Werbung ist allgegenwärtig, ob wir nun fernsehen, lesen, Radio hören, oder uns einfach nur mit jemandem unterhalten. An Häuserwänden, Litfasssäulen, in Schaufenstern, aber selbst im Bereich Sport sollen uns Werbesprüche und Slogans zum Kauf eines Produktes oder einer Dienstleistung verleiten. Sie erreichen uns sogar in unserem privaten Bereich beispielsweise durch Flugblätter, Prospekte in der täglichen Zeitung oder durch Postwurfsendungen. Werbung ist ein bestimmender Faktor unserer Kultur und damit auch unseres Lebens.
Im Zentrum dieser Hausarbeit soll nicht die Frage stehen: Wie wird für einen Gegenstand geworben, sondern vielmehr wie sind Wörter in Werbeanzeigen strukturiert und welche Funktion haben die einzelnen sprachlichen Konstruktionen? Auch die Betrachtung der Werbung unter Sprachwissenschaftlern soll kritisch betrachtet, geprüft und durch die Untersuchung einzelner Beispiele aus der aktuellen Anzeigenwerbung ergänzt beziehungsweise auf den aktuellen Stand gebracht werden.
Die Charakteristika und die Konstruktion von Slogans und kurzen Werbesprüchen in der Anzeigenwerbung, die sogenannten Fließtexte, sollen mich hier näher interessieren und einer Untersuchung unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten unterzogen werden. Neben der Wortbildung sollen auch Neologismen, Okkasionalismen, aber auch Anglizismen untersucht werden und auf ihre Funktion für die Werbung hin überprüft werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist Werbung?
3. Sprachwissenschaftliche Untersuchung der Werbesprache
3.1 Die Untersuchung der Funktion von Werbeslogans
3.2 Neologismen und Okkasionalismen
3.3 Kompositionen
3.4 Sonderfall: Univerbierung
3.5 Derivationen
3.6 Sonderfall: Wort-in-Wort-Schreibungen
3.7 Anglizismen
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die strukturellen und funktionalen Merkmale der Werbesprache, wobei der Fokus auf der linguistischen Analyse von Werbeslogans und Fließtexten in Anzeigen liegt. Ziel ist es, die spezifischen sprachlichen Konstruktionsweisen aufzuzeigen, die darauf abzielen, Aufmerksamkeit zu erregen, Kaufanreize zu schaffen und Markenbotschaften effektiv zu vermitteln.
- Strukturanalyse von Werbeslogans und Werbetexten
- Wortbildungsprozesse wie Neologismen und Okkasionalismen
- Funktion von Kompositionen und Univerbierungen in der Werbung
- Rolle von Anglizismen und ihre Auswirkungen auf das Sprachbild
- Sprachökonomische Aspekte und deren werbepsychologische Wirkung
Auszug aus dem Buch
3.2 Neologismen und Okkasionalismen
In der Werbesprache werden viele neue Wörter gebildet. Eine besondere Bedeutung in der Wortbildung kommt den Neubildungen zu, die vor allem zu Werbezwecken entwickelt werden. Diese Neuwortschöpfungen, auch Neologismen oder im speziellen Fall Okkasionalismen genannt, haben eine bestimmte Funktion. Sie können einer Ware eine besondere Eigenschaft zuschreiben oder den Käufer beziehungsweise den Kaufakt charakterisieren. Ein gutes Beispiel für einen Okkasionalismus, eine Gelegenheitsbildung, ist die Bezeichnung für eine Werbekampagne von Volkswagen zu Zeiten der Fußballweltmeisterschaft 2006. Zu dieser Zeit warb VW für einen Golf in der Sonderausstattungsvariante „Goal“. Der Anglizismus „Goal“ wurde durch die Werbung so semantisch umgedeutet, dass er eine völlig andere, neue, temporäre und nur in diesem Zusammenhang verständliche Bedeutung erhielt. Die Fussballbegeisterung wurde hier assoziativ-impressionistisch ausgenutzt. Schmidt führt für das strukturell gleiche Beispiel „Fiesta Holiday“ den Begriff der „Augenblicks-Komposition“ an. Ob ein solcher Neologismus ein Okkasionalismus der Werbung bleibt oder ob er zumindest Bestandteil der Umgangssprache, wenn nicht sogar der Fach- oder Alltagssprache wird, bleibt zu prüfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel verortet die Werbung als allgegenwärtigen Faktor unserer Kultur und definiert das Ziel der Arbeit, die sprachlichen Strukturen und Funktionen in Werbeanzeigen zu untersuchen.
2. Was ist Werbung?: Es werden Definitionen der Werbung aus betriebswirtschaftlicher und sprachwissenschaftlicher Sicht diskutiert sowie die Abgrenzung zu Begriffen wie Reklame und Propaganda vorgenommen.
3. Sprachwissenschaftliche Untersuchung der Werbesprache: Dieser Hauptteil analysiert detailliert verschiedene sprachliche Phänomene in der Werbung, darunter Slogans, Neologismen, Kompositionen, Univerbierungen, Derivationen, Wort-in-Wort-Schreibungen und Anglizismen.
4. Schlussbemerkung: Der Autor resümiert die Beobachtungen zum Gebrauch von Bindestrichen und zur Zunahme von Anglizismen, wobei er kritisch auf potenzielle Gefahren für das allgemeine Sprachbewusstsein hinweist.
Schlüsselwörter
Werbesprache, Werbeslogan, Neologismen, Okkasionalismen, Komposition, Univerbierung, Derivation, Anglizismen, Sprachökonomie, Wortbildung, Anzeigenwerbung, Sprachwandel, Linguistik, Kommunikationsmittel, Verhaltenssteuerung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer sprachwissenschaftlichen Analyse der Werbesprache, insbesondere mit der Untersuchung, wie sprachliche Elemente in Werbeanzeigen strukturiert sind und welche Funktionen sie erfüllen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind Wortbildungsprozesse, die Rolle von Neuwortschöpfungen, der Einfluss der englischen Sprache sowie die werbepsychologische Funktionalisierung sprachlicher Mittel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Wörter in Werbeanzeigen strukturiert sind und welche spezifische Funktion diese sprachlichen Konstruktionen haben, um den Leser gezielt zu beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer linguistischen Untersuchung, die theoretische Ansätze der Sprachwissenschaft mit der Analyse konkreter Beispiele aus der aktuellen Anzeigenwerbung (z. B. aus dem Weser Kurier) kombiniert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden spezifische Sprachmuster wie Kompositionen, Neologismen, Univerbierungen und Anglizismen untersucht und auf ihre Funktion innerhalb der Werbestrategien hin geprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Werbesprache, Wortbildung, Sprachökonomie, Neologismen und Anglizismen charakterisiert.
Wie unterscheidet der Autor zwischen Neologismen und Okkasionalismen?
Der Autor ordnet Neologismen als generelle Neuwortschöpfungen ein, während er Okkasionalismen als spezielle Gelegenheitsbildungen betrachtet, die oft nur temporär und auf den werblichen Kontext begrenzt verständlich sind.
Welche Bedenken äußert der Autor bezüglich des Bindestrichs in der Werbung?
Der Autor warnt davor, dass der exzessive Gebrauch des Bindestrichs die Sicherheit im korrekten Schreiben ohne Bindestrich schwächen und langfristig das allgemeine Sprachbewusstsein negativ beeinflussen könnte.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor zur Verwendung von Anglizismen?
Der Autor sieht in der zunehmenden Anglisierung zwar eine Internationalisierung, warnt jedoch gleichzeitig vor einer möglichen Entfremdung der Muttersprachler von ihrer eigenen Sprache durch die Entstehung eines sogenannten "Denglisch".
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- Stefan Wehe (Author), 2007, Werbesprache. Eine sprachwissenschaftliche Untersuchung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76158