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Der Rücktritt Adenauers und die Politik der Regierung Erhard 1963-1966

Título: Der Rücktritt Adenauers und die Politik der Regierung Erhard 1963-1966

Trabajo Escrito , 2002 , 30 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Tobias Thiel (Autor)

Politíca - Otros temas
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Konrad Adenauer und Ludwig Erhard waren die zwei Protagonisten der ersten beiden Jahrzehnte der westdeutschen Nachkriegspolitik. Mit ihren Namen bringen die Menschen noch heute Begriffe wie „Aussöhnung mit Frankreich“, „Westbindung“ sowie „Währungsreform“ und „Wirtschaftswunder“ richtigerweise in Verbindung. Schon weitaus weniger im Gedächtnis der Menschen ist der Umstand, dass diese beiden Männer ein äußerst kritisches Verhältnis zueinander hatten. Wäre es nach Konrad Adenauer gegangen, Ludwig Erhard hätte niemals das Amt des Bundeskanzlers bekleidet.
Obwohl es zwischen Beiden auch einige Gemeinsamkeiten gab, so zum Beispiel eine antisozialistische sowie antifaschistische Grundeinstellung, wurden ihre Unterschiede seit je her um so deutlicher herausgestellt, Unterschiede, die Ludwig Erhard einmal mit den Worten umschrieb: „Er ist gotisch und ich bin barock!“1 Konkret distanzierte sich der protestantische Franke, stets optimistisch auch in seinem Menschenbild, von seinem katholischen Amtsvorgänger, der im Grunde seines Wesens ein Pessimist war, schon durch diesen Ausspruch, denn ein derartiger Vergleich wäre Konrad Adenauer wohl kaum eingefallen.

Um diese beiden Männer und ihr Verhalten besser einordnen zu können, wird eine kurze biographische Skizze dieser zwei Politiker dem Hauptteil der Arbeit vorangestellt. Dadurch sollen die Unterschiede und die Gemeinsamkeiten anschaulicher herausgearbeitet werden. Darüber hinaus wird in dieser Arbeit der Frage nachgegangen werden, ob die Politik der Regierung Erhard in Wirklichkeit eine Verlängerung der Politik der Ära Adenauer darstellt oder ob sie bereits eine Phase des Übergangs (besonders in der Deutschland- und Außenpolitik) in Richtung neuer politischer Ansätze war, die später in der Großen Koalition und schließlich in der ersten sozialliberalen Koalition fortgeführt und vollendet wurden.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

I.1. Hinführung und Fragestellung

I.2. Konrad Adenauer – eine biographische Skizze

I.3. Ludwig Erhard – eine biographische Skizze

II. Der Ausklang der Ära Adenauer

II.1. Ein Kanzler auf Zeit

II.2. Der Rücktritt

III. Politik der Mitte und der Verständigung - die Regierungserklärung Ludwig Erhards vom 18. Oktober 1963

IV. Die Außen- und Deutschlandpolitik zwischen Kontinuität und Wandel

V. Die innenpolitische Entwicklung unter Bundeskanzler Ludwig Erhard

V.1. Innenpolitik bis zur Bundestagswahl 1965

V.2. Die Regierungserklärung vom 10. November 1965

V.3. Wirtschaftskrise und Haushaltsdefizit – das Ende der Regierungskoalition

VI. Ausblick- die Politik der Regierung Erhard – eine Verlängerung der Ära Adenauer oder eine Phase des Übergangs?

Zielsetzung und Forschungsgegenstand

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Konrad Adenauer und Ludwig Erhard sowie die politische Entwicklung der Regierung Erhard zwischen 1963 und 1966. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob die Amtszeit Erhards lediglich eine bloße Verlängerung der Ära Adenauer darstellte oder bereits eine eigenständige Übergangsphase zu neuen politischen Ansätzen, wie sie in der späteren Großen Koalition mündeten, einleitete.

  • Analyse der persönlichen und politischen Differenzen zwischen Adenauer und Erhard.
  • Untersuchung des Rücktritts Adenauers und des Übergangs zur Kanzlerschaft Erhards.
  • Bewertung der innenpolitischen Herausforderungen und Reformansätze unter Erhard.
  • Diskussion der außen- und deutschlandpolitischen Kontinuitäten und Brüche.
  • Einordnung der Regierung Erhard im Kontext der westdeutschen Nachkriegsgeschichte.

Auszug aus dem Buch

I.1. Hinführung und Fragestellung

Konrad Adenauer und Ludwig Erhard waren die zwei Protagonisten der ersten beiden Jahrzehnte der westdeutschen Nachkriegspolitik. Mit ihren Namen bringen die Menschen noch heute Begriffe wie „Aussöhnung mit Frankreich“, „Westbindung“ sowie „Währungsreform“ und „Wirtschaftswunder“ richtigerweise in Verbindung. Schon weitaus weniger im Gedächtnis der Menschen ist der Umstand, dass diese beiden Männer ein äußerst kritisches Verhältnis zueinander hatten. Wäre es nach Konrad Adenauer gegangen, Ludwig Erhard hätte niemals das Amt des Bundeskanzlers bekleidet.

Obwohl es zwischen Beiden auch einige Gemeinsamkeiten gab, so zum Beispiel eine antisozialistische sowie antifaschistische Grundeinstellung, wurden ihre Unterschiede seit je her um so deutlicher herausgestellt, Unterschiede, die Ludwig Erhard einmal mit den Worten umschrieb: „Er ist gotisch und ich bin barock!“ Konkret distanzierte sich der protestantische Franke, stets optimistisch auch in seinem Menschenbild, von seinem katholischen Amtsvorgänger, der im Grunde seines Wesens ein Pessimist war, schon durch diesen Ausspruch, denn ein derartiger Vergleich wäre Konrad Adenauer wohl kaum eingefallen. Aber es war Ludwig Erhard und nicht Konrad Adenauer, der weniger auf das Trennende als vielmehr auf das Einende Bezug nahm, wenn er von ihrem Verhältnis sprach.

Ganz anders verhielt sich Konrad Adenauer. Er schätzte Erhards politische Fähigkeiten, besonders im außenpolitischen Bereich als gering ein. Adenauer beobachtete die Ambitionen seines Wirtschaftsministers auf die Nachfolge im Palais Schaumburg mehr als kritisch. So hielt Adenauer es auch für einen „Scherz“, dass sich Ludwig Erhard Anfang 1963 aktiv um den Posten des Bundeskanzlers bemühte. Und als im April 1963 die Unionsparteien Erhard als Nachfolger von Adenauer designieren wollten, sagte Adenauer im Beisein seines langjährigen Mitarbeiters: „Es kann jemand der beste Wirtschaftsminister sein, ohne dass er deswegen für die politischen Fragen dasselbe Verständnis aufbringt.“ Und Adenauer ging noch weiter als er bemerkte: „Ich spreche es nicht gern aus, dass ich einen Mann, mit dem ich selbst seit 14 Jahren zusammengearbeitet habe, und der Hervorragendes geleistet hat, nun für einen anderen Posten, den er haben möchte, nicht für geeignet halte.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Ausgangslage ein, skizziert die konträren Persönlichkeiten von Adenauer und Erhard und definiert die Forschungsfrage der Arbeit.

II. Der Ausklang der Ära Adenauer: Hier wird der Prozess beschrieben, der zum erzwungenen Rücktritt Adenauers führte, geprägt von parteiinternem Druck und einem angespannten Koalitionsklima.

III. Politik der Mitte und der Verständigung - die Regierungserklärung Ludwig Erhards vom 18. Oktober 1963: Dieses Kapitel analysiert die erste Regierungserklärung Erhards, die den Fokus auf Innenpolitik und einen neuen Regierungsstil legte.

IV. Die Außen- und Deutschlandpolitik zwischen Kontinuität und Wandel: Untersuchung der außenpolitischen Weichenstellungen, insbesondere des schwierigen Verhältnisses zu Frankreich und der Anlehnung an die USA.

V. Die innenpolitische Entwicklung unter Bundeskanzler Ludwig Erhard: Analyse der wirtschaftlichen und innenpolitischen Probleme, einschließlich der Haushaltskrise und des Scheiterns des Kabinetts.

VI. Ausblick- die Politik der Regierung Erhard – eine Verlängerung der Ära Adenauer oder eine Phase des Übergangs?: Abschließende Bewertung, die Erhards Regierungszeit als komplexe Übergangsphase zwischen der Ära Adenauer und der Großen Koalition einordnet.

Schlüsselwörter

Konrad Adenauer, Ludwig Erhard, Bundesrepublik Deutschland, Regierungsstil, Kanzlernachfolge, Ära Adenauer, Große Koalition, Außenpolitik, Innenpolitik, Soziale Marktwirtschaft, Politik der kleinen Schritte, Regierungsbildung, Machtwechsel, Westbindung, Nachkriegspolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der politischen Ära von Ludwig Erhard von 1963 bis 1966 und untersucht sein schwieriges Verhältnis zu seinem Vorgänger Konrad Adenauer.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zentrale Themen sind die parteiinterne Nachfolgefrage, die außenpolitische Ausrichtung zwischen Washington und Paris sowie die innenpolitischen Herausforderungen wie die Wirtschaftsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu klären, ob die Regierung Erhard eine eigenständige Übergangsphase darstellte oder lediglich eine Fortsetzung der Politik Adenauers war.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit gewählt?

Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf der Auswertung von Quellen, Dokumenten, Biographien und Fachmonographien basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Analyse der Regierungserklärungen, die kritische Betrachtung der Außen- und Deutschlandpolitik sowie die innenpolitischen Krisen unter Erhard.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem "Atlantiker", "Gaullisten", "Volkskanzlertum", "Formierte Gesellschaft" und der Übergang zur Großen Koalition.

Wie war das persönliche Verhältnis zwischen Adenauer und Erhard?

Die beiden Protagonisten hatten ein äußerst kritisches, spannungsreiches Verhältnis, geprägt von gegenseitigem Misstrauen und unterschiedlichen politischen Auffassungen.

Warum wird Erhard oft als "Kanzler ohne Fortune" bezeichnet?

Diese Bezeichnung spiegelt die Schwierigkeiten seiner Regierungszeit wider, die durch interne Parteiunruhen, wirtschaftliche Probleme und das Scheitern seiner Koalition mit der FDP gekennzeichnet war.

Welche Rolle spielte die "Spiegel-Affäre" für die Koalition?

Sie gilt als einer der Tiefpunkte der Koalitionsregierung unter Adenauer, die das gegenseitige Misstrauen und die internen Querelen innerhalb der Regierung verdeutlichte.

Welche Bedeutung hatte die deutsche Friedensnote von 1966?

Sie war ein wichtiges außenpolitisches Projekt Erhards, das auf die Normalisierung der Beziehungen zu osteuropäischen Staaten abzielte und den Weg für spätere Entwicklungen ebnete.

Final del extracto de 30 páginas  - subir

Detalles

Título
Der Rücktritt Adenauers und die Politik der Regierung Erhard 1963-1966
Universidad
Christian-Albrechts-University of Kiel  (Institut für Politische Wissenschaft)
Curso
Ausgewählte Kapitel der BR Deutschland bis zum Ende der Großen Koalition 1969
Calificación
2,0
Autor
Tobias Thiel (Autor)
Año de publicación
2002
Páginas
30
No. de catálogo
V76611
ISBN (Ebook)
9783638819183
Idioma
Alemán
Etiqueta
Rücktritt Adenauers Politik Regierung Erhard Ausgewählte Kapitel Deutschland Ende Großen Koalition
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Tobias Thiel (Autor), 2002, Der Rücktritt Adenauers und die Politik der Regierung Erhard 1963-1966, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76611
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