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Treiben die Medien die Politik zu übereilten Entscheidungen?

Eine Befassung mit den Zeitkulturunterschieden und der Abhängigkeit von politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit

Title: Treiben die Medien die Politik zu übereilten Entscheidungen?

Term Paper , 2005 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jana Petzka (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Demokratie- Parteiendemokratie- Mediendemokratie- Mediokratie, alles Begriffe der Jetztzeit und der gegenwärtigen Literatur der Kommunikationswissenschaften und Politikanalysen. Doch was ist der Unterschied dieser Begriffe oder ist es ein unaufhaltsamer Wandlungsprozess unserer politischen Kultur? Fragen, die sich stellen und Zusammenhänge die erörtert werden sollten.
Es soll die Frage nach dem eventuellen Zwang der Medien die politischen Akteure zu oberflächlichen und übereilten Entscheidungen zu treiben, beleuchtet und erörtert werden.
Im Angesicht des immer öfter formulierten Vorwurfes an die Medien, sie würden das politische Geschehen in Deutschland lenken und bestimmen, werden in dieser Hausarbeit zwei Denkansätze weiter ausgeführt und analysiert, die diesen Vorwurf unterstützen. Gegenstand der Betrachtung der Abhängigkeit als auch den Zeitunterschieden sind die bestehenden Strukturen in Deutschland und die Parteien als Fokus der Akteure. Im Fortverlauf dieser Auseinandersetzung wird die These von Thomas Meyer aufgreifen, dass sich das Politische selbst, aufgrund der Abhängig-keit und dem Einfluss des Mediensystems, verändere, sich jedoch nicht in ihm auflöse (Vgl. Meyer 2000:183). Dieser These werden verschiedene Antithesen und Auffassungen des Zusammenwirkens von Journalismus und Politik von Sarcinelli bis Plasser entgegengesetzt.

Excerpt


Gliederung

1. Einleitung

Zusammenhang zum aktuellen Geschehen und den Akteuren in den Medien und der Politik

2. Abhängigkeit der Politik und der Medien voneinander

3. Zeitkulturenunterschied und Widerspruch von politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit

4. Resümee

5. Abbildungsverzeichnis /Literaturverzeichnis (alphabetisch)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien sowie den daraus resultierenden Druck auf politische Entscheidungsprozesse. Dabei wird analysiert, inwieweit unterschiedliche Zeitlogiken – die langsame politische Prozesszeit versus die kurzatmige mediale Produktionszeit – politische Akteure zu oberflächlichen Entscheidungen drängen.

  • Wandlungsprozesse der politischen Kultur in der Mediendemokratie
  • Strukturelle Kopplung und wechselseitige Abhängigkeit der Systeme
  • Konflikt zwischen politischer Logik und Medienlogik
  • Einfluss von Nachrichtenfaktoren auf die politische Kommunikation
  • Strategien zur Wahrung politischer Autonomie gegenüber dem Mediensystem

Auszug aus dem Buch

3. Zeitkulturenunterschied und Widerspruch von politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit

Nachdem die Situation aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt wurde, soll die Fragestellung in den Fokus rücken und das Problem ausdifferenziert betrachtet werden. Unvergleichlich treffend hat Meyer seine Gedanken zu den Unterschieden der Zeitkulturen in seinem Zeitungs-artikel Mediokratie –Auf dem Weg in eine andere Demokratie? - von 2002 formuliert.

Laut Meyer ist „der zentrale Widerspruch zwischen politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit“ (Hervorh. I.O.–J.P.) das zweite große Spannungsfeld zwischen politischer Logik und Medienlogik (Meyer 2002:8). „Die Vorherrschaft der extrem kurzen medialen Produktionszeit und der ebenso schnellen Verfallszeit für Neuigkeitswerte führen dann in dem Maße, wie sich das politische System den Regeln des Mediensystems unterwirft, zu einer Entwertung derjenigen Strukturen und Organisationen des politischen Systems, die ihrer konstitutiven Eigenart entsprechend eine lange politische Prozesszeit haben“ (Meyer 2002:9). Die mediale Produktionszeit hingegen nähert sich unter der Herrschaft dem Mediensystem eigentümlicher Voraussetzungen der „magischen Null: Sie folgt zum einen den technischen Regeln der Herstellung zweckentsprechender Produkte [...] mit einer immerfort perfektionierten Technik, die Echtzeit Produktionen mit sofortiger weltweiter Verteilung zum Normalfall gemacht haben“ (ebenda:10). „Darum ist der kompromisslose Präsentismus (Hervorh. I.O.–J.P.) medialer Kommunikation ein Diktat funktionaler und struktureller Eigenarten des Mediensystems selbst“ (Meyer 2002:10). Der Stand der elektronischen Kommunikationstechnologie macht den Zwang zum Präsentismus möglich, die Eigenart der Ware "Nachricht" macht ihn nötig.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Begrifflichkeiten der Mediendemokratie ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Beeinflussung politischer Entscheidungen durch mediale Logiken.

2. Abhängigkeit der Politik und der Medien voneinander: Dieses Kapitel erläutert die Interdependenz zwischen politischen Akteuren und dem Mediensystem anhand gängiger politikwissenschaftlicher Modelle.

3. Zeitkulturenunterschied und Widerspruch von politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit: Hier wird der Konflikt zwischen der kurzatmigen medialen Berichterstattung und der zeitintensiven politischen Willensbildung detailliert analysiert.

4. Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert die Frage nach einer möglichen "Produktionsumstellung" der Politik unter dem Druck der Medien.

5. Abbildungsverzeichnis /Literaturverzeichnis (alphabetisch): Dieses Verzeichnis dokumentiert die verwendeten Quellen und die grafische Darstellung des Drei-Ebenen-Modells.

Schlüsselwörter

Mediendemokratie, Politikvermittlung, Medienlogik, Politische Prozesszeit, Mediale Produktionszeit, Nachrichtenfaktoren, Interdependenz, Systemtheorie, Präsentismus, Politische Kommunikation, Parteiendemokratie, Mediokratie, Strukturwandel, Öffentlichkeit, Politikdarstellung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem Einfluss der Massenmedien auf das politische System und der Frage, ob Medien politische Akteure zu übereilten Entscheidungen zwingen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die gegenseitige Abhängigkeit von Politik und Medien, die unterschiedlichen Zeitlogiken der beiden Systeme sowie die Auswirkungen auf die demokratische Willensbildung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob ein Zwang durch die Medien besteht, der die Politik zu oberflächlichen und schnellen Entscheidungen drängt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, die führende Ansätze der Politik- und Kommunikationswissenschaft (u.a. von Thomas Meyer und Ulrich Sarcinelli) synthetisiert und auf die Fragestellung anwendet.

Welche Aspekte stehen im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die theoretische Herleitung der Systemabhängigkeit sowie die Analyse des Zeitunterschieds zwischen politischer Prozessdauer und journalistischer Nachrichtenproduktion.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den Schlüsselbegriffen gehören Mediendemokratie, Interdependenzthese, politische Prozesszeit, mediale Produktionszeit und Präsentismus.

Wie unterscheidet sich die politische Zeit von der Medienzeit?

Politische Zeit erfordert komplexe, langsame Abstimmungsprozesse, während die Medienzeit durch einen "kompromisslosen Präsentismus" und den Zwang zur schnellen Nachrichtenverwertung geprägt ist.

Welche Lösungsvorschläge bietet die Autorin an?

Die Autorin greift Sarcinellis Vorschlag einer Stärkung der Staatsbürgerrolle und einer verbesserten Medienkompetenz auf, um dem Kommunikationsstress in der Demokratie entgegenzuwirken.

Was bedeutet der Begriff "strukturelle Kopplung" in diesem Kontext?

Die strukturelle Kopplung beschreibt, dass Politik und Medien zwar eigene Logiken verfolgen, aber wechselseitig aufeinander angewiesen sind, um ihre Funktionen innerhalb der Gesellschaft zu erfüllen.

Warum neigen Politiker laut Arbeit zur Inszenierung?

Aufgrund der begrenzten Aufmerksamkeit der Medien und der Konkurrenz unter den politischen Akteuren müssen komplexe Inhalte reduziert und Botschaften medienwirksam (inszeniert) aufbereitet werden, um überhaupt wahrgenommen zu werden.

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Details

Title
Treiben die Medien die Politik zu übereilten Entscheidungen?
Subtitle
Eine Befassung mit den Zeitkulturunterschieden und der Abhängigkeit von politischer Prozesszeit und medialer Produktionszeit
College
University of Applied Sciences Bremen
Course
Das politische System der BRD
Grade
1,0
Author
Jana Petzka (Author)
Publication Year
2005
Pages
13
Catalog Number
V77493
ISBN (eBook)
9783638882156
Language
German
Tags
Treiben Medien Politik Entscheidungen System
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jana Petzka (Author), 2005, Treiben die Medien die Politik zu übereilten Entscheidungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77493
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