Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Adult Education

Bildungscontrolling - Königsweg oder Sackgasse?

Title: Bildungscontrolling - Königsweg oder Sackgasse?

Seminar Paper , 2002 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Frank Schulze (Author)

Pedagogy - Adult Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Der Begriff "Controlling" weckt bei vielen Unternehmensverantwortlichen immer noch die Erwartung, „man könne durchaus auch den Ertrag der Weiterbildung auf Heller und Pfennig nachweisen“ (Münch). Dennoch setzt sich demgegenüber inzwischen mehr und mehr ein umfassenderes Verständnis von Controlling als eines integrativen Führungsinstruments durch, das den Nutzen der Weiterbildung in ein Verhältnis zu Zielen und eingesetzten Ressourcen stellen soll. Münch weist darauf hin, daß eine betriebswirtschaftlich verkürzte Sichtweise nicht nur die psychologisch-pädagogische Seite der Weiterbildung vernach-lässigt, sondern auch am eigentlichen Wesen jedes Controlling vorbeigeht. Denn: „Controlling ist nicht Kontrolle. Während Kontrolle nur kontrolliert, umfaßt Controlling die Planung, Steuerung und Bewertung von Bildungsmaßnahmen. Das Kosten-Nutzen-Kalkül ist also nicht einziges Ziel und Ergebnis des Bil-dungscontrollings, sondern nur eines von drei Zielen". In der vorliegenden Arbeit wird vor diesem Hintergrund geklärt, was das Konzept des Bildungscontrollings genau beinhaltet und in welcher Hinsicht es sinnvoll und praktikabel, vielleicht sogar „Königsweg“ ist, und in welcher Hinsicht, in welchen seiner Aspekte es nur begrenzt sinnvoll bzw. praktikabel ist, gar in eine „Sackgasse“ mündet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept des Bildungscontrollings

3. Verfahren des Bildungscontrollings

3.1. Quantitative Verfahren

3.1.1. Ökonomisches Bildungscontrolling

3.1.2. Kennzahlen

3.1.3. AWS (Aus- und Weiterbildungssteuerungs- und Controlling Programm)

3.2. Qualitative (pädagogische) Verfahren

3.2.1. Durchführungscontrolling

3.2.2. Ergebniscontrolling

4. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht das Konzept des Bildungscontrollings innerhalb der betrieblichen Weiterbildung, um zu klären, ob es sich dabei um einen effizienten „Königsweg“ zur Steuerung von Bildungsprozessen oder um eine ineffektive „Sackgasse“ handelt. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie eine ganzheitliche Integration ökonomischer und pädagogischer Dimensionen gelingen kann.

  • Grundlagen und Definition des Bildungscontrollings
  • Abgrenzung zwischen quantitativen und qualitativen Verfahren
  • Analyse praxisorientierter Instrumente wie das AWS-Programm
  • Die Rolle der Evaluation innerhalb des betrieblichen Bildungskreislaufs
  • Herausforderungen und Gefahren bei der Implementierung in Unternehmen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Die Erwachsenenbildung im allgemeinen sieht sich heute einem Ökonomisierungsdruck aus-gesetzt, der seit Mitte des 20. Jahrhunderts sukzessive angestiegen ist und weiter zunimmt. Im Zuge der damit einhergehenden „Verbetriebswirtschaftlichung“ (Hufer 1999, S. 105) der Bildungsarbeit wurde der Teilnehmer zum „Kunden“, die Bildung zum „Produkt“ und Erwachsenenbildung vielfach auf reine Weiterqualifizierung reduziert. Besonders groß ist dieser Ökonomisierungsdruck und das dadurch notwendiger und intensiver werdende Streben nach Erfolgskontrolle und Qualitätssicherung naturgemäß in der betrieblichen Weiterbildung, die damit auch der Gefahr ausgesetzt ist, „[...] zu einem ‚Streichkonzert’ zu verkommen [...]“ (Feige 1993, S. 515). Weiter drohen hier wie bei der Überprüfung des jeweiligen Bildungserfolges ökonomische Kriterien für die Entscheidungsträger im Übermaß ausschlaggebend zu werden.

Das gilt auch für das hier thematisierte Konzept des Bildungscontrollings, das ursprünglich der Betriebswirtschaftslehre entstammt. Es handelt sich dabei um ein „[...] betriebliches Steuerungskonzept, das laufend und institutionalisiert Führungsinformationen für das Management aufbereitet“ (Arnold/Nolda/Nuissl 2001, S. 62). Lange Zeit wurde mit dem Begriff „eine eher auf ökonomische Kriterien hin orientierte Überprüfung der Bildungsarbeit“ (Arnold/Nolda/Nuissl 2001, S. 62 f.) bezeichnet. Immer noch gilt Münchs Feststellung, daß das Controlling, indem es in Kostenrechnung und Betriebsfinanzen exakt Aufwand und Ertrag gegenüberstellt, bei vielen der vorwiegend betriebswirtschaftlich denkenden Unternehmens verantwortlichen die Erwartung wecke, „[...] man könne durchaus auch den Ertrag der Weiterbildung auf Heller und Pfennig nachweisen“ (Münch 1993, S. 18).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beleuchtet den zunehmenden Ökonomisierungsdruck in der Erwachsenenbildung und führt das Konzept des Bildungscontrollings als Steuerungsinstrument ein.

2. Das Konzept des Bildungscontrollings: Definiert die Aktivitäten des Bildungscontrollings und erläutert den Kreislauf der betrieblichen Bildungsarbeit.

3. Verfahren des Bildungscontrollings: Analysiert quantitative Verfahren, inklusive Kennzahlenmodellen und EDV-Software, sowie qualitative pädagogische Ansätze zur Prozesssteuerung.

4. Fazit: Reflektiert die Risiken, wie z.B. „Zahlenfriedhöfe“, und betont die Notwendigkeit eines ganzheitlichen, integrativen Ansatzes für die Zukunft des Bildungscontrollings.

Schlüsselwörter

Bildungscontrolling, betriebliche Weiterbildung, Ökonomisierungsdruck, Erfolgskontrolle, Bildungskreislauf, Quantitative Verfahren, Qualitative Verfahren, Kennzahlen, AWS, Durchführungscontrolling, Ergebniscontrolling, Personalentwicklung, Evaluation, Bildungsinvestitionen, Unternehmenserfolg

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Bildungscontrolling als Instrument zur Planung, Steuerung und Bewertung betrieblicher Bildungsprozesse vor dem Hintergrund eines steigenden Ökonomisierungsdrucks.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Kernbereichen gehören das Verständnis von Bildungsarbeit als Investition, die Abgrenzung von ökonomischen zu pädagogischen Bewertungsmaßen und die praktische Umsetzung durch Controlling-Systeme.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, unter welchen Bedingungen Bildungscontrolling einen wirklichen „Königsweg“ für Unternehmen darstellt und wo die Gefahren liegen, die das Konzept in eine „Sackgasse“ führen können.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse und die Auswertung empirischer Studien zur Verbreitung des Bildungscontrollings in österreichischen und deutschen Unternehmen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des theoretischen Konzepts, die Differenzierung in quantitative und qualitative Verfahren sowie die Vorstellung eines EDV-gestützten Praxisbeispiels (AWS).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Bildungscontrolling, Weiterbildung, Erfolgskontrolle, Kennzahlen, Evaluierung und die Integration von ökonomischer und pädagogischer Sichtweise.

Was versteht der Autor unter dem „AWS“?

AWS steht für „Aus- und Weiterbildungssteuerungs- und Controlling-Programm“ und dient als konkretes Beispiel für eine EDV-gestützte, transparente Datenverarbeitung im Bildungsbereich.

Warum warnt der Autor vor einem „Zahlenfriedhof“?

Der Begriff warnt davor, Kennzahlen lediglich um ihrer selbst willen zu erheben, ohne daraus tatsächliche Konsequenzen für die Weiterbildungsgestaltung abzuleiten.

Excerpt out of 19 pages  - scroll top

Details

Title
Bildungscontrolling - Königsweg oder Sackgasse?
College
University of Bamberg
Grade
1,0
Author
M.A. Frank Schulze (Author)
Publication Year
2002
Pages
19
Catalog Number
V76911
ISBN (eBook)
9783638825252
ISBN (Book)
9783638825610
Language
German
Tags
Bildungscontrolling Königsweg Sackgasse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Frank Schulze (Author), 2002, Bildungscontrolling - Königsweg oder Sackgasse?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/76911
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  19  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint