Ziel des vorliegenden Essays ist es, verschiedene Perspektiven der Professionalisierung in den pädagogischen Handlungsfeldern Schule und Erwachsenenbildung zu erörtern. Dabei sollen insbesondere die Arbeiten Karl-Oswald Bauers („Kompetenzprofil: LehrerIn“) für den Bereich der Schule, sowie Sylvia Kades („Professionalisierung in der Erwachsenenbildung“) und Jürgen Wittpoths („Erwachsenenbildung als Beruf“) in Bezug auf die Erwachsenenbildung als Grundlage dienen.
In einem ersten Schritt soll dazu eine Definition des Begriffs „Professionalisierung“ vorgenommen werden, ehe im zweiten Kapitel die Professionalisierung des Lehrerberufs untersucht wird. Das dritte Kapitel behandelt dann Kades und Wittpoths Ausführungen zum Thema der Professionalisierung der Erwachsenenbildner, bevor abschließend ein vergleichartiges Fazit gezogen wird.
Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung
1. Professionalisierung – was ist das?
2. Professionalisierung im Handlungsfeld „Schule“ nach Karl-Oswald Bauer
3. Professionalisierung im Handlungsfeld „Erwachsenenbildung“ nach Sylvia Kade und Jürgen Wittpoth
4. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieses Essays ist die vergleichende Erörterung verschiedener Perspektiven zur Professionalisierung in den pädagogischen Handlungsfeldern Schule und Erwachsenenbildung unter Einbeziehung zentraler fachwissenschaftlicher Positionen.
- Definition des Begriffs Professionalisierung im pädagogischen Kontext
- Analyse des Lehrerberufs anhand des "professionellen Selbst" nach Bauer
- Untersuchung der Professionalität in der Erwachsenenbildung bei Kade und Wittpoth
- Gegenüberstellung von berufsethischen Anforderungen und Handlungsautonomie
- Kritische Reflexion der strukturellen Bedingungen in Schule und Erwachsenenbildung
Auszug aus dem Buch
3. Professionalisierung im Handlungsfeld „Erwachsenenbildung“ nach Sylvia Kade und Jürgen Wittpoth
Konnte bei der Erörterung der Professionalisierung im pädagogischen Handlungsfeld „Schule“ noch recht eindeutig der Lehrerberuf in den Fokus gerückt werden, so ergeben sich im Handlungsfeld der Erwachsenenbildung vielfältige Tätigkeitsbereiche für Pädagogen. Daher muss in diesem Kapitel ein breiteres Spektrum von Professionalisierungsprozessen beleuchtet werden. Dennoch fallen auch in diesem Bereich sogleich dieselben Kernfragestellungen auf. Die Vereinbarung von Fach- und Handlungswissen, der Berufsethos oder die Ausbildungsordnung sind Aspekte, die von Sylvia Kade auch im Zusammenhang mit der Professionalisierung der Erwachsenenbildung angesprochen werden. Probleme für den professionellen Erwachsenenbildner ergeben sich laut Kade aus der Singularität des einzelnen Falles, aus dem Konflikt zwischen Fürsorgepflicht und Neutralität oder auch dem Spannungsverhältnis zwischen der relativen Handlungsautonomie im Binnenraum professionellen Handelns und den nach außen zu vertretenden objektiven Begründungsstandards.
Im Vergleich zur Tätigkeit eines Lehrers in der Regelschule hält Kade aber die Tätigkeit des Erwachsenenbildners für stärker am klassischen Modell professionellen Handelns orientiert. Der Schullehrer ist ihr zufolge viel zu stark der staatlichen Autorität unterworfen und in strenge Handlungsabläufe eingebunden, um noch als professionell Handelnder gelten zu können. Dagegen verfügt der Erwachsenenbildner über einen breiteren Handlungsspielraum und kann, nicht zuletzt dank der häufig freiwilligen Anwesenheit der Teilnehmer stärker bedürfnisorientiert arbeiten bzw. eine größere Vertrauensbasis aufbauen.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert die methodische Vorgehensweise und nennt die zentralen theoretischen Grundlagen von Bauer, Kade und Wittpoth.
1. Professionalisierung – was ist das?: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Definition von Professionalisierung, Professionalität und Profession unter Einbeziehung der Ansätze von Dieter Nittel und Georg Weißeno.
2. Professionalisierung im Handlungsfeld „Schule“ nach Karl-Oswald Bauer: Der Fokus liegt hier auf dem "professionellen Selbst" als zentralem Begriff für die didaktische Kompetenz und das berufliche Handeln von Lehrkräften.
3. Professionalisierung im Handlungsfeld „Erwachsenenbildung“ nach Sylvia Kade und Jürgen Wittpoth: Hier wird das weite Feld der Erwachsenenbildung untersucht, wobei insbesondere Handlungsautonomie, Antinomien und die Differenz zwischen Lehrerausbildung und erwachsenenpädagogischem Handeln thematisiert werden.
4. Schlussbemerkung: Die Schlussbetrachtung führt die unterschiedlichen Standpunkte zusammen und resümiert die divergierenden Einschätzungen zur Professionalisierungsdebatte in den beiden betrachteten Feldern.
Schlüsselwörter
Professionalisierung, Professionalität, Profession, Lehrerberuf, Erwachsenenbildung, professionelles Selbst, Handlungsautonomie, pädagogisches Handeln, Kompetenzprofil, Berufsethos, didaktische Kompetenz, Antinomien, pädagogische Handlungsfelder, Handlungshermeneutik, Bildungssethos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den unterschiedlichen theoretischen Perspektiven auf Professionalisierungsprozesse in den pädagogischen Handlungsfeldern der Schule und der Erwachsenenbildung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Professionalität, die Analyse von Lehrerkompetenzen sowie die spezifischen Anforderungen und Rahmenbedingungen für Erwachsenenbildner.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist ein vergleichender Überblick, um aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autoren die Professionalität in diesen beiden pädagogischen Bereichen begründen und bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit ist als Essay konzipiert, der auf einer Literaturanalyse und dem theoretischen Vergleich einschlägiger Fachpublikationen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien von Karl-Oswald Bauer für den Schulbereich sowie die Überlegungen von Sylvia Kade und Jürgen Wittpoth für die Erwachsenenbildung detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Professionalisierung, pädagogisches Handeln, Handlungsautonomie, professionelles Selbst und berufsbezogene Antinomien.
Warum sieht Kade eine stärkere Professionalisierung im Bereich der Erwachsenenbildung?
Kade argumentiert, dass Erwachsenenbildner über einen breiteren Handlungsspielraum verfügen und weniger stark staatlichen Regulierungen unterworfen sind als Lehrkräfte im Regelschulbetrieb.
Was versteht Bauer unter dem "professionellen Selbst"?
Es bezeichnet ein organisierendes Zentrum des Lehrers, das Werte, Ziele, Fachwissen und Handlungsrepertoires verbindet, um in der Interaktion mit Lernenden professionell agieren zu können.
Welches Problem identifiziert Wittpoth bei der Professionalisierung der Erwachsenenbildung?
Wittpoth sieht eine am klassischen Professionalisierungsmodell (wie bei Ärzten oder Anwälten) orientierte Professionalisierung als gescheitert an, da die Anstellungsverhältnisse und Arbeitsweisen in der Erwachsenenbildung grundlegend anders strukturiert sind.
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- Florian Reifenrath (Author), 2006, Perspektiven der Professionalisierung in den pädagogischen Handlungsfeldern Schule und Erwachsenenbildung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76367