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Die Musik und die bildenden Künste in Dorothea Schlegels "Florentin"

Titel: Die Musik und die bildenden Künste in Dorothea Schlegels "Florentin"

Hausarbeit , 2007 , 34 Seiten , Note: 1

Autor:in: Karin Pfundstein (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Dorothea Schlegel verfasste ihren ersten und einzigen Roman Florentin in den Jahren 1799 bis 1801. Er erschien anonym im Jahre 1801, als Herausgeber ist ihr Mann Friedrich Schlegel genannt. Im Folgenden möchte ich aufzeigen, wie der Topos der Musik im Roman verhandelt wird. Ich verfolge dabei, wie die Musik den Helden Florentin auf seiner „Bestimmungssuche“ begleitet und wie am Ende durch die Musik ein Ausweg aus seiner „Unbestimmtheit“ aufgezeigt wird, dem er aber entflieht. Obgleich dieser Thematik mein Hauptaugenmerk gelten wird, werde ich in einigen Zügen auch die Rolle der bildenden Kunst im Roman skizzieren, da auch diese Kunstform zum einen für die Wahrnehmung Florentins von Wichtigkeit ist, zum anderen in der Person der Clementina eine Verschränkung mit der Tonkunst erfährt.
Das Werk Dorothea Schlegels ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend ins Blickfeld der Literaturwissenschaft gerückt. Seit den 1980er Jahren wird es dort zunehmend diskutiert.

Im Folgenden möchte ich der Musik-Thematik, die den Roman grundlegend prägt, bisher aber nicht genauer untersucht wurde, nachgehen. In einem ersten Schritt werde ich die musikästhetische Diskussion in der Zeit um 1800 heranziehen und das Phänomen, dass Musik um diese Zeit zunehmend zum literarischen Gegenstand wird, beleuchten, um auf dieser Folie dann die beiden recht unterschiedlichen Musikkonzeptionen, die im Roman von den beiden Figuren Florentin und Clementina repräsentiert werden, aufzuzeigen und zu deuten. Analog werde ich beim Gegenstand der bildenden Kunst im Florentin verfahren. Am Rande wird noch ein dritter Entwurf der Rolle von Musik zur Sprache kommen, und zwar das, welches die Familie Schwarzenberg nach außen trägt.
In einem weiteren Schritt werde ich dann den Versuch unternehmen, die Kunstkonzepte im Erfahrungshorizont des Protagonisten zu deuten und sie auf ihr Verhältnis zum zentralen Motiv des Romans, nämlich die Suche Florentins nach seiner „Bestimmung“, zu prüfen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Zur Thematik

2. Die Künste um 1800

2.1. Die Musikästhetik und das Verhältnis von Literatur und Musik

2.2. Die bildenden Künste und die Literatur

3. Dorothea Schlegel und die Künste

4. Die Musik und die bildenden Künste im Florentin

4.1. Gemälde und Skulpturen im Florentin

4.2. Florentin und die Musik: „Und so bin ich, wenn Sie es so nennen wollen, musikalisch, soviel die Natur mich lehrte“

4.3. Clementina und die Musik: „Nie hatte er die Göttlichkeit der Musik so verstanden, als vor diesem Angesicht.“

5. Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das Motiv der Musik sowie die Rolle der bildenden Künste in Dorothea Schlegels Roman "Florentin" fungieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern diese Künste den Protagonisten Florentin auf seiner "Bestimmungssuche" begleiten, ob sie als Vermittlungsinstanzen zwischen seinem empirischen Leben und seiner idealen Existenz dienen können und welche Rolle sie bei der literarischen Konstitution des "Unsagbaren" in der Frühromantik spielen.

  • Die Musikästhetik und das Wechselverhältnis von Literatur und Musik um 1800
  • Die Funktion der bildenden Künste als ästhetische Chiffren im Roman
  • Florentin als "Naturmusiker" und seine Suche nach Bestimmung
  • Die Domszene und Clementinas Musik als Höhepunkt des Romans
  • Die Doppelstruktur des Erhabenen in der musikalischen Erfahrung

Auszug aus dem Buch

4.2. Florentin und die Musik: „Und so bin ich, wenn Sie es so nennen wollen, musikalisch, soviel die Natur mich lehrte“

Die Szene, in der Florentin sich über die Musik als „die größte Wohltäterin meines Lebens“ (S. 23) äußert, ist zugleich die erste Musikszene im Roman. Im Gartensaal des Schlosses musizieren die Gastgeber Florentins. „Juliane spielte vortrefflich [auf dem Fortepiano], und Eduard war Meister auf dem Violoncell.“ (S. 23) Später wird noch ein „komisches Duett […] in echt italienischer Manier“ aufgeführt, bei dem der Erzähler Julianes Fähigkeit hervorhebt, ihre Stimme „wie eine geübte Künstlerin zu gebrauchen“ (S. 24). Diesem gesellschaftlich fest etablierten Hausmusikwesen, das auf der traditionellen Ausbildung der Kinder auch in der Musikpraxis fußt und mit den Begriffen „Kunst“ und „Meister“ in Verbindung gebracht wird, steht der „naturhafte“ Gesang Florentins gegenüber, der es „bis zur Kunst […] noch nicht gebracht“ hat (S. 23).

Diese „Kunstlosigkeit“ Florentins zeigt sich auch darin, dass er spontan zur Gitarre greift und frei improvisiert. Dieses Instrument ist gleichwohl Symbol für sein ungebundenes Wanderleben – es begleitet ihn auf seinen Reisen und Ausflügen, wozu ein Instrument wie das Violoncell oder ein Klavier nicht tauglich ist. Er besingt seine unmittelbare Umgebung, jedoch die jenseits des gesellschaftlichen Rahmens: „den Strom, der dicht unter den Fenstern des Gartensaals vorbeifloß, das Tal, den Wald, das hohe entfernte Gebirge, von dem die Gipfel noch von den Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet waren“ (S. 23). Dann thematisiert er seine eigene Situation: Er singt „von seiner Sehnsucht, die ihn in die Ferne zog, von dem Unmut, der ihn rastlos umhertrieb, und endigte sein Lied mit dem Lobe der Schönheit, unter deren Schutz ihm die Morgenröte des Glücks schimmere“ (S. 23). In seinem Lied reflektiert Florentin sein eigenes Leben in Gegenwart der Schwarzenbergs – in normalen Gesprächssituationen hingegen, oder bei der Erzählung seiner Lebensgeschichte, bringt er sein zielloses Wanderleben, seine andauernde „vorläufige Existenz“ nicht zur Sprache.

Zusammenfassung der Kapitel

Zur Thematik: Einführung in das Forschungsfeld sowie Erläuterung des Fokus auf den Musik-Topos und die bildende Kunst im Kontext der Bestimmungssuche des Protagonisten Florentin.

Die Künste um 1800: Analyse der zeitgenössischen musikästhetischen Diskurse und des Strebens nach neuen literarischen Beschreibungsmodi für Kunstwerke.

Dorothea Schlegel und die Künste: Untersuchung von Dorothea Schlegels persönlicher Affinität zur Musik und ihrer Reflexion über die künstlerischen Einflüsse in ihrem Werk.

Die Musik und die bildenden Künste im Florentin: Umfassende Analyse der musikalischen Szenen und bildlichen Darstellungen im Roman, unterteilt in Teilkapitel zur Bildbeschreibung, zu Florentins musikalischem Selbstverständnis und zur Bedeutung von Clementinas Musik.

Schlussbemerkung: Zusammenführende Betrachtung von Florentins Ziellosigkeit als romantische Strategie und Vergleich mit E.T.A. Hoffmanns Figur Johannes Kreisler.

Schlüsselwörter

Dorothea Schlegel, Florentin, Frühromantik, Musikästhetik, Bildungsroman, Bestimmungssuche, Erhabenes, Kunstdiskurs, Literatur, Malerei, Musik, Naturmusik, Transzendenz, Identität, Clementina.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Musik und der bildenden Künste in Dorothea Schlegels Roman "Florentin" unter besonderer Berücksichtigung der frühromantischen Ästhetik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf dem musikästhetischen Diskurs um 1800, der literarischen Versprachlichung von Kunst, der Identitätskonstitution des Protagonisten und der Funktion des Erhabenen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Ziel ist es, den Topos der Musik und bildender Kunst als strukturelle Elemente für Florentins Bestimmungssuche zu deuten und aufzuzeigen, wie diese Künste als Vermittlungsinstanzen zwischen Realität und Ideal dienen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die musikästhetische Diskussionen der Zeit, den zeitgenössischen Kunstdiskurs sowie vergleichende Lektüren mit anderen Werken der Epoche einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Bild- und Skulpturendarstellungen im Roman, Florentins eigenes musikalisches Wirken und die bedeutsame Rolle der Gräfin Clementina als Repräsentantin einer sakral-transzendentalen Musiksphäre.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Dorothea Schlegel, Florentin, Frühromantik, Musikästhetik, Bestimmungssuche und das Erhabene.

Warum spielt die Figur der Clementina eine so zentrale Rolle für die Musik im Roman?

Clementina repräsentiert ein unantastbares, sakrales Musikideal, das Florentin eine mögliche (wenn auch von ihm nicht ergriffene) Lösung seiner Identitätskrise durch die ästhetische Erhebung bietet.

Wie wird Florentins Unvermögen zur Bestimmung in den Musikszenen deutlich?

Florentin neigt dazu, die Musik als bloße Flucht oder bloßes Mittel zur Übertäubung seines Leidens zu nutzen, anstatt ihr Potenzial zur dauerhaften Vermittlung und Selbstfindung vollständig in sein Leben zu integrieren.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Musik und die bildenden Künste in Dorothea Schlegels "Florentin"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Note
1
Autor
Karin Pfundstein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
34
Katalognummer
V77432
ISBN (eBook)
9783638818797
ISBN (Buch)
9783656179443
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Musik Künste Dorothea Schlegels Florentin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Karin Pfundstein (Autor:in), 2007, Die Musik und die bildenden Künste in Dorothea Schlegels "Florentin", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77432
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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