretische Problem der Ordnung und definiert den notwendigen Balanceakt zwischen Systemstabilität und der Integration von „Unwägbarkeiten“, um einen Zusammenbruch durch Stillstand zu verhindern.

2. Zur Problemdefinition: Dieses Kapitel arbeitet die drei zentralen Herausforderungen von Ordnungssystemen heraus: die Unmöglichkeit absolut geschlossener Systeme, die abnehmende Wahrscheinlichkeit von Neuerungen und die Notwendigkeit der Berechenbarkeit.

2.1 Spontaneität wird geplant: Hier wird der Ansatz von F.A. Hayek diskutiert, wie spontane soziale Ordnungen ohne zentrale Lenkung entstehen und wie das „Invisible-Hand“-Prinzip zur Stabilität des Gesamtsystems beiträgt.

2.2 Eine grundsätzliche Dichotomie?: Es wird hinterfragt, ob eine strikte Trennung von Ordnung und Unordnung in sozialen Systemen noch haltbar ist und ob Ausstiege aus existierenden Systemen überhaupt möglich sind.

2.2.1 Gute Ordnung, schlechte Ordnung?: Dieses Kapitel differenziert zwischen Ordnung als bloßem Funktionsbegriff und der wertenden Unterscheidung in „gute“ (effiziente) und „schlechte“ (dysfunktionale) Ordnungen.

2.3 Wohin also?: Die Analyse befasst sich mit der Konsequenz, dass Staaten oder Systeme, die Fluchtpunkte für Individuen bieten, durch ihre „Unvollständigkeit“ systemische Risiken bergen.

3. Übertrag: Das Kapitel fungiert als Synthese und stellt fest, dass Integration nur in Richtung eines Systems möglich ist und eine quasi-semipermeable Membran erfordert, um Stagnation zu vermeiden.

4. Konsequenzen für die Praxis: Die theoretischen Überlegungen werden am Fallbeispiel Taiwan und China angewendet, um die Dynamik von Grenzziehung und Integration in der internationalen Politik zu verdeutlichen.

4.1 Territorialstaat vs. Massenintegration: Dieser Abschnitt erörtert die Probleme bei der Vergrößerung von Staatenverbünden wie der EU und die Herausforderung, nationale Identität gegen die Notwendigkeit der Integration abzuwägen.

4.2 Einfachheit als Erfolgsprinzip?: Abschließend wird argumentiert, dass klar formulierte, einfache Verfassungen und Normensysteme die Integrationsfähigkeit und Abgrenzung nach außen positiv beeinflussen können.

Schlüsselwörter

Ordnung, Integration, Systemtheorie, Unwägbarkeit, Stagnation, Vorhersehbarkeit, Macht, Territorialstaat, Soziale Ordnung, Interaktion, Grenze, Institutionen, Funktionsmerkmal, Identität, Normen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen der Stabilität gesellschaftlicher Ordnungen und der Notwendigkeit, neue, unvorhersehbare Faktoren (Unwägbarkeiten) zu integrieren, um eine Stagnation des Systems zu verhindern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Systemtheorie, die Bedeutung von Gesetzen und Normen für die Ordnungssicherung sowie die Dynamiken zwischen territorialen Staaten und deren Integrationsfähigkeit.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, den Mechanismus der Integration als notwendiges Mittel zur Aufrechterhaltung der Berechenbarkeit innerhalb eines sozialen Systems zu identifizieren und die Gefahren einer zu „perfekten“ oder abgeschlossenen Ordnung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?

Die Arbeit nutzt politikwissenschaftliche Ansätze, insbesondere Konzepte von F.A. Hayek, Udo Di Fabio und sozialwissenschaftliche Definitionen von Integration, um Ordnung als soziales Konstrukt zu analysieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Integration bei „Unwägbarkeiten“ funktioniert, diskutiert die Dichotomie zwischen guter und schlechter Ordnung und überträgt diese Erkenntnisse auf internationale Beispiele wie das Verhältnis zwischen China und Taiwan sowie die EU.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Ordnung, Integration, Systemtheorie, Unwägbarkeit, Vorhersehbarkeitssicherheit und territoriale Abgrenzung.

Wie unterscheidet der Autor zwischen einer „guten“ und „schlechten“ Ordnung?

Eine „gute“ Ordnung ist durch effizientes Funktionieren und die Möglichkeit gekennzeichnet, reproduzierbar lebenswerte Verhältnisse für die „Insassen“ des Systems zu schaffen. Eine Ordnung, die dies nicht leisten kann, wird als „schlecht“ definiert.

Warum wird die „Einfachheit“ der Ordnung als Erfolgsfaktor genannt?

Der Autor argumentiert, dass einfach formulierte Verfassungen und klare Normen eine schärfere Abgrenzung nach außen ermöglichen und somit die Stabilität des Systems erhöhen, während komplexe Verfassungsgebilde anfälliger für Veränderungen ihres territorialen Status sind.

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Details

Title
„Wer bis zum Grunde heilen will, …“ Integration, Akzeptanz und Ausgleich
College
University of Leipzig  (Institut für Politikwissenschaften )
Course
Die Politik der Ordnung
Grade
1,0
Author
Roland Quiatkowski (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V75655
ISBN (eBook)
9783638821605
ISBN (Book)
9783638822602
Language
German
Tags
Grunde Integration Akzeptanz Ausgleich Politik Ordnung Ordnungspolitik Trennungspolitik Trennung von politischen Systemen Wie System sich unterscheiden Wie man Ordnung schafft Ordnung ist das halbe Leben Ordnung zerstört Ordnung Integration bis zur Implosion Akzeptieren bis zur Selbstzerstörung Ausgleichen Reinholen Tolerieren wo ist der Haken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Roland Quiatkowski (Author), 2007, „Wer bis zum Grunde heilen will, …“ Integration, Akzeptanz und Ausgleich, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/75655
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