Ein Sportler, der im Leistungssport oder auch im Hochleistungssport tätig ist oder war, kennt die Situation, dass er total erschöpft ist und erstmal längere Zeit eine Pause benötigt. Der Ehrgeiz, den Körper in Spitzenform zu bringen, treibt den Sportler zu häufigen Trainings an, damit er schneller seine erwünschte "Form" erreicht. Allerdings ist durch zu viel Training die Gefahr des Übertrainings gegeben, das häufig auch mit Mangelsymptomen an Nährstoffen gekoppelt ist (WEINECK 2004, 669). Um nicht in diese Situation zu kommen, oder auch um die Leistung zu steigern, kommen einige Sportler auf die Idee, Nahrungsergänzungsmittel (NEM) als „Wundermittel der Leistung“ einzusetzen. Vielen Sportlern ist dabei gar nicht bewusst, dass die Wirkungen vieler NEM noch nicht wissenschaftlich belegt sind und begeben sich dadurch in unbekannte Gewässer.
Diese Arbeit beschäftigt sich daher mit der Wirkung ausgewählter NEM und den Sinn im Sport. Es soll dabei geklärt werden, ob durch eine Einnahme von NEM wirklich eine Leistungssteigerung zu erwarten ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Anliegen der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Was sind Nahrungsergänzungsmittel
2.1 Verordnung über Nahrungsergänzungsmittel
3 Abgrenzung der NEM zu anderen Stoffen
3.1 Abgrenzung zu Arzneimitteln (nach GEBLER/KINDL 2000, 307)
3.2 Abgrenzung zu Doping im Kontext „Sport“
4 Nahrungsergänzungsmittel und ihre Verwendung im Sport
4.1 Leistungsfaktoren im Sport
4.2 Ausgewählte Vitamine und vitaminähnliche Stoffe
4.2.1 Vitamin B
4.2.2 Vitamin C
4.2.3 Coenzym Q10 (Ubichinon, Q10, Vitamin Q)
4.2.4 L-Carnitin (Vitamin T, Carnitin)
4.2.5 Omega – 3 – Fettsäuren als NEM
4.3 Mineralien und Spurenelemente
4.4 Das Kreatin als NEM
4.5 Inosin als NEM
4.6 HMB (β – Hydroxy – β – Methylbutyrat)
4.7 Kohlenhydratkonzentrate als NEM
4.8 Proteine und proteinreiche Ernährung im Sport
5 NEM im Internet
6 Sinn und Unsinn NEM im Sport einzusetzen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch den Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) im Breiten- und Leistungssport. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine Supplementierung tatsächlich zu einer physiologischen Leistungssteigerung führt oder ob es sich primär um einen Ausgleich ernährungsbedingter Defizite handelt.
- Definition und rechtliche Abgrenzung von Nahrungsergänzungsmitteln
- Wissenschaftliche Analyse der Wirkung spezifischer Präparate (z. B. Kreatin, L-Carnitin, Vitamine)
- Rolle von Nahrungsergänzungsmitteln im Kontext von Doping und Gesundheit
- Kritische Beleuchtung von Informationen und Versprechungen im Internet
Auszug aus dem Buch
4.4 Das Kreatin als NEM
Das Kreatin kann ebenso wie das L-Carnitin vom Organismus synthetisiert werden. Auch hier ist eine Supplementierung generell nicht erforderlich. Jedoch kann hier durch eine Erhöhung des Kreatin-Pools die Leistung in gewisser Weise erhöht werden. Welche Leistung das ist, wird durch Betrachten der Funktion des Kreatins klar.
Das Kreatin ist ein im Blut enthaltenes Aminosäurederivat und stellt in Form von Kreatinphosphat (KP) eine Phosphatreserve für das ATP dar. Wird durch eine sportlich Leistung ATP durch Arbeit zu ADP „verbraucht“, kann das KP das ADP wieder zu ATP phosphorulieren. Das Kreatin kann dann wieder in der Ruhephase durch ATP phosphoruliert werden und für die nächste Belastung eingesetzt werden. Es entsteht dabei ADP, das in der Atmungskette zu ATP umgewandelt werden muss (SAUERMOST/FREUDIG 2000, Bd. 8, 201).
Da das Kreatin in Form von Kreatinin ausgeschieden wird, muss es vom Organismus ständig synthetisiert werden.
Eine Supplementierung mit Kreatin ist, wegen ihrer Phosphatgruppenübertragung an das ADP, in Sportarten sinnvoll, die eine kurze sehr intensive Belastung erfordern. Es sind vorwiegend im anaeroben Bereich liegende Belastungen und somit auf sehr schnell verfügbare Energiereserven zurückgreifende Bewegungsformen (PROMMER, PFAFFENEDER, SCHMIDT 2003). Das wären zum Beispiel Sprinter, oder auch Bodybuilder, die durch die erhöhten Phosphatreserven ein paar Kilos bei gleicher Wiederholungszahl mehr schaffen. Die Schnellkraft wird von der Kreatinsupplementation, da sie auch vorwiegend anaerob arbeitet, ebenso leistungssteigernd angesprochen (KOCAK, KARLI, 2003) genauso wie intermittierende hochintensive Belastungen (WRIGHT, HECK 2003). Die Belastungen müssen jedoch lang genug sein, damit der Effekt des Kreatins genutzt werden kann. So sind Belastungen unter 6 Sekunden zu gering, um die Kreatinreserven auszuschöpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hier wird das Anliegen der Arbeit erläutert, den Nutzen und die Wirkungsweise von Nahrungsergänzungsmitteln im Sport kritisch zu hinterfragen.
2 Was sind Nahrungsergänzungsmittel: Dieses Kapitel definiert Nahrungsergänzungsmittel anhand der entsprechenden Verordnungen und erläutert den gängigen Sprachgebrauch.
3 Abgrenzung der NEM zu anderen Stoffen: Der Autor grenzt Nahrungsergänzungsmittel von Arzneimitteln und Dopingsubstanzen ab, um den Untersuchungsgegenstand präzise einzugrenzen.
4 Nahrungsergänzungsmittel und ihre Verwendung im Sport: Eine detaillierte Analyse verschiedener Substanzen wie Vitamine, Mineralien, Kreatin und Proteine hinsichtlich ihrer potenziellen leistungssteigernden Wirkung.
5 NEM im Internet: Dieses Kapitel kritisiert die oft irreführenden und wissenschaftlich fragwürdigen Informationen über NEM, die auf Internetseiten verbreitet werden.
6 Sinn und Unsinn NEM im Sport einzusetzen: Eine zusammenfassende Bewertung, wann der Einsatz von NEM sinnvoll sein kann und warum er in vielen Fällen kritisch zu sehen ist.
7 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass NEM generell keine direkte Leistungssteigerung bewirken, sondern lediglich bei spezifischen Belastungen oder zum Ausgleich von Nährstoffdefiziten hilfreich sein können.
Schlüsselwörter
Nahrungsergänzungsmittel, Sport, Leistungssteigerung, Kreatin, L-Carnitin, Vitamine, Proteine, Kohlenhydrate, Stoffwechsel, Ernährung, Supplementierung, Gesundheit, Doping, Fitness, Wirkungsweise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Sinn und Unsinn der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln durch Sportler.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Definition von NEM, ihre Abgrenzung zu Arzneimitteln und Doping, sowie die Analyse spezifischer Stoffe hinsichtlich ihrer Wirkung im Sport.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu klären, ob durch die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln tatsächlich eine Leistungssteigerung im Sport zu erwarten ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung wissenschaftlicher Literatur und Fachstudien zu den genannten Supplementen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden verschiedene Kategorien von Supplementen (Vitamine, Mineralien, Kreatin, etc.) sowie deren tatsächlicher Nutzen und potenzielle Risiken im sportlichen Alltag detailliert besprochen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Nahrungsergänzungsmittel, Sport, Leistung, Supplementierung und Wirkungsanalyse.
Warum ist die Einnahme von Kreatin für manche Sportler sinnvoll?
Kreatin kann bei sehr kurzen, intensiven Belastungen im anaeroben Bereich die Phosphatreserven erhöhen und somit kurzfristig das Durchhaltevermögen verbessern.
Gibt es einen Beleg für die Wirksamkeit von L-Carnitin zur Fettverbrennung?
Nein, der Autor widerlegt den Mythos, dass eine Supplementierung von L-Carnitin signifikant zur Fettverbrennung beiträgt, da der limitierende Faktor die Anzahl der Mitochondrien und die Fettsäurebereitstellung ist.
Warum wird von einer HMB-Einnahme abgeraten?
Der Autor rät davon ab, da die Wirkung wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt ist und die Pharmaindustrie aufgrund der unklaren Datenlage von einer Verkehrsfähigkeit absieht.
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- Ilkin Oezdemir (Author), 2006, Sport und Nahrungsergänzungsmittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77452