Nachhaltigkeit in der Supply Chain. Ein Vergleich von Theorie und Praxis am Beispiel der Daimler AG


Bachelorarbeit, 2016

50 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkiirzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Theoretische Grundlagen zur Nachhaltigkeit
2.1.1 Von der Forstwirtschaft zum globalen Leitgedanken
2.1.2 Nachhaltigkeit - Definition, Modelle und Abgrenzung
2.2 Theoretische Grundlagen zum Supply Chain Management
2.2.1 Die Organisation der Fertigung im Wandel
2.2.2 Supply Chain Management - Definition und Abgrenzung

3 Nachhaltigkeit in der Supply Chain
3.1 Sustainable Supply Chain Management - Definition, Ziele und Grunde
3.2 Die Chancen und Risiken eines Sustainable Supply Chain Managements
3.3 Die Entwicklung einer Sustainable Supply Chain Strategie
3.3.1 Der Zusammenhang zwischen Unternehmensstrategie, Supply Chain und Nachhaltigkeit
3.3.2 Die Faktoren einer nachhaltigen Supply Chain Strategie
3.3.3 Die Implementierung der nachhaltigen Supply Chain Strategie
3.4 Kritik am Sustainable Supply Chain Management

4 Sustainable Supply Chain Management in der Praxis am Beispiel der Daimler AG
4.1 Die Automobilindustrie als Untersuchungsgegenstand
4.1.1 Allgemeine Fakten sowie Supply Chain Spezifika
4.1.2 Die Daimler AG im Uberblick
4.2 Nachhaltigkeit in der Supply Chain der Daimler AG
4.3 KritischeWiirdigungdesTheorie-Praxis-Abgleichs

5 Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Drei-Saulenmodell der Nachhaltigkeit

Abbildung 2 - Schnittmengenmodell der Nachhaltigkeit

Abbildung 3 - Nachhaltigkeitsdreieck

Abbildung 4 - Entwicklungsstufen des SCM

Abbildung 5 - Demand Net Management

Abbildung 6 - Three Areas To Integrate

Abbildung 7 - From Principles To Practice

Abkiirzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Nachhaltigkeit ist ein globaler Megatrend.1 In den letzten Jahrzehnten hat vor allem die westliche Welt begriffen, dass ihr hoher Lebensstandard zu Lasten der Natur geht. Denn spatestens seit der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert hat der Mensch massiven Raubbau an der Erde betrieben. Die Folgen waren zwar meist erst spater sichtbar, dafur aber enorm: Saurer Regen, verschmutzte Fliisse und Meere, abgeholzte Walder sowie der globale Klimawandel - all das ist unverkennbar die Folge uniiberlegten menschlichen Handelns. Die Politik hat daraufhin erkannt, dass nur unter geanderten Bedingungen auch nachfolgende Generationen dieselben Voraussetzungen fur das Leben auf der Erde haben werden.

Der Begriff der Nachhaltigkeit steht daher mittlerweile fur das Versprechen der globalen Chancengerechtigkeit. Viele Anstrengungen wurden unternommen, wenngleich eine nachhaltige Welt immer noch ein hochgestecktes Ziel ist. Nationale wie internationale Re-gierungen und Organisationen haben Nachhaltigkeit heute fest in ihre politische Agenda implementiert. Gleichzeitig werden auch die Verbraucher immer kritischer, da es fur sie im digitalen Zeitalter sehr einfach ist, an bestimmte Informationen zu gelangen. Vielen ist es nicht mehr egal, unter welchen Bedingungen ein Produkt entstanden ist. Sie fordern konkret, dass nicht nur Umweltaspekte bei der Produktion beriicksichtigt werden, son-dern auch soziale Aspekte, wie etwa die Arbeitsbedingungen. Unternehmen stehen dadurch zunehmend unter Druck. Einerseits auf einer regulatorischen Ebene durch die Gesetzgebung, andererseits durch die zunehmende Einflussnahme der Stakeholder wie Non-Governmental Organizations (NGO) oder der Verbraucher. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es vielen Unternehmen noch nicht gelingt diesen Anspriichen zu geniigen. Beispielsweise sorgte 2010 der chinesische Apple-Zulieferer Foxconn fur einen Sturm der Entriistung, als sich herausstellte, unter welch menschenunwurdigen Bedingungen die Arbeiter dort angestellt waren. Sie mussten fur einen sehr niedrigen Lohn an sechs Tagen in der Woche jeweils zwolf Stunden arbeiten und wurden dabei massiv unter Druck ge-setzt. Mehrere Angestellte begingen daraufhin Suizid.2 In der Folge wurde aber nicht al-lein das Unternehmen Foxconn kritisiert, sondern vor allem das global bekannte Unter­nehmen Apple. Die Frage wurde laut, wie Apple solche Arbeitsbedingungen zulassen konne. Auch wenn paradoxerweise dieser Reputationsverlust den Absatzzahlen von Apple kaum schadete, verdeutlicht er doch eines eindrucksvoll: Die Verantwortung eines Unternehmens fur ein Produkt oder eine Dienstleistung endet nicht mehr an den eigenen Werkstoren. In einer globalisierten und stark arbeitsteiligen Welt miissen Unternehmen darauf achten, dass nicht nur das Unternehmen selbst, sondern ihre gesamte Supply Chain nach einheitlichen Standards entsprechend nachhaltig agiert. Das Thema der Nachhaltig-keit in der Supply Chain hat somit in den letzten Jahren rasant an Relevanz gewonnen, denn das Beispiel von Apple und Foxconn ist bei Weitem kein Einzelfall. Viele vor allem global agierende Unternehmen haben grofce Probleme, ihre gesamte Supply Chain nach­haltig zu gestalten. Haufig besteht die Schwierigkeit, liberhaupt bis zum letzten Glied der Kette Transparenz zu schaffen, da globale Liefernetzwerke heutzutage hochgradig kom-plex sind. Das Thema der Nachhaltigkeit in der Lieferkette zeigt sich als noch recht junges, unerforschtes Feld, das eine genauere Betrachtung definitiv wert ist. In dieser Arbeit soil daher den folgenden Forschungsfragen nachgegangen werden: Wel-che theoretischen Konzepte existieren zum Thema Nachhaltigkeit in der Supply Chain bzw. was ist der wissenschaftliche Status quo zu diesem Thema? Deckt sich die theoreti-sche Konzeption mit der Praxis und wie ist die Praxis letztlich zu bewerten? Dazu sollen in Kapitel 2 zunachst die theoretischen Grundlagen fur diese Arbeit gelegt werden. In ei-nem ersten Schritt wird sich dem Begriff der Nachhaltigkeit gewidmet. Einem Abriss iiber die Historie der Nachhaltigkeit folgen die begriffliche Definition von Nachhaltigkeit, ver-schiedene Nachhaltigkeitsmodelle sowie die Auseinandersetzung mit dem Begriff der Corporate Social Responsiblity (CSR). In einem zweiten Schritt folgt ein historischer Ab­riss iiber die Organisation der Fertigung im Wandel sowie die Definition des Begriffs Supply Chain Management und die Abgrenzung von ahnlichen Konzepten wie beispiels-weise der Logistik. Anschliefcend wird in Kapitel 3 auf Basis einer breiten Literaturrecher-che der Stand der Forschung zum Thema Nachhaltigkeit in der Supply Chain wiedergege-ben. Es wird sich zeigen, dass dieses Thema in der wissenschaftlichen Literatur vor allem unter dem Begriff Sustainable Supply Chain Management (SSCM) zu finden ist, auch wenn es noch recht sparlich erforscht ist. Dennoch wird ein moglichst umfassender Status quo der Forschung diesbeziiglich dargelegt. Besonders der praxisnahe Ansatz von Cetinkaya et al. (2011) wird im Detail behandelt. In Kapitel 4 wird dann in einem evaluativen Teil auf Basis des Kapitels 3 ein Abgleich zwischen Theorie und Praxis vollzogen. Hierzu wer­den exemplarisch die Aktivitaten der Daimler AG im Bereich Nachhaltigkeit in der Supply Chain mit der theoretischen Konzeption aus dem vorherigen Kapitel verglichen. Diesem Abgleich geht eine kurze Einfuhrung in die deutsche Automobilindustrie, deren die Supply Chain betreffenden Spezifika sowie allgemeine Informationen iiber die Daimler AG voraus. Dem Abgleich lasst sich entnehmen, dass obwohl die Daimler AG an keiner Stelle explizit von SSCM spricht, sie doch fast alle Punkte, die im wissenschaftlichen Dis-kurs angefuhrt werden, erfullt. Die Supply Chain der Daimler AG kann als tadellos be-zeichnet werden, wenn man einem bestimmten Teil der Literatur Glauben schenken mag. Es wird sich aber zeigen, dass es durchaus kritische Stimmen gibt, die die bestehende SSCM Literatur und die damit einhergehende SSCM-Praxis harsch angreifen.

2 Theoretische Grundlagen

2.1 Theoretische Grundlagen zur Nachhaltigkeit

2.1.1 Von der Forstwirtschoft zum globolen Leitgedonken

Der Begriff Nachhaltigkeit entstammt der Forstwirtschaft und geht auf Hans Carl von Car-lowitz zuriick, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts Oberberghauptmann im sachsischen Freiberg gewesen ist. Zu dieser Zeit verschlangen der Grubenausbau, also die Verzimme-rung der Schachte, sowie die mit Holzkohle betriebenen Ofen der Schmelzhutten immer grofcere Mengen der Ressource Holz. Von immer weiter her musste das Holz herange-schafft werden, um den Bedarf zu decken.3 Von Carlowitz veroffentlichte daraufhin 1713 das Werk „Sylvicultura oeconomica", was auf Deutsch in etwa „Anweisung zur wilden Baumzucht" bedeutet. In diesem empfiehlt er „[...] eine forthane Conservation und Anbau des Holtzes anzustellen, daft es eine continiuirliche bestandige und nachhaltende Nut-zung gebe."4 Zum ersten Mai erscheint das Wort in seiner heutigen Bedeutung, mit dem Charakter langfristiger zeitlicher Kontinuitat. Von Carlowitz beschreibt, wie man den Wald verniinftig managt. Er befurwortet diesen so zu bewirtschaften, dass man von sei-nen Ertragen langfristig leben kann und eben nicht alles Holz sofort fallt, nur weil es kurz-fristig einen hoheren Gewinn einbringt.5

Nach von Carlowitz geriet der Begriff der Nachhaltigkeit erst einmal in Vergessenheit. Vielmehr wurde der Kapitalismus zum Paradigma der Moderne, ihm voranstehend das Dogma der Gewinnmaximierung.

Erst in den 1970er Jahren sollten die Themen Okologie und Nachhaltigkeit wieder in Mode kommen. Dennis Meadows veroffentlichte 1972 im Auftrag des Club of Rome eine auf fur die damalige Zeit ausgekliigelten Computersimulationen basierende Studie mit dem Namen „Grenzen des Wachstums", in welcher er ein sehr negatives Bild der Zukunft der Erde prophezeite, wenn die Menschheit nicht in Zukunft ressourcenvertraglicher lebt. Die Studie erregte weltweit Aufsehen. Fur Meadows und sein Forscherteam sind die Welt-bevolkerung, die Industrialisierung, die Umweltverschmutzung, die Nahrungsmittelpro-duktion sowie die Ausbeutung von natiirlichen Ressourcen die ausschlaggebenden Stell-schrauben, soil der Planet Erde nicht an die Grenzen seines Wachstums binnen der nachs-ten 100 Jahre stolen.6 Erstmals taucht hier das Wort sustainable - nachhaltig - in einer modernen Bedeutung auf, im Sinne eines Metasystems fur die Welt.7 Der Begriff Nachhal­tigkeit vereint seitdem gezielt okonomische, okologische und soziale Aspekte.8 Nach Meadows stieg das Weltwirtschaftswachstum in der Folge rapide an. Dennoch blie-ben wirtschaftliche, okologische und soziale Probleme nicht aus. 1983 wurde deshalb die World Commission on Environment and Development (WECD) als unabhangige Sachver-standigenkommission von der United Nations Organization (UNO) gegriindet. Ihre Vor-sitzende, die Norwegerin Gro Harlem Brundtland, wurde mit der Aufgabe betraut, einen Perspektivbericht zu erarbeiten, der iiber das Jahr 2000 hinausgeht und der eine langfris-tig tragfahige, umweltschonende Entwicklung im Weltmafcstab zeichnet. Unter dem Titel „Our Common Future" wurde dieser veroffentlicht, ist heute aber unter dem Namen „Brundtland-Bericht" gelaufiger.9 Der grofce Verdienst des Brundtland-Berichts war es, dass durch ihn der Begriff nachhaltige Entwicklung erstmals als globales Leitbild der Ent­wicklung wahrgenommen wurde, was nun auch die Politik dazu veranlasste, iiber die Not-wendigkeit eines dauerhaften Gleichgewichtszustandes zu sprechen.10 Der nachste Meilenstein in der Geschichte der Nachhaltigkeit war der Rio-Gipfel im Jahre 1992. Nachdem durch die „Grenzen des Wachstums" und durch den „Brundtland-Bericht" ein globales Bewusstsein fur die Themen Umwelt und Entwicklung geschaffen wurde, war es nun an der Zeit Taten folgen zu lassen. Initiiert durch die UNO wurde daher die so ge-nannte Konferenz der Vereinten Nationen iiber Umwelt und Entwicklung (gelaufiger un­ter den Begriffen Erd-Gipfel, Rio-Gipfel oder Weltumwelt-Konferenz) vom 3. bis 14. Juni 1992 in Rio de Janeiro abgehalten. Die Teilnehmer kamen aus 178 Staaten, darunter auch zahlreiche Vertreter von NGOs, was in dieser Form ein Novum darstellte.11 Letztlich wur-den mehre Deklarationen ausgearbeitet und angenommen: die Klimarahmenkonvention, die Konvention zur Biodiversitat, die Walderklarung, die Rio-Erklarung sowie die Agenda 21. Zudem wurde eine Commission for Sustainable Development" gegriindet.12 Der grofce Verdienst des Rio-Gipfels war somit durch die Verabschiedung der verschiedenen Dokumente die formal-juristische Verankerung von Nachhaltigkeit gefordert zu haben. In der Folge spielte das Leitbild Nachhaltigkeit eine grofcere Rolle in der Politik. Die ver­schiedenen Staaten gingen die Problematik eigenstandig in unterschiedlicher Art und In-tensitat, wie es die Agenda 21 vorsieht, an. Haufig mangelt es aber an der gesetzlichen Einklagbarkeit.

Nach dem Erfolg der Rio-Konferenz wurden im Jahr 2000 die Millenniums-Entwicklungs-ziele von Seiten der UNO, der Weltbank, der Organisation for Economic Co-operation and Development (OECD) und mehreren NGOs beschlossen. Ziel war es vor allem, die globale Armutbis 2015 zu halbieren. Daneben wurde ein ganzer Katalog verpflichtender Zielset-zungen fur Mitgliedsstaaten der UNO beschlossen. Im Kern stand eine nachhaltige Ent-wicklung mit vier Handlungsfeldern:

- Frieden, Sicherheit und Abriistung
- Entwicklung und Armutsbekampfung
- Schutz der gemeinsamen Umwelt
- Menschenrechte, Demokratie und gute Regierungsfuhrung

2010 wurde auf der 65. UN-Generalversammlung eine Zwischenbilanz gezogen. Wahrend UN-Generalsekretar Ban Ki-moon von moderaten Erfolgen sprach, gleichzeitig aber mahnte es gebe noch viel zu tun, sehen Kritiker die Ziele weit verfehlt. Die Schere zwi-schen Arm und Reich habe sich seit 2000 nicht verringert, sondern sogar vergrofcert, so der Hauptvorwurf.

Als jiingster wichtiger Meilenstein in der Forderung einer nachhaltigen Entwicklung ist der Weltklimagipfel in Durban zu nennen. Nachdem das einzige verbindliche Instrument der Klimaschutzpolitik, das Kyoto-Protokoll 2012 auslief, bedurfte es einer Neuregelung. So einigte man sich im selben Jahr darauf, das Kyoto-Protokoll zu verlangern und bis zum Jahr 2015 einen Weltklimavertrag auszuhandeln.13 Am 12. Dezember 2015 wurde auf der UN-Klimakonferenz in Paris das Paris-Abkommen beschlossen. Es sieht die Begren-zung der globalen Erwarmung auf deutlich unter 2° C im Vergleich zum vorindustriellen Level vor.14

In Deutschland ist die Offentlichkeit mittlerweile mit dem Begriff Nachhaltigkeit vertraut. Dabei spielte vor allem der 1998 veroffentlichte Bericht „Schutz der Menschen und der Umwelt" der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages eine wichtige Rolle. Die-ser hat die Sicherstellung und Verbesserung okologischer, okonomischer sowie sozialer Leistungsfahigkeit zum Hauptziel. Gleichzeitig wurde aber klargemacht, dass die natio-nale Nachhaltigkeitsstrategie nur als gesellschaftlicher Erkenntnisprozess gesehen wer-den kann. Zudem ist hierzulande die Institutionalisierung von Nachhaltigkeit weit fortge-schritten. Hier sind besonders der vom Bundeskanzleramt geschaffene „Rat fur nachhal-tige Entwicklung" sowie das „Forum nachhaltige Entwicklung" des Bundesverbands der Deutschen Industrie zu nennen.15

Abschliefcend lasst sich sagen, dass sich mittlerweile in den 300 Jahren, seitdem das Nach-haltigkeitsprinzip seinen Ursprung fand, vieles getan hat. Vor allem die zweite Halfte des 20. Jahrhunderts gibt Hoffnung auf einen Paradigmenwechsel. Die Aktivitaten sind heute weltweit umfangreicher, dafur aber auch diffuser und damit schwerer zu koordinieren. Letztlich bleibt allerdings abzuwarten wie das Prinzip Nachhaltigkeit seinen weiteren Weg bestreiten wird.16

2.1.2 Nachhaltigkeit - Definition, Modelle und Abgrenzung

Nachdem nun die Ursprungshistorie des Begriffs Nachhaltigkeit ausfuhrlich dargelegt wurde, soil im folgenden Abschnitt der Begriff selbst definiert sowie einige Nachhaltig-keitsmodelle erlautert werden.

Mochte man Nachhaltigkeit definieren, so stellt man fest, dass keine einzelne allgemein-giiltige Definition existiert. Vielmehr gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Definitionen. Auch die Frage, ob Nachhaltigkeit ein Konzept, ein Zustand, eine Situation oder ein System ist, bleibt unklar. Der Querschnittcharakter, der mit dem Begriff einhergeht, scheint Fluch und Segen zugleich zu sein: Einerseits lasst er das Thema immer prasenter in ver- schiedensten Lebensbereichen werden, andererseits droht der Begriff somit zu einer lee-ren Worthiilse zu verkommen.17 Nichtsdestotrotz sind einige Definitionen in Umlauf ge-kommen, die den Diskurs gepragt haben und eine gute Naherung darstellen. Ulrich Gro-ber taucht in seinem Beitrag „Nachhaltigkeit - Aber was ist das?" in die Wortgeschichte der Nachhaltigkeit ein. Darin bezieht er sich auf die historische Definition des „Deutschen Worterbuches" von 1809: „Nachhalt ist das, woran man sich halt, wenn alles andere nicht mehr halt." Man erkennt hier, dass Nachhaltigkeit im Gegensatz zu Kollaps steht. Dieses Denkbild erscheint heute aktueller denn je, angesichts des Klimawandels und des aktuel-len Ressourcenverbauchs weltweit.18

Die Definition des Brundtland-Berichts ist die meistzitierte und die wohl bekannteste For-mel und soil daher im Folgenden als Arbeitsdefinition dienen.19 In dem Bericht heifct es: „Unter einer nachhaltigen Entwicklung ist eine Entwicklung zu verstehen, welche die Be-diirfnisse der gegenwartigen Generation befriedigt, ohne die Fahigkeit zukiinftiger Gene-rationen zu gefahrden, ihre eigenen Bediirfnisse zu befriedigen."20 Die Brundtland-Defi-nition ist so popular, da sie ganzheitlich agiert und sowohl auf die unmittelbare Bediirf-nisbefriedigung als auch auf die intergenerative Verteilungsgerechtigkeit eingeht.21 Weiterhin ist zu erwahnen, dass die Begrifflichkeiten des Ofteren variieren. Mai ist von „Nachhaltigkeit", mal von „nachhaltiger Entwicklung" die Rede. Der Unterschied zwischen den Begriffen liegt darin, dass wahrend Ersterer auf einen statischen Zustand verweist, Letzterer das Dynamische und Prozesshafte betont.22

In aller Munde ist auch der Begriff CSR. Gemafc der Definition der EU-Kommission von 2011 ist CSR „die Verantwortung von Unternehmen fur ihre Auswirkungen auf die Gesell-schaft."23 Die EU-Kommission hat sich damit von der Freiwilligkeit fruherer CSR-Definiti-onen getrennt und betont nun die Verantwortung der Unternehmen gegeniiber der Ge-sellschaft. Um diese zu erfullen, muss das Unternehmen gleichermafcen okonomisch, oko-logisch und sozial handeln, womit die Briicke zur Nachhaltigkeit geschlagen ware. Auch wenn die Begriffe CSR und Nachhaltigkeit im unternehmerischen Kontext beinahe de-ckungsgleich sind, soil in der vorliegenden Arbeit ausschliefclich der Begriff der Nachhal­tigkeit benutzt werden, um den Leser nicht unnotig zu verwirren.24 Das Bild der Nachhaltigkeit kann auch als Modell dargestellt werden. Als vereinfachtes Abbild der Realitat konnen die verschiedenen Aspekte der Nachhaltigkeit verstandlich vi-sualisiert werden. Am bekanntesten ist das Drei-Saulen-Modell (haufig auch Triple-Bot­tom-Line genannt), das in Abbildung 1 zu sehen ist.

Es veranschaulicht, dass das, was bislang allein auf der okonomischen Saule ruhte, nun auf drei Saulen basiert. Nicht mehr die Gewinnerzielung allein ist das oberste Ziel der Un-ternehmung. Auch die Miteinbeziehung der Umwelt und der Stakeholder in das Kalkiil der Unternehmung ist fur eine zukunftsfahige Entwicklung notwendig. Kritisch ist hier zu se­hen, dass bei Wegfall einer oder zwei Saulen das Gebaude bzw. das Dach weiter bestehen bleiben.25 Aus dieser Kritik heraus ist ein weiteres Modell entstanden. Abbildung 2 zeigt das Schnittmengenmodell der Nachhaltigkeit.

Wie in der Abbildung 2 zu sehen ist, iiberlappen sich die einzelnen Bereiche, die Uber-gange sind fliefcend. Dies ist als Versuch, das Nebeneinander der Saulen aufzubrechen, zu werten. Als Beispiel kann ein Carsharing-Unternehmen genannt werden, das umwelt-freundlich und profitabel zugleich ist. Ziel ist die Verbindung aller Kreise, hin zu dauer-haften Geschaftsideen.26 Die Weiterentwicklung der beiden vorausgegangenen Modelle ist das Nachhaltigkeitsdreieck, das Abbildung 3 zeigt.

In dieser sind alle drei Seiten des Dreiecks gleichberechtigt. Anders als in den vorigen Modellen ergeben die drei Bereiche nun ein integratives Ganzes. Das Modell veranschau­licht, dass die einzelnen Bereiche zwar operativ trennbar, logisch aber zwingend mitei-nander verbunden sind. Das Modell wurde von der Bundesregierung in die Nachhaltig-keitsstrategie 2002 aufgenommen, in dem sie betonte, dass umwelt-, wirtschafts- sowie sozialpolitische Ziele im selben Mafce beriicksichtigt werden miissen.27

2.2 Theoretische Grundlagen zum Supply Chain Management

2.2.1 Die Orgonisotion der Fertigung im Won del

Anschliefcend an die Erlauterung des Begriffs der Nachhaltigkeit, soil dieses Kapitel das Thema des Supply Chain Managements zum Inhalt haben. Um das Konzept des Supply Chain Managements zu verstehen, muss man zunachst die historischen Voraussetzungen kennen. Im Folgenden sollen daher der Taylorismus sowie das Lean Management genauer erklart und in den historischen Kontext der Automobilindustrie eingebettet werden, da sie den Weg fur das Supply Chain Management erst ebneten.28

Das Konzept des Taylorismus geht auf den US-amerikanischen Ingenieur und Erfinder Frederick Winslow Taylor (1856-1917) zuriick, der dessen Grundsatze 1911 in seinem Werk Scientific Management" formulierte.29 Im Grunde ging es Taylor um die Optimie-rung der Produktion, die fur ihn nichts anderes war als die systematische Aneinanderrei-hung der immer selben Aufgaben. Dies wollte er vor allem durch die Trennung von geis-tiger und korperlicher Arbeit schaffen. Es entstand die Zweiteilung des Unternehmens in einen Produktions- und einen Verwaltungsbereich. Im Ersteren iibte der Arbeiter eine einfache, repetitive Tatigkeit unter der optimalen Belastung und den optimalen Arbeits-bedingungen aus, ohne dabei zu denken. Im Gegensatz dazu steht der Buromitarbeiter, der sich bewusst seiner kognitiven Fahigkeiten bedienen soil. Ihm werden planende, steu-ernde und kontrollierende Aufgaben zuteil.30 Das taylorsche System ging somit mit einer Entmiindigung der Arbeiter einher. Durch den hohen Grad der Arbeitsteilung wurde der ArbeiterbewusstvomVerstandnisubergeordneterbetrieblicherAblaufeausgeschlossen. Verstarkt wurde diese Tendenz durch die standige Kontrolle der geleisteten Arbeit mit-tels vorgegebenen Arbeits- und Zeitplanen. Durchsetzbar war dieses System somit nur, da es zu einer hoheren Arbeitsproduktivitat fuhrte und Taylor die Arbeiter somit durch hohere Lohne partizipieren liefc.31

Henry Ford (1863 - 1947) war zu seiner Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Begriin-der der grofcten Automobilfabrik der Welt und pragte mit seiner Form der Produktion den Begriff des Fordismus. Dieser beinhaltete viele Elemente des Taylorismus wie die Trennung von planender und durchfuhrender, von qualifizierter und ungelernter Arbeit sowie der verstarkte Einsatz von Maschinenarbeit. Die Kontrolle des Arbeiters war bei Ford noch strikter als bei Taylor. Wesentlich neu war bei Ford die konsequente Einfuh-rung der Fliefcbandfertigung.32 Diese jedoch war nicht - wie haufig angenommen - aus-schlaggebend fur die Innovation der Massenfertigung. Der Automobilbau steckte seiner Zeit noch in der Manufaktur. Ein jedes Automobil war ein Einzelstiick und somit nicht baugleich. Ford anderte dies, indem er die Verwendung von modularen Gleichteilen ein-fuhrte, sowie durch die sequenzielle Anordnung von Spezial- und Einzweckmaschinen. Dadurch schaffte es Ford, ein massenkompatibles und kostengiinstiges Produkt anzubie-ten, womit er 1914 auf einen Marktanteil von 48 Prozent des Automobilmarkts kam.33 Es dauerte in der Folge bis in die 1960er Jahre bis die europaischen Autobauer den Vor-sprung der amerikanischen Autobauer aufholen konnten. Ende der 1960er Jahre zeigte sich dann allmahlich, dass die tayloristische Produktion nicht mehr zeitgemafc war. Eine hohe Fluktuation, Streiks, Rekrutierungsprobleme sowie hohe Krankenstande waren die Folge.

Zeitgleich entwickelte sich in Japan ein neuer weitgehend unabhangiger Ansatz, der heute als schlanke Produktion bzw. Lean Management bekannt ist und auf dem Toyota Produc­tion System (TPS) basiert.34 Das Lean Management sollte die gesamte Branche nachhaltig verandern und zu einer globalen Verschiebung der Weltmarktanteile fuhren. Die Griinde fur diese Entwicklung liegen vor allem in der verfehlten Produktpolitik der Amerikaner. Zwar ermoglichte der Taylorismus die Kostenfuhrerschaft, jedoch war dieser nicht in der Lage, differenzierte Produkte fur die sich andernden Kundenwiinsche bereitzustellen. In Europa hingegen war man hinsichtlich der Fahrzeugpreise schlichtweg nicht konkurrenz-fahig.35 Unter Lean Management ist eine Unternehmensphilosophie zu verstehen, die das Management eines Unternehmens im Hinblick auf Qualitat, Produktivitat, Flexibilitat so­wie Mitarbeitermotivation unterstiitzt. Im Fokus der Geschaftstatigkeit stehen dabei die Kundenbediirfnisse. Verschwendung aller Art (z. B. Uberkapazitaten) gilt es zu minimie-ren. Diese Art des Managements hat seinen Ursprung im Japan der 1950er Jahre. Der spe-zifische japanische Automarkt forderte von Toyota und spater auch von anderen Auto-bauern eine breite Palette von Fahrzeugen, die von der Limousine bis zum Kleinwagen reichte, zu produzieren. Hinzu kamen eine zunehmend erstarkte Arbeiterschaft sowie ein Kapital- und Devisenmangel, der Zukaufe von westlichen Produktionseinrichtungen un-moglich machte. Aus diesen Bedingungen heraus gait es fur Toyota ein Produktionssys-tem zu erschaffen, das mit der westlichen Massenproduktion standhalten konnte. Das Er-gebnis war das TPS, das der westlichen Offentlichkeit durch eine vom Massachusetts In-situte of Technology (MIT) veroffentlichte Studie, die sich von 1985 bis 1991 erstreckte, unter dem Begriff „Lean Management" bekannt wurde.36 Im Wesentlichen ist das Lean Management dadurch gekennzeichnet, dass in alien Prozessen wirklich nur die Ressour-cen zum Einsatz kommen, die tatsachlich an der Wertschopfung beteiligt sind. Die Ver-meidung von Verschwendung bezieht sich dabei auf alle Arten von Ressourcen (Zeit, Ma­terial, Kapital). Es liegt ein effektiver Materialfluss, meist mittels Just-In-Time-Lieferung vor, anstatt hoher Lagerbestande. Die Fehlervermeidung wird durch eine standige Quali-tatskontrolle gewahrleistet. Hohe Kosten fur Nacharbeit entfallen. Somit konnen Produk-tionszeit und -kosten reduziert sowie die Produktqualitat gesteigert werden. Eine erfolg-reiche Umsetzung des Lean Managements kann nur vollfuhrt werden, wenn alle Mitarbei-ter diese Art der Wertschopfung mittragen. Lean Management riickt damit den Menschen wieder in den Fokus. Es ist wichtig, stets in die Forderung der Mitarbeiter zu investieren und Werte wie Teamgeist oder einen offenen Meinungsaustausch zu fordern. Dem Arbei-ter kommt wieder ein grofceres Aufgabenspektrum und mehr Verantwortung zu, was die Entscheidungskompetenz erhoht. Hierarchien werden hingegen abgebaut. Ein Unterneh-men ist demnach nur so gut, wie die Fahigkeiten seiner Mitarbeiter sind. Dennoch ist der Einsatz innovativer Technologie unverzichtbarer Bestandteil des Lean Managements. Lean Management ist heutzutage kein rein asiatisches Phanomen mehr. Es hat mittler-weile Einzug in fast alle Unternehmen der europaischen und amerikanischen Industrie gehalten.37

Anfang der 80er Jahre entstand in den USA der Begriff des Supply Chain Managements (SCM). Gepragt wurde dieser vor allem von den sehr praxisorientierten Beratern Keith R. Oliver und Michael D. Webber. Erst spater folgte eine wissenschaftliche Fundierung des Begriffs durch zahlreiche Autoren wie Bothe (1989), Davis (1993), Ellram/Cooper (1990/1993), Hewitt (1994), Macbeth/Ferguson (1993) oder Stevens (1989). Hierzu-lande etablierte sich das SCM erst in den 90er Jahren und erfreut sich aktuell zunehmen-der Beliebtheit in der wissenschaftlichen Debatte.38

[...]


1 Wgl.Berger, "Megatrend."

2 Vgl. Lee "SkandalUm Apple-Zulieferer Foxconn."

3 Vgl. Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit, 111 ff.

4 Carlowitz, Sylvicultura Oeconomica, 105.

5 Vgl. Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit, 116 ff.

6 Vgl.Pufe,/Voc/7/7o/t/gtoX37f.

7 Vgl. Grober, Die Entdeckung der Nachhaltigkeit, 220.

8 Vgl.Pufe,/Vac/,/,a/t/938.

9 Vgl. ibid. 41 f.

10 Vgl. ibid. 42 f.

11 Vgl. ibid., 48 f.

12 Vgl. Hardtke, Perspektiven der Nachhaltigkeit. Vom Leitbild zur Erfolgsstrategie., 62 f.

13 Vgl. Pufe, Nachhaltigkeit, 51 ff.

14 unfccc.com, "Historic Paris Agreement on Climate Change 195 Nations Set Path to Keep Temperature Rise Well Below 2 Degrees Celsius."

15 Vgl. Hardtke, Perspektiven der Nachhaltigkeit. Vom Leitbild zur Erfolgsstrategie., 63 f. ^Vg\.Pufe,Nachhaltigkeit,64f.

16 Vgl. Ninck, Zauberwort Nachhaltigkeit, 45 f.

17 Vgl. Ninck, Zauberwort Nachhaltigkeit, 45 f.

18 Vgl. Grober, "Nachhaltigkeit - Aber Was Ist Das? Eine Zeitreise Zu Den Quellen Unseres Leitbegriffs," 150 ff.

19 Vgl. ibid.

20 World Commission on Environment and Development, Our Common Future, 41.

21 Vgl. Hardtke, Perspektiven der Nachhaltigkeit. Vom Leitbild zur Erfolgsstrategie., 58.

22 Vgl. Pufe, Nachhaltigkeit, 43.

23 Europaische Kommission, "Eine Neue EU-Strategie (2011-14) Fur Die Soziale Verantwortung Der Unterneh­men (CSR)/' 7.

24 Vgl. D'heur, CSR Und Value Chain Management, 1 ff. *Vg\.Pufe,Nachhaltigkeit,118ff.

25 Vgl. ibid. 120 f.

26 "Vgl. ibid. 121 f.

27 "Vgl. ibid. 121 f.

28 Vgl. Reichhuber, Strategie und Struktur in der Automobilindustrie, 31.

29 Vgl. Keidel, DasLean-Management-Konzept, 55.

30 Vgl. Syska, Produktionsmanagement, 150

31 Vgl. Keidel Das Lean-Management-Konzept, 55 ff.

32 Vgl. ibid., 50.

33 Vgl. Reichhuber, Strategie undStruktur in der Automobiiindustrie, 32 f. » \,g\.S » to, Ptuduktionsmanagement, 151.

34 Vgl. Reichhuber, Strategie und Struktur in der Automobilindustrie, 36 f.

35 Vgl. Reichhuber, Strategie und Struktur in der Automobilindustrie, 36 f.

36 Vgl. Syska, Produktionsmanagement, 84 f.

37 "Vgl.ibid.85ff.

38 Vgl. Werner, Supply Chain Management, 3.

Ende der Leseprobe aus 50 Seiten

Details

Titel
Nachhaltigkeit in der Supply Chain. Ein Vergleich von Theorie und Praxis am Beispiel der Daimler AG
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1,3
Autor
Jahr
2016
Seiten
50
Katalognummer
V771079
ISBN (eBook)
9783346201614
ISBN (Buch)
9783346201621
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Supply Chain, Nachhaltigkeit, Daimler, Wirtschaftsethik, CSR, Corporate Social Responsibility, Sustainability, Business Ethics
Arbeit zitieren
Yves Mahler (Autor), 2016, Nachhaltigkeit in der Supply Chain. Ein Vergleich von Theorie und Praxis am Beispiel der Daimler AG, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/771079

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