Unternehmen investieren ihre liquiden Mittel zunehmend in risikobehaftete Anlageformen, um ihre Rentabilität zu steuern. Das Ziel der Investoren ist dabei die Erwirtschaftung von Finanzgewinnen durch Kurssteigerungen und Gewinnausschüttungen. So werden Aktien und Investmentzertifikate zu spekulativen Zwecken eingesetzt, Anteile an einer GmbH oder Personengesellschaft erworben, um an deren Gewinnen zu partizipieren oder Genossenschaftsanteile gezeichnet, um langfristig gute Renditen zu erzielen. Mit diesen Finanzanlagen erwerben die Investoren Anteile am Eigenkapital fremder Unternehmen – sie werden dementsprechend (Mit-)Eigentümer. Die Beteiligungsquoten sind bei diesen Investitionen aber eher gering, da aufgrund der Zielsetzung keine Beeinflussung der Geschäftspolitik durch den Anleger angestrebt wird.
Doch nach welchen Kriterien werden solche geringen Beteiligungen von anderen Beteiligungsformen, wie z. B. Tochterunternehmen, abgegrenzt? Wie erfolgt deren Bilanzierung nach IFRS? Diese Fragen sollen im Rahmen dieser Arbeit beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- 1. Einführung
- 1.1 Problemstellung und Zielsetzung
- 1.2 Vorgehensweise
- 1.3 Abgrenzung „einfacher“ Anteile von anderen Beteiligungsformen
- 2. Einstieg in die anzuwendenden IAS/IFRS-Normen, Begriffsdefinitionen
- 3. Ansatz und Bewertung einfacher Anteile nach IAS 39
- 3.1 Bewertungskategorien
- 3.2 Bilanzansatz und Ausbuchung
- 3.3 Bewertung
- 3.3.1 Zugangsbewertung
- 3.3.2 Folgebewertung
- 3.3.2.1 Erfolgswirksame Bewertung
- 3.3.2.2 Erfolgsneutrale Bewertung
- 4. Ausweis nach IAS 1 und Publizitätspflichten aus IAS 32 und IFRS 7
- 5. Kritische Beurteilung der Bilanzierung einfacher Anteile
- 6. Schlussbetrachtung
- Literaturverzeichnis
- Internetverzeichnis
- Anhang
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Bilanzierung einfacher Anteile nach IFRS. Ziel ist es, dem Leser einen umfassenden Überblick über die relevanten Bilanzierungsvorschriften zu geben, Zusammenhänge im Regelwerk der IFRS zu verdeutlichen und Probleme bei der Bilanzierung aufzuzeigen.
- Abgrenzung von einfachen Anteilen zu anderen Beteiligungsformen
- Anwendbarkeit und Bedeutung von IAS/IFRS-Normen für die Bilanzierung einfacher Anteile
- Ansatz und Bewertung einfacher Anteile nach IAS 39
- Ausweis einfacher Anteile in der Bilanz nach IAS 1 sowie Publizitätspflichten aus IAS 32 und IFRS 7
- Kritische Analyse der Bilanzierung einfacher Anteile und Herausforderungen in der Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 1 erläutert die Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit und grenzt einfache Anteile von anderen Beteiligungsformen ab. Kapitel 2 gibt grundlegende Informationen zu den relevanten Bilanzierungsvorschriften, um die weiteren Ausführungen zu erleichtern. Im Schwerpunktkapitel 3 werden alle wichtigen Ansatz- und Bewertungsvorschriften für einfache Anteile nach IAS 39 dargestellt. Kapitel 4 befasst sich mit dem Ausweis einfacher Anteile in der Bilanz nach IAS 1 sowie den Publizitätspflichten aus IAS 32 und IFRS 7. In Kapitel 5 werden wichtige Probleme und mögliche Lösungsansätze bei der Bilanzierung einfacher Anteile diskutiert.
Schlüsselwörter
Einfache Anteile, IFRS, IAS 39, IAS 28, IAS 27, IAS 31, IAS 32, IFRS 7, Bilanzierung, Bewertung, Ansatz, Ausweis, Publizitätspflichten, Beteiligungsunternehmen, Tochterunternehmen, assoziiertes Unternehmen, Joint Venture, wirtschaftlicher Einfluss, Stimmrechtsanteil, Finanzinstrumente.
Häufig gestellte Fragen
Was sind „einfache Anteile“ nach IFRS?
Einfache Anteile sind Beteiligungen an fremden Unternehmen (z.B. Aktien oder GmbH-Anteile), bei denen der Anleger keinen maßgeblichen Einfluss auf die Geschäftspolitik ausübt. Sie liegen meist bei einer Beteiligungsquote von unter 20 %.
Welcher Standard regelt die Bilanzierung dieser Anteile?
Die Bilanzierung erfolgt primär nach IAS 39 (Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung). Weitere relevante Standards für Ausweis und Publizität sind IAS 1, IAS 32 und IFRS 7.
Wie erfolgt die Folgebewertung einfacher Anteile?
Die Bewertung kann entweder erfolgswirksam (Fair Value through Profit or Loss) oder erfolgsneutral (Fair Value through Equity) im Eigenkapital erfolgen, abhängig von der Kategorisierung des Finanzinstruments.
Wie grenzen sich einfache Anteile von assoziierten Unternehmen ab?
Assoziierte Unternehmen (nach IAS 28) sind solche, auf die ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt wird (meist ab 20 % Stimmrechtsanteil). Einfache Anteile unterschreiten diese Schwelle und dienen oft rein spekulativen Zwecken.
Welche Publizitätspflichten bestehen laut IFRS 7?
Unternehmen müssen umfangreiche Angaben zu den Risiken der Finanzinstrumente machen, einschließlich Marktzinsrisiken, Kursrisiken und Informationen über die verwendeten Bewertungsmethoden.
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- Andreas Garbotz (Autor), 2006, Bilanzierung einfacher Anteile an anderen Unternehmen nach IFRS, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76132