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Die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Senegal unter dem Aspekt der Sprachenpolitik

Title: Die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Senegal unter dem Aspekt der Sprachenpolitik

Term Paper , 2007 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Alexandra Duppé (Author)

French Studies - Culture
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„Die Ansiedlung einer Untersuchung über das Feld kultureller Kommunikation in Senegal im Bereich der Romanistik hängt mit institutionellen Vorgaben zusammen, die einen literatur- oder kulturwissenschaftlichen Zugang zu einem afrikanischen Land – unter nichtethnologischer Perspektive – nur in einem durch die früheren Kolonialsprachen vorgegebenen Rahmen erlaubt.“ Mit dieser Aussage versucht Manfred Prinz in seiner Studie Frankophone Literatur Senegals und die Kultur der schweigenden Mehrheit die sprachlich-kulturelle Realität des Senegal zu verdeutlichen, welche sich seiner Meinung nach in ihrer Komplexität und Vielfalt nicht über den Sammelbegriff „Frankophonie“ erschließen lässt. Die historische und - selbstverständlich darauf basierend - die aktuelle Realität des Senegal, die innerhalb der frankophonen Literatur dargestellt wird, ist nur ein kleiner, dem Europäer zugänglicher Teil und muss somit zu seiner Vervollständigung um viele bisher im Verborgenen gebliebene kulturelle Aspekte erweitert werden. Prinz behauptet in seinem Werk, dass „ein Zugang zu der Alltagskultur und kulturellen Verhaltensformen der Masse der Bevölkerung über Literatur und Schriftlichkeit nur begrenzt möglich sei“, was bedeutet, dass das Französische nicht auf allen Ebenen in der einheimischen Gesellschaft verankert bzw. nicht fähig zu sein scheint, in alle Bereiche einzudringen und ein umfassendes Bild der senegalesischen Kultur zu vermitteln. Hier stellt sich nun die Frage nach den historischen und politischen Faktoren, welche die Kolonialsprache zu einem bestimmten Zeitpunkt mit - zumindest Teilen - der senegalesischen Gesellschaft verknüpften. Wichtig ist es vor allem, die Art des „französischen“ Umgangs mit den vorgefundenen afrikanischen Traditionen und kulturellen Reichtümern zu beschreiben, um eine Annäherung an die heutige sprachliche Situation zu erzielen.
Ziel dieser Arbeit soll es ein, die sprachliche und soziokulturelle Entwicklung im Land deutlich zu machen und somit kritisch die damalige und auch aktuelle Sprachpolitik des Landes zu beleuchten. Die Arbeit wird von der These geleitet, dass die französische Kolonialpolitik - und damit verbundene Sprachpolitik - wesentliche Eingriffe in der senegalesischen Gesellschaft vorgenommen hat und diese Gegebenheiten nun bis zur heutigen Zeit vorherrschen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachpolitik in Senegal

2.1 Die Bedeutung der kolonialen Vergangenheit des Senegal

2.2 Sprachpolitische Richtung nach 1960

3. Die heutige sprachliche Situation in Senegal

3.1 Das Französische im Verhältnis zu den einheimischen Sprachen

3.2 Die Bedeutung der Vernakularsprachen in Senegal

4. Soziale Abgrenzung durch Sprache

4.1 Das Bildungssystem

4.2 Zugang zu den Medien

5. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die sprachliche und soziokulturelle Entwicklung im Senegal unter besonderer Berücksichtigung der Sprachpolitik. Ziel ist es, kritisch zu beleuchten, wie die koloniale und postkoloniale Sprachpolitik wesentliche, bis heute nachwirkende Eingriffe in die gesellschaftlichen Strukturen vorgenommen hat und welche sozialen Ausgrenzungen hieraus resultieren.

  • Historische Einflüsse der französischen Kolonialpolitik und der Assimilationsstrategien.
  • Die postkoloniale Rolle des Französischen als Amtssprache und Elitensprache.
  • Die soziolinguistische Situation der Vernakularsprachen, insbesondere des Wolof.
  • Einfluss von Bildungssystem und Medien auf soziale Exklusion und Sprachvermittlung.

Auszug aus dem Buch

2.1 Die Bedeutung der kolonialen Vergangenheit des Senegal

Wenn man von Sprachpolitik spricht, so ist es sinnvoll, sich in diesem Zusammenhang eine wissenschaftliche Begriffsbestimmung vor Augen zu führen, um damit eine konkrete Anwendung auf das jeweilige Sprachgebiet zu ermöglichen. Eine dieser möglichen Definitionen liefern Dorothee Gahlen und Birgit Geisel bei ihrer Analyse des Sprachbewusstseins in Senegal, die als Grundlage der vorliegenden Ausarbeitung dienen soll:

Sprachpolitik bezeichnet das geplante Eingreifen in Sprachenverhältnisse. Dieser Eingriff kann sowohl direkt - etwa durch Sprachgesetzgebung- wie auch indirekt - durch nicht explizit als sprachpolitisch ausgewiesene Maßnahmen - stattfinden. Sprachpolitik ist eingebunden in einen historisch konkreten gesellschaftlichen Zusammenhang. Zweck und Ziel von Sprachpolitik, nämlich die Veränderung von Sprachenverhältnissen, sind außersprachlichen Intentionen untergeordnet. Entsprechend liegen ihre Konsequenzen nicht nur im sprachlichen sondern auch im außersprachlichen Bereich.

Was den außersprachlichen Bereich betrifft, so sollen im Rahmen dieser Arbeit gesellschaftliche Phänomene angesprochen werden, die sich aus den sprachpolitischen Vorgehensweisen ergeben beziehungsweise die aktuellen Sprachenverhältnisse bestimmen. So stand historisch betrachtet im Kolonialreich Senegal die französische „Politik der Assimilation“ dem politischen Führungsstil und den Herrschaftsstrukturen anderer europäischer Kolonialmächte gegenüber. Diese Form der französischen Führung auf dem afrikanischen Kontinent, die in der allgemeinen Literatur oftmals auch als „Zeichen einer zivilisatorischen Mission“ bezeichnet wird, führte also zunächst dazu, dass die existierenden Kulturen und damit auch Sprachen in den betroffenen Ländern im politischen wie sozialen Bereich nicht berücksichtigt wurden, sondern man lediglich versuchte, Werte des „Mutterlandes“ in die Gesellschaft einfließen zu lassen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der kulturellen Kommunikation im Senegal ein und stellt die These auf, dass die französische Kolonialpolitik bis heute tiefgreifende Auswirkungen auf die senegalesische Gesellschaft hat.

2. Sprachpolitik in Senegal: Dieses Kapitel analysiert die koloniale „Politik der Assimilation“ sowie die sprachpolitischen Ansätze nach der Unabhängigkeit unter besonderer Berücksichtigung der Rolle von Léopold Sédar Senghor.

3. Die heutige sprachliche Situation in Senegal: Hier wird die Dominanz des Französischen gegenüber den 35 indigenen Sprachen und die Rolle des Wolof als Lingua Franca im Kontext von Diglossie und Triglossie untersucht.

4. Soziale Abgrenzung durch Sprache: Das Kapitel beleuchtet, wie das auf Französisch basierende Bildungssystem und der mediale Zugang soziale Exklusion innerhalb der Bevölkerung verstärken.

5. Abschließende Bemerkungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die exoglossische Sprachpolitik weiterhin eine Barriere darstellt und die „Kommunikationskombination“ aus Französisch und Wolof den sozialen Status innerhalb der senegalesischen Bevölkerung maßgeblich prägt.

Schlüsselwörter

Senegal, Sprachpolitik, Französisch, Assimilation, Wolof, Vernakularsprachen, Kolonialismus, Diglossie, Triglossie, Soziale Abgrenzung, Bildungssystem, Medien, Frankophonie, Sprachbewusstsein, Exoglossie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der sprachlichen und soziokulturellen Vielfalt im Senegal und der Frage, wie die Sprachpolitik seit der Kolonialzeit bis heute die gesellschaftlichen Strukturen und die soziale Teilhabe der Bevölkerung beeinflusst.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die koloniale Assimilationspolitik, die Stellung der französischen Sprache als Amtssprache, die soziolinguistische Lage der einheimischen Sprachen sowie die Auswirkungen des Bildungssystems und der Medienlandschaft auf die soziale Exklusion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die sprachliche Entwicklung des Landes kritisch zu beleuchten und aufzuzeigen, wie die historische Bevorzugung des Französischen die heutige gesellschaftliche Realität und die soziale Ungleichheit mitbestimmt.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse soziolinguistischer und historischer Studien, um die komplexen Zusammenhänge zwischen Sprachenwahl, Bildungsstand und gesellschaftlicher Teilhabe theoretisch und empirisch zu erfassen.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte liegen im Hauptteil?

Der Hauptteil analysiert das koloniale Erbe, die heutige Rolle von Französisch und Wolof, die Funktion des Bildungswesens als Ausschlussmechanismus sowie die Bedeutung von Radio und Presse für die Kommunikation mit der Bevölkerung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe zur Charakterisierung sind Sprachpolitik, Diglossie, Assimilation, koloniale Vergangenheit, soziale Exklusion, Nationalsprachen und frankophone Identität.

Welche Rolle spielt die Person Léopold Sédar Senghor im Kontext der Sprachpolitik?

Senghor wird als zentrale Figur der postkolonialen Phase beschrieben, die durch ihre starke Förderung der französischen Sprache und Kultur wenig Raum für die Entwicklung der unterdrückten einheimischen Sprachen ließ.

Warum wird das Radio im Senegal als besonders wichtiges Medium hervorgehoben?

Das Radio überwindet durch den Fokus auf Mündlichkeit und den Gebrauch von Nationalsprachen die Hürden des Analphabetismus und ökonomischer Benachteiligung, was den Zugang zu Informationen für die breite Bevölkerung erst ermöglicht.

Was besagt die Theorie der „Triglossie“ in Bezug auf den Senegal?

Die Triglossie beschreibt das Nebeneinander von drei Sprachfunktionen: regionale vernakuläre Sprachen (orale Kommunikation), eine nationale Lingua Franca (Bildung/Verwaltung) und eine Weltsprache (Französisch für technologische Kommunikation).

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Details

Title
Die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Senegal unter dem Aspekt der Sprachenpolitik
College
University of Freiburg  (Romanisches Seminar)
Course
Proseminar II
Grade
1,7
Author
Alexandra Duppé (Author)
Publication Year
2007
Pages
21
Catalog Number
V77924
ISBN (eBook)
9783638827515
ISBN (Book)
9783638833967
Language
German
Tags
Vielfalt Senegal Aspekt Sprachenpolitik Proseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Duppé (Author), 2007, Die kulturelle und sprachliche Vielfalt in Senegal unter dem Aspekt der Sprachenpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/77924
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